TS03/17: Zu unterschreitende Grenzwerte nicht nur bei Dieselautos

Der SatireSenf.de-TagesSenf beschäftigt sich im Moment und bis auf Weiteres mit dem aktuellen Schwerpunktthema dieses Blogs rund um die Agrogasanlage „Biogasanlage Hahnennest“ und den 1.000-Kühe-Stall im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Ostrach im Landkreis Sigmaringen. Dabei versuche ich fortlaufend auch, die Manipulation der Leser, Verbraucher und Bürger durch invasiv verwendete Euphemismen (z. B. „Biogasanlage“, die mit angeblichen „Abfallprodukten“ bestückt werde etc. – siehe auch hier), offensichtliche Widersprüche und inhärente Realsatire herauszuzisilisieren.

+++ Erdgas Südwest, die Biohybrid-Anlage und das Modalverb „soll“
Wie die Schwäbische Zeitung (mit betrüblich vielen Rechtschreib- und Tippfehlern; für Jugendliche unter 16 Jahren nicht zu empfehlen) berichtet, hat Erdgas Südwest auf einer Veranstaltung im Kalkreuter Feuerwehrhaus die Ostracher Bürger über die geplante Biohybrid-Anlage (Investitionsvolumen: 13 Millionen Euro!) im Ortsteil Hahnennest informiert. Die Artikel-Headline lautet „Lärm soll unter Grenzwerten liegen“.
Senf: „Soll“ – wir falten die Hände zum Gebet. Grenzwerte gleich welcherart und die von der Industrie behauptete Skalierung ihrer Produkte unterhalb dieser, sind im Moment ein hochexplosives (!) Reizthema … und deshalb eigentlich in der Nähe von Gas zu vermeiden? Offensichtlich mache die Anlage auch so viel Lärm, dass Schallschutzmaßnahmen notwendig sind. Klingt stringent ökologisch. *

+++ Der Siegeszug der Wunderpflanze
Inzwischen expandieren die nämlichen Akteure und Unternehmer aus dem Ostracher Teilort Hahnennest erfolgreich auch außerhalb des Landkreises mit der „Donau-Silphie“. Die nachgerade und insbesondere von der Agrarindustrie als Wunderpflanze gehandelte Exotin figuriert unter entsprechender unkritischer medialer Begleitung als landwirtschaftlicher Anbau gewordener Protest gegen die hemmungslose Verbreitung von Mais.  Deshalb wird die Donau-Silphie jetzt ihrerseits ohne Hemmungen verbreitet. Sie bedecke inzwischen 1.100 Hektar Fläche in Baden-Württemberg. Weiß die Schwäbische.
Senf: 1.100 Hektar Fläche (das sind 1.540 Fußballfelder oder 0 Saarland) mit ein und derselben Pflanze in Baden-Württemberg, die mit ihrer Wuchshöhe bis zu drei Metern ein kapitales Blickhindernis ist und mithin das Landschaftsbild einschneidend verändert,  hält den Verlautbarungsjournalismus der SZ aber nicht von der Zwischenüberschrift ab: „Kultur bringt ABWECHSLUNG in die Landschaft“. Oh, Herrlichkeit!
Ganz abgesehen davon, dass Agrogasanlagen-Betreiber ihre „Abfallprodukte“ eigens anbauen müssen! Oder brutal mitweltethisch 1.000 Kühe in konventioneller Haltung aufstallen wollen, um mit deren Stoffwechselendprodukten ausreichend Substrat für die Vergasung zur Verfügung zu haben.
Dennoch: Dem Mais kann die Silphie noch lange nicht das Wasser reichen (anschauliche Grafiken hier).

1 Kommentar

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Ja, das Wort SOLL hört man derart of in solchen Mitteilungen, dass man das Wort IST schon wirklich als kleinster Stiefbruder sehen kann, sind aber doch beide zwei gleichgewichtige Parameter.
Aber mit SOLL kann man eben alles erklären, gell!

Und JA, es ist brutal einen 1000-Kühestall zu generieren, um die sogenannte Bio-Gasanlage/Biohybridanlage (geplant) rentabel zu machen, wahrlich keine Mitweltethik bei diesen Geschäften erkennbar

Und diese neue Wunderpflanze Silphie, keine Ahnung, wie der Boden in 8-10Jahren aussehen wird, nochmehr ausgelaugt.
Das ist auch Monokultur, da gibt es auch noch wenig Erfahrungswerte.
Teilhabe an der Energieversorgung ist gut, aber sicherlich nicht wie heute wo Mais angebaut wird und morgen vielleicht die Silphie, um daraus Strom und Flüßiggas zu produzieren.
Das ist weiter Ausbeutung am Boden, an der Natur.
Haben wir keine intelligenteren Lösungen zu Energiegewinnung, als dann auch noch Tiere miteinzuspannen, dann arme Menschheit

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