TS43/19: Ganz neu im Netz: AGORA LA – Meinungsaustausch Langenargen

Es wurde hohe Zeit. Denn sowohl die demokratische wie die publizistische Lage in der Seegemeinde Langenargen sind prekär. Publizistisch-kritisch wird sie seit Jahren bestritten vom Forum Langenargen.

Immerhin setzt das Forum damit der nachweisbar völlig einseitigen Berichterstattung der Schwäbischen Zeitung etwas entgegen. Deshalb versuchen Redakteure der SZ auch höchstpersönlich, das Ansehen des Forums zu diskreditieren.

Allein: Die Betreiber des Forum Langenargen veröffentlichen auf dem technischen Niveau der digitalen Steinzeit. Die Texte, obwohl inhaltlich oft interessant und demokratisch relevant, sind in der Mehrzahl unlesbar, weil
der Herausgeber Dr. Hartmut Walter
es noch nicht einmal schafft, die unerträglichen Zeilenabbrüche
zu
vermeiden.
Gruselig!

Auch diverse Formen der Zensur sind vom Forum Langenargen dokumentiert, das sich seinerseits doch vehement gegen solche Praktiken bei Bürgermeister, Gemeinderat und SZ wehrt. Ich etwa wurde schon angewiesen, den Namen des Herausgebers, Dr. Hartmut Walter, nicht zu nennen. Das ist bizarr angesichts der „Nachhaltigkeit“, mit der in der Gemeinde Verantwortliche namentlich genannt und kritisiert werden.

Als Vorbedingung für eine Verlinkung dieser Satire im Forum Langenargen wurde von mir verlangt, den „blasphemischen“ Teil (namentliche und grafische Golgatha-Erwähnung) zu entfernen. Das ist Zensur in Reinkultur – noch dazu bei einer Satire!

Darüber hinaus lassen sich einzelne Beiträge im Forum nicht verlinken, was deren Verbreitung im Internet komplett stranguliert und damit den behaupteten Zweck des Forums zunichtemacht.

Umso länger man das Forum beobachtet, desto stärker wird der Eindruck, dass es sich hier primär um ein Instrument der Psychohygiene des Herausgebers handelt.

Im Übrigen fehlt jegliche demokratische Legitimation. Denn die Texte in Rubriken wie „Bürgermeinungen 2019“ stammen mitnichten von einer halbwegs bunten Anzahl von Bürgern, sondern kommen aus der Feder wahlweise gar nicht genannter Autoren (Sakrileg!) oder aus der der ewig selben Schreiber. Hauptsächlich texten die Herausgeber selbst. Viele Beiträge und die lesbareren Artikel stammen von dem Autor Peter Groß, der sicherlich Bürger ist, aber nicht einer von Langenargen. Dafür kann er etwas, was die Mehrzahl der Zeilenabbrüche-Emittenten im Forum Langenargen nicht kann: schreiben!

Wenn das Forum Langenargen den kontroversen Diskurs mit Andersdenkenden verweigert, gleichzeitig aber ganz offensichtlich die Algorithmen des Internets nicht kennt und versteht, dürfen sich die Herausgeber nicht wundern, wenn Google dann diejenigen kritischen Stimmen hörbar macht, denen das Forum die Artikulation verweigert haben soll: Beispül.

Jede Form der Kritik vertragen die Betreiber des Forums nicht und reagieren mit sofortigem Kontaktabbruch. Der beinhaltet auch die „Strafe“ für vorlaute Kritiker, deren ggf. thematisch relevanten und für FL-Leser interessanten Beiträge nicht mehr zu verlinken. Oder wenn, dann mit einer zeitlichen Verzögerung und/oder Rubrizierung, die jede Aktualität und Auffindbarkeit eliminiert.

Kurz vor den Kommunalwahlen 2019 sucht man im Forum Langenargen vergeblich nach irgendwelchen Themen, die mit diesem wichtigen und seltenen demokratischen Ereignis zu tun haben. Wer wo und wie in Langenargen für den Gemeinderat kandidiert, das wird ein FL-Leser nicht erfahren.

By the way: Vorbildlich diesbezüglich ist der Blog Schönes Ostrach für alle SOFA von Franz Schreijäg, der die demokratische Vitalität aller in der Massentierhaltungsgemeinde kandidierenden Parteien und Wählerinitiativen gründlich untersucht (Bleistift, noch ein Bleistift).

DAS ist demokratischer Mehrwert über die publizistische Schiene!

Aber das soll jetzt ja alles anders werden? Die Langenargerin Elke Krieg, die bisher ebenfalls im Forum Langenargen publiziert hatte, stellt nun einen eigenen Blog ins Internet: AGORA-LA.

Der Blogname klingt stark bildungsbürgerlich mit dem expliziten Verweis auf den Ort in antiken griechischen Städten, wo sich die Bürger nicht nur zu Marktgeschäften und Gerichtsverhandlungen, sondern auch zum Meinungsaustausch trafen.

Wer bei Google den Begriff „Agora la“ in Auftrag gibt, erkennt sofort, wie nachteilig dieser Blogname ist! Vielleicht hätte man bei der Benennung des Blogs den bekannten digitalen Algorithmen doch den Vorzug gegenüber dem Ausweis eigenen Bildungsbürgertums geben sollen?

Der Anspruch Kriegs ist hoch und der Hinweis, sie sei Mitglied des Netzwerks für investigative Recherche corretive.org verspricht ein seriöses publizistisches Niveau:

Ich möchte mit dieser Seite einen Beitrag neben anderen Presseorganen zu einer vielfältigen Meinungsbildung leisten. Gleichzeitig soll auf diese  Weise  ein Meinungsaustausch mit anderen Portalen auf unserer Seeseite stattfinden, damit eine  gute Vernetzung zu Themen anderer Seegemeinden stattfinden kann.
(Blog AGORA -LA Startseite)

Der Blog ist gerade erst gestartet. Deshalb verbietet sich die inhaltliche Kritik. (Aber SaSe macht ja grundsätzlich alles, was sich nicht gehört!) Das Versprechen Kriegs, den Meinungsaustausch mit anderen Portalen auf „unserer Seeseite“ zu intensivieren, pflanzt Hoffnung. Die Tatsache, dass sie bisher noch nicht einmal das Forum verlinkt, für das sie selbst jahrelang geschrieben hat, macht diese gleich wieder zunichte.

Und bingo, füllt die Herausgeberin schon die erste Lücke, welche das Forum Langenargen schmerzlich lässt. In ihrem Beitrag „Der andere Blick“ vom 5. Mai 2019 berichtet sie über einen gemeinsamen Spaziergang der Grünen Offenen Liste (GOL) Langenargen mit dem Landschaftsarchitekten Johann Senner.

Mir allerdings fehlen: Zitate der GOL-Kandidaten anlässlich dieser Veranstaltung, die Verlinkung auf die Kandidatenvorstellung der GOL sowie ein Hinweis darauf, ob die örtliche Presse – in diesem Fall die Schwäbische Zeitung – über die Veranstaltung berichtet habe oder nicht, ggf. mit Link. Der Leser erfährt viel über das persönliche Erleben von Elke Krieg bei diesem Event und gar nichts von der politischen Kraft, welche es organisiert hatte.

Pure Spekulation und wieder einmal hundsgemein, frage ich mich, ob das vielleicht ein erstes Symptom sein könnte? Stichwort: Psychohygiene. Aber wahrscheinlich gehe ich mit dieser Kritik schon wieder dem nächsten Informationsabbruch entgegen?
Ach nee, der war ja schon!

Der angeblich angestrebten Vernetzung lokaler und regionaler Kräfte durch AGORA-LA förderlich wäre etwa der Link auf die Grünen in Langenargen. Ansatzpunkt für Kritik wäre deren viel zu dürftige Kandidatenvorstellung, die sich auf die schiere namentliche Listung beschränkt
[Korrektur am 07.05.2019: Ich hätte länger suchen sollen!] Hier die ausführliche GOL-Kandidatenvorstellung für Langenargen. Und hier das vorbildliche Beispiel aus Überlingen.

Die professionellen Kollegen bei Corretiv.org hätten ihrem Mitglied Krieg möglicherweise noch empfohlen, den Eigenbericht der Grünen zu diesem Happening ebenfalls zu verlinken, um solcherart einen informativen Mehrwert für ihre Leser herzustellen?

Zu der Veranstaltung gab es überdies eine Pressemitteilung der Grünen, die Wiederhall sowohl in der Schwäbischen Zeitung wie auf Pressreader gefunden hat.

Aber gemach, gemach. Elke Krieg fängt gerade erst an. Ihr Ansatz ist lobens- und unterstützenswert. Und vor allem: mutig. Deshalb sollte er nicht durch arrogante Kritik in seinen zarten Anfängen verätzt werden.
Wer spricht?

Aber eine Bitte hätte ich dann doch: Ob man vielleicht diese orthografische Realsatire eliminieren könnte?

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Ausschnitt aus (bearbeitetem) Screenshot der Startseite des neuen Blogs in Langenargen AGORA-LA: Überschriften haben keinen Punkt und der orthografische Klassiker in derselben widerspricht dem bildungsbürgerlichen Anspruch des Blognamens. URLs haben im Fließtext nichts zu suchen, sondern werden mit dem Begriff verlinkt. Und warum der "virtuelle Tisch" lang sein muss, erschließt sich mir nicht. Vielleicht wegen LANGENargen? Auch das eine oder andere Partizip Perfekt verdient noch etwas Aufmerksamkeit.

Ausschnitt aus (bearbeitetem) Screenshot der Startseite des neuen Blogs in Langenargen AGORA-LA: Überschriften haben keinen Punkt und der orthografische Klassiker in derselben widerspricht dem bildungsbürgerlichen Anspruch des Blognamens. URLs haben im Fließtext nichts zu suchen, sondern werden mit dem Begriff verlinkt. Und warum der „virtuelle Tisch“ lang sein muss, erschließt sich mir nicht. Vielleicht wegen LANGENargen? Auch das eine oder andere Partizip Perfekt verdient noch etwas Aufmerksamkeit, will man das amüsierte Schenkelklopfen der alten Griechen vermeiden.

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Ansonsten freut sich die Redaktion von SatireSenf.de auf eine professionelle, von persönlichen Ressentiments freie kollegiale Zusammenarbeit mit wechselseitigen Hinweisen auf interessante Themen und Beiträge! SaSe hat mit der namentlichen Erwähnung des Blogs, der bisher über Google und die Suchanfrage „AGORA LA“ noch nicht auffindbar ist, eine herzenswarme Vorleistung erbracht.

Und war ansonsten so bitterböse, wie es der Name meines Blogs verlangt.

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