Tag Archiv:Schroeder

SaSe87: Stefan Waghubinger verlässt „Denkfunk“ ohne das leiseste Servus

In der (völlig unverbindlichen) SaSe-Werteskala (aufsteigend) Comedian – Kabarettist/in (als Beruf, nicht aus Berufung) – satirischer Künstler rangiert Stefan Waghubinger im komfortablen Künstler-Segment. Anders als Berufsausübende ist er umwerfend glaubwürdig. Er hat eine Botschaft und die hat er weder von Global Change Now e. V. noch von einem anderen Ideologielieferanten mit Copy & Paste in seinen künstlerischen Output eingepflegt. Bestes Beispiel ist dieser Ausschnitt aus einem Auftritt auf der Kulturbörse Freiburg 2016.

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Sofort fällt der Konnex von der Politik zum Privaten auf! Ein durchgehendes Phänomen bei dem Künstler mit dem (für mich unwiderstehlichen) österreichischen Charme. Diese Verbindung upgradet seine Inhalte von der politisch (korrekten) Botschaft zur persönlichen Relevanz für den Zuschauer. Weiterlesen

TS27/16: Risiko + Plattitüden + Erfüllung + Göttlich + „Ach gut“ + Armut

+++ Dieter Nuhr: Tue Gutes und lass darüber berichten
…. Zum Beispiel im Hamburger Abendblatt. Die Wortwahl dort: „Dieter Nuhr hat ein großes Herz für SOS-Kinderdörfer“. Jeder Imageberater wird wohlig grunzen: Wohltätigkeit und noch dazu für Kinder! Nuhr MUSS ein guter Mensch sein! Kabarettisten – jetzt auch in Diktatoren-Attitüde?
Den Nuhr-Kritikern verbleibt mit Blick auf oben zitierten Satz nur der Trost des doch beträchtlichen Gesundheitsrisikos einer Kardiomyopathie.


+++ Wieder „Glasauge“-Treffer
Irgendjemand dopt bei Springer den „Karl Sack Reis“? Diese Satire über den Pöbelmob in Clausnitz geht als Treffer durch.


+++ „Denkfunk“: Hau den Plattitüden-Lukas!
Ohne Worte! Weiterlesen

TS26/16: Weiteres zu Satire und Rechtsextremismus plus

+++ Kann Satire Rechtsextremismus? Beispiel „HuffPo“
Zur weiteren Meditation über diese Frage liefert Elisabeth Kagermeier in der Huffington-Post ein Bespiel zur Antwortoption: nein. Deren Satire ist als solche auch nur erkennbar, weil es darüber steht!


+++ „heute-show“ macht Zeitungsmeldungen in Ba-Wü
Zu putzig: Wer täglich die Lokalberichterstattung im ländlichen Raum verfolgt oder gar an ihr beteiligt ist, staunt wieder weniger. Trotzdem ist es schon eine SaSe-Notiz wert, wenn die Schwäbische Zeitung der heute-show-Thematisierung baden-württembergischer Landespolitiker eine Meldung widmet. Der Titel spricht für sich: „heute-show“ verhöhnt Kretschmann und Wolf. Mit „verhöhnt“ sind die beiden Politiker Opfer. Dass Hohn zum satirischen Basiswerkzeug gehört, fällt dabei (gezielt) aus der Wahrnehmung des Lesers. Um das solcherart satirisch geschädigte Image des CDU-Politikers Guido Wolf wieder ein bisschen aufzupolieren, erzählt die Hofberichtserstattung-Postille Schwäbische Zeitung zum Schluss unverhältnismäßig ausführlich eine PR-starke Tierrettungsgeschichte!
Okay, bleiben wir bei der Wahrheit: Der eigentliche Grund für diesen Artikel liegt vermutlich in dem von und in der heute-show verwendeten Beitrag von RegioTV, ein privater regionaler Fernsehsender als Teil der Regio-TV-Gruppe des Medienhauses Schwäbischer Verlag, zu der auch die Schwäbische Zeitung gehört. Also kurz: Eigenwerbung! Weiterlesen

SaSe85: „Mann, Sieber!“: Kabarett in, aus, mit und für die Zwangsjacke

[eine satirische TV-Kritik]

Am Zeitungskiosk können Medienkonsumenten selbst entscheiden, ob sie das Springerblatt DIE WELT kaufen möchten, in dem dann möglicherweise Artikel über das demokratieverzehrende Phänomen AfD stehen, verfasst von einem Redakteur, der sich dieser Anführungszeichenpartei als PR-Berater angedient hat. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen haben sie diese Wahl nicht. Dort finanzieren sie ungefragt eine Kabarettsendung mit, deren Satiriker auf offene Bühne verzweifelt versuchen sich aus ihrer Zwangsjacke zu befreien. Der tatsächlichen und der ideologischen.

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Ausschnitt aus Bildzitat Screenshot ARD-Mediathek "Mann, Sieber!" vom 16.02.2016: Der Kabarettist Christoph Sieber ist die gesamte Sendung hindurch mit seinem Jackett beschäftigt, das ihn deutlich sichtbar massiv einschnürt und die Blutzufuhr nach oben stranguliert.

Ausschnitt aus Bildzitat Screenshot ARD-Mediathek „Mann, Sieber!“ vom 16.02.2016: 

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Christoph „der Versieber“ (copyleft: Schroeder)  ist die gesamte Sendung über damit beschäftigt, an seinem viel zu engen Jackett herumzunesteln, es zu befummeln und zu befingern. Er knöpft es auf. Er knöpft es zu. Er zerrt an den Rändern. Er fasst sie zusammen. Er lässt sie fahren. Der Stoff spannt zum Gotterbarm und nimmt ihm die Luft zum Atmen. Und das Licht zum Denken. Weiterlesen

TS23/16: Kabarettisten, die Behinderte die Treppe hinunterstoßen, und edlere

+++ Jan Böhmermann als Deutschlands Meinungsmacher Nr. 1
Es ist nicht so, dass man als Satiriker und Entertainer in diesem Land nichts werden kann. Aber dazu muss man schon Jan Böhmermann heißen? Den zumindest kürt die Jury des Männermagazins GQ zu Deutschlands Meinungsmacher Nr. 1 – noch vor ZEIT-Chef Giovanni di Lorenzo und Oliver Welke von der heute-show. Das Urteil wird begründet: „Er schafft es perfekt, in Rollen zu schlüpfen und Geschichten zu erzählen, er provoziert und setzt gesellschaftlich relevante Themen um“ (Quelle).


+++ TV-Kritik zur ZDF-Webkomödie „Familie Braun“
Nora Burgard-Arp von Meedia hat sich die neue ZDF-Webkomödie Familie Braun angesehen und kommt zu einem für die Humorsparte vernichtenden Urteil, das aber die durchgehende SaSe-Kritik an (zu) vielen Kabarettisten bestätigt: nicht lustig und mit penetrantem moralischen Zeigefinger. „Oberflächliche Handlung, eindimensionale Charakter“, klischeebehaftete Handlung.
Damit hat sich diese Sendung auch erledigt? Weiterlesen

TS5/16: Gästeliste + „Satire Deluxe“ + SS-Eigen-PR + Köln-Senf + Realitätstunnel

+++ „Schulz und Böhmermann“: Gästeliste
Auch wenn durch den vorherigen TagesSenf der Eindruck entstanden sein könnte, dass Meedia primär mit Til Schweiger und seinen veritablen Ausfällen beschäftigt ist. Dem ist nicht so. Die Personaldecke ist dick genug, um über die Gästeliste der am 10. Januar 2016 startenden zdfneo-Nachfolgesendung zu Roche & Böhmermann, nämlich Schulz & Böhmermann,  zu berichten. Einige dieser Gäste sehen Sie auch in diesem Trailer: (Hoffentlich fällt mir zu Jörg Kachelmann nicht noch eine Satire ein!)

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Dazu hier noch ein Interview mit Jan Böhmermann und Olli Schulz.


+++ WDR5 „Satire Deluxe“: 10 Neujahrsansprachen in einer!
Gelungene Satire über diese völlig banalen, volksverdummenden und nachweisbar austauschbaren Neujahrsansprachen der Politiker! Kompliment an die Cutter beim WDR, welche diese mühsame Schnipselarbeit zu unser aller Erheiterung geleistet haben. Weiterlesen

TS3/16: Kalkofe + „Denkfunk“ + Tilo Jung + „Datteltäter“ + Satire-Check

+++ „BILD“ pusht Kalkofes Pegidioten-Parodie
Berichterstattung in der BILD ist für einen Satiriker nicht unbedingt erstrebenswert, in diesem Fall aber zielführend. Das Schmierblatt lettert fett: Hier veräppelt Kalkofe NPD und Pegida. So kriegen es wenigstens genügend Leser mit! Oliver Kalkofes Parodie in seinem satirischen Jahresrückblick „Fresse 2015“ sei „erschreckend nah an der rechtspopulistischen Wirklichkeit“, kommentieren die, welche es wissen müssen, weil sie diese jahrelang mitgestaltet haben.

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+++ „Denkfunk“ berät Vermögensretter
Satire geschieht bei Denkfunk dann eher auch unabsichtlich: Zum Beispiel wenn diese ganz besondere Kabarettistenvereinigung ein Beratungsvideo für diejenigen anbietet, die Vermögen (zu retten) haben.
Dazu passend auch diese Schroeder-Reflexionen über Satiriker, die zwar immer anbiedernd über das Prekariat schwadronieren, bei direktem Kontakt mit diesem aber weiträumig die Flucht ergreifen! Weiterlesen

TS1/16: Satiriker weit unter Küppersbusch, Polt und „Schroeder“

+++ Neue „Kriegswaffe“? „Gentrifizierung verdrängt IS aus Irak“
So mag ich Satire: kreativ, Utopien schaffend – statt NUR polemisch, auch wenn Polemik für die Gattung eine unverzichtbare Waffe bleibt. Ein schönes Beispiel liefert diese Satire zum Jahreswechsel bei Deutschlandradio Kultur.


+++ Küppersbusch-Perlen im „taz“-Interview
Die medien- und lenkfunk-präsenten satirischen Krakeeler machen gelegentlich vergessen, dass die Zunft auch noch fulminante Denker vorzuweisen hat, die ihre Kunst exerzieren statt penetrant ihre CDs verkaufen zu wollen. Friedrich Küppersbusch zum Beispiel.
Ursprünglich wollte ich nur die glänzendsten sprachlichen Perlen aus seinem Interview mit der taz zusammentragen. Aber das käme einer Nacherzählung gleich. Bitte dringend lesen!

Einige Zitat abseits solcher lexikalischen Perlen wie das „Scheitern des Schaums am Schläger“ und der „Böhmermann Stattfindekrankheit“ aber müssen sein. Zum Beispiel zu der auch von mir nicht sehr geschätzten Satirezeitschrift Titanic: Weiterlesen

TS169/15: Dschihad-Hindernisse + Beifall-Navi + Mottenkiste + Glosse + Santa

+++ „BILD“: „So verspotten Muslime den Dschihad-Aufruf“
Da es in der Bild-Zeitung steht, ist auf entsprechende Verbreitung zu hoffen: Das Springer-Hetzblatt schießt ein Mal in die richtige Richtung: So verspotten Muslime den Dschihad-Aufruf. Auf der Grundlage einer dpa-Meldung konstatiert die Bild: „In einer neuen Hass-Botschaft ruft ISIS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi zu Terroranschlägen auf – und erntet Hohn und Spott von Muslimen weltweit“. Die „Ausreden“ der Muslime erheitern: „Voller Terminkalender“, „Hab meine Tage“, „Lieber Star Wars gucken“ etc. Der Artikel hat eine Sammlung der besten Tweets und Postings in Reaktion auf den Aufruf zusammengestellt.


+++ Realsatire again: „RT Deutsch“ kartografiert „Die Anstalt
Zum einen ist auf den Jahreswechsel hin eine extreme Verdichtung hin zur Realsatire zu beobachten (hier und hier u. v. a. m.). Dieser RT-Deutsch-Beitrag mit dem Anspruch, „Licht ins Dunkle“ der interessengeleiteten deutschen Medienlandschaft bringen zu wollen, gehört zweifelsohne dazu. (Man beachte auch den weiterführenden Literaturhinweis unter dem Artikel zu Hermann Ploppa: Die Macher hinter den Kulissen: Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern. Der Titel signalisiert Truther-Wahn.)
Zum anderen: Wenn sich ausgerechnet der Kreml-Propagadasender RT Deutsch dabei für die Kabarettsendung Die Anstalt ausspricht, stejt der Kritiker wieder vor dem Phänomen des Beifalls von der falschen Seite. „Falsche Seite“ – zumindest in meinem Wertesystem. Vielleicht empfinden das die Anstalt– und Lenkfunk-Macher anders? RT Deutsch kartografiert deren prominente Sendung wie folgt: Weiterlesen

TS168/15: „Deppenwolf“ + Ungelenk + Satire-Nebel + Postmortal + Battle + Schroedereien

+++ Medienrauschen über „Deppenwolf“ in der „heute-show“
Meine Güte: Die heute-show macht ihre Arbeit – auch im Hinblick auf den CDU-Spitzenkandidaten für Baden-Württemberg, Guido Wolf. Ausgangspunkt der satirischen Bearbeitung war Wolfs hölzerne Übergabe eines namensverwandten Stofftieres an die Bundeskanzlerin auf dem CDU-Parteitag in Karlsruhe. Zuzüglich der nebulösen Ankündigung, Wolf wolle Baden-Württemberg zum „Wolferwartungsland“ machen. Und die Journaille protokolliert, wie der „Deppenwolf“ die Satire der heute-show zum Ritterschlag umdeutet: Stuttgarter ZeitungBildSchwäbisches Tagblatt + Welt + Focus online, ka-nwes.de – wobei sich alle nachgenannten auf das Interview der Stuttgarter Zeitung berufen müssen


+++ Interview mit Max Uthoff in der „Neuen Presse“
Zu „den profiliertesten Polit-Kabarettisten des Landes“ gehörend, erklärt Max Uthoff im Interview mit der Neuen Presse seine Ansichten zur Juristerei, zum Kapitalismus und zur Schere im Kopf. „Die Fragen stellte Dieter Ungelenk“ – und viel Neues ist nicht dabei. Weiterlesen

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