TS146/15: Linkshumorlos + Unterscheidung + Heiko Sakurai + „Kristallnachtsmärkte“ + Cat-Content

+++ Christine Prayon (auch) über Kabarett: „Humorlos, aber links“
Im Schatten der Ereignisse von Paris hatte die SaSe-Lieblingskabarettistin Christine Prayon am vergangenen Samstag einen Auftritt in den Mitternachtsspitzen. In der gewohnt tiefen (und tieferen) Analyse untersucht Prayon den medialen Umgang mit dem Wort „Flüchtlinge“. Dabei koppelt sie das Phänomen als solches wieder an die Ursache an – auch hier die etwas tiefer liegende: Kapitalismus!
An der Stelle, wo sie wieder im Kabarett ankommt und dort konstatiert „humorlos, aber links“, läuft es mir kribbelig den Rücken runter! Denn nichts überschreibt die SaSe-Kritik am Gros der Kabarettisten kürzer und treffender als „humorlos, aber links“.

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Siehe dazu auch Fluchtursache Kapitalismus in der „Zweiwochenschrift“ Ossietzky.


+++ Offtopic: Zu unterscheiden!
Da es offensichtlich immer noch jede Menge Internetuser gibt, die nicht wissen, wer hinter dem Anonymous-Kollektiv steckt, bedient sich auch SaSe an dem großzügigen Angebot des Künstlers Patrik Velicka und übernimmt die von ihm geschaffene Grafik:

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Grafik: Patrick Velicka

Grafik: Patrik Velicka

Auf Velickas FB-Account wird zu einem weiteren Satireaccount verwiesen, dessen Name seine thematische Referenz verwertend umspielt: compost!

Über den Fake „Anonymous-Kollektiv“ berichten auch:  Spiegel online + Handelsblatt + HuffPo. Auch Anomymous Deutschland selbst stellt klar und distanziert sich.


+++ Planet-Interview mit Heiko Sakurai
Da brauche ich gar nichts dazu zu texten: „Der Karikaturist Heiko Sakurai (Wikiporträt, Homepage, Facebook) spricht im ausführlichen Interview über seinen Werdegang, seine politische Einstellung, gezeichnete NS-Vergleiche, die Karikaturen von „Charlie Hebdo“ und wie er sich in zehn Jahren mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin arrangiert hat“ (Quelle).


+++ Vorschlag von „HoGeSa“: „Kristallnachtsmärkte“
Die Satiriker Hooligans gegen Satzbau schlagen aus gegebenem Anlass vor, ostdeutsche (!) Weihnachtsmärkte in „Kristallnachtsmärkte“ umzutaufen. Der provokante Vorschlag wird lebhaft diskutiert.


+++ Satirisch reagiert: „Cat-Content“ nach Polizei-Appell
In Belgiens Hauptstadt regiert seit Samstag der Ausnahmezustand. Die Sicherheitsbehörden haben die höchste Terrorwarnstufe verhängt. Die modernen Kommunikationsgewohnheiten der User führten im Anschluss zu entsprechenden Bilddokumenten im Netz über Polizeiaufgebot und Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere bei Twitter, welche die Terrorfahndung behindern könnten. Deshalb bat die Brüsseler Polizei die User, darauf zu verzichten.
Die Reaktion darauf hat satirische Qualitäten: Mit dem Hashtag #BrusselsLockdown twittern die User nur noch Katzenbilder. Und die sind teilweise zum Wegwerfen komisch! Am besten gefällt mir dieses hier:

Twitter #BrusselsLockdown https://twitter.com/ExTimUpperClass/status/668547367726108673/photo/1?ref_src=twsrc^tfw

Tweet auf  #BrusselsLockdown

Das ist ein eindrückliches Beispiel von Kooperation zwischen Sicherheitsbehörden und Bevölkerung einerseits und humorvoller Reaktion auf den Terror andererseits, von dem man sich das Schule-machen wünscht.

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