TS46/15: Anny Hartmann + Qualfrage, die 197. + Qualfrage, die 198. + Europa-Medaille + Licht von Pispers

+++ "Denkfunk"-Video von Anny Hartmann: Weselsky hat Mandat und Recht
So ganz einig ist sich die Satire-Kabarett-Szene zum Thema Bahnstreik nicht. Der Beitrag der heute-show am 08.05.15 dazu war in seinen Anspielungen streckenweise (!) grenzwertig: „Ein Volk. Ein Streik. Ein Lokführer“ oder auch „Guido Knopp: Weselskys Helfer“.  Diese Entgleisungen (!) wurden von Oliver Welke in der Anmoderation damit begründet, man müsse eigentlich den Streik erst einmal unterstützen, aber leicht mache es einem der Claus auch nicht mit seiner Art. Satire mit populistischen Mitnahmeeffekten? 

Ganz anders und ebenfalls mit der Einräumung, dass Weselsky kein Sympathieträger sei, verlautbart sich die Kabarettistin Anny Hartmann in einem neuen Denkfunk-Video (hier auf FB, hier auf Denkfunk). Darin weist sie ausdrücklich noch einmal darauf hin, dass der Gewerkschaftsführer nur seine Pflicht erfülle und dafür auch auf das entsprechende Mandat verweisen könne. Hartmann hebt noch einmal die ganz offensichtlichen Interessen der Deutschen Bahn im Hinblick auf das Tarifeinheitsgesetz hervor.

Auch Max Uthoff hatte in der Sendung Die Anstalt vom 28.10.2014 zum Thema Lokführerstreik auf den heruntergekommenen Solidaritätsbegriff in unserer Gesellschaft verwiesen.



+++ Podiumsdiskussion in Stuttgart: „Nach Charlie?“
Auf ein Neues: Das Thema lautete –  comme d‘habitude – „Was darf Satire?“. Zu der Beantwortung dieser inzwischen schon mit Qualfaktor ausgestatteten Frage versammelten sich am vergangenen Mittwoch im ausverkauften Stuttgarter Literaturhaus:  der Frankreich-Korrespondent der Stuttgarter Zeitung Axel Veiel, der Politikchef der Stuttgarter Zeitung Rainer Pörtner und die Karikaturistin Katharina Greve. Konsens bestand wohl hinsichtlich der Sorge, dass die meisten Menschen nicht die angemessenen Konsequenzen aus dem Anschlag auf die Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo ziehen. Vehement widersprochen wurde der These, dass Satiriker und Karikaturisten jetzt nur noch mit der Schere im Kopf arbeiten können.
Quelle: Stuttgarter Zeitung. Frauenquote der Veranstaltung: 1: 2.


+++ Hanns Seidel Stiftung: „Darf Satire alles?“ statt "Was darf Satire?“
Bei der Hanns-Seidel-Stiftung wurde die obige Qualfrage für eine weitere „Gesprächsrunde“ etwas abgewandelt: „Darf Satire alles?“. Dazu diskutierten unter der Moderation von Daniela Arnu: der Kabarettist Christian Springer, der Karikaturist Dieter Hanitzsch, der BR-Rundfunkratsvorsitzende Prälat Lorenz Wolf, der Medienethiker Alexander Filipovic. Das Gespräch umfasste drei Thesen: 1. Ist diese Frage in einer freien Gesellschaft noch nötig?; 2. Satire muss angreifen, provozieren, irritieren, erregen. Satire muss ein Ziel haben, nicht einfach Spaß erzeugen. Satire ist nicht Klamauk und 3. Medienethik muss entwickelt werden. Eine Zusammenfassung der Diskussion: hier. Die Aufzeichnung der Podiumsdiskussion wird am 11. Juli um 22:30 Uhr von ARD Alpha ausgestrahlt.
Frauenquote der Veranstaltung: 4 Männer diskutieren, eine Frau darf moderieren.


+++ Europa-Medaille für Christian Springer
Die Welt vermeldet die Verleihung der Europa-Medaille an Christian Springer. Mit dem Hinweis auf einen Kabarettisten, der nicht nur rede, sondern auch handele (Springers Verein Orienthelfer), gratuliert das Springerblatt ausdrücklich.
Weitere Infos: + Europa-Medaille auf Wiki  + Webseite Europa-Medaille der Bayerischen Staatsregierung  + weitere Preisträger 2015  + Berichterstattung Süddeutsche.deAugsburger Allgemeine
Im vergangenen Jahr hatte es Diskussionen um die Verleihung dieser Auszeichnung mit dem Vorwurf der Parteien-Werbung für die CSU gegeben: hier.


+++ Volker Pispers über das Geld- und Zinssystem
Uncut.news.ch hat bei YouTube ein neues Video mit Volker Pispers hochgeladen, das allen Kriterien von kabarettistischer Systemkritik gerecht wird: die satirische Form, hilfreiche Informationen zum System und die Erklärung der Wirkmechanismen. Dieses Video ist frei zugänglich. Niemand muss dafür ein Abo kaufen.


 

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