TS78/15: Warzenzensur + Keine Konkurrenz + 1 Rabauke weniger + Peking-Panzer + Tatar für Heufer-Umlauf

+++ Montageanleitung für Facebook-konforme Nippel
Facebook betreibt die "No-Nippel-Policy" und duldet keine Nacktfotos weiblicher Brüste. Anatomisch sei es allerdings so, dass sich die Nippel von weiblichen und männlichen Brüsten unterscheiden. Um Oben-Ohne-Fotos bei Facebook durch eine entsprechende Fotobearbeitung doch zu ermöglichen, hatte die kanadische Künstlerin Micol Hebron schon vor einem Jahr eine satirische Bastelanleitung veröffentlicht, wie das Verbotene durch das Erlaubte kaschiert werden kann. Erst nachdem diese Anleitung von einer US-amerikanischen Rock-Band aufgegriffen wurde, erhält Hebrons satirische Kritik breite Aufmerksamkeit. So berichtet es die Süddeutsche mit weiteren Fallbeispielen. 


+++ "Anstalt"-Macher Max Uthoff weist "ZEIT"-Kritik zurück
Der ZEIT-Titelgeschichte  Alles Lüge?, welche den Vertrauensverlust in die Medien thematisiert hatte, formulierte auch  Vorwürfe an das deutsche Kabarett. Zu diesen Vorwürfen hat jetzt der Die Anstalt-Macher Max Uthoff  in einem Interview mit Der Freitag (Paid Content) Stellung bezogen. Der Branchendienst Meedia und Neues Deutschland greifen Uthoffs Kritik auf. Er weist darauf hin, dass die Kabarettisten nur das aufspießen, was die Menschen artikulieren. Und die Kritik insbesondere bei der Berichterstattung zur Ukraine-Krise sei umfassend gewesen. Ähnliche Tendenzen seien bei den aktuellen Themen und ganz besonders bei der Griechenland-Berichterstattung wieder festzustellen. Uthoff wörtlich: „Ohne klare Feindbilder scheint es im deutschen Journalismus nicht zu gehen“.
Entschieden weist Uthoff die These zurück, dass die neuen Satire-Formate einen journalistischen Anspruch erheben würden. Für die entsprechende zeitaufwändige Recherche hätten Kabarettisten gar keine Zeit und seien deshalb auf gute Journalisten angewiesen, deren Arbeit das Kabarett dann entsprechend "gnadenos" ausschlachte.
Meedia nimmt mit dem Beitrag explizit Bezug auf den Rechtsstreit zwischen den Die-Anstalt-Machern und dem Herausgeber der Wochenzeitung Josef Joffe. Das Neue Deutschland greift zur Untermauerung von Uthoffs Kritik auf ein aktuelles Beispiel bei Stefan Niggemeier zurück, der falsche Berichterstattung am Beispiel einer ZDF-Live-Schaltung nach Athen belegt.


+++ "Rabauken"-Posse: Staatsanwaltschaft Stralsund zieht Strafantrag zurück
Licht am Ende des Justizposse-Tunnels? Meedia meldet, die Staatsanwaltschaft Stralsund habe den Strafantrag gegen Chefredakteur Lutz Schuhmann vom Nordkurier nun doch zurückgezogen. (Zum „Rabauken-Streit“ siehe TS66/15 und TS69/15.) In der Begründung stecke zwar noch ein kleiner Seitenhieb, aber in der Hauptsache wäre zumindest diese Kuh vom Eis. In der von Meedia zitierten Schumacher-Stellungnahme heißt es zu dem Seitenhieb wegen angeblich ehrenrühriger Formulierungen: „Dass die Staatsanwaltschaft in ihrer Mitteilung von ehrenrührigen Äußerungen spricht, zeigt jedoch, dass auch in Deutschland die Meinungsfreiheit leider keine Selbstverständlichkeit ist und immer wieder neu erkämpft werden muss” (Quelle). Auf dem Eis verbleibt damit (im Moment nur) das Berufungsverfahren gegen den Nordkurier-Redakteur Thomas Krause, der erstinstanzlich wegen der Bezeichnung „Rabauke“ für einen Jäger zu 1.000 Euro Strafe verurteilt worden war.


+++ Satire im "Manager-Magazin": „Peking schickt Panzer“
Mit den den Neoliberalismus drastisch erweiternden Möglichkeiten eines kommunistischen Regimes in Reaktion auf den seit Monaten anhaltenden Kurssturz beschäftigt sich Christoph Rottwilm in seiner Satire Keine Angst vor dem Kurssturz in China – Peking schickt Panzer. Die Gattung „Satire“ gehört in der Manager-Magazin-Werkschau von Rottwilm zur Ausnahme.


+++ Griechenland: Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf zitieren Medien
Das Video trägt den anspielungsreichen Titel „Unsere schönen deutschen Euros“. Darin lesen sich Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf durch die Berichterstattung deutscher Medien über die Griechenland-Krise. Dass sich unter den persiflierten Äußerungen auch eine von Dieter Nuhr befindet, dürfte kein Zufall sein (vgl. SaSe31). Das gestern bei YouTube hochgeladene Video wurde in den ersten 24 Stunden über 84.000 mal gesehen. Berichterstattung bei: Kraftfuttermischwerk,  General-Anzeiger.


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