Tag Archiv:Orienthelfer e. V.

TS64/16: Satirewege: Brötchen, Bühnen, Knast und Heuchelei

+++ Satire im Brötchen
SaSe versucht ja nun wirklich alle Erscheinungsformen von Satire zu erfassen, muss jedoch zugeben: Diese ist mir auch neu. Satire im Brötchen! Ein Kölner Gastronom hatte einen „Erdogan-Burger“ mit Ziegenkäse angeboten und wurde dafür im Internet bedroht. Die Bedrohung muss so substanziell gewesen sein, dass er sein Restaurant vorübergehend schloss, wie die Deutsche Welle berichtet.
Der Inhaber, Jörg Tiemann, habe mit der spontanen Aktion ein Zeichen setzen wollen gegen den Versuch des türkischen Staatschefs, die Meinungsfreiheit in Deutschland zu untergraben. Mehr zu diesem Zeichensetzungsversuch, wobei das Mehr zeigt, wie dramatisch die Situation inzwischen ist …


+++ Wegen Satire im Gefängnis
Ein Stückchen weiter (der Zynismus bietet sich hier einfach an) ist eine Satiriker-Gruppe in Ägypten. Deutschlandradio Kultur berichtet: „Die Satiriker Atfal al-Shawarea kritisierten den ägyptischen Staat und seine Repressionen gegen Künstler oder Journalisten, immer wieder luden sie kurze Clips auf Youtube hoch. Dafür sind sie nun festgenommen worden.“  Das Eintrittsbillett-Video für den Knast (ägyptische Gefängnisse sind berüchtigt!) thematisierte den Angriff von Sicherheitskräften auf das Gebäude des ägyptischen Journalistenverbandes. Weiterlesen

TS113/15: Rollentausch + Grenze gefunden + Realsatire + Scheinheiliger

+++ Christian Springer fordert Entschuldigung von CSU-Politiker
Die Flüchtlingskrise bringt ganz Europa und sämtliche Standards ins Wanken. Die Not im Angesicht der humanitären Katastrophe ist so groß, dass zum Beispiel Journalisten ihre sonst geltenden Berufsregeln über Bord werfen und zu Mitwirkenden werden. Und auch die Kabarettisten verlassen die Kommentatoren-Bühne. Christian Springer fordert in einem offenen Brief den parlamentarischen Geschäftsführer der CSU, Max Straubinger, auf, sich zu entschuldigen (Abendzeitung). Der hatte vorgeschlagen, syrische Flüchtlingen, die aus nicht umkämpften Regionen in Syrien kommen, zurückzuschicken.
In der Berichterstattung wird Springer als „Kabarettist“ gelabelt. Tatsächlich aber agiert er in diesem Fall wohl eher als erster Vorsitzender des Vereins Orienthelfer e. V. , der Opfer des syrischen Bürgerkriegs unterstützt. Weiterlesen

TS85/15: Nuhr-FAZ + „Erzählmirnix“ + Orienthelfer + Buchkäufe + Miesepeter

+++ Zwei Seiten nur Dieter Nuhr in der "FAZ": „Wir leben im digitalen Mittelalter“
Der Komiker Dieter Nuhr hat in einem zweiseitigen Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nun einmal grundsätzlich zu den Vorgängen (um seine Person) der vergangenen Wochen Stellung bezogen: Bericht aus dem Shitstorm: Wir leben im digitalen Mittelalter. Das dabei zum Zuge gekommene Phänomen benennt (und reduziert) er als (auf den) Shitstorm und seine persönliche (angebliche) "soziale" Vernichtung. Die von ihm vorgenommenen Löschungen auf seinem Facebook-Account seien keine Zensur, da diese nur systematisch von  „mächtigen Kräften“ ausgeübt werden könne. Es handele sich um eine „Hexenverbrennung des 21. Jahrhunderts“, wobei dem Artikel zu entnehmen ist, dass Dieter Nuhr sich dabei als Hexer und damit als Opfer betrachtet. Die Primitivität und Aggressivität, mit der dabei Andersdenkende verfolgt würden, scheinen Nuhr denselben psychologischen Mechanismen zu folgen, die früher zu Lynchjustiz und Progromen führten. Die Anonymität des Internets bedeute einen zivilisatorischen Rückschritt.  Weiterlesen

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