Tag Archiv:Bernhard Pörksen

TS46/16: Jan Böhmermann im Satire-Olymp und bei „Anne Will“ angekommen!

+++ Jan Böhmermann Thema bei „Anne Will“
Die Meldungen zum Thema Jan Böhmermann überschlagen sich und zerbomben alle Kuratierungsversuche! SaSe beschränkt sich deshalb auf die Herausstechendsten.

Am Sonntagabend wurde bekannt, dass die Türkei nun doch das heikle und gefürchtete Strafbegehren an die deutsche Bundesregierung gestellt hat, das primär erst einmal dieselbe in die Bredouille bringt.
Jan Böhmermann, Erdogan und die Satirefreiheit sind inzwischen Thema von Tagesschau und Tagesthemen und – das hat es noch nie gegeben! – Thema der Premium-Polittalk-Sendung Anne Will.
Der Anzünder selbst, der „Meister des Schillernden“ (Medienwissenschaftlicher Bernhard Pörksen bei Anne Will)  tritt schon gar nicht mehr öffentlich auf, fehlte bei der Grimme-Preisverleihung am Freitag in Marl und folgte auch der Einladung der souveränsten deutschen Fernsehmoderatorin nicht. Die zweite Wahl für die Sparte Kabarett war der türkischstämmige (deshalb!) Serdar Somuncu, der bei der Diskussion zunächst eine sehr gute Figur machte, weil  er profund argumentierte und mit detaillierten Kenntnissen zu den Verhältnissen in der Türkei brillierte. Dann jedoch fiel er vornehmlich durch mangelndes Benehmen auf und seinem Sitznachbaren Elmar Brok (CDU, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des EU-Parlaments) permanent ins Wort. Ganz offensichtlich konnte er sein Redewasser nicht halten. Peinlich. Im Übrigen machte der ansonsten durchgehend neben der Spur argumentierende (Zugeständnis von Meinungsfreiheit an die politische Entscheiderin Angela Merkel) CDU-Politiker Somuncu komplett nackig und decouvrierte dessen Argumentationskern als politisch. Somuncu gehe es gar nicht um Meinungs- und Satirefreiheit, sondern er echauffiere sich aus seiner Ablehnung des „Flüchtlingsdeals“ der Kanzlerin (euphemisierend ausgeweitet auf die EU) mit der Türkei heraus. Danach hatte der Hassist so ziemlich fertig.

Senf: Touché! Aber als Denkfunk-Autor hat Somuncu natürlich auch primär einen politagitatorischen Auftrag …


+++ „Tagesspiegel“: Clown oder Märtyrer?
Der aktuelle Kommentar im Tagesspiegel kommt deshalb in die enge SaSe-Auswahl der aktuellen Böhmermann-Meldungen, weil er sich mit der Tatsache beschäftigt, dass sich Jan Böhmermann ausgerechnet jetzt der Diskussion für das, was er angerichtet hat, entzieht. Der Tagesspiegel sieht darin die Nagelprobe zwischen Clown und Märtyrer. Weiterlesen

SaSe33: Das „FAZ“-Nuhr-Imperium schlägt zurück: Polternde Polemik gegen Bernhard Pörksen

Diskurs oder Schlammschlacht ? Einen neuen Höhepunkt des Nuhr-Marketings und der Diskussion um die Bewertung des Phänomens „Shitstorm“ (als was auch immer von beiden) formt ein weiterer Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die sich inzwischen zum überambitionierten Bodyguard des Komikers Dieter Nuhr entwickelt.

Bisheriger Verlauf
Dieter Nuhr hatte einen sachlich falschen, überdies noch geklauten Witz über die Griechen ins Internet gehauen. Das tat er während seines Urlaubs, also eine Zeit, in der sich weniger aufmerksamkeitsabhängige Menschen einfach mal erholen. Der „Gag“ machte dann (angeblich) einen Shitstorm. Bemerkenswert ist übrigens, dass es bisher keine Belege oder eindrückliche Beispiele für diesen Shitstorm gibt. Daraufhin erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erst einmal ein langer Artikel von Rainer Hank: Dieter Nuhr hat recht

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TS87/15: Nuhr-Clown + Food Waste + Sing-Stopp + Uthoff-David + Botenprügel

+++ Dieter Nuhrs "FAZ"-Artikel erzeugt massiven Widerspruch
Die Reaktionen auf den zweiseitigen Gastbeitrag von Dieter Nuhr in der FAZ am 16. Juli 2015 mit dem Titel Bericht aus dem Shitstorm: Wir leben im digitalen Mittelalter hat nicht nur diese Redaktion zur Resonanz (vgl. SaSe32) veranlasst. Schon am Samstag hatte die Süddeutsche den „Kampfbegriff“ (vgl. Bernhard Pörksen bei Meedia) in der Nuhr-Definition aufgegriffen und eine differenziertere Betrachtung gefordert. 

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TS32/15: Nicht-satirischer Lesetipp + ZDF Eichwald, MdB

+++ Der nicht-satirische Lesetipp: Cicero
Texte, welche die Welt weiterbringen: Cicero 17.04.15, Bernhard Pörksen: Trolle, Empörungsjunkies und kluge Köpfe: Die fünfte Gewalt des digitalen Zeitalters.  Das ist eine sprachlich bereichernde („Empörungskreisläufe“, „Mininarrative“ etc.), das chaotische Ganze analysierende, bedacht abwägende Betrachtung des Für und Widers der sogenannten Gegenöffentlichkeit, ihrer Macht und Struktur, ihrer Aktionsformen und Rollenmuster. Über ihren Einfluss auf Politik, Justiz und Öffentlichkeit werde nicht nachgedacht, weil sie außerhalb des gewohnten linear-kausalen Ursache-Wirkungsprinzips stehe. Oder liege. Bei all dem sei sie aber auch manipulier- und korrumpierbar. Der Artikel endet konsequent fazitlos!


+++ zdfneo "Eichwald, MdB" – Spitzenkritik bei Spiegel online
Die neue Polit-Satire Eichwald, MdB , deren erste Folge am Donnerstag auf zdfneo ausgestrahlt wurde, hat es verdient. Und es bekommen: eine sehr gute Kritik auf Spiegel online: In Berlin musst du die Scheiße über Bande spielen. Darin hebt Christian Buß auf die überzeugenden Leistungen des Hauptdarstellers Bernhard Schütz als desillusionierter Bundestagsabgeordneter Hajo Eichwald ab, der irgendwie und in jeder Hinsicht den Anschluss verpasst hat. Spon-Labels für Eichwald: „Turbo-Opportunist“, „schützenswerter Anachronismus“, „Stromberg des Plenarsaals“. Die Sitcom sei ein „Glücksfall für das ZDF“, „ein kleiner Schritt in Sachen Polit-Satire, aber ein großer für das Humorverständnis und den Realitätssinn des ZDF“ (Quelle). Weiterlesen

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