TS168/15: „Deppenwolf“ + Ungelenk + Satire-Nebel + Postmortal + Battle + Schroedereien

+++ Medienrauschen über „Deppenwolf“ in der „heute-show“
Meine Güte: Die heute-show macht ihre Arbeit – auch im Hinblick auf den CDU-Spitzenkandidaten für Baden-Württemberg, Guido Wolf. Ausgangspunkt der satirischen Bearbeitung war Wolfs hölzerne Übergabe eines namensverwandten Stofftieres an die Bundeskanzlerin auf dem CDU-Parteitag in Karlsruhe. Zuzüglich der nebulösen Ankündigung, Wolf wolle Baden-Württemberg zum „Wolferwartungsland“ machen. Und die Journaille protokolliert, wie der „Deppenwolf“ die Satire der heute-show zum Ritterschlag umdeutet: Stuttgarter ZeitungBildSchwäbisches Tagblatt + Welt + Focus online, ka-nwes.de – wobei sich alle nachgenannten auf das Interview der Stuttgarter Zeitung berufen müssen


+++ Interview mit Max Uthoff in der „Neuen Presse“
Zu „den profiliertesten Polit-Kabarettisten des Landes“ gehörend, erklärt Max Uthoff im Interview mit der Neuen Presse seine Ansichten zur Juristerei, zum Kapitalismus und zur Schere im Kopf. „Die Fragen stellte Dieter Ungelenk“ – und viel Neues ist nicht dabei.


+++ Satire im Nebel: Falscher Brief zu Flüchtlingen irritiert Bochumer
Die Bochumer Flüchtlingshilfeaktion Treffpunkt Asyl hat sich die satirische Aktion richtig etwas kosten lassen. 5.000 Briefe wurden an Bochumer Haushalte verschickt. Absender war angeblich „das Referat für Zukunftsentwicklung der Stadt Bochum“. In dem Schreiben werden die Bürger aufgefordert, Wohnungsleerstände zu melden, um die Lebenssituation der Flüchtlinge zu verbessern. Die Flüchtlingshelfer stehen zu ihrer Aktion und erklären der Lokalzeitung ihre Beweggründe.


+++ Promi-Friseur Udo Walz muss Satire erklären
Am Anfang war der von vielen als befremdlich empfundene Edeka-Weihnachtsspot(t).

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Den hatten dann Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf in einer Parodie für Circus HalliGalli ziemlich drastisch persifliert.

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Dabei spielte der Promi-Friseur Udo Walz den zum Schluss des Videos exekutierten Großvater. Der sieht sich jetzt und postmortal zu Rechtfertigungen genötigt: „Das ist Satire. Wer die nicht versteht, hat Pech gehabt.“


+++ Klaue versus Droste – der „Satiriker-Battle“?
In einem Blog-Beitrag auf Der Freitag dröselt Peter Nowak die „Wortschlacht“ zwischen Wiglaf Droste (weihnachtskritische Satire in der taz am 16.12.2015 2005) und dem Satire-Kritiker Magnus Klaue in Jungle World auf. Letztgenannter hatte dabei vergleichbar derb ins Mus gelangt wie Droste mit seiner radikalen Konsum- und Selbstbetäubungskritik zur Weihnachtszeit. Klaue etikettiert: „linksdeutsche Gefühlsjihadisten“, Droste verwechsle Polemik mit Menschenhass, bei den Linken sei der Hass auf Weihnachten ohnehin notorisch. Dieser Schlagabtausch habe allerdings nichts mit einem „Satirikerbattle“ zu tun, kommentiert Nowak und justiert den von Klaue in den Himmel gemalten schönen Schein neu.

Aktualisierung vom 31.12.2015: Von dem Journalisten und „Sprachschlammproduzenten“ Magnus Klaue erreicht mich am 30. Dezember 2015 eine wahrlich bitterböse E-Mail inklusive Publikationsverbot. Dankenswerterweise macht mich seine Verstimmtheit, Herr Klaue, darin – wenn auch nur als End-, Rand- und Nebenbemerkung – auf einen Fehler „aufmerksam“: Die grundlegende Droste-Satire stammt nicht aus dem Jahr 2015, sondern ist schlappe zehn Jahre älter: 2005! Dieser Fehler wurde oben entsprechend und nachvollziehbar korrigiert. Asche auf mein Haupt.
Im Übrigen jedoch scheint Klaue die klassische journalistische Tätigkeit des Kuratierens unbekannt zu sein. In der Folge nimmt er mich gleich noch für die Kritik von Nowak in Haftung. Die jedoch hatte SaSe nur berichtet und noch nicht einmal kommentiert (i. e. kein „Senf“). Klaue möchte klarstellen, was er mir als Zitat zu übernehmen versagt und damit neuerlich eine sprachliche Leistung von mir abfordert, mit der er schon im ersten vorliegenden Fall nicht zufrieden war. Um „klarzustellen“ müsste ich also den ganzen Sermon (13 E-Mail-Zeilen auf eine SaSe-10-Zeilen-Tagesmeldung) in indirekte Rede übertragen. Liebelein: Du kannst mich mal!
Meine verstörte Rückfrage bei dem Journalisten Peter Nowak, der sich mit Klaue in Der Freitag auseinandergesetzt hatte, erbrachte von dessen Seite die dringende Empfehlung an den Absonderer von „Besinnungsessays“ und „Sophistereien“, sich etwas mehr Humor anzuschaffen. Dafür ist Nowak zu danken, kommen wir damit doch wieder in der Blogthemenmitte von SaSe an!
Vom ersten Impuls einer Satire unter dem Titel „Warum ich mir zu Magnus Klaue einen Google-Alert angelegt habe“ musste ich wieder Abstand nehmen nach der Recherche-Erkenntnis, dass Klaue einfach zu nachrangig ist! Und zu maskulinistisch. Und zu peinlich: In einer Mail mit Rechtschreib- und Interpunktionsfehler, am Ende derer es noch nicht einmal zu einer korrekten Grußformel gereicht hat, aalt er sich in der generösen Dispens an wen auch immer, wir dürften die falsche Grammatik und die schiefen Metaphern unserer Texte stehen lassen. Wenigstens das! Aber selbstverständlich habe ich dem Herrn mit den anämischen Umgangsformen geantwortet!


+++ „Schroeders“ Hitliste der Super-Facebook-Seiten

Schroeder inspiriert (nicht nur) mich. Aber woher holt sich Schroeder seine Inspirationen? Diese Hitliste der fünf interessantesten „Superfacebook-Seiten“ gibt Aufschluss. Und der Humus-Schneemann von Andreas Woltermann fasst die neue Zeit in 1 Bild!

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Zur Lektüre empfohlen seien auch diese Schroedereien zu dem neuen EU-Etikettierungswahnsinn auf Zigarettenpackungen.

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