TS156/15: Schmidt-Hammer + Tränen-Satiriker + Rönne-Rotz + Uthoff-Niveau + Weitfortistan

+++ Harald Schmidt wird „Tatort“-Kriminaloberrat Schöllhammer
Der Süden (SWR) darf krimitechnisch kompensieren. Nach dem Verlust des Bodensee-Tatorts ist jetzt Entsatz mit Humorpersonal in Sicht. Harald Schmidt mimt den Kriminaloberrat Schöllhammer, Chef des neuen Tatort-Teams Eva Löbau (als Franziska Tobler) und Hans-Jochen Wagner (als Friedemann Berg) am Tatort Freiburg. Die Dreharbeiten sollen 2016 beginnen. Die weitgreifenden Auswirkungen dieser Starbesetzung thematisiert ein Tweet von Daniel Fiene auf Twitter: „Stell dir vor, du wirst Tatort-Kommissar und keiner bekommt es mit, weil Harald Schmidt dein Chef wird.“ Mehr bei Meedia.

Senf: Schmidt mit seinem zu erwartenden Zynismus kann nur eine Bereicherung der zuletzt etwas eintönig gewordenen Humorpalette des Tatorts werden. Die ewige Kabbelei zwischen dem immer fetter werdenden Kommissar Thiel (Axel Prahl) und Professor Börne (Jan Josef Liefers) in Münster geht einem mir allmählich auf den Keks.


+++ Wiener Satiriker bringt Kind zum Weinen
Das kann es ja wohl nicht sein? Das österreichische Boulevardblatt heute.at berichtet über den Auftritt der Satiregruppe Wiener Schmäh auf dem dortigen Weihnachtsmarkt. Die im Artikel zitierten Äußerungen der Satiriker, auf Kinder niedergesprochen, wirken mehr als befremdlich und brachten ein Kind  zum Weinen (siehe Video). Der „Nikolo“ kündigte diesem und anderen Kindern Kettenschläge an – zum Beispiel wegen Onanierens.
Satirischer Hintergrund ist die Übernahme der sogenannten Krampus-Agenda durch den „Nikolo“. Der Krampus ist eine Schreckgestalt in Begleitung des heiligen Nikolaus im Adventsbrauchtum im Ostalpenraum.

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Senf: Da sind sie, die Grenzen der Satire, die so häufig und so häufig wichtigtuerisch gesuchten!


+++ Offtopic: Feminismus-geekelte Ronja von Rönne schlägt wieder zu
Die junge WELT-Journalistin Ronja von Rönne ist immer für provokative Texte gut. Zuletzt bewegte sie die Republik mit der detaillierten Beschreibung ihres Erbrochenen angesichts deutschen Feminismus. Jetzt nimmt sich die naseweise junge Dame die neuen Jugendportale à la Vice, Bento & Co. „investigativ“ vor. Meedia vermutet in der – muss man zugeben: flott und unterhaltsam geschriebenen – Attacke eine Retourkutsche auf die Vice-Kritik seinerzeit zu Rönnes Feminismus-Unverträglichkeit.


+++ „Denkfunk“: Max Uthoff weit unter Niveau
Wieder und wieder reiten sie das tote Pferd der Lügenpresse, die D(d)enk-Lenkfunk-Autoren. Keine Phrase ist dafür zu abgedroschen, keine Metapher zu ausgeleiert. Ohne jeden erkennbaren aktuellen Bezug greift Max Uthoff in seinem Denkfunk-Posting vom 8. Dezember 2015 auf das uralte Bild des gerollten Geldscheins zurück, der „journalistischen Edelfedern“ im Kontext des erfolgreichen Lokführer-Streiks aus der Nase falle.
Eingedenk der gelungenen Die-Anstalt-Sendung vom 8. Dezember 2015 kommt bei mir allmählich der Verdacht auf, dass Uthoff mit den dort gesprochenen Texten gar nichts zu tun hat? Oder ist er nicht Herr seiner Denkfunk-Entsteißungen? Oder wie sonst sind diese Niveau-Unterschiede zu erklären?


+++ Politisch nicht korrekt, aber saugut
Okay, musste ich lachen: Auf einem rechten Hetzblog (Feindbewegungen beobachten!)  fand ich folgende Sammelbezeichnung für die östlichen Herkunftsländer von Geflüchteten: „Weitfortistan“. Ist leider gut! Die Quelle gebe ich selbstverständlich nicht an.

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