TS67/16: Die schwankenden Relevanzgrade von Satire

+++ Computerexperten loben „Postillon“
Das Fachmagazin Chip lobt den Postillon für eine Satire über Windows10 und die dabei zur Anwendung gelangenden Marketingmethoden mit Belästigungsqualität von Microsoft. Bei der Gelegenheit bietet das Magazin auch seinen Upgrade-Stopper an.


+++ Realsatire.de muss sich jetzt schon abgrenzen!
Das erst in wenigen Tagen online gehende Portal Realsatire.de muss sich jetzt schon von der „Real“-Satire abgrenzen.

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Grafik es Facebook Realsatire.de

Grafik ex Facebook Realsatire.de; Foto: Bernd Schulz

Immerhin wird der Start des mit Spannung erwarteten Portals, das aber schon auf Facebook aktiv ist und damit selbst realsatirisch tätig, für den 25. Mai 2016 angekündigt.
WusstenSie übrigens, dass Wolfgang Schäubles Wahlkreisbüro in Offenburg nicht barrierefrei zugänglich ist?

Senf: Schade! Gerade wollte ich ihn besuchen …


++ Satire-Musikvideos von Jura-Studenten
Die Legal Tribune Online berichtet über den US-Rechtsblog Above the Law, der amerikanischen Jurastudenten aus ihrem individuellen Leidenshorizont heraus die Möglichkeit bietet, ihrem Frust in satirischen Musik-Videos Luft zu verschaffen und bespricht die Sieger des diesjährigen Contest.


+++ Juristen diskutieren die eV gegen Jan Böhmermann
Auf Rechtslupe.de und im Juraforum diskutieren die Experten die einstweilige Verfügung des Landgericht Hamburgs gegen Jan Böhmermann wegen des – vom Gericht aus seinem Kontext gelösten – Erdogan-Schmähgedichts.


+++ Afrikanische Satire gewinnt an Relevanz
Die Heinrich-Böll-Stiftung:

Auf dem afrikanischen Kontinent spielt politische Satire zunehmend eine zentrale Rolle in der Auseinandersetzung um Meinungs- und Medien-Freiheit. Mit den Machern von Zambezi News, der botsuanischen Bloggerin Siyanda Mohutiswa und einem der berühmtesten afrikanischen Cartoonisten, Gado, sprachen wir über Macht und Ohnmacht politischer Satire.
(Heinreich-Böll-Stiftung 19.06.16: „LOL – Laugh Out Loud! Von Macht und Ohnemacht politischer Satire in Afrika“)

Die Interviews sind als Video verfügbar. Dazu der wichtige Hintergrundartikel in perspectives, der darauf verweist, dass Afrika eine lange satirische Tradition habe, und auch den Missbrauch von Satire benennt.


+++ Lobpreisung von Jan Böhmermanns „Be Deutsch“
William Glucroft löst sich auf quantara.de (ein Projekt der Deutschen Welle, an dem auch das Goethe Institut und andere Institutionen beteiligt sind) vom Diskussionsmainstream und beschäftigt sich mit Jan Böhmermanns Musikvideo Be Deutsch, bei dessen lobender Analyse er zu dem überraschenden Fazit kommt: „Ernsthaftigkeit ist Arroganz“.
Diskussionswürdig auch das hier:

Faschismus schleicht sich dort ein, wo eine Demokratie bestimmt, wer dazugehört und wer nicht. Die Anhänger von AfD und PEGIDA gehören für Böhmermann wegen ihrer intoleranten und xenophoben Haltung nicht dazu. Wohl aber ein ultraorthodoxer Jude und ein traditionell gekleideter Muslim. Vermutlich ist Böhmermann – wie viele Deutsche – weder dem einen noch dem anderen je begegnet (ich lasse mich gerne eines Besseren belehren). Die beiden werden als niedliche Karikaturen eines säkular-liberalen Geistes dargestellt. Am Ende umarmen sie sich! Das entspricht so gar nicht ihrem wahrscheinlichen Verhalten in der Realität: intolerant und xenophob.
(William Glucroft 20.05.16 auf quantara.de: „Jan Böhmermanns neuer Song ‚BE DEUTSCH‘ – Ernsthaftigkeit kann gefährlich sein“)

Nochmal zum Angucken:

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