Tag Archiv:Titanic

TS82/16: Kabarett ohne, BGH-Richter mit Zeigefinger

+++ Autovermieter Sixt geht juristisch gegen „Titanic“ vor
Die Satirezeitschrift Titanic hat in ihrer aktuellen Ausgabe eine gefakte Anzeige des Autovermieters Sixt abgedruckt, die den zerschossenen LKW des Nizza-Attentäters zeigt. Das hat der Autovermieter abgemahnt. Die Titanic habe die Unterlassungserklärung unterzeichnet. Mehr dazu bei Meedia.


+++ Till Reiners: „Kabarett ohne Zeigefinger“
SaSe ist ein bekennender Fan von Till Reiners. Deshalb tut es mir auch besonders gut, wenn Regionalzeitungen bei ihren Theaterkritiken den Finger in die bundesweite Wunde legen, wie es die Augsburger Allgemeine in dieser Theaterkritik über den Unbestechlichen tut: Kabarett ohne Zeigefinger.
Wer für Satire und Kabarett mit der permanent geschwungenen Moralkeule schwärmt, ist bei Denkfunk exakt an der richtigen Adresse. Weiterlesen

TS80/16: Satire-Niveau 2016: Bratwurst-Pimmel und gehängte Nazis

+++ Auch darum hält SatireSenf nichts von Martin Sonneborn
Darf es wahr sein? Ein neues Plakat der Satirepartei DIE PARTEI, Vorsitzender Martin Sonneborn, zaunpfahlwinkend an einem Laternenmast angebracht, titelt „Hier könnte ein Nazi hängen“.
Ich persönlich habe äußerst bittere Erfahrungen mit dieser angeblichen Satirepartei gemacht, aus der ich als Mitglied unter Protest ausgetreten bin.
Wenn sich Sputniknews darüber echauffiert, ist das noch nicht weiter verwunderlich für ein russische Propaganda-Outlet. Auf Facebook sollen sich die User schwer empört haben. Und auch die deutschen Medien berichten: Hannoversche Allgemeine + Berliner Zeitung + bento.


+++ Micheal Mittermeier reibt sich an Mario Barth
Es gehört wohl in die Langohren-Kategorie: Der Comedian Michael Mittermeier kritisiert den Comedian Mario Barth für dessen FB-Posting zur aktuellen Terrorsituation in Deutschland. Es berichtet: Meedia. Weiterlesen

SaSe94: Rezension „Ist das jetzt Satire oder was?“: Die besten Handwerksmeister der Zunft

Dieses Buch hat das Zeug zur (neuen) Satire-Bibel – post Charlie Hebdo! Für den von der ewigen Qualfrage („Was darf Satire?“) bis aufs Blut gepeinigten Satirefreund bringt es tiefenwirksame Erleichterung, süffig-herb im Abgang! Heraus quellen Linderung und Klärung verheißende Worte von einer Satire-Elite des Landes, wie sie in den Redaktionen von Titanic und taz-Wahrheit vor sich hin erkennt.

Herausgegeben haben diese Labsal spendende Wundauflage mit dem Werbespruch „aktuelle Beiträge zu einer alten Frage“ Heiko Werning und Volker Surmann. Letzter ist praktischerweise gleich der Verleger (Satyr-Verlag). Werning ist ständiger Mitarbeiter des Satiremagazins Titanic, bloggt und schreibt für taz, Jungle World und andere Medien. Hört, hört!

Die Anthologie vereint 38 Autoren, wobei die schändliche Frauenquote (total: 23 Prozent; im Nur-Textbereich gleich nur noch 16 Prozent) leider gleich wieder einen separaten Peitschenhieb mit langem Anlauf verdient hat. Die sieben (von 31) Textbeiträgen aus femininer Feder stammen von Hazel Brugger (die aber auch nur einen Text aus ihrem gerade erschienen Buch Ich bin so hübsch verwurstet – schade!), Silke Burmester, Kirsten Fuchs, Jacina Nandi, Margarete Stokowski, Ella Carina Werner und Elke Wittich. Katharina Greve und Miriam Wurster steuern Cartoons bei. Weiterlesen

TS57/16: Satire at its best: Martin Sonneborn vor dem EU-Parlament

+++ Martin Sonneborn spricht vor dem EU-Parlament über den „Irren vom Bosporus“
Streng satirische, in ihrer Botschaft angenehm deutliche Worte findet der EU-Abgeordnete Martin Sonneborn von der Satirepartei DIE PARTEI in seiner kurzen, aber knackigen Ansprache über den „Irren vom Bosporus“ – i. e. den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor dem EU-Parlament. Er bezieht sich dabei – dankenswerterweise – auf den Vorgang mit dem Konzertprojekt der Dresdner Symphoniker (und nicht auf die Causa Böhmermann). Es berichtet: Meedia. Allerdings bietet dieser neuerliche Einmischungsfall des größenwahnsinnigen Muselmanen in kulturelle Angelegenheiten der Bundesrepublik auch die krasseren Stichworte: Genozid und Völkermord! Sonneborn verweist ausdrücklich auf die Expertise, die er als Deutscher zu diesen Themen besitze …
(Die Tonqualität bzw. Lautstärke des Videos ist leider sehr schlecht!)

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+++ Die zeugungsstarken Wünsche des Claus von Wagner
Es sei Verwirrung entstanden, berichtet Meedia. Verwirrung durch einen Tweet von Claus von Wagner. Darin hatte der Kabarettist und Die-Anstalt-Macher den Eindruck erweckt, die populäre Sendung würde künftig am Sonntagabend zur Primetime um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Irrtum, kam dann heraus. Wagners Tweet bezog sich auf einen gefälschten Screenshot der Programmankündigungen des ZDF. „Da war bei Claus von Wagner wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens, bzw. des Tweets …“ höhnt Meedia. Weiterlesen

TS18/16: Satire und Pluralismus – wenigstens bei den TV-Kritiken!

+++ „Schulz & Böhmermann“ als Ausdruck gelebter Integration
Eine sehr eindringlich lobende Fernsehkritik erhält die Talkshow Schulz & Böhmermann (mit dem Musiker Olli Schulz und dem Entertainer Jan Böhmermann) von Meedia. In der vorerst letzten Folge war auch ein syrischer Flüchtling zu Gast. Nora Burghard-Arp lobt den gelungenen Umgang mit Thema und Gast. Die Sendung sei „Ausdruck gelebter Integration.“ Das Sendekonzept gehe auch bei heiklen und emotionalen Themen auf.
Bento hatte gelästert: „Ein Flüchtling für die Quote“. Der Focus dagegen fokussiert sich in seiner Berichterstattung über die Sendung auf die zurückgehenden Zuschauerzahlen. Es sei ungewiss, ob die Sendung fortgesetzt werde. Die FAZ hatte in einer TV-Kritik der ersten Sendung bemängelt, Schulz & Böhmermann wirke „arg berufsjugendlich“. Der Spiegel dagegen hatte den „unbedingten Willen zur Anarchie“ hervorgehoben und ließ die Sprachperle „Jörgpilawahaftigkeit“ durch die Zeilen kullern.

Stefan Winterbauer (Meedia) nimmt zum Schluss noch einmal eine Gesamtbewertung der Sendung vor: Was der Mainstream-TV-Talk von „Schulz & Böhmermann“ lernen kann und was nicht.


+++ „Der Freitag“ – Knappe Fernsehkritik zu „So! Muncu“
In einem nur sehr kurzen Blogbeitrag auf Der Freitag lobt Bernd Ebert die erste der nun monatlich erfolgenden Ausgaben vom Talk So! Muncu mit Serdar Somuncu bei n-tv. Und er bekennt, was zahlreiche Leserkommentare unter dem Beitrag bestätigen: Serdar Somuncu bis vor kurzem nicht gekannt zu haben. Weiterlesen

TS169/15: Dschihad-Hindernisse + Beifall-Navi + Mottenkiste + Glosse + Santa

+++ „BILD“: „So verspotten Muslime den Dschihad-Aufruf“
Da es in der Bild-Zeitung steht, ist auf entsprechende Verbreitung zu hoffen: Das Springer-Hetzblatt schießt ein Mal in die richtige Richtung: So verspotten Muslime den Dschihad-Aufruf. Auf der Grundlage einer dpa-Meldung konstatiert die Bild: „In einer neuen Hass-Botschaft ruft ISIS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi zu Terroranschlägen auf – und erntet Hohn und Spott von Muslimen weltweit“. Die „Ausreden“ der Muslime erheitern: „Voller Terminkalender“, „Hab meine Tage“, „Lieber Star Wars gucken“ etc. Der Artikel hat eine Sammlung der besten Tweets und Postings in Reaktion auf den Aufruf zusammengestellt.


+++ Realsatire again: „RT Deutsch“ kartografiert „Die Anstalt
Zum einen ist auf den Jahreswechsel hin eine extreme Verdichtung hin zur Realsatire zu beobachten (hier und hier u. v. a. m.). Dieser RT-Deutsch-Beitrag mit dem Anspruch, „Licht ins Dunkle“ der interessengeleiteten deutschen Medienlandschaft bringen zu wollen, gehört zweifelsohne dazu. (Man beachte auch den weiterführenden Literaturhinweis unter dem Artikel zu Hermann Ploppa: Die Macher hinter den Kulissen: Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern. Der Titel signalisiert Truther-Wahn.)
Zum anderen: Wenn sich ausgerechnet der Kreml-Propagadasender RT Deutsch dabei für die Kabarettsendung Die Anstalt ausspricht, stejt der Kritiker wieder vor dem Phänomen des Beifalls von der falschen Seite. „Falsche Seite“ – zumindest in meinem Wertesystem. Vielleicht empfinden das die Anstalt– und Lenkfunk-Macher anders? RT Deutsch kartografiert deren prominente Sendung wie folgt: Weiterlesen

TS157/15: Beredtes Schweigen + Letzter Vorhang + Verladener Gast + Couragierte Hermann

+++ „Die Anstalt“ 08.12.2015: Kritiker-Schweigen
Die jüngste Ausgabe von Die Anstalt am 8. Dezember 2015 (Mediathek) mit den Themen Terror und Krieg ist der ausführlichen TV-Kritik würdig. Nachdem ich selbst mehrfach darauf hingewiesen habe, dass die Sendung und ihre Macher aufgrund ihrer Verwicklungen in die intransparente Denkfunk-Agglomeration (für mich) jede Glaubwürdigkeit verloren haben, steht SaSe eine „reguläre“ TV-Kritik nicht mehr zu Gesicht.
Was sich bisher ansonsten als offizielle TV-Kritik findet, ist leider mehr als dürftig. Die klar linke Freiheitsliebe, namentlich Julius Jamal, ist zwar voll des Lobes, findet für dieses Lob allerdings kaum Worte. Die Anstalt, „wohl die beste deutsche Kabarettsendung“, finde sich zum Jahresende in Bestform. Nach einer dreizeiligen Inhaltsangabe folgt eine dreizeilige Bewertung. Echte Begeisterung sieht anders aus?
Der Tagesspiegel macht in einem Kommentar zur ausufernden Hasskultur in Deutschland eine unklare, weil referenzlose Andeutung: „ […] alles ein Fall für die Anstalt“. Für welche Anstalt? Für Die Anstalt?

Tilo Jung, (umstrittener1 umstrittener2) Betreiber des Videokanals Jung & naiv, freut sich auf Facebook verständlicherweise darüber, dass seine Arbeit (pointierte Fragen in den Bundespressekonferenzen) in der Sendung thematisiert weil parodiert wurde. Er bewertet das als „Ritterschlag“. Auf dem Jung-und-naiv-Facebook-Account erhebt sich dann auch eine lebhafte Diskussion (bis jetzt: 500 Kommentare). Weiterlesen

TS153/15: Terror-Auge + Kryptik + „Datteltäter“

+++ „WELT“: „Das deutsche Kabarett ist auf dem Terror-Auge blind“
Stimmt: Die Mehrheit der deutschen Kabarettisten schweigt zum Terror der Islamisten. Aus politisch bündig passender Springer-Perspektive beleuchtet Die Welt das Versagen deutschen Kabaretts angesichts der aktuellen Herausforderungen. Die Satirezunft sei auf dem falschen Fuß erwischt. Der Autor Reinhard Mohr nimmt insbesondere die heute-show und die letzte Anstalt-Sendung ins Visier. Dort stört (auch) ihn die „schamlose Instrumentalisierung“ der „im linken Bauerntheater“ aufgetretenen Holocaust-Überlebenden. Die Sendung sei „Agitprop-Kabarett“, linientreu und vorhersehbar, ein „maßgeschneidertes Convenience-Produkt für Besserfühlende“, ein „Wellness-Bad der moralischen Selbstgewissheit“.
Damit paraphrasiert Mohr die SaSe-Kritik der narzisstisch vor sich hergetragenen moralischen Vorzüglichkeit der Denkfunk-Kabarettisten, zu denen auch die Macher von Die Anstalt zu zählen sind. Der Artikel lässt sich als kabarettistischer Gegenentwurf lesen. Der findet seine Alternativen dann bei Andreas Rebers, (natürlich) Dieter Nuhr, Horst Schroth und Gerd Dudenhöffer.

Senf: Der Welt-Artikel erschien am 2. Dezember 2015. Am 3. Dezember 2015 dann folgte Nuhr im Ersten mit Dieter Nuhr, Andreas Rebers, Ingo Appelt, Torsten Sträter und – ACHTUNG: – Sebastian Pufpaff, die alle sehr ausführlich das Terror-Thema behandelten und dabei auch berechtigte Fragen stellten. Fragen, die satirisch gewandet schon Der Postillon aufgeworfen hatte.
Am Tag danach erschien auf dem AfD-nahen Internetblog FreieWelt.net ein Artikel, in dem Dieter Nuhr und Andreas Rebers scharfkantige Kritik an ihren Kabarettisten-Kollegen üben. Der Artikel verharmlost auch Nazis, die keine Bedrohung für Demokratie und Rechtsstaat seien. Dieser Artikel wird in SaS70 besprochen. Weiterlesen

SaSe63: Mittermeier, Ceylan, Barth: Über Xavier Naidoos Holzweg auf die PI-Liste

Eine Themeneinführung zu „Nominierung und Denominierung von Xavier Naidoo für den Eurovison Song Contest (ESC)“ kann ich mir vermutlich sparen? Das Internet und die Holzmedien sind voll davon. Einen Überblick über die Reaktionen auf die Naidoo-Nominierung (der ARD) gab Meedia. Eine zu diesem Blog themenkonforme Bewertung auch bei: Süddeutsche.

Den Künstler und „Klötenquetscher“ an sich hatte der Eulenspiegel schon im Dezember 2014 abschließend bewertet.

Für diesen Blog interessant wird der Skandal an der Stelle, wo Kabarettisten und Komiker dem Künstler beispringen. Die scheinen sich nicht daran zu stören, dass die Kritik an dem Kollegen mit zahlreichen Auftritten Naidoos, Zitaten und Songtexten umfassend belegt ist. Siehe dazu auch den Faden auf Friedensdemowatch mit belegenden Textauszügen und dieser Beitrag von Patrick Gensing bei Panorama.

Nach erfolgter De-Nominierung resümieren und kommentieren: Spiegel online + Focus + BILD + Welt. Russland-Propaganda-Medien bezeichnen den artikulierten Protest an der Nominierung als „Meinungsterror“ der „Gesinnungswächter“.


Als da wäre: Michael Mittermeier
Imposant mutig (*räusper*) mit melodramatischer Attitüde zeigt sich der Kabarettist Michael Mittermeier, der Xavier Naidoo, seinem „Freund und Herzensbruder“ (!), auf Facebook zur Seite springt: Weiterlesen

TS138/15: „Satoon“ + Faschismus funzt + „El Club“ + ARD-Satire + Syrer-Fake

+++ „Satoon“ – Konkurrenz für „Titanic“?
Die Mischung soll „ungewöhnlich“ sein, die von Cartoon, Comics und Satire. Damit tritt ein neues Satiremagazin an den Start: Satoon. In der Holzklasse! Erstauflage: 50.000 Exemplare. Geburtsdatum: 7. November 2015. 3,50 Euro kostet der Spaß, der dann aber auch ca. 92 Seiten bietet. Satoon-„Kopf“: Thomas Völcker, der nach Medienmilch-Berichterstattung auf sage und schreibe 18 Zeichner und Autoren zurückgreifen könne. Das erste Cover ist schon verfügbar und turnt ab durch Amazon-, Netflix- und Co-Werbung eben dort!
Die verlagseigene Pressemitteilung tönt leicht megalomanisch: Die Zeitschriftenregale seien „enthumorisiert“. Müssen sich das Titanic und Eulenspiegel wirklich ins Stammbuch schreiben lassen? Das neue Satiremagazin (dagegen?) stelle komische Unterhaltung und sachliche Information nebeneinander. Potzblitz und Regenwurm! Dabei komme den Cartoons tragende Bedeutung zu. Das klingt aber spannend, klingtesnicht?
Der Sammelankündigung in WUV zu den insgesamt drei Printneustarts diese Woche ist dann noch die Herausgeber-Verlautbarung zu entnehmen, dass dieses Land Humor bitter nötig habe. Hammer! Auch die Finanznachrichten nehmen sich der Neuerscheinung an.
Ob dieser Internetauftritt zu dem bisher leider nach Wiederbelebung eingeschlafener Satirefüße klingenden „Innovation“ gehört, lässt sich deshalb nicht sicher sagen, weil zumindest ich dort kein Impressum finde. Weiterlesen

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