TS72/16: TagesSenf – schon leicht eingetrocknet und noch dazu offtopic

+++ Offtopic – Wissen: Drei runde Klammern statt gelber Stern
Vice berichtet über einen Geheimcode von Nazis, mit dem sie offen im Internet Juden markieren: Drei rund Klammern vor und drei runde Klammern nach einem Namen sind der Code!


+++ Offtopic: Reichsbürger – unterschätzt, brandgefährlich und von Satire missachtet
Gleich zwei Fernsehbeiträge haben sich letzte Woche mit dem Reichsbürgerphänomen beschäftigt und sind dabei zu der Einschätzung gelangt, dass deren Gefährlichkeit in der öffentlichen Wahrnehmung offensichtlich unterschätzt werde. Beispiel: ARD-Kontraste: Wie gefährlich sind die Reichsbürger? (Unten auch als Video)
Dazu passend nehme ich auch vergleichsweise wenige Attacken der Profi-Satire gegen diese Deppenagglomeration wahr.

Parallel zu dieser Thematisierung im Öffentlich-Rechtlichen informiert auch die Reichsdeppenrundschau in gleich mehreren dicht getakteten Newslettern zum einen über den „Supertruther“ Mathias Langer. Dessen Nonsense über die Körperhaltung von Hühnern als Symbol für den GmbH-Deutschen und anderer Dummfug wurde auch von dem YouTube-Kanal Bücheronkel kritisch behandelt.

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Eine Breaking-News ist zweifelsohne die Tatsache, dass der selbsternannte König von Deutschland, Peter Fitzek, jetzt in Untersuchungshaft säße – unter Bezug auf diese MZ-Web-Meldung.

Im nächsten Beitrag rekurriert die Reichsdeppenrundschau auf einen Beitrag des MDR-Politmagazin exakt: Justiz- und Behördenskandal Peter Fitzek.

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Viel Arbeit für die Reichsdeppenrundschau, die in dem Artikel Reichsbürger – nicht nur dumm, sondern auch gefährlich! den Kontraste-Beitrag nachbereitet.

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+++ Offtopic: Model geht gegen „Verschwörer-Magazin“ „Compact“ vor
Nahtlos an das obige Thema an schließt sich diese Meedia-Meldung, die berichtet, dass eine junge Studentin ungefragt zum Cover-Girl des Jürgen-Elsässer-„Verschwörungsmagazin“-Compact wurde und dagegen jetzt mit Rechtsanwalt vorgeht.
Zeitgleich beschäftigt sich die Zeit mit den Finanzen des umstrittenen Magazins (Bericht bei Meedia, weil es sonst nur einen Link auf einen kostenpflichtigen Beitrag bei Blendle gibt).


+++ Offtopic: Interessanter Beitrag zur Qualitätsjournalismus-Diskussion
Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz (ja, der Wolfgang Storz von der Otto-Brenner-Stiftung) untersuchen auf Carta den Unterschied zwischen Aufklärung und Animation: „Zur Deformations des Journalismus“. In dem Beitrag weisen sie darauf hin, dass inzwischen nicht mehr Information, sondern der Verkauf von Aufmerksamkeit das eigentliche Geschäftsmodell in der Branche sei. Kriterien, um Journalismus überhaupt noch identifizieren zu können, seien eine „demokratische Notwendigkeit“.
Senf: Warum nur liegt mir dieser Artikel für unsere Fernsehkabarettisten so am Herzen? Ich komm‘ bestimmt noch drauf!

Passend dazu auch eine neue Veröffentlichung der Otto-Brenner-Stiftung zum heiklen Thema Content Marketing; hier zusammengefasst von Meedia.


+++ Offtopic: Endlich – Erstes Katzenvideo auf SaSe
… aber es ist auch wirklich genial. Kein Wunder, denn es stammt mal wieder von der Kreativagentur Jung von Matt. Werbung für den Discounter Netto:

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+++ Ontopic: Böhmermann-Causa wird zur Realsatire
Nun hat der Jan Böhmermann-Anwalt Christian Schertz Stellung zu dem äußerst bemerkenswerten Vorgang genommen, dass das Landgericht Hamburg Jan Böhmermann etwas verboten hat, was es dann selbst tat: die Veröffentlichung des Schmähgedichts gegen Erdogan. (Das tröstet mich, denn an der Stelle hatte ich die Gerichtswelt nicht mehr verstanden, deren oberstes Anliegen bei einer einstweiligen Verfügung im presserechtichen Bereich sonst immer ist, die weitere Verbreitung von potenziell Schmähendem zu vermeiden.) Sachlich richtig kommt Schertz zu der Einschätzung: Das sei dann Realsatire!
Wohltuenderweise schießt Schertz auch gleichzeitig noch gegen seine Kollegen Ralf Höcker und Michael-Hubertus von Sprenger, die ein Mandat von dem umstrittenen türkischen Staatspräsidenten angenommen haben, was ihm nicht in den Sinn gekommen wäre.

Senf: Wird Schertz hier womöglich sympathisch? Schnell zurück auf die Terminlisten der Pressekammern und nachsehen, welcher Anwalt die Kläger gegen die Presse vertritt!

 

+++ Hinweis in eigener Sache
Seit Januar 2016 bin ich wieder journalistisch auf Lokalebene für regionale Zeitungen tätig. Derzeit sind die Anforderungen aus dieser Tätigkeit so intensiv, dass mein Blog im Moment etwas zurückstehen muss. Das betrifft sowohl die Aktualität als auch die Publikationsdichte der Veröffentlichungen auf SaSe. Aber so alle zwei bis drei Tage kommt dann schon was …
Im Übrigen ist der realsatirische Input aus dieser Tätigkeit nicht zu überbieten. Kostprobe: Vor einem Veranstaltungstermin Anfrage bei dem Veranstalter, ob der Veranstaltungsort barrierefrei zugänglich sei. Auskunft: „Ja!“ Ankunft Veranstaltungsort: Unüberwindbare Treppe. Der herbeigerufene Veranstalter erklärt: „Ich wusste ja nicht, dass <barrierefrei> ohne Treppen heißt!“ Stimmt: Schranken waren keine da! Also wieder die Lazarus-Nummer!

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