TS65/15: Atena Faraghdani + John Cleese + Niveau-Micky + Jon Stewart hoffnungslos

+++ Iranische Karikaturistin Atena Faraghdani zu 12,5 Jahren Gefängnis verurteilt
Die Berichterstattung auf Global Voices online über das gnadenlose Urteil eines Teheraner Revolutionsgerichts gegen die Künstlerin und Menschenrechtlerin Atena Faraghdani bezieht sich auf einen Text, der ursprünglich bei iranhumanrights.org erschienen ist. Faraghdani wurde wegen Zeichnungen und regierungskritischer Inhalte, die sie auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht hatte, zu 12,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Die mehrere Punkte umfassende Anklage beinhaltete auch den im Iran besonders schwerwiegenden Vorwurf „Versammlung und geheime Absprachen gegen die nationale Sicherheit“. Faraghdani, die zwischendurch aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes ins Krankenhaus verlegt werden musste, befindet sich derzeit im Evin-Gefängnis. 


+++ John Cleese: Satire kann extreme Angst auslösen
Ein Altmeister der Satire gemahnt die Tätigen an ihre Macht: Im Interview mit dem SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) resümiert John Cleese, prominentes Ensemblemitglied des Monty Python's Flying Circus,  die Aktivposten von Humor und Satire. Gut verständlich erklärt er den Unterschied zwischen Witze über Jesus und Witze über Menschen in ihrer Religionsausübung (Stichwort: Das Leben des Brian). Die Python-Shows in der Londoner 02-Arena sollen definitiv die letzten gewesen sein.
Cleese hatte im September 2014  seine Autobiografie bzw. einen ersten Teil davon veröffentlicht, deren englischer Titel So anyway ins Deutsche optimal schlecht mit „Wo war ich nochmal?“ übersetzt wurde („Blick ins Buch“ bei Amazon; Buch bei Blessing-Verlag). Das Buch wurde in Großbritannien teilweise verrissen (hier).



+++ Micky Beisenherz retourniert souverän "Titanic"-Porträt
Die Titanic hatte sich in ihrer jüngsten Ausgabe unter der Überschrift Rock me, Skarabäus! mit dem Dschungelcamp-Autor, Komiker und stern-Kolumnisten Micky Beisenherz beschäftigt. Der retournierte den Verriss souverän, in dem er ihn zum Thema in seiner Kolumne machte: Je suis Micky – Das "M" steht für Niveau! Mit seiner flockigen Reaktion schaffte es Beisenherz auch in den Meedia-Wochenrückblick.


+++ Jon Stewart: Scherzfreie Momente, die den Satiriker ehren
Einige und besonders die irritierend kurzfristigen Reaktionen deutscher Satiriker auf den Terroranschlag gegen Charlie Hebdo im Januar 2015 verstörten zusätzlich! Sie berührten unangenehm. Auf Teufel-komm-raus in jeder Ausnahmesituation noch einen draufzusetzen, scheint der persönliche Anspruch  prominenter (deutscher) Satiriker zu sein. Der amerikanische Late-Night-Star Jon Stewart präsentiert seinen Gegenentwurf: Auf das rassistische Massacker in Charleston reagierte er in seiner Sendung Daily Show satirefrei: mit einem leeren Blatt Papier und zum Ausdruck gebrachter Hoffnungslosigkeit. Die Süddeutsche fasst es in Worte: „Jon Stewart erlaubt sich, was kaum eine öffentliche Figur sich je erlaubt: hoffnungslos zu sein“. Berichterstattung bei Meedia.


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