SüS6: Kabarett in der Via Scrotum: Inga Stadelfrau gewinnt „Das große Kleinkunstfestival“ 2015

[Satire]

Das große Kleinkunstfestival  wird 15: Diana Hallervorden holte am vergangenen Samstag (13. Juni 2015) die besten KünstlerInnen von Kabarett und Comedy zum Wettstreit auf die Bühne des Berliner Kabarett-Theaters Die Wühlmäusinnen. Nach den viel zu langen Jahren der Ich-bin-der-größte-Knall-im-All-Moderation dieser Veranstaltung durch Dieter Nuhr fungierte dieses Jahr Ayshe-Katharina Prayonpolitt als Gastgeberin und führte durch das Live-Programm. Wieder übertrug das rbb Fernsehen den Abend drei Stunden live.

Lachmuskeltraining garantierten diesmal Christine Prayon, Carolin Kebekus, Anny Hartmann, Barbara Kuster, Barbara Ruscher und Idil Baydar, Antonia Romatowski und das Hamburger Frauenquartett Salut Salon.

 

Fünfjähriges Moratorium wegen Frauenquote-Schande
Weil die Frauenquote des großen Kleinkunstfestivals in der Vergangenheit eine Schande für den deutschen Kulturbetrieb war, besteht derzeit noch ein fünfjähriges Moratorium, während dessen darauf verzichtet wird, männlichen Künstlern eine Bühne zu bieten, die ansonsten schon das gesamte Fernsehkabarett fest in ihrer Hand haben. In den 15 Jahren der Geschichte dieses angeblichen Kulturpreises hatte es unter 52 Preisträgern nur vier Frauen gegeben: Krissie Illing, Cindy aus Marzahn, Nessi Tausendschön und Simone Solga. Das macht eine Frauenquote von 7,7 Prozent! Seit 2010 gab es überhaupt keine Künstlerin mehr unter den Preisträgern!

Diana Hallervorden erklärte: Das große Kleinkunstfestival folge mit seiner dringend notwendigen Innovation und mithin dem zivilisatorischen Anschluss an das Jahr 2015 nur den österreichischen Kolleginnen, für die Barbara Klein schon vor Jahren festgestellt hatte,

Viele Kabarettlokale werden mehrheitlich von Kabarettisten bespielt, was im Allgemeinen weder weiter auffällt noch als „geschützte Zone“ bezeichnet wird. Daraus ergibt sich, dass Kabarettistinnen oft zu wenig Auftrittsmöglichkeiten haben, weniger spielen, weniger bekannt sind, selten ins Fernsehen kommen, keinen DVD-Vertrieb haben, dadurch weniger bekannt sind, weniger Auftrittsmöglichkeiten haben, weniger spielen… usw.
(Kabarett.at, 20.02.2013: Spitzen-Kabarettistinnen im KosmosTheater)

 

Tempi passati: lobotomierte Vulva-Witze und Publikumsmarter
„Eine Institution wie die Evolution oder der aufrechte Gang“  sei das große Kleinkunstfestival in Deutschland, erklärte  die Gastgeberin des Abends Ayshe-Katharina Prayonpolitt. Das aber werde zur Karikatur der Kleinkunst, wenn Frauen dort allenfalls unter "ferner liefen" rangieren oder nur noch in dienender Funktion vorkommen, etwa um den männlichen Preisträgern auf der Bühne einen Blumenstrauß zu überreichen.

Wenn solche Veranstaltungen dann auch noch von Moderatoren geschändet würden, deren peniformes Zerebrum in jedem x-beliebigen Oval  auf der Bühne eine Vulva zu erkennen sich gezwungen sieht, um darüber dann ebenso lobotomierte wie sexistische Witze zu machen, müssen solche zivilisatorischen und kulturellen Ausfallerscheinungen Gegenstand von Satire sein, nicht aber deren Präsentation. Der männliche Wille zur sadistischen Machtausübung machte dabei (in der Vergangenheit) nicht einmal mehr vor dem Publikum im schlecht klimatisierten Theatersaal halt, das mit der pseudo-witzigen Darstellung des lustvollen Genusses eines eisgekühlten Getränks malträtiert wurde. Prayonpolitt: „Wer glaubt, seine seit 15 Jahren währende Moderation werde noch andauern, wenn die Sonne verglüht, zeigt ganz offensichtlich das Sepp-Blatter-Syndrom und die Megalomanie von Staatsführern, die der Welt bescheidene 1000 Jahre Machtausübung avisieren.“  Moderation bis zum Sonnenverglühen sei eine reichlich kühne Ankündigungen für jemanden, der schon seine eigene Sendung nicht im Griff hat. Erde an Hassprediger …

Zwei Preisträgerinnen des Abends standen bereit fest: 2015 geht der Berlin-Preis an Idil Baydar für ihr couragiertes Engagement beim Thema Integration und damit für Kabarett mit pragamatischer Dimension abseits von hohlen Ritualen. Den Ehrenpreis bekam Gaby Köster.

Spannend blieb es dann noch für:

Christine Prayon

Lisa Politt

Anny Hartmann

Carolin Kebekus

Martina Schwarzmann

Suchtpotenzial (Ariane Müller und Julia Gamez Martin)

Katharina Hoffmann

Barbara Kuster

Enissa Amani

Barbara Ruscher

Martina Hill

Marion Gruber

             Simone Solger

Maren Kroymann

Senay Duzcu

Lizzy Aumeier

Mirja Boes

Anke Engelke

         Nessi Tausendschön

Gerburg Jahnke

            Gabi Decker

Duo Luna Tic (Judith Bach, Stefanie Lang)

Sissi Perlinger

Ute Apitz          

Kristina Preiß

Küchen-Geplänkel (Susa & Uschi)

Hanne Gerlach und Beate Richter

Cordula Stratmann

          Tatjana Meissner

Usch Hollmann und Claudia Sandkötter

Traumfraun (Elke Hermann und Claudia Lau)

Katrin Weber

Lioba Albus

Monika Blankenberg

Ana & Anda

Luise Kinseher            

Lizzy Aumeier

Karin Engelhard

             Ursula Staack

Miss Tones

Barbara Weinzierl

und

und

und
wird wohl auch weiter spannend bleiben ….

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