TS80/19: Langenargen und CMS-Sicherheit: Blog „Allgäu rechtsaußen“ berichtet erneut

Die Journalisten Magdalena Zimmermann und Sebastian Lipp vom Watch-Blog Allgäu rechtsaußen (Ar) haben meine umfangreichen Recherchen zu dem Langenargener Sicherheitsdienstleister CMS-Sicherheit aufgegriffen und noch einmal erweitert.

Es war der Ar-Beitrag „<Faustrecht> im Sicherheitsgewerbe“ im Januar 2019, der meine Recherchen überhaupt erst angestoßen hatte. Dabei liegt der Schwerpunkt der SaSe-Berichterstattung auf dem Faktum, dass die Gemeinde Langenargen einen Sicherheitsdienst unter Vertrag hat, gegen den derart gravierende Vorwürfe im Raum stehen.

In dem aktuellen Artikel „<Faustrecht> im Sicherheitsgewerbe bestätigt“ vom 6. August 2019 zitiert Ar noch einmal ausführlich den Chef von CMS-Sicherheit, Sascha Mair, wie er sich in seiner (von mir hart erkämpften) Presseauskunft an diese Redaktion zu den verschiedenen Vorwürfen eingelassen hatte. Und Zimmermann macht dabei auch auf die Widersprüche zu Mairs Auskünften im Januar 2019 gegenüber der Ar-Redaktion aufmerksam. Seinerzeit war es ihm nämlich ziemlich wumpe gewesen, was seine Mitarbeiter in ihrer Freizeit treiben.

Hinsichtlich des von Mair betonten Überprüfungsverfahrens durch die Gemeinde Langenargen selbst weist Ar darauf hin, dass ein Ordnungsamt die Gesinnung der Mitarbeiter gar nicht überprüfen könne.

Keine Beweise, aber immerhin Indizien darauf liefern meiner Meinung nach dann eher solche Äußerungen im Internet. Ganz besonders, wenn sie unmittelbar nach Erscheinen eines entsprechenden SaSe-Artikels sofort gelöscht oder unzugänglich gemacht werden.

Entwicklungsspielraum für diese Angelegenheit entfaltet sich möglicherweise durch weitere Reaktionen der von Ar angefragten zuständigen Behörde in Kressbronn.
Zum Verständnis für das „Kressbronn“ sei darauf hingewiesen, dass die Gemeinden Eriskirch, Kressbronn und Langenargen eine Verwaltungsgemeinschaft bilden.

Die „zuständige Behörde in Kressbronn“ erklärt folgende Verfahren und geänderte Rahmenbedingungen hinsichtlich der Beauftragung privater Sicherheitsdienste durch Kommunen:

Bisher sei es so gewesen, dass der Verfassungsschutz zwar habe abgefragt werden können. Das sei aber nur geschehen, wenn bereits ein gewisser Verdacht vorgelegen habe.
Standardmäßig seien in dieser Hinsicht bislang nur Vorstrafen abgefragt worden.  Allerdings sei die Zuverlässigkeitsprüfung zum 1. Juni diesen Jahres vereinheitlicht worden. Was vormals optional war, sei nun Pflicht. Zudem hätten sich alle Mitarbeiter im Sicherheitsgewerbe alle zwei Jahre einer erneuten Überprüfung zu unterziehen. Auch wenn Verdachtsmomente an die Behörde herangetragen würden, könne eine Prüfung angeordnet werden.
(Allgäu rechtsaußen 06.08.2019: „<Faustrecht> im Sicherheitsgewerbe bestätigt“; Hervorhebg. K. B.)

Man könnte nun zu der Einschätzung gelangen, dass die Blogs Allgäu rechtsaußen und SatireSenf.de über ihre Recherchen genügend solcher „Verdachtsmomente an die Behörde herangetragen“ haben?

Weitere liebevolle Beobachtung verdient auch die potentielle Verbindung der Langenargener Sicherheitsfirma zu dem Verein Uniter e. V. Mair will nach Angaben von Ar noch nie von diesem Verein gehört haben. Das ist wenig plausibel, weil er Ar-Recherchen zufolge

[…] Mitglied der Gruppe Sicherheit und Bewachung Österreich (SBÖ) [ist]. Dort werden Schieß- und Kampftrainigs und überwiegend Veranstaltungen von Uniter beworben. Verantwortlich für die Gruppe ist [ein] Sicherheitsdienstler aus dem benachbarten Vorarlberg, der jüngst zum Uniter-Treffen nach Bregenz lud.
(ibid.)

Und das, was ZEIT, WELT,  taz, Focus, Ar und andere Medien über die „Schattenarmee“ Uniter e. V. berichten, ist ausreichend beunruhigend! Und der Bodensee spielt dabei eine ganz besondere Rolle!

Bei all diesen Medienberichten und Recherchen findet sich der Touristenort Langenargen immer mittendrin! Faszinierend, dass Bürgermeister Achim Krafft sich bisher nicht veranlasst sieht, durch glasklare Statements und eine überzeugende Kommunikationsoffensive seinem Amtseid gerecht zu werden und den Bodensee-Ort endlich aus der Schusslinie zu nehmen!

Übrigens: Aktuell regieren in den Zeitungsredaktionen das Sommerloch und die Saure-Gurken-Zeit. In Langenargen steht mit „CMS-Sicherheit“ derzeit ein Thema auf der politischen Agenda, das an Brisanz und Relevanz kaum zu überbieten ist.
Aber in der Schwäbischen Zeitung dazu: kein Wort! Das ist auch eine Form der Unterstützung?

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