TS5/16: Gästeliste + „Satire Deluxe“ + SS-Eigen-PR + Köln-Senf + Realitätstunnel

+++ „Schulz und Böhmermann“: Gästeliste
Auch wenn durch den vorherigen TagesSenf der Eindruck entstanden sein könnte, dass Meedia primär mit Til Schweiger und seinen veritablen Ausfällen beschäftigt ist. Dem ist nicht so. Die Personaldecke ist dick genug, um über die Gästeliste der am 10. Januar 2016 startenden zdfneo-Nachfolgesendung zu Roche & Böhmermann, nämlich Schulz & Böhmermann,  zu berichten. Einige dieser Gäste sehen Sie auch in diesem Trailer: (Hoffentlich fällt mir zu Jörg Kachelmann nicht noch eine Satire ein!)

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Dazu hier noch ein Interview mit Jan Böhmermann und Olli Schulz.


+++ WDR5 „Satire Deluxe“: 10 Neujahrsansprachen in einer!
Gelungene Satire über diese völlig banalen, volksverdummenden und nachweisbar austauschbaren Neujahrsansprachen der Politiker! Kompliment an die Cutter beim WDR, welche diese mühsame Schnipselarbeit zu unser aller Erheiterung geleistet haben.


+++ Fortsetzung des Somuncu-Schweiz-Zensur-Eklat: Nazi-Passage fehlt!
Was bisher geschah! Weiter geht es zum Beispiel mit dem Tagesspiegel. An dessen Berichterstattung bemerkenswert: Offensichtlich zensiert Serdar Somuncu (SS) sich jetzt selbst, denn einen Kommentar zum Vorgang soll er auf Facebook wieder gelöscht haben. Der Tagesspiegel berichtet auch weitere Stimmen wie etwa die des Direktors des Arosa-Humorfestivals. Der sieht – erstaunlicherweise – Gehalt hinter Somuncus Provokationen.

Auch der Boulevard – der Schweizer Blick – setzt die Berichterstattung fort und behauptet: „Jetzt hat er [i. e. Somuncu] das Nazi-Posting versteckt“. In der inzwischen online verfügbaren Aufzeichnung des Auftritts von Somuncu in der Schweiz käme die Nazi-Passage nicht mehr vor. Auch hinsichtlich des Hauptziels dieses künstlichen Skandals, der Somuncu-Eigen-PR, kommt der Blick dem Kabarettisten mit dem furchtbar schlechten Manieren  auf die Schliche:

War alles nur Provokation? Aufmerksamkeit hat er nun jedenfalls reichlich, genauso wie das Arosa Humor-Festival: Somuncus Standup wurde innerhalb von bloss vier Stunden rund 130’000 Mal angeklickt. Skandale sind noch immer die beste PR.
(Blick 05.01.15: „Jetzt hat er das Nazi-Posting versteckt: Skandal-Kabarettist Serdar Somuncu nimmt Stellung„; Hervorheb. SaSe).

Und der Festival-Leiter kennt seine Pappenheimer wohl auch:

Der Wirbel ist darum süsse Rache für Somuncu. Das weiss Frank Baumann (58), Leiter des Arosa Humor-Festivals: «Ich verstehe, dass er als preisgekrönter Star beleidigt ist, wenn SRF ihn aus dem Programm kippt», sagt er zu BLICK. Dass Somuncu den Nazi-Satz während der Aufzeichnung nicht sagte, habe ihn aber überrascht: In der Probe äusserte er ihn noch, so Baumann.
(ibid.; Hervorhebg. SaSe)

Das ist dann auch eine dokumentierungswürdige Phase des Niedergangs des deutschen Kabaretts: beleidigte Künstler, die daraufhin einen Zensur-Vorwurf aus dem Werkzeugkasten der Eigen-PR wuchten!

Zur Aufklärung der Vorgänge trägt das Oltener Tagblatt bei, das den SS-Auftritt in Arosa in voller Länge (6 Minuten 29 Sekunden) zur Verfügung stellt. Und jetzt kommt der Burner: Die von Somuncu selbst auf Facebook mit Veröffentlichung des Transkripts behauptete Äußerung, die Schweizer seien Nazis, kommt in der Aufzeichnung gar nicht vor! Was soll das denn? Da trappst die Nachtigal nicht mehr nur, sie hat schon Betonklötze an den Krallen!
Gleichzeitig dokumentiert die Aufzeichnung auch noch einmal das Niveau dieses Anführungszeichen-Kabarettisten mit seiner Häme über Gehbehinderte! WIDERLICH!

Das Radio Rottu Überwallis sucht sein Heil in der ewigen Qualfrage und befragt den Humor-Trainer und Gesundheitsclown (?) Damian Gsponer zu den Grenzen des Humors. Zur Erheiterung kann man sich das anhören, wenn man ohne deutsche Untertitel auskommt; zur Klärung des Vorgangs trägt das Interview nichts bei!


+++ Offtopic: Treffender Stefan-Winterbauer-Kommentar zu Köln
Ja, dieser Kommentar geht mir (ich bin übrigens: Frau!) persönlich runter wie Öl: Stefan Winterbauer kommentiert bei Meedia die Köln-Vorgänge und stellt sie in ihren gesellschaftspolitischen Zusammenhang!

Satirisch bearbeitet der Postillon das Thema und stellt 8 Fragen und Antworten zu den Übergriffen in Köln, denen man zuvorderst anmerkt, dass der Postillon-Herausgeber nicht nur ein Mann ist, sondern sogar so heißt: Stefan SicherMANN! Da kann natürlich nichts Angemessenes bei herauskommen!


+++ Zitat des Tages von „Schroeder“: „Realitätstunnel“
Ich vermute, ich gehe mit „Schroeder“s Einschätzungen zum „fundamentalistischen Empathismus“ (von Gut-, vor allen Dingen aber GutHABENmenschen) im Kontext von Köln eher nicht d’accord. Genau weiß ich das nicht. Davon unbeeinträchtigt bleiben lexikalische Schroeder-Perlen wie „Realitätstunnel“:

Diese beidn Gruppen schaffen sich (ähnlich dem „fundamentalistischen Christentumismus“, dem „fundamentalistischen Islamismus“, dem „fundamentalistischen Veganismus“ oder dem „fundamentalistischen Kabarettismus“) gerne die „FAKTEN“ selbst, indem sie bestimmtn Erscheinungen in bestimmte Realitätstunnel einarbeiten, die ihren aktuelln Bedürfnissen, ungelöstn Problemen, Phobien, Phantasien, (finanziellen) Vorteilen und Vorurteilen am besten entsprechen. Anders gesagtn, wie ich heute morgn schrieb: „… die Vorkommnisse nach mehrminütiger Erkenntnisgewinnung von verschiedensten Gerüchten, derart auseinanderzunehmn, wieder anders zusammenzufügn und für ihre eigenen Zwecke zu nutzn, bevor Tatsachn eine Rolle spielen können.“
(Facebook Schroeder Thread vom 05.01.15 zu „Köln“; Hervorheb. SaSe)

Damit eröffnet Schroeder satirisch das weite Themenfeld Wahrnehmung und Meinungsbildung, an dem sonst niemand interessiert ist. Das Mainstream-Kabarett à la Denkfunk schon gar nicht. Gut, dass wir mal darüber gesprochen haben!

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Grafik: Schroeder

Grafik: Schroeder

Denkfunk selbst stellt zum Thema wenigstens den Link auf diesen Schweizer Tagesanzeiger-Artikel ein. („Bild-Zitatungen“ gibt es vermutlich deshalb noch nicht, weil die Lenkfunker noch nicht sicher ausmachen können, wohin die Mainstream-Bewertung für <Köln> strebt.) Deshalb danke ich Michael K. für dieses sein Posting auf dem FB-Denkfunk-Account zum Thema:

..das böse „aber“ kannte ich bisher nur anderst herum. ..
ich mag den denkfunk..ich mag die Gedankenanstöse…dieses Posting mag ich aber ganz und gar nicht. Dieses „aber“ ist Aufgrund der Geschehnisse eines zu viel. Alle Muslimischen Männer unter Generalverdacht stellen. .dafür sorgen sie durch diese Greultaten selbst. Wenn dann ein „aber“ kommt. .wirkt das für mich in diesem Fall wie eine Farce..
Wie sagte ein Satiriker unserer Zeit vor kurzem. .bei solchen Dingen zu behaupten das hätte nichts mit dem Islam zu tun ist genau so als würde man sagen das die Hexenverbrennungen im Mittelalter nicht mit dem Christentum in Verbindung gebracht werden können.(Facebook Denkfunk Faden vom 05.01.2016 zu „Köln“; Posting von Michael K.; Hervorheb. SaSe)

Ich persönlich frage mich, wie ein Staat gegen Straftäter vorgehen soll, wenn es den Opfern gesellschaftlich noch nicht einmal mehr erlaubt wird, Täterbeschreibungen abzugeben. Und einige Männer sollten im Moment einfach besser mal kurz die Klappe halten!

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