Tag Archiv:RT Deutsch

TS169/15: Dschihad-Hindernisse + Beifall-Navi + Mottenkiste + Glosse + Santa

+++ „BILD“: „So verspotten Muslime den Dschihad-Aufruf“
Da es in der Bild-Zeitung steht, ist auf entsprechende Verbreitung zu hoffen: Das Springer-Hetzblatt schießt ein Mal in die richtige Richtung: So verspotten Muslime den Dschihad-Aufruf. Auf der Grundlage einer dpa-Meldung konstatiert die Bild: „In einer neuen Hass-Botschaft ruft ISIS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi zu Terroranschlägen auf – und erntet Hohn und Spott von Muslimen weltweit“. Die „Ausreden“ der Muslime erheitern: „Voller Terminkalender“, „Hab meine Tage“, „Lieber Star Wars gucken“ etc. Der Artikel hat eine Sammlung der besten Tweets und Postings in Reaktion auf den Aufruf zusammengestellt.


+++ Realsatire again: „RT Deutsch“ kartografiert „Die Anstalt
Zum einen ist auf den Jahreswechsel hin eine extreme Verdichtung hin zur Realsatire zu beobachten (hier und hier u. v. a. m.). Dieser RT-Deutsch-Beitrag mit dem Anspruch, „Licht ins Dunkle“ der interessengeleiteten deutschen Medienlandschaft bringen zu wollen, gehört zweifelsohne dazu. (Man beachte auch den weiterführenden Literaturhinweis unter dem Artikel zu Hermann Ploppa: Die Macher hinter den Kulissen: Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern. Der Titel signalisiert Truther-Wahn.)
Zum anderen: Wenn sich ausgerechnet der Kreml-Propagadasender RT Deutsch dabei für die Kabarettsendung Die Anstalt ausspricht, stejt der Kritiker wieder vor dem Phänomen des Beifalls von der falschen Seite. „Falsche Seite“ – zumindest in meinem Wertesystem. Vielleicht empfinden das die Anstalt– und Lenkfunk-Macher anders? RT Deutsch kartografiert deren prominente Sendung wie folgt: Weiterlesen

SaSe57: Offener Brief der HuffPo an „Die Anstalt“: Euer „Ken-Jebsen-Gedächtnis-Kabarett kotzt mich an“

Sebastian Christ von der Huffington Post hat einen offenen Brief an Max Uthoff und Claus von Wagner geschrieben, der kein Blatt vor die Taste nimmt: Eure Verschwörungstheorien kotzen mich an lautet die reichlich derbe Überschrift und inventarisiert dann weiter: „riesiger Unsinn“, „Wirtshausstrategen“, „sachliche Fehler“, „großspurig“ und kulminiert in dem Label „Ken-Jebsen-Gedächtnis-Kabarett“.

Es ist nicht die erste Attacke, die Sebastian Christ gegen linkes politisches Kabarett reitet. Im März 2015 schalt er Volker Pispers, „der die Deutschen für dumm verkauft“. SaSe hatte in TS4/15 darüber berichtet.
Einen Überblick über Christ-Verlautbarungen in der HuffPo findet der Interessierte hier.

Inzwischen jedoch und durch enge beobachtende Begleitung der Umtriebe der Kabarettisten komme ich nicht umhin, die Christ-Kritik etwas ernster zu nehmen. Dabei löst sich SaSe von der alleinigen inhaltlichen Betrachtung der Sendung Die Anstalt. Denn ehrlich gesagt ist mir inzwischen nicht mehr klar, wie unabhängig die Redaktion dort überhaupt ist. Die Akteure des Vereins Global Change Now e. V. (GCN) mit engen Verbindungen zur Occupy-Bewegung, die personell alle Fäden bei der Kabarettistenvereinigung D(d)enkfunk in der Hand haben und im Internet mit Fake-Profilen unterwegs sind, haben auch bei Die Anstalt ihre Finger im Spiel. Das geht inzwischen schon so weit, dass Denkfunk die ZDF-Sendung samt Logo für sich vereinnahmt (vgl. SüS11). Diverse Facebook-Accounts, die sich als Fans von Die Anstalt gerieren, weisen kein Impressum auf. Dafür tauchen dort neuerlich die Denkfunk-Admins und –Denklenker auf. Es ist nicht abwegig zu vermuten, dass all diese Accounts ebenfalls von der Tom-Aslan-Truppe gemanagt werden.
Tom oder Umman Aslan ist der „Kopf“ hinter GCN, der zum Beispiel mit der Löschung eines Impressums bei Denkfunk versucht, diese Verbindung zu verdunkeln (vgl. HInfo5). Wie „seriös“ beim Verein GCN agiert wurde, das dokumentiert unter anderem ein aussagekräftiges Video-Interview aus dem Jahr 2010 (in HInfo5). Aslans (frühere?) Lebensgefährtin ist die alleinige Gesellschafterin und Geschäftsführerin der hinter Denkfunk stehen PatchworX Media GmbH, der Insichgeschäfte erlaubt sind (vgl. dazu HInfo1 und HInfo2). Weiterlesen

TS127/15: Pegida-Satire + Attacke + Auferstehung + Zensur + Netzwerke

+++ „extra3“-Pegida-Satire wird zum Internethit
Die Profis von extra3 haben erneut einen Treffer gelandet. Die extra3-Pegida-Satire ist aber auch zu gut:

Es berichtet die haz und in Österreich Vorarlberg online, auch  stern + Werben & Verkaufen u. v. a. m.
Weiterlesen

TS117/15: „Lerchenberg“ + Wirrwarr + Hallervorden-Hymne + Entfreundete

+++ Neue Staffel der Spaß machenden ZDF-Satire „Lerchenberg“
Die zweite Staffel der ZDF-Sitcom Lerchenberg startete am vergangenen Freitag mit den Gästen Roberto Blanco, Jan Böhmermann und Iris Berben. Die ironische Selbstkritik des Senders ist beeindruckend und segelt hart am Wind. Thema der ersten Folge war unter anderem die Produktion eines Nachrufs auf den Hauptdarsteller Sascha Hehn, in dem spielerisch mit seiner Schaffensperiode für Sexfilme umgegangen wurde. Meedia gibt hier eine übersichtlich Inhaltsangabe. Dem Resümee schließt sich SaSe an:

„Lerchenberg“ macht vor allem eins: Spaß. Wirklich weh tut die Satire dabei niemandem. Die neuen Folgen sind auch dieses Mal wieder selbstironisch und neben den vielen ZDF-Schmonzetten erfrischend bissig. Das ZDF veräppelt sich selbst – bleibt dabei jedoch, wie auch schon in der ersten Staffel, sicher an der Oberfläche. Bekannte Kritikpunkte wie Quotendruck werden zwar thematisiert, die Strukturen der öffentlich-rechtlichen Anstalt oder die Intendanz jedoch nicht kritisch hinterfragt.
(Meedia 18.09.15: Mit Jan Böhmermann, Roberto Blanco und Iris Berben: Die ZDF-Realsatire Lerchenberg ist zurück)

In der Mediathek sind alle vier Folgen der neuen Staffel jetzt schon zu sehen: Folge 5 + Folge 6 + Folge 7 + Folge 8; + Folgen 1-4. Weiterlesen

SaSe45: Dieter Hallervorden: Klischees bedient, Trinkgeld verweigert

Ob dem Komiker und jüngst immer imposanter als Schauspieler reüssierende Dieter Hallervorden bei den Dreharbeiten zum Erfolgsfilm Honig im Kopf mehr von der klebrigen Substanz im Kopf hängengeblieben ist als gut für ihn ist, das lässt sich nicht sagen. Offensichtlich aber wollte Hallervorden mit diesem Empörungsposting auf Facebook noch einmal die Binse überprüfen, dass mit Flöhen aufsteht, wer sich mit Hunden zu Bette lege.

Das prominente Geburtstagskind hatte zuvor das Schlager-Video Ihr macht mir Mut (in dieser Zeit) produziert, das thematisch rund um die Signalbegriffe „Lügenpresse“ und Antisemitismus spielend helle Begeisterung auch bei der gesamten Querfront und den Verschwörungstheoretikern hervorruft. Dieter Hallervorden hat damit populistisch ein Klischee bedient. Eine detaillierte Analyse mit Textauszügen findet der Interessiert hier! Weiterlesen

SaSe44: Netzwerk-Screenshots: Deutsche Kabarettisten im Dunstkreis russischer Propaganda

Einer der Vorwürfe gegen das Arbeitspapier der Otto Brenner Stiftung Querfront – Karriere eines politisch-publizistischen Netzwerks lautete: Der Autor Dr. Wolfgang Storz habe keine ausreichenden Belege für seine Netzwerk-These vorgelegt (Stellungnahme Storz zur Kritik). Die auch als „Querfront-Studie“ bekannte Untersuchung wurde vergangene Woche von der Otto Brenner Stiftung offline gestellt (Erklärung der OBS). Der Journalist Ken Jebsen hatte auf dem Ken-FM-Facebook-Account verkündet, anwaltlich gegen das Thesenpapier vorgegangen zu sein (vgl. Screenshot in Satire SüS10).

Die „Querfront-Studie“ beschäftigt sich expressis verbis nur mit den sogenannten Gegenöffentlichkeitsprojekten, die über eine hohe Reichweite verfügen: zum Beispiel das Magazin Compact von Jürgen Elsässer oder der Video-Kanal KenFM von Ken Jebsen sowie der Kopp-Verlag. Die NachDenkSeiten (NDS) , Albrecht Müller, werden in der Studie als Interviewpartner von Ken Jebsen aufgezählt. Aber die Verbindungen zwischen den NDS / Albrecht Müller und Ken Jebsen sind intensiver. Immer wieder verlinken die NDS auf KenFM-Videos oder promoten Spendenaufrufe des Ihr-sollt-mich-nicht-nennen-was-ich-bin-Aktivisten. (Derselbe Spendenaufruf für dieselbe Aktion tauchte schon am 16. Juli 2015 bei RT Deutsch auf.) Weiterlesen

TS113/15: Rollentausch + Grenze gefunden + Realsatire + Scheinheiliger

+++ Christian Springer fordert Entschuldigung von CSU-Politiker
Die Flüchtlingskrise bringt ganz Europa und sämtliche Standards ins Wanken. Die Not im Angesicht der humanitären Katastrophe ist so groß, dass zum Beispiel Journalisten ihre sonst geltenden Berufsregeln über Bord werfen und zu Mitwirkenden werden. Und auch die Kabarettisten verlassen die Kommentatoren-Bühne. Christian Springer fordert in einem offenen Brief den parlamentarischen Geschäftsführer der CSU, Max Straubinger, auf, sich zu entschuldigen (Abendzeitung). Der hatte vorgeschlagen, syrische Flüchtlingen, die aus nicht umkämpften Regionen in Syrien kommen, zurückzuschicken.
In der Berichterstattung wird Springer als „Kabarettist“ gelabelt. Tatsächlich aber agiert er in diesem Fall wohl eher als erster Vorsitzender des Vereins Orienthelfer e. V. , der Opfer des syrischen Bürgerkriegs unterstützt. Weiterlesen

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