TS69/20: Wieder Krauses aus dem Landkreis Biberach: Mit „VZÄ“ gegen Corona?

Komme gerade aus der Kirche. Kerze gespendet! Aus tränenumflorter Dankbarkeit für eine Presseauskunft, die ich vom Landratsamt Biberach (LA BC) erhalten habe. Von meinem ganz speziellen Freund Bernd Schwarzendorfer, der Wie-Pressesprecher des LA BC, persönlich! Auf Anfrage dieser Redaktion kommentiert Fred Feuerstein diesen Fortschritt in den bilateralen Beziehungen zwischen dem LA BC und diesem Blog mit: „Yabba Dabba Doo!

Thema meiner aktuellen Presseanfrage war: Corona im Landkreis Biberach, Gesundheitsamt und Tests. Damit liege ich voll im bundesjournalistischen Trend. Denn gerade heute veröffentlicht die Tagesschau eine Umfrage bei den Gesundheitsämtern bundesweit. Übrigens mit verstörendem Ergebnis.

Ethnologen raten ja immer dazu, bei Kontakt mit zivilisationsfernen Volksstämmen behutsam und strukturiert vorzugehen. Nicht beratungsresistent, habe ich mich an diese Vorgabe gehalten. Meine Presseanfrage an das LA BC war thematisch klar strukturiert und zur behaglichen Rezeption absatz- und unterthemenweise durchnummeriert.

Schwarzendorfers Presseauskunft beendet meine volkskundliche Karriere abrupt. Zur Antwort schleudert er mir einen monolithischen Textblock ohne Nummer oder Absatz oder Zuordnung oder Struktur an die Omme, in dessen abstandslosen 271 Wörtern (immerhin!) ein mir bis dato vollkommen fremder Begriff dominiert: „VZÄ“. Weiterlesen

TS68/20: Flehentliche Klick-Spende für den Eriskircher Bürgermeister Arman Aigner

Die Kollegin Elke Krieg, von der ich diesen putzigen Video-Link erhalten habe,  bittet mich eindringlich, dieses wahrlich heldenhafte Vorbild an Bürgernähe und –information eines Bürgermeisters nicht wieder durch den Kakao zu ziehen, für den dieser Blog ansonsten berühmt-berüchtigt ist.

O.  K.  A.  Y. …

Lassen wir also den Eriskircher Bürgermeister Arman Aigner (Landkreis Bodenseekreis) unbesenft zu Worte kommen:
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Sie hat ja recht: Hier informiert ein BüM seine Bürger zeitnah und modern und spricht damit natürlich vor allem die Zielgruppe an, die sich über die „klassischen Medien“ im Allgemeinen und so einem Käseblatt wie die SchwäZ im Besonderen nicht erreichen lässt: die jungen Leute. Allerdings lassen sich die bisherigen Klickzahlen des Videos (277 Aufrufe am 13.05.2020) noch deutlich verbessern, wozu dieser TagesSenf hoffentlich seinen Beitrag leistet? Weiterlesen

TS67/20: „FragDenStaat“ klagt Corona-Auskunft in Niedersachsen ein

Eine Institution, die SaSe schon aus thematischen Gründen künftig enger im Auge behalten möchte, ist die Internetplattform FragdenStaat.de. Sie macht beziehungsweise versucht dasselbe, was dieser Blog und auch die Gefährtin in Langenargen permanent und nicht selten vergeblich – allerdings nur im kommunalen Bereich umgebender Landkreise – zu erlangen sich bemühen: Auskunft von Behörden zu erhalten. Mit welchem enormen Frust dieses für eine Demokratie eigentlich selbstverständliche Bemühen befrachtet sein kann, dokumentiert auch der Aufschrei-offene-Brief an den Tübinger Regierungspräsident Klaus Tappeser, nachdem mir der Anspruch auf Presseauskunft vom Landratsamt Biberach zumindest partiell (abhängig von meinem anvisierten Publikationsmedium) abgesprochen worden war. (Im nächsten TagesSenf allerdings werde ich dazu Erfreulicheres zu berichten haben …)

Der Unterschied zu FragdenStaat liegt darin, dass die Mitstreiter des Plattformgründers Stefan Wehrmeyer und die Aktivisten des gemeinnützigen Trägervereins Open Knowledge Foundation Deutschland e. V. rund um Projektleiter Arne Semsrott ihre Anfragen auf der Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes stellen; Blogger und hauptberufliche Journalist*innen tun dies auf der Grundlage des jeweiligen Landespressegesetzes.

Beiden Gruppierungen gemein ist das für eine Demokratie selbstverständliche Bemühen um Transparenz. Umso weniger Transparenz, desto weiter ist ein Bundesland oder ein Landkreis oder eine Kommune von dem in unserer Verfassung definierten Ideal- und Zielzustand entfernt. Der bisher am weitesten von Demokratie und Transparenz entfernte Landkreis in meinem Erfahrungs- und Berichtshorizont ist der Landkreis Biberach. Die bisher am weitesten von Demokratie und Transparenz entfernte Kommune ist die Gemeinde Wain im Landkreis Biberach. Weiterlesen

TS66/20: Philipp Walulis verarztet Attila Hildmann und Dr. Bodo Schiffmann

Gestern durfte ich eine gehobene Dosis Sozialkontakt am (auszuwechselnden) Gartenzaun genießen. Eine völlig andere Welt – die am Gartenzaun in einem ultrakleinen Weiler in Gottes vergessenem Landkreis: sehr nett, sehr überschaubar und völlig ungefährlich. Zurück blieb die eher gefühlte Überzeugung: Sars-CoV-2 wird uns hier in Reute niemals finden?

Der Tod jedoch schon, wie ich verstört und noch dazu gleichfalls zur Kenntnis zu nehmen hatte. Die von den Verschwörungstheoretikern prophezeite Auslöschung des deutschen Volkes hat in den letzten Jahren in diesem Weiler Furcht erregende Erfolge zu verzeichnen.  Allerdings bedient sich der ominöse Auslöscher hinter den Kulissen bezüglich unserer Todesfälle  immer noch so klassischer Instrumente wie Krebs, Herzversagen, plötzlicher Herztod und Suizid. Völlig old-fashioned!
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Durch Rückkopplung auf bundesdeutsche Aktualitäten zur Gefahr
Fühle ich der süßen Geborgenheit an der inzwischen professionell ausgewechselten Gartenzaun-Einheit von gestern nach, sorge ich mich, dass an diesbezüglichen Aufgaben von Kindheit an geschulten X-Eigentümern fundamentalere Mängel – zum Beispiel der Demokratie – entgehen könnten.  (X steht für Eigentümer von Grund, Boden, Arbeit, vielen Autos, auch in Corona-Zeiten abgesicherten Existenzen, vor allem aber der eigenen Überzeugungen.) Wo der Blick tief befriedigt auf eigener Hände Arbeit ruht und auf einer Grenze, die frisch, stabil und wehrhaft gezogen, könnte die Rezeption von bundesdeutschen Realitäten, wie sie sich derzeit vor allem in Berlin und Stuttgart entfalten, behindert sein? Und es sind durchaus Realitäten, die sich im ungünstigsten Fall Durchgriffsrechte bis zu einem Gartenzaun im Linzgau verschaffen könnten. Weiterlesen

TS65/20: Mantz‘ Hexenjäger-Wain: Offene Briefe – so hilfreich wie ein offenes Bein

Die Situation in der Gemeinde Wain (Landkreis Biberach) macht mir nach der schaurigen Eskalation in der Mainacht (hier) zunehmend ernste Sorgen. Weil: Es ist überhaupt keine Lösung in Sicht. Im Gegenteil. Jetzt geschieht das, was in jeder Kommune stets höchstes Alarmzeichen ist und schon in Spaichingen zu Zeiten des Unruhe-Bürgermeisters Hans Georg Schuhmacher die ausweglose Eskalation indizierte: offene Briefe einschlägiger Honoratioren und Funktionsträger, die gar nicht offen sind. Bedeutet: Nur ein ausgewählter Personenkreis erfährt überhaupt davon. Kein Zugang zu diesen gelogen „offenen“ Briefen in Zeiten von Internet.

In Wain gäbe es ganz aktuell zwei offene Briefe, wie die SchwäZ berichtet. Aber natürlich: Beide sind für die Öffentlichkeit jenseits von Wain nicht verfügbar. Schlimmer noch: Offensichtlich sind es de facto sogar drei!

Der eine stamme von Frieder Wegmann. Der ist zwar Mitglied des Kirchengemeinderats, betont aber gegenüber der SchwäZ, er habe den „offenen“ (geschlossenen) Brief als Privatperson geschrieben. Damit fängt der sicherlich gutgemeinte Dummfug aber erst an. Weiterlesen

TS64/20: Eskalation in Wain: Geköpfte und gehängte Puppen – Polizei ermittelt

Durch die Corona-Katastrophe sind die nun schont seit Monaten schwelenden Vorgänge in der Gemeinde Wain (Landkreis Biberach) völlig aus dem Blick geraten. Meine Kollegin von KONTEXT und ich hatten gerade Vor-Ort-Recherchen geplant, als der Shutdown im März 2020 kam.

Zur Erinnerung: Bürgermeister der Gemeinde Wain ist Stephan Mantz, zeitgleich Gesellschafter und Geschäftsführer der Firma Baupilot GmbH, die mit vielen Gemeinden Geschäfte rund um Bauplätze macht. In diesem KONTEXT-Artikel hatte ich die Verwicklungen und zahlreichen Geschäftsbeziehungen des hauptamtlichen Bürgermeisters dargestellt.

In diesem auf meinen KONTEXT-Artikel bezogenen TagesSenf hatte ich dann noch weitere Informationen gegeben. Thema darin waren auch die enormen Streitigkeiten zwischen drei Gemeinderätinnen und dem Wainer Bürgermeister mit dem Gschmäckle-Geschäftsgebahren.
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Die drei als Hexen diffamierten Gemeinderätinnen
Die drei kritischen Wainer Gemeinderätinnen sind Julia Freifrau von Herman, Faiza Gummersbach und Lotte Obrist. Sie sind demokratisch gewählt und füllen ein öffentliches Amt aus. Deshalb lässt sich weder unter Aspekten des Persönlichkeitsrechts noch unter besonderer Berücksichtigung des Pressekodex erklären, warum die SchwäZ die Opfer in ihrer aktuellen Berichterstattung namentlich auf einmal nicht mehr benennt. Deren Identität kann jeder rasch durch Einsicht der im Internet verfügbaren Liste der Wainer Gemeinderäte selbst feststellen. Als die SchwäZ noch gegen die Frauen Stimmung machen konnte, wurden sie sehr wohl mit Namen bezeichnet! Weiterlesen

TS63/20: Philipp Walulis: Alles, was wir über Boris Palmer wissen müssen

Ein Künstler, der mir in den letzten Jahren völlig zu Unrecht ein wenig vom Schirm gerutscht ist: Philipp  Walulis. Zuletzt hatte ich ihn vor ziemlich genau fünf Jahren besenft. Der mehrfach preisgekrönte (z. B. Grimme-Preis 2012) „Moderator“, dessen Beiträge immer von süffigem Unterhaltungs- UND Informationswert sind, hinterfragt mit seiner Satire-Sendung Walulis auf YouTube gängige Medientrends – ohne der Verschwörungstheoretiker- und Staatsnager-Szene anheimzufallen.

Anders als der ZDF-Moderator Markus Lanz setzt Walulis sich satirisch mit dem stumpfen Provokateur und Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer und seiner jüngsten menschenverachtenden Welt-schau-auf-mich-Exklamation auseinander. Lanz hatte in einer Sendung vergangene Woche versucht, den übelsten aller baden-württembergischen Bürgermeister inhaltlich zu knacken und aus seiner Empörung über dessen Äußerungen kein Hehl gemacht (z. B. hier und hier).

Walulis geht da effizienter vor und legt die medialen Strukturen offen, mit denen es Boris Palmer dorthin geschafft hat, wohin allein es ihn hinzieht: in die bundesweite Aufmerksamkeit. Das Video ist nur 11 Minuten lang, informativ, lustig und abschließend. Mehr muss man über Palmer eigentlich nicht wissen! Vor allem schafft Walulis damit das, was Satire nur im günstigsten Fall gelingt: einen entlastenden Haken hinter ein enormes Ärgernis zu setzen!
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TS62/20: Noch mehr Gefahr für die Demokratie: „Widerstand 2020“

SaSe-Stammleser wissen, was „Staatsnager“ sind. Derzeit „erfolgreichster“ Akteur unter diesen ist der Corona-Leugner und baden-württembergische HNO-Arzt Dr. Bodo Schiffmann und seine Schwindel-Allianz. Dieses Konglomerat aus Pandemie-Leugnern, Verschwörungstheoretikern, Querfront-Personal bis hin zum ganz rechten Rand hat inzwischen eine Partei gegründet: Widerstand 2020 – „Deine Mitmach-Partei“.

Ach, du grüne Neune! Also der xte Aufguss von Piraten, Alternative für Deutschland oder AUFSTEHEN. Bei letztgenannter „Volksbewegung“ konnte ich selbst mit Amüsement beobachten, was passiert, wenn alle „mitmachen“ wollen. Da prügelt ein Wichtigtuer auf den anderen ein. Vorprogrammiertes Chaos. Und für mindestens einen Fall weiß ich sicher, dass ein AUFSTEHEN-Akteur inzwischen bei den Pandemie-Leugnern mitmacht.

Gefährlich wird Widerstand 2020 aber durch die Tatsache, dass sich publizistisch und internettechnisch so erfolgreiche Spitzbuben und anerkannte Verschwörungstheoretiker wie Ken Jebsen geneigt zeigen.

Auch die Tatsache, dass Widerstand 2020 für sich in Anspruch nimmt, schon jetzt mehr Mitglieder (konkret wohl eher: Mitgliedsanträge) als die AfD aufweisen zu können, macht das wutbrodelnde Konglomerat nicht sympathischer. Mit Stand 23.04.2020 werde auf der Partei-Homepage behauptet, schon über 80.000 Mitgliedsanträge vorliegen zu haben. Weiterlesen

TS61/20: Bauplatzstreit Ummendorf: Die Urteilsbegründung liegt vor

Sie ist da, die Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichts Sigmaringen (VG Sig) zur Bauplatzvergabe in Ummendorf (Landkreis Biberach). So war es in der mündlichen Verhandlung am 10. März 2020 angekündigt worden. So ist es geschehen. Schon Ende letzter Woche.
Ja, ich bin berichtstechnisch etwas hinterher. Sagen Sie es nicht Boris Palmer, sonst bin ich mit meiner Wrack-Physiologie und meinem das Lebensrecht verzehrenden Alter weg vom Fenster!

Zunächst einmal die (blau gesetzte) Pressemitteilung des VG Sig zur Urteilsbegründung (v. 24.04.2020): Weiterlesen

TS60/20: 1.000-Kühe-Stall Ostrach: BUND zieht weiter zum Verwaltungsgerichtshof Mannheim

Von den Pfullendorfer Initiatoren gegen den 1.000-Kühe-Stall in Ostrach-Hahnennest und insbesondere vom BUND, Regionalverband Bodensee-Oberschwaben, könnte selbst Michael Ende noch etwas lernen! Denn die Naturschützer ziehen nach dem eher ernüchternden Beschluss des Verwaltungsgerichts Sigmaringen (hier inklusive Link auf den VG-Beschluss im anonymisierten Volltext) nun tatsächlich vor den Verwaltungsgerichthof Mannheim. Weiterlesen

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