TS73/19: Regionalplan Bodensee-Oberschwaben: Die Kopplung Wachstum-Wohlstand ist Ideologie

Ein ausführlich behandeltes Thema auf diesem Blog ist der Entwurf „Regionalplan Bodensee-Oberschwaben“, wie er insbesondere bei einer Diskussionsveranstaltung in Salem-Mimmenhausen Ende April 2019 diskutiert wurde (Veranstaltungsbericht Teil 1, Teil 2).

In der Zwischenzeit hat das Aktionsbündnis Grünzug Salem auch einen Faktencheck zu den Behauptungen der Protagonisten dieses stumpf weiterhin auf Wachstum setzenden Konzepts mit bedenklichem Landschafts- und Flächenverbrauch durchgeführt.

Dieser Faktencheck klebt einer ganzen Reihe von Behauptungen der verantwortlichen alten weißen Männer aus und rund um den Regionalverband Bodensee-Oberschwaben das Bullshit-Etikett auf die Manipulatorenstirn. Beispielsweise die Behauptung: „Der Regionalverband arbeitet abgelöst von Interessen und ist völlig unpolitisch.“

Hier ein paar Links für diejenigen, die zeitnah die Arbeitsergebnisse des Aktionsbündnisses verfolgen möchten:
+ Webseite Aktionsbündnis Grünzug Salem
+ Homepage Bündnis 90/Die Grünen Salem
+ Facebook-Account Grünes Salem
+ Facebook-Account Bündnis 90/Die Grünen Salem-Heiligenberg

Die Damen und Herren dort sind sehr rührig, publizieren regelmäßig und recherchieren beruhigend professionell.
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Die Aktiven des Aktionsbündnis Grünzug Salem. Der Slogan auf dem Plakat mag nicht besonders originell sein, überwältigt dafür mit der schlanken Benennung der unschönen Motiven hinter der einlullenden Wachstumslaberei all jener, die hoffen, davon profitieren zu können. Foto: Aktionsbündnis Grünzug Salem

Die Aktiven des Aktionsbündnis Grünzug Salem. Der Slogan auf dem Plakat mag nicht besonders originell sein, überwältigt dafür mit der schlanken Benennung der unschönen Motive hinter der einlullenden Wachstumslaberei all jener, die hoffen, davon profitieren zu können.
Foto: Aktionsbündnis Grünzug Salem

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Der zentrale Konflikt in der Kontroverse rund um den Regionalplan Bodensee-Oberschwaben wurzelt in der von der Wissenschaft inzwischen als fatal ausgewiesenen, aber permanent weiterhin behaupteten „Mechanik“ zwischen Wachstum und Wohlstand. Anders als von der CDU – im Kommunalbereich Baden-Württemberg immer noch die vorHERRschende Partei –  und den in ihren Frondiensten stehenden Bürgermeistern behauptet, ist die Kopplung Wachstum-Wohlstand kein Mechanismus auf dem Niveau eines Naturgesetzes. Dieser quasi als naturgegeben behauptete Zusammenhang ist – und das beweisen auch 50 Jahre wirtschaftliches Wachstum in der Bundesrepublik – pure Ideologie. In den Genuss dieses angeblichen Wohlstands kommen nur Wenige. Aber Viele und zusammen mit ihnen Mutter Erde zahlen den Preis. Er ist hoch. Fridays for Future befürchtet und wird darin von vielen Wissenschaftlern bestärkt: unbezahlbar.

Zur fatalen Wachstumsideologie passend finden Sie einen interessanten Beitrag des Publizisten Albrecht Müller auf den NachDenkSeiten. Initiiert durch eine Grafik in der Sendung „Börse vor 8“ in der ARD am 10.07.2019 erklärt Müller detailliert, was dieses Wachstum in Wahrheit bedeutet – und wer es am Ende bezahlen muss. Müllers These: „Deutschland ist mit seinem Export-Fanatismus ein Störfaktor, insbesondere in Europa“ (ibid.). Wir exportieren die Arbeitslosigkeit in andere europäische Länder.

Das alles denkt sich Müller nicht alleine aus, sondern verweist unter anderem auf einen aktuellen Beitrag in der Süddeutschen Zeitung, der sich wiederum auf Bewertungen des Internationalen Währungsfond stützt. Ergebnis: In Deutschland profitieren nur wenige vom Export. Aber die sozialen Unterschiede verschärfen sich.

„Wachstum“ ist kein beschreibender Begriff. Für mich gehört er ins Vokabular politischer Kampfbegriffe.

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