sTS30/19: James Brexit: Die werthaltige Wucht der Wörtlichkeit

In privilegiert informierten Kreise gilt er als Geheimtipp: der Comedian James Brexit. Sein Erfolgsgeheimnis ruht in einer neuen und betörend schlichten Choreografie auf dem kürzesten Weg zwischen Wahrheit und Witz. Dabei überzeugen seine Bodenständigkeit  und Authentizität.

In nächtelangen Verhandlungen auf dem „Communicationboard“ Stimmen ohne Gesicht, teilweise sogar ohne Zähne ist es mir gelungen, Brexit exklusiv für SatireSenf.de zu verpflichten. Das größte Problem dabei war die Honorierung seiner blitzkurzen Clips, die befremdlicherweise in Bommerlunder-Stacks zu erfolgen hat.

In dem untenstehenden Clip dekliniert Brexit ganz ohne die ablenkende Nennung seiner politischen Adressaten die werthaltige Wucht der Wörtlichkeit:

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(Am grafischen Format des Videos arbeiten wir noch …)

 

sTS29/19: Schwäbische Zeitung veröffentlicht Video vom „Monster in Langenargen“

Den Tätern auf der Spur: Die Schwäbische Zeitung veröffentlicht ein Amateurvideo von den Gestalten, die nachts durch Langenargen streifen. Die phänotypische Extravaganz eines solchen Exemplars veranlasst den filmenden Betrachter dabei zur wiederholten Exklamation „Was für ein Monster!“

Das ist eine äußerungsrechtlich hochprekäre Aussage. Denn im Kontext des Themenkreises „Körper und Identität“ sowie dem Rekurs auf das mythologisch belegte Thema der Gestaltwandlung lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, wer genau hier mit so breitem Schwanze auftritt. Wer wählt den Schutz der Nacht – von jeher Tummelplatz dunkler Mächte und von Intransparenz -, um Langenargener Angelegenheiten etwas genauer zu betrachten? Es könnte wahlweise Bürgermeister Achim Krafft selbst sein, einer seiner submissiven Gemeinderäte ebenso gut wie der Herausgeber des Forum Langenargen. Ich halte die Etikettierung als „Monster“ für in jedem Falle abmahnfähig?

Die frohe Botschaft zum Horrorvideo unter der von mir gewählten Gestaltwandlungsinterpretation liefert uns der Autor Robert Schwartz (!) in seinem Buch „Die Mission der Seele: Frieden schließen mit leidvollen Erfahrungen und Schicksalsschlägen“

Viele dieser Seelen [die in Tiergestalt erscheinen – Anmerkg. K. B.] gehören einer höheren Ordnung an und haben beschlossen, sich nicht in menschliche Konflikte hineinziehen zu lassen.
(Robert Schwartz: Die Mission der Seele: Frieden schließen mit leidvollen Erfahrungen“)

Okay, der Herausgeber des Forum Langenargen scheidet wieder aus!

sTS28/19: Ein schockierendes Foto-Dokument vom Gemeinderat Langenargen

In Reaktion auf TS27/19 erreicht die Redaktion ein hochaktuelles und in seiner Drastik vollkommen erschütterndes Foto-Dokument vom Gemeinderat Langenargen aus den immer lachender werdenden Leser-Reihen. Das Beweisstück zeigt, wie akut die Lage in der einstmals von Annette von Droste-Hülshoff besungenen Seegemeinde tatsächlich ist.

Leider ist durch die fehlende Tiefenschärfe des Bildes nicht bestimmbar, ob die Wut-und Roden-Ideologen unter der strammen Führung ihres Oberindianers Achim Krafft sehenden Auges die Geschicke der Kommune in den Abgrund lenken oder ihnen doch eher Behindertenstatus zuzuweisen wäre?

Auch inwieweit die psychosoziale Gesamtsituation der hier am Abgrund Stehenden noch interventionsfähig ist, lässt sich schwer einschätzen.

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Standortbestimmung des Gemeinderats Langenargen im März 2019: am Abgrund! Mit zielsicherem Blick! Die Bäume in Langenargen sind weitgehendst vernichtet, der gesamte Ort mit schmeißteuren Toilettenanlagen verrammelt, die Zugänge zum See mit von ihm abgewandten Bänken umsäumt. Dafür haben Autos fast überall freie Zufahrt zum See. Ist der Blick in den Abgrund entschlossen oder gelassen? Foto: Graf Motz von Ätze

Standortbestimmung des Gemeinderats Langenargen im März 2019: am Abgrund! Mit zielsicherem Blick. Die Bäume in Langenargen sind weitgehendst vernichtet, der gesamte Ort mit schmeißteuren Toilettenanlagen verrammelt, die Zugänge zum See mit von ihm abgewandten Bänken umsäumt. Dafür haben Autos fast überall freie Zufahrt bis ans/ins Wasser. Ist der Blick der Räte in den Abgrund entschlossen oder gelassen?
Foto: Graf Motz von Ätze

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Das durch die Farben erkennbare Parteienspektrum steigert die allgemeine Verzweiflung in der See-Gemeinde und dort, wo man sie fassungslos bedauert: Die Mehrzahl der Räte farblos. Die Grünen sind eine Randerscheinung, die Brachialrodungen in Langenargen nicht verhindern. Es dominiert die Farblosigkeit zusammen mit dem Gallegelb des Machtrausches (wie er sich ein paar Kilometer am Ufer entlang schon einmal so offenbarte).

TS27/19: Gemeinderat Langenargen: Wenn man geringelte Socken raucht …

Ein bisschen futterneidisch bin ich schon, wenn ich gelegentlich im Forum Langenargen lese. Satire ist doch meine Domäne! Aber die Herausgeber dort können nichts für die realsatirischen Vorlagen, die ihnen der Langenargener Bürgermeister Achim Krafft und seine Gemeinderat-Koboldtruppe am Fließband präsentieren. Vor wenigen Wochen erst war es die Rodung des halben Ortes inklusive Waldkindergarten, welche die Gemüter erhitzte. Auf die Idee muss man aber auch erst einmal kommen: ein Waldkindergarten ohne Wald! Selbst die geschätzten Schattenspender im Strandbad (Tourismus?) seien ohne Rücksprache mit Naturschutzverbänden oder einer Vorinformation an die Bürger (vgl. das diesbezüglich löbliche Beispiel Überlingen) der rücksichtslosen Rodungsästhetik von Krafft und seinen Wut-und-Roden-Kumpanen zum Opfer gefallen.

Dann berichtete das Forum über die Aufstellung von „zwei dem neuesten Stand der Technik entsprechenden Toiletten-Anlagen“ am Hafen zu schier unglaublichen Kosten: 550.000 Euro mit monatlichen Wartungskosten von sage und schreibe 4.046 Euro (Angaben ex Forum Langenargen). Weiterlesen

TS26/19: 1.000-Kühe-Stall bei AUFSTEHEN Ravensburg: BUND-Vortrag stößt auf aktives Interesse

Der Hashtag für die (linke) Sammlungsbewegung AUFSTEHEN fiel als Erstes dem mangelnden Grad an Professionalität und Organisation der von Sahra Wagenknecht ins Leben gerufenen Bewegung zum Opfer. Nach gut einem halben Jahr zeigen die vielen Ortsgruppen der bundesweiten Nicht-Partei stark divergierende Vitalitätsparameter. In Tuttlingen sind inzwischen die meisten Mitstreiter vom toten Pferd abgestiegen. In Ravensburg dagegen präsentiert sich AUFSTEHEN nicht zuletzt dank Volker Jansen und seinem Team gut organisiert und vernetzt und mit regelmäßigen Veranstaltungen.

Zum achten Treffen am 20. März 2019 im Gasthof Storchen war Anna Waibel vom BUND Pfullendorf geladen, um die Ravensburger Aufgestandenen mit einem fachkundigen und faktengespickten Vortrag über den aktuellen Stand zum 1.000-Kühe-Stall in Ostrach zu informieren. Ihre prägnante und gut verständliche Darstellung des nun schon mehr als vier Jahre währenden Widerstands gegen das agrarindustrielle Großprojekt Energiepark Hahnennest (EPH) stieß bei den über 30 Zuhörern auf aktionsbereites Interesse. Immer wieder koppelte sie auch rück auf grundsätzlich wirkstarke Änderungen im Konsumverhalten: „Agrarindustrie zerstört das Empfinden für das Leben. Boykottieren Sie die Produkte der Agrarindustrie!“

Unter den Zuhörern befanden sich auch Vertreter weiterer Organisationen wie Jürgen Wagener von Parents for Future sowie Verbindungspersonen zu Fridays for Future. Abgesehen von der erfreulich hohen Zuhörerzahl war es insbesondere das niedrige Durchschnittsalter des Publikums, das überraschte: viele junge Leute mit metaphorisch aufgekrempelten Ärmeln. Weiterlesen

TS25/19: Südkurier berichtet überregional zum Baubeginn 1.000-Kühe-Stall

Immerhin: Der  jüngste Südkurier-Artikel zum 1.000-Kühe-Mega-Stall in Ostrach findet sich auf der Baden-Württemberg-Seite und informiert damit überregional zu diesem Wegweiser-Projekt mit, wie die Kritiker befürchten, Modellcharakter. Dass es der Weg nach unten ist, das zeigen derzeit die weltweit stattfindenden Proteste der Generation, die mit den Entscheidungen der unseren leben muss. Man würde sich wünschen, die Fridays-for-Future-Kids in der Region würden demnächst eine herrlich bunte und laute Veranstaltung auf oder vor dem Gelände der Biogasanlage Hahnennest organisieren. Damit riskieren sie natürlich ein Hausverbot der dortigen Betreiber, wie es einem frühen Kritiker des Energiepark Hahnennest (EPH) erteilt wurde, der dadurch in seiner Berufsausübung als Kraftfahrer für landwirtschaftliche Produkte beeinträchtigt ist.

Doch so viel Widerspruchsgeist ist wenig realistisch bei einer Landjugend, die von klein auf in den Jugendorganisationen der Kirche, im Musikverein und bei der Feuerwehr sozialisiert wurde und die kapitalistische Wachstumsideologie  restlos internalisiert haben dürfte? Im Aktionsbündnis gegen den 1.000-Kühe-Stall in Ostrach jedenfalls liegt der Altersschnitt auch bedauerlich hoch. Weiterlesen

TS24/19: Alberne Rituale des kommunalen Feudalismus: Spatenstich Landesgartenschau Überlingen 2020

Der Blog der Überlinger Wählerinitiative Bürger für Überlingen (BÜB+) zeigt mit schöner Regelmäßigkeit und mit beeindruckender Offenkundigkeit, wo der demokratische Mehrwert der überall im Ländle aufpoppenden und von Parteien unabhängigen Wählerinitiativen liegt. Aber Achtung: Nicht jede Liste, die sich „unabhängig“ schimpft, präsentiert deshalb auch gleich Kandidaten, die nicht doch einer Partei angehören, wie ein aktuelles Beispiel aus dem Landkreis Biberach zeigt. Mehrere der ausdrücklich als „jung“ etikettierten Kandidaten auf der Liste Aktiv, jung, politisch sind bekennende Mitglieder der Jungen Union (siehe Kommentar rechts).

In Überlingen wiederum versucht der Südkurier durch eine entsprechende Wortwahl und redaktionelle Verschlimmbesserungen den parteiunabhängigen Zusammenschluss BÜB+ in den Dunstkreis der Partei DIE LINKE zu rücken, was die BÜB+-Vertreter zurückweisen. Diese manipulative Verknüpfung der im Monopol agierenden Tageszeitung mag manchem Überlinger auch deshalb plausibel erscheinen, weil  Roland Biniossek bisher für die Linken im Gemeinderat saß. Dass aber sein Kollege und BÜB+-Blogbetreiber Dirk Diestel schon Mitte 2018 öffentlich (und vom Südkurier berichtet) erklärt hat, sich nicht vorstellen zu können, für die Linke als Gemeinderat zu kandidieren, fällt dann aus der Wahrnehmung. Weiterlesen

TS23/19: Seriöse Inspiration nicht nur für hungrige Satirikerinnen: AnsTageslicht.de

Der Kontakt zu den SaSe-Lesern wird zunehmend fruchtbarer. Aktuell erreicht mich der Hinweis auf das dokumentarische Internetportal  AnsTageslicht.de. Der sofortige und erste Blick ins Impressum beruhigt: Verantwortlicher Herausgeber ist ein Professor Dr. Johannes Ludwig, Angehöriger der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Gegencheck: Den gibt es wirklich!

Hier werden Ziele und Methoden des Dokumentationsportals erläutert. Der Themenüberblick pullt das Interesse: sozial und global von Hartz IV über Medien und Journalismus bis hin zu Waffenexporten. Die Publikationen erfolgen beruhigender Weise in größeren zeitlichen Abständen. Hier hetzt offensichtlich niemand den Aktualitäten hinterher.

Allerding plumpsen die Herausgeber auch in die bekannten linken Popularitätsfallen wie die einer Inge Hannemann, deren Aktionen wie etwa Sanktionsfrei.de man durchaus auch kritisch würdigen kann. Auf den Gedanken sind glücklicherweise auch noch andere gekommen. Weiterlesen

TS22/19: TV-Satire mit weißen Männern lässt lachend schwarzsehen

Läuft runter wie Öl:  Die Tageszeitung taz und kuratierend das Medienportal Meedia greifen ein Phänomen in der Satirelandschaft auf, das SaSe vor Jahren schon in diesem Beitrag mit entsprechenden Zahlen kritisiert hatte: Die Dominanz (geografisch bedingt überwiegend) weißer Männer in der Fernseh-Kabarett-Landschaft. Die taz hat dazu die Autorin Sophie Passmann („Alte weiße Männer“) sowie Jagoda Marinic („Sheroes“) interviewt (erschienen im Magazin taz Futurzwei). Passmann beklage des Weiteren, dass einige dieser Männer überhaupt nicht lustig seien.  Die Ursache dafür – für die Dominanz, nicht für das Lustig-Manko – sieht Passmann in der sexistischen Förderung der Medienanstalten und nennt als Beispiel ZDFneo.

Wie komme ich jetzt elegant von dort aus zu der spektakulären jüngsten Die AnstaltSendung vom 12. März 2019? Plump. Die Kabarettisten Max Uthoff (männlich, weiß), Claus von Wagner (männlich, weiß) mit ihren Gästen Philipp Weber (männlich, weiß), Tahnee (Quotenfrau!) und Martin Zingsheim (na?) filetierten die jüngsten medialen Entwicklungen in der Abgasdiskussion. Das taten sie schlicht brillant und ohne das von mir früher auf diesem Blog kritisierte ideologische Sendungsbewusstsein. Weiterlesen

TS21/19: Ochsenhausen: Wenn die Kritiker den Taschenrechner anwerfen

Schlimm genug, wenn gemeines Volk insubordiniert und kommunale Entscheidungsträger kritisiert. Richtig übel für Letztgenannte aber wird es, wenn diese Kritiker womöglich sachkundig (z. B. im Verwaltungs- und in diesem Fall im kommunalen Haushaltsrecht) sind und einen Taschenrechner zu bedienen wissen. In einem weiteren pdf-Dokument auf seinem Blog MischDichEin-ox.de stellt der Ochsenhausen-Bürgermeister-Kritiker Franz Wohnhaas  anhand von vorliegenden Zahlen und dem brisanten Thema Altenheim die unter die Haut gehende Gretchenfrage; „Wo sind die Millionen geblieben?“

Möglicher Profiteur der bisher nicht nachzuvollziehenden Großzügigkeit der Stadt Ochsenhausen (Eigentumsübertrag eines Grundstücks samt darauf befindlicher Immobilien) ist die St. Elisabeth Stiftung gGmbH (SES). Dort freue man sich über so viel Generosität aus Steuermitteln. Nach Angaben von Franz Wohnhaas soll der Vorstandssprecher Peter Wittmann in einer Konferenz mit Bezug auf den Eigentumsübergang des Altenheims gesagt haben: „In Ochsenhausen haben wir einen Coup gelandet. Diese Kuh muss noch gemolken werden!“

Hinweis: Die Kuh, die hier zur Verwertung der offensichtlich kapitalistisch ambitionierten Stiftung ansteht, wurde aus dem Vermögen der Ochsenhausener Bürger ausgegliedert.

Wohnhaas‘ Kritik auf der Grundlage überprüfbarer Zahlen erhält weiteres Gewicht; zusätzlich zu seinem furiosen Sieg vor dem Landgericht Ravensburg, vor das ihn die Stadt Ochenhausen gezerrt hatte.

Auch dem Forum Langenargen, auf dem man einzelne Textbeiträge nicht gezielt verlinken kann, was der Kritik an Relevanz und Verbreitung nimmt, steht ein solcher Taschenrechner-Meister zur Verfügung. Der hatte sich vor kurzem sehr differenziert mit den Haushaltszahlen in Langenargen auseinandergesetzt.

Leider ist dieser Beitrag inzwischen aufgrund der herben technischen Defizite des Blogs  unauffindbar. Forum Langenargen verfügt noch nicht einmal über eine Suchfunktion. Unverständlich, warum sich angeblich so engagierte Kritiker ihr Werkzeug solcherart selbst aus der Hand schlagen und nicht bereit sind, sich den Anforderungen moderner Kommunikation im Internet zu stellen. Schon nach wenigen Tagen verschwinden alle dort veröffentlichten Texte im Nirwana des komplett abwesenden Navigationsmanagements.  Ein dicker Fall für die „Ärgerlich“-Rubrik des Forums! Überdies entblößt sich die in der Sache durchaus berechtigte Kritik, wenn deren Emittenten sich den Maßstäben nicht beugen, die sie an andere anlegen: Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

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