SaSe17: Denkfunk-Video über Roger Köppel mit gefährlichem Schönheitsfehler

Endlich bearbeitet jemand die moralischen Zumutungen, die der Schweizer Journalist-Politiker (oder Politiker-Journalist?) Roger Köppel in der Günther-Jauch-Sendung Das Flüchtlingsdrama – Was ist unsere Pflicht? (Mediathek) vom 19. April 2015 am laufenden Band vom Stapel gelassen hatte. Diesen verstörenden Köppel-Output  thematisiert und kommentiert ein neues Video des Kabarettisten-Kollektivs Denkfunk i. e. PatchworX Media GmbH,  namentlich der Schweizer Wortkünstler Renato Kaiser (Homepage; Facebook): Flüchtlingsdrama /  Renato Kaiser: Humanitäre Hilfe für Roger Köppel.   Mit kreativer satirischer Wendung und stimmiger Metaphorik (den WortFLUSS Köppels stoppen statt der FlüchtlingsFLUT) ruft Kaiser in der neuen Denkfunk-Produktion zur humanitären Hilfe für den Weltwoche-Chefredakteur und angehenden SVP-Nationalrat Roger Köppel auf. Das Video ist satirisch, unterhaltsam und systemkritisch relevant, weil es die besagten Äußerungen aus der genannten Sendung aufgreift und thematisiert.

Abmahn-Alarm?
Die Denkfunk-Strategie, einen Schweizer Künstler den Schweizer Journalisten Politiker mit den haarsträubenden Thesen kritisieren zu lassen, ist geschickt und „politically correct“! Wenn Denkfunk sich allerdings mit Prominenten wie Köppel (oder auch Jauch) anlegt, sollte das wahlweise als „Videoportal“ oder „Fernsehsender“ firmierende Konstrukt nicht so einen kapitalen Fehler wie den im ersten Satz des Kaiser-Köppel-Videos durchgehen lassen: „In der ZDF-Fernsehsendung Günther Jauch wurde die Frage gestellt …“ (Videolaufmeter 0:04). Die mediale Omnipräsenz Günther Jauchs ist zwar legendär, aber vorläufig findet der Sonntagabend-Polittalk noch in der ARD statt?

Auch den klassischen Likern auf dem Denkfunk-Facebook-Account, die in ihren Statements über Zwei-Wort-Exklamationen und also kursorische Begeisterung nicht hinauskommen, fällt die – zumindest nach deutschem Recht – potenziell anwaltlich kostenpflichtig abmahnfähige falsche Tatsachenbehauptung  nicht auf.


Was der politische Gegner daraus macht
Solche Fehler passieren (Journalisten) immer mal wieder. Sie sind menschlich. In größeren Häusern gibt es zum Auskämmen solcher menschlichen Fehler eine sogenannte Schlussredaktion. Freie Journalisten und Blogger sind da eher in den Hinter gekniffen, wenn sie niemanden zum regelmäßigen Gegenlesen haben. So stand in SaSe15 zwei Stunden lang eine exzellente Peinlichkeit im Netz, bis diese Redaktion per Mail einer Freundin von ihren versehentlichen Übergriffen auf Adam Riese erfuhr und den Rechen- und Übertragungsfehler korrigieren konnte. Auch eine sprachliche – nennen wir es: „Ungenauigkeit“ wurde nur durch die Aufmerksamkeit eines Leser aus der SaSe-Welt geschafft. Puh!

Das ZDF-Etikett statt ARD ist auch (hoffentlich) nicht ehrenrührig und ganz offensichtlich eine Verwechslung, noch dazu die eines ausländischen Autors, dem die deutsche Fernsehlandschaft vielleicht nicht so vertraut ist.

Journalisten und Blogger mit Buskeismus-Erfahrung jedoch wissen: Der (politische) Gegner schlachtet solche menschlichen Fehler genüsslich aus. Eine falsche Tatsachenbehauptung ist nun mal eine falsche Tatsachenbehauptung, die ARD ist nicht das ZDF und Günther Jauch hat dort nach Kenntnisstand der SaSe-Redaktion  auch keine Sonntagabendsendung.

Das lobens- und ehrenwerte Anliegen von Denkfunk und die Inhalte der bisher verfügbaren Videos sind: Systemkritik. Damit treten die Autoren den Mächtigen auf den Zeh. Die schicken gern und zuvorderst ihre Medienanwälte in die Schlacht, wenn sich Angriffspunkte bieten. Und gerade bei der Person Günther Jauch ist dem Journalisten besondere Sorgfaltspflicht angeraten.  Guckst du hier:
+ Eintrag 03.02.2015  + Eintrag 01.10.2014   + Eintrag 26.06.2014  + Eintrag 25.10.2013  
+ Eintrag 14.08.2013  + Eintrag 06.08.2013  + Eintrag 17.07.2013 etc.
Und hier!

Aber wie gesagt: In diesem marginalen Fall ist eine Abmahnung eher unwahrscheinlich. Außerdem ist die Frage, wer überhaupt Aktivlegitimation nachweisen könnte. Und schlussendlich fürchten die Abmahner immer auch den Streisand-Effekt. Und ob das inhaltlich wichtige Denkfunk-über-Roger-Köppel-Video weitere presserechtliche Schwächen aufweist, darüber schweigt SaSe aus politischer Solidarität mit den Kollegen …
Wer lacht?


Denkfunk-Service im Konjunktiv
Eher grundsätzlich, aber doch entlang des aktuellen Beispiels und Denkfunk-Videos Flüchtlingsdrama / Renato Kaiser: Humanitäre Hilfe für Roger Köppel ist auch zu fragen, ob Denkfunk / PatchworX Media GmbH sein/ihr systemkritisches Potenzial wirklich ausschöpft? Umfasst der Anspruch der Gegenöffentlichkeit und der Systemkritik nicht auch das Bemühen, dem  Rezipienten ein fundiertes Urteil über das präsentierte Video überhaupt erst zu ermöglichen? Dazu dann allerdings bräuchte er ein Minimum an Fakten wie zum Beispiel korrekter Sendetitel, Sendeplatz (Uups!), Datum und Sendezeit. Schön wären dann noch weiterführende Angaben zu den Gästen der Sendung mit vollem Namen und eventuell ein paar Links. Das alles übrigens gehört zum Standardservice des Mainstream-Fernsehens, das von Denkfunk doch in den Schatten gestellt werden soll?
Ohne diese redaktionellen Begleitinformationen ist zu besorgen, dass  die Denkfunk-Fans und Liker in der  reflexartigen, eines fundierten Urteils bitter entbehrenden Beifallsroutine verharren?

Aber vielleicht lassen die penetrante Abo-Akquisition der PatchworX Media GmbH solche redaktionellen Standardleistungen zeitlich einfach nicht zu?
Aus politischer und journalistischer Solidarität hat SaSe da schon einmal etwas vorbereitet (im CI-Denkfunk-Blau und kursiv):

Unser neues Denkfunk-Video „Flüchtlingsdrama / Renato Kaiser: Humanitäre Hilfe für Roger Köppel" (hier auf unserer Homepage; hier auf Facebook) bezieht sich auf folgende Fernsehsendung: ARD Polittalk am Sonntagabend, Name der Sendung: "Günther Jauch". Sendung vom 19. April 2015 mit dem Titel: "Das Flüchtlingsdrama: Was ist unsere Pflicht?" (Mediathek).

Der Beitrag unseres Autors Renato Kaiser behandelt Äußerungen des Journalisten und Politikers Roger Köppel in der oben exakt bezeichneten Sendung. Ein Porträt des Kritisierten findet sich bei Wikipedia. Der Schweizer Provokateur ist auch in den Leitmedien immer wieder Anlass zur Berichterstattung. Einen groben Eindruck dieser verschaffen sich die Denkfunk-Abonnenten hier:
+ Süddeutsche.de am 12.03.2015 zur Frage der journalistischen Unabhängigkeit von Köppel::
+ Tagesspiegel am 11.03.2015 zum Seitenwechsel Journalismus-Politik
+ taz am 12.04.15: Rechtspopulismus in Europa: Schimpfen auf Roger Köppel

Einen visuellen Eindruck vermittelt dieses YouTube-Video über einen Auftritt Köppels in der ARD-Sendung "hart aber fair". (Hinweis für unsere Denkfunk-Kunden:  Das Video ist leider mit einem sachlich falschen Titel versehen: „Roger Köppel erklärt dem deutschen Politiker [i. E. Ralf Stegner, SPD], warum Pegida in der Schweiz gewonnen hat“.  De facto geht es um die Volksabstimmung in der Schweiz zum Thema Zuwanderung):


https://youtu.be/nl9H-3GO5rQ

Die Schweizer Satire-Kollegen haben sich auch gelegentlich mit der schillernden Figur Roger Köppel beschäftigt. Hier ein Beitrag im Schweizer Satiremagazin "Bilderberger". Der Satireblog "Swiss Lupe" titelt am 17.03.2011: "Ein Herz und eine Seele: Sarazzin und Köppel" (Artikel wird aus den hier genannten Gründen nicht verlinkt; Quelle: http ://swiss-lupe.blogspot.de/2011/03/ein-herz-und-eine-seele-sarrazin-und.html)

Wenn Sie weitergehende Sachinformationen von Ihrem Denkfunk-Team beziehungsweise der PatchworX Media GmbH wünschen, stehen wir Ihnen gern mit weiteren Links und Quellen zur Verfügung. Es ist diesem Zusammenschluss von inzwischen mehr als 40 prominenten Kabarettisten und Journalisten ein Herzensanliegen, ihren Video-Rezipienten aus dem fatalen Status des passiven Konsumenten herauszuhelfen und mit den phantastischen Möglichkeiten des Internets zu einem fundierten Urteil über unsere Produktionen zu verhelfen. Damit wollen wir auch dem von uns selbst artikulierten Anspruch gerecht werden:

In Zeiten, in denen Print und Fernsehen weniger Vertrauen genießen, auch weil sie an Qualität und Seriösität nachgelassen haben, suchen viele Menschen Alternativen im Netz. Mit dem denkfunk möchten wir eine solche bieten und produzieren Videos, die Anstoß für einen intensiven, inhaltlichen und meinungsbildenden Austausch geben.
(Denkfunk.de, Startseite)

Das sind wir unserer Glaubwürdigkeit schuldig: Wer die Qualität und Seriosität zum Beispiel des Fernsehens kritisiert, kann natürlich unmöglich hinter das Informationsangebot und den redaktionellen Service desselben zurückfallen. Nur mit der Zurverfügungstellung weitergehender Informationen kann die von uns behauptete Systemkritik ihre volle Wirkung entfalten. (Abseits des lobotomierten Sammelns von „Likes“ und der Abo-Akquise.)

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