Kategorie Archiv:Satiren

SatBur9: Untertanen-Presse: Nach Michael Lünstroth feuert der Südkurier jetzt Hans Esser

Diese Satire besteht aus vier Teilen. Nach SatBur9 folgen:
>>> SatBur10: Fairness: Der Südkurier und die Schweinehonorare
>>> SatBur11: Beschissen: Der Südkurier und die journalistischen Grundsätze
>>> SatBur12: Glaubwürdigkeit: Der Südkurier als Untertan

Für Albrecht Müller von den NachDenkSeiten findet sich eine Warnung unter dem letzten Artikelteil.

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*** Eine Satire
zum furiosen Comeback
des kritischen Lokaljournalismus  beim Südkurier ***

HINWEIS:
Sie haben wenig Zeit – zum Lesen? Dann ist dieser Artikel aber nichts für Sie! Er liegt deutlich über 120 Zeichen.
Hier für Sie die Quintessenz: Obrigkeitsgläubigkeit, Kritiklosigkeit und Duckmäusertum haben dieses Land schon zwei Mal in eine Katastrophe geführt. Heinrich Mann hat den voraussetzenden Charakter dafür anschaulich literarisch behandelt. Die zwei wichtigsten Unterschiede zwischen Der Untertan und den Lokalausgaben des Südkuriers sind permanent und verheerend. Im Vorwort schreibt Mann: „Dieses Buch wurde im Juli 1914 vollendet“. Der Südkurier arbeitet noch dran! Jeden Tag aufs Neue. Im „Untertan“ wurde der submissive Geist beschrieben; im Südkurier schreibt er selbst.

 

Alle berichten von Michael Lünstroth:
+ VERDI Menschen machen Medien 12.06.2016: Südkurier weiter unter Druck – Gemaßregelter Redakteur geht
+ Humanistischer Pressedienst 21.06.2016: Kritischer Redakteur beim Südkurier kaltgestellt
+ kontext Wochenzeitung 22.06.2016: Jeden Tag ein guter Freund
+ Stuttgarter Zeitung 23.06.2016: Aufregung um Konstanzer Lokalzeitung. Kommentator muss in den Innendienst
+ Seemoz Holger Reile 24.06.2016: Südkurier: Der Druck war dann doch zu groß

Dabei ist das ewige Herumgenöle an der angeblich fehlenden Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit des Südkuriers ist doch eine alte Huck. Weiterlesen

SatBur8: Ich freue mich so bedenkenlos aufs Southside-Festival

Eine von Realsatire induzierte satirische Schlamm- und Firmengeflechtslästerung

Mit steigendem Amüsement beobachte ich die Vorbereitungen für eine Giga-Mammut-Großveranstaltung in meiner unmittelbaren Nachbarschaft: das Southside-Festival 2016 in Neuhausen ob Eck. Zum kommenden Wochenende erwartet die kleine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen (4.000 Einwohner) einmal wieder – und aufgrund der wie jedes Jahr massiven meilenweiten Verkehrsbehinderungen stöhnend – rund 60.000 Besucher zu der europaweit berühmten Musikveranstaltung.

Diese Masse an Menschen wird sich über und auf den durch den Dauer- und Starkregen der vergangenen Tage getränkten Wiesen der eben dort eingerichteten Parkplätze und dem 110 Hektar großen Veranstaltungsgelände wälzen und dort campieren. Gott sei Dank ist das Wetter dieses Jahr ja stabil und es sind überhaupt keine Unwetter bekannt. Aber selbst wenn, die Veranstalter haben für den Gewitterfall einen brutal ausgeknobelten Tipp für die Besucher, von denen ungefähr ein Drittel per Zug anreise oder gebracht werde. Weiterlesen

SatBur6: „Netzfrauen“ – wo Realsatire aus Mutterkuchen gebastelt wird

[Satire]
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Sie wohnen in Quadlingen oder Winkie-Land. Die Adresse spielt keine Rolle. Denn es führt kein gesunder Weg dorthin. Und es liegt auch ganz weit weg vom Urheberrecht. Wo auch immer, dort herrschen sie. Nach alter Väter Sitte: streng, humor- und erbarmungslos!

Dazu müssen sie auch nicht auf Besen durch die Lüfte düsen. Ihre Waffe ist mächtiger: Sie gebären, sie haben geboren, sie werden gebären, und was sie geboren haben, wird gebären. Heilige Gravidität in Ewigkeit, Amen! Hier gilt ein an unermüdlicher Reproduktion erschlaffter Uterus als finale Existenzberechtigung mit Hegemonialanspruch. In dieser vom Restuniversum abgesprengten muffig-gynäkologischen Welt bemisst sich die Überzeugungskraft von Argumenten an der Anzahl der in die Welt gepressten Kinder der- oder desjenigen, die oder der diese Argumente ins Feld führt oder solches auch nur möchte.

Es sind – Alarm! – die Netzfrauen! Weiterlesen

SatBur5: Flüchtlinge Sigmaringen: Der entführte Fußball in ehrlicher Haut

Bezug: Am 18. November 2015 zitierte die Schwäbische Zeitung unter der Überschrift „Spuckattacke eines Flüchtlings erschüttert Frau“ diverse Anwohner-Stimmen zu der Flüchtlingsunterbringung in der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen. Der Artikel enthält folgende Passage:

Einer anderen Familie aus dem Ziegelesch ist ein Fußball aus dem Garten gestohlen worden. „Unser Sohn machte uns darauf aufmerksam, dass er seinen Lederball vermisst“, sagt die Mutter, die anonym bleiben möchte. Den Ball hatte sie im Mai bei Aldi gekauft. Den gab’s nur für ein paar Tage, deswegen konnten ihn die Flüchtlinge nicht selber kaufen, erzählt die Mutter. Der Junge bekam seinen Ball wieder, weil der Vater ihn zurückholte. „Mein Mann hat den Ball wiedererkannt, als eine Gruppe von Männern auf dem Weg vom Bolzplatz bei uns vorbeikam.“ Er hat sie angesprochen und gefragt, woher sie den Ball haben. Daraufhin entschuldigten sich die Flüchtlinge und gaben den Ball zurück.
(Schwäbische Zeitung 18.11.15: „Spuckattacke eines Flüchtlings erschüttert Frau“; Hervorheb. SaSe)

Einen Tag später fand in der Sigmaringer Stadthalle eine Bürgerversammlung zum Thema Flüchtlinge statt (Berichterstattung Schwäbische Zeitung, Südkurier).
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SatBur4: Der westliche Hohn für das Afpaklirak-Pack: „Ihr seid nicht Paris!“

[Satire ]

Der Westen – WIR! – an AfghanistanPakistanLibanonIrak: „Ihr seid nicht Paris!“

Bei den Drohnenangriffen in Pakistan handelt es sich um eine seit 2004 von der CIA verdeckt durchgeführte Kampagne im Rahmen des Kriegs gegen den Terror. Dabei greifen ferngesteuerte, unbemannte Drohnen Ziele in Pakistan an, meist um von den US-Behörden identifizierte Terrorverdächtige gezielt zu töten.
(Wikipedia: „Drohnenangriffe in Pakistan“)

Pakistanische Kinder sind aber keine französischen Jugendlichen, die „nur“ ein Konzert genießen wollen in einer „Stadt, die das Leben feiert“:

Die völkerrechtliche Basis für die Angriffe ist umstritten.[3][4] US-Juristen haben die Praxis in offiziellen Anhörungen teilweise als „klaren Bruch des Völkerrechts“ bezeichnet.[5] Unter anderem führt die Tatsache, dass bei den Angriffen mit von den Drohnen abgefeuerten Hellfire-Raketen bereits mehrere Hundert Unbeteiligte getötet wurden, darunter auch zahlreiche Kinder, zu anhaltender Kritik sowohl aus den USA als auch aus anderen Ländern.
(ibid., Hervorhebg. SaSe)

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SatBur3: #landesverrat: Promi-Anwalt Ralf Höcker übernimmt Verteidigung der beiden Netzpolitik-Journalisten

[SATIRE]

Wie einer zum Zwecke der Satire (von SaSe) fiktionalisierten Pressemitteilung der Anwaltskanzlei Ralf Höcker zu entnehmen ist, übernimmt seine Hoheit Professor Dr. Ralf Höcker himself die rechtliche Vertretung der beiden Netzpolitik.org-Journalisten Markus Beckedahl und Andre Meister. Der Generalbundesanwalt Harald Range hatte den beiden von Artikel 5 Grundgesetz freigestellten Journalisten vergangene Woche schriftlich mitgeteilt, dass gegen sie aufgrund dieser zwei Netzpolitik-Artikel im Februar und April 2015 und der dabei veröffentlichten Dokumente des Verfassungsschutzes ermittelt werde. Es bestehe Verdacht auf Landesverrat nach Paragraf 94 Strafgesetzbuch. Den Faktencheck zum Vorgang liefert der Spiegel, der zu dem im Raum stehenden monströsen Tatvorwurf auch aus eigener Empirie kommentieren kann und darf.

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SatBur2: Nach „Kontraste“-Beitrag: Bundesinnenminister de Maizière verbietet Demos vor Flüchtlingsheimen

[Satire]

Upsala: Wie einer getrommelten und exklusiv dieser Redaktion vorliegenden Pressemitteilung der  Bundesregierung zu entnehmen ist, verbietet Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit sofortiger Wirkung bundesweit jegliche Demonstrationen vor Flüchtlingsheimen. Die seit Jahren überfällige Maßnahme bedeute keinesfalls eine Einschränkung der Versammlungsfreiheit nach Artikel 8 Grundgesetz, heißt es weiter dort. Denn erstens handele es sich bei diesen Aufmärschen nachweislich nicht um „friedliche“ Versammlungen und zweitens werde dadurch nicht die Versammlungsfreiheit an sich eingeschränkt. Neonazis, Rechtsradikale, Rassisten und volksverhetzte Bürger hätten immer noch die Möglichkeit, sich andernorts zusammenzurotten. Zum Beispiel vor Landtagen, CDU-, AfD- und anderen Parteizentralen, den verschiedenen Länder-Innenministerien etc. Oder einfach auf einer Lichtung im nächstgelegenen Wald.   

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SatBur1: Überforderungsprotokolle (1): Das Zentrum für politische Schönheit bestattet 300 Brotsorten unter dem Stuttgarter Bahnhof

[Satire von Karin Burger]


Das alles passt in 1 Welt.

Ich bin ein politisch wacher und interessierter Mensch mit etwas Bildung. Aus den überall verfügbaren Informationen aus zweiter Hand kann ich mir ohne Probleme ein politisch korrektes Urteil zu allen wichtigen Themen basteln. Immer häufiger gelingt es mir dabei, mir eine Meinung zu bilden, bevor ich diese öffentlich auf Facebook kundtue oder ein Video dazu auf YouTube einstelle. Ich habe keinen Facebook-Account.  Weiterlesen

Das Patientenschnitzel

Satire im Kontext zu SaSe18: Special Interest (1): Satire und Kabarett in der, über die und als Medizin
Der de facto auch an den zuständigen Chefarzt versandte Brief wurde in redaktionsindividuellen Kürzungen sowohl im Deutschen Ärzteblatt (Jg. 105, Heft 47, 21.11.2008; anonymisiert) wie in der Satire-Zeitschrift Eulenspiegel (1/2009) veröffentlicht.

 

Das Patientenschnitzel
von Karin Burger

Betreff: Bitte um die Würde eines Schnitzels


Sehr geehrter Herr Dr. Wichtig,

nachdem ich mir durch meinen Ich-suche-dann-mal-das-Weite-Kurzbesuch in Ihrem Krankenhaus, Abteilung "Innere", Weihnachten 2007 ohnehin und offensichtlich schon das Etikett der Querulantin eingehandelt habe, möchte ich Ihnen völlig enthemmt meine Eindrücke zur gestrigen ambulanten Konsultation Ihrer Abteilung VOR Ihrem Erscheinen mitteilen. Weiterlesen

F. Rust: Traumjob im Kabelland

In der SaSe-Rubrik <Satiren> veröffentlicht dieser Blog satirische Texte und Produktionen (Audio-/Videodateien) von Dritten und von Gastautoren, von Nachwuchstalenten und -kabarettisten.

Traumjob im Kabelland

von F. Rust

Nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit bot mir mein Betreuer vom Job-Center einen Job bei Kabelland an. Und er gab sich auch aufrichtige Mühe, mich zu motivieren: Falls ich den Job nicht annehmen wolle, würde mein Hartz IV Betrag um 30 % gekürzt werden. Aber dieser Motivationsschub war gar nicht nötig. Ich hatte auf Empfehlung des Job-Centers mehrere Fortbildungskurse besucht, die mir zwar keine konkreten praktischen Qualifikationen vermittelten, die mir aber genügend Raum boten, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Auf einen 'richtigen Job' hatte ich lange genug gewartet, und nun konnte es kaum erwarten, mich bei Kabelland vorzustellen.  Weiterlesen

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