TS60/16: Die Lage der Satire weltweit – und bei Jan Böhmermann im Besonderen

+++ Ein denkwürdiger Kommentar von „Meedia“ zum Böhmermann-Interview
Georg Altrogge hat sich intensiv mit den Zeit-Interview von Jan Böhmermann auseinandergesetzt und kommentiert überraschend straight … einen menschlich unreifen Satiriker, der aus der ganzen Chose nichts gelernt zu haben scheine und für den es nach wie vor nur ein zentrales Thema gebe: Jan Böhmermann.
Das Interview sei übrigens innerhalb eines Tages auf Platz 1 der Blendle-Charts geklettert. Und der Gesamtvorgang reicht noch für einen dritten Meedia-Artikel über die Reaktionen auf Twitter. Bewertung dabei: „Nutzer des 140-Zeichen-Dienstes schlagen sich nicht mehr reflexartig auf die Seite des Comedians, sondern kritisieren teilweise Böhmermanns vermeintlich überzogene Antworten.“

Senf: Am besten gefällt mir der Tweet von Stefan Niggemeier … Und Stefan Lepuschitz kreiert einen Neologismus: „herumböhmermannen“ mit der Bedeutung „ganz groß im Austeilen, ganz klein im Einstecken“.


+++ Die Laienschauspieler von „Denkfunk“
Grundgütiger!


+++ „HuffP“ & AfD: Die welkeste Satire der Woche!
Manchmal staunt der Leser dann doch, welche Texte es in „große“ Zeitungen schaffen. Zum Beispiel Sabrina Hoffmann mit einer Satire über die AfD und die heute show, deren anämischer Witz vermutlich schon mit dem Rettungswagen in die Redaktion eingeliefert wurde.


+++ „heute-show“: Keine Ermittlungen wegen Hakenkreuzschnitzel
By the way: Der Merkurist meldet, dass die Mainzer Staatsanwaltschaft keine Ermittlungen gegen die heute show wegen des Nazi-Schnitzels einleiten werde. Die Juristen kamen zu der Einschätzung: „Nach dem vorgetragenen Sachverhalt ist kein Anfangsverdacht für ein strafbares Verhalten gegeben (§ 152 Abs. 2 Strafprozessordnung). Der Inhalt dieses Beitrages und dessen Verbreitung erfüllen keine Strafvorschrift.“
Es berichten des Weiteren:  Legal Tribune Online + FAZ + Spiegel online +  Tagesspiegel –und – besonders interessant, weil von der Aua-Seite- : der österreichische Standard und die Kleine Zeitung.

Senf: Prima, wieder ein Hype erledigt!


+++ “taz“ interviewt türkischen Satiriker
Mit der Repression wachse die Satire … ist eins der Resümees des taz-Interviews mit dem türkischen Satiriker Serkan Altuniğne, der für das Satiremagazin Penguen zeichnet.
Auch n-tv beschäftigt sich mit der Satirelage in der Türkei, in der der Präsident und Religion Tabuthemen sind.


+++ Satire auch in Kenia unter Druck
Der Presse- und Satirefreiheit in Kenia geht es auch nicht so gut, wie einem Beitrag im JournAfrica zu entnehmen ist (Erstveröffentlichung bei Committee to Protect Journalists). Dort hat sich die größte Tageszeitung The Daily Nation gerade erst und nach 23 Jahren von ihrem beliebten Karikaturisten Gado getrennt. Der wird von seinen Kollegen als „der wichtigste Cartoonist in ganz Afrika“ geschätzt. Der Chefredakteur versucht eine nicht erfolgte Vertragsverlängerung als einen völlig normalen Vorgang darzustellen. Der Cartoonist selbst bezweifelt das und vermutet Druck von Regierungsvertretern.

„Es ist kein Geheimnis, dass viele meiner Cartoons in Regierungskreisen auf große Ablehnung gestoßen sind. Das ist schließlich Teil meines Jobs, und wir hatten uns über die Jahre schlichtweg daran gewöhnt. Eigentlich hat sich die „Nation“ in solchen Fällen bislang auch immer vor mich und mein Team gestellt. Als 2013 eine neue Regierung an die Macht kam, haben sich die Dinge allerdings verändert. Der Druck ist stetig gewachsen. Für mich besteht jedenfalls kein Zweifel daran, dass die „Nation“ in meinem Fall eingeknickt ist. Das ist nicht nur traurig, sondern sollte vor allem auch im größeren Kontext einer Regierung gesehen werden, die versucht die Medien stärker unter Kontrolle zu bringen.“
(Journafrica 03.05.16: „Pressefreiheit in Kenia – Schlechte Zeiten für Satire?“)

Bei Reporter ohne Grenzen steht Kenia auf Platz 95 von 180 der Pressefreiheit weltweit.


+++ Satiriker Simbabwes verarschen korrupte Regierung
Lassen wir den Blick in die globale Satirelage noch ein wenig weiterschweifen. Dabei hilft bento mit einem Beitrag über Satiriker in Simbabwe, die mit ihrer uneigentlichen Betrachtung junge Menschen für Politik begeistern.


+++ „bento“ über „Datteltäter“ und die Google-Probleme bei „Steinigung“
Auch bento kommt nicht an dem wachsenden Erfolg der Satiriker von Datteltäter vorbei. Wenn Google ein Iman wäre:
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