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TS01/18: Digitales Gesundheitskonto: Vitabook löscht Facebook-Account

Ergänzend zu der SatireSenf-Berichterstattung über das unvernetzte Projekt „Digitales Gesundheitskonto im Landkreis Sigmaringen“, das vom baden-württembergischen Ministerium für den ländlichen Raum mit satten 150.000 Euro Fördergelder gepimpert wird, teilt das Unternehmen Vitabook im Windschatten des aktuellen Facebook-Skandals mit, seinen Firmenaccount bei dem viel zu spät in die Kritik geratenen amerikanischen Datensammler gelöscht zu haben. Den Volltext der dazugehörigen Pressemitteilung finden SaSe-Leser hier.

Senf: Wissen wir das auch. Ich tue der Firma Vitabook sicherlich kein Unrecht, wenn ich mir denke, dass dies vorrangig eine PR-Maßnahme ist, wie sie momentan auch andere Unternehmen publicitywirksam durchziehen. Bedauerlicherweise kommen bisher in der gesamten Facebook-Diskussion und in dem Löschhype rund um #deletefacebook die eigentlichen Schwachstellen des Systems „Soziale Medien“ gar nicht vor. Stattdessen pflegt die Community die Dämonisierung von Facebook. Zu dem Themenkomplex hat mich dieser Cicero-Artikel erhellt. Es sei Unsinn, einen Facebook-Account zu löschen, bei Whatsapp & Co. dann über fröhlich weiterhin seine Daten zu verstreuen.
Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass weder die berufliche Entität Publizistin Karin Burger noch die private Version noch irgendeine andere KB-Variante jemals in anderer Form denn als Leser auf Facebook war. Ich hatte keinen Account zu löschen.
Und nicht so ganz nebenbei: Zum Thema „Digitales Gesundheitskonto im Landkreis Sigmaringen“ lässt sich keine regionale Berichterstattung der letzten Monate konstatieren. Überall in der Republik regen sich einzelne Initiativen von Krankenkassen und Institutionen im Gesundheitswesen, aber ein flächendeckendes vernetztes Vorgehen ist bisher nicht zu festzustellen, was die Nachhaltigkeit der genannten 150.000 Euro Steuergelder mit Fragezeichen in Neonorange versieht.

TS15/17: „PatientDigital“: Möchte ich funktionalen Analphabeten meine Gesundheitsdaten anvertrauen?

Wie an dieser Stelle schon einmal als Tätigkeitsnachweis erwähnt, recherchiere ich seit Wochen zu dem Projekt „PatientDigital“. Diese rechtschreibregelwidrige Projektbezeichnung bezieht sich auf das Angebot eines digitalen Gesundheitskontos, das derzeit und mit der finanziellen Unterstützung des Ministeriums für den ländlichen Raum im Landkreis Sigmaringen eingeführt wird oder werden soll. Die Ziele sind hehr: Es geht um nichts weniger als die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. Deshalb auch kommen die dafür aufgewendeten Steuergelder nicht vom Sozialministerium, in dessen Zuständigkeit das Ressort Gesundheit fällt, sondern eben vom Landwirtschaftsministerium.

Die Akteure dieses Projekts sind: die Ärztevereinigung Gesundheitsnetz Süd (GNS) und das Unternehmen Vitabook GmbH, personifiziert durch dessen imposant charmanten und redegewandten Gründer Markus Bönig.

Umso länger ich recherchiere, desto begeisterter bin ich von der Idee an sich. Da sie insbesondere auch chronisch kranken Patienten verführerisch funkelnde Vorteile bietet, war ich kurz davor, mich bei Vitabook beziehungsweise auf dem eigens für die Projekt-Objekte im Landkreis Sigmaringen installierten Portal patient-digital.de registrieren zu lassen. In einem „Selbstversuch“ hätte man die dabei und die im Kontakt mit den verschiedenen medizinischen Dienstleistern gemachten Erfahrungen parallel veröffentlichen können. Weiterlesen

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