TS107/15: „Die Show“ + Souverän + 2-Schwanz-Hund + Inhalte + The Fat Jew


+++ Deutschlandradio Kultur über „Die Show“ in Dortmund
Wieder so ein herrliches Wort: „Überwältigungsästhetik“. Und zwar die von großen Unterhaltungsshows. Die Perle kommt vor in einer Ankündigung bei Deutschlandradio Kultur über eine Inszenierung des Theaterstücks Die Show nach einem Fernsehspiel von Wolfgang Menge, das schon in den 70er Jahren Beachtung fand. Aufgeführt wird die Satire im Theater Dortmund. Ergebnis: „Herausgekommen ist eine opulente und sensationelle Satire auf die Überwältigungsästhetik großer Unterhaltungsshows“ (Quelle). 


+++ Souveräne Reaktion der Alexianer Kliniken auf Satire-Annonce
„Klinik sucht Patienten – tot oder lebendig“ – das ist der Wortlaut einer Zeitungsanzeige, die derzeit im Landkreis Diepholz irritiert und den Focus zur Berichterstattung veranlasst. In der Anzeige der (angeblich) Alexianer Kliniken wird den potenziellen Patienten angeboten: „Im Bereich der Narkose haben wir uns in den vergangenen Jahren erstaunlich weiterentwickelt (Beißholz, hochprozentiger Rum)“. Es geht weiter mit „Naturgeburten im Garten“ und „Entspannungsmassagen am offenen Herzen“. Hinter dieser Satire-Anzeige stecke eine Lokalfehde, erhellt Focus und verweist auf die Berichterstattung der Kreiszeitung. Dort ist zu erfahren, dass der Klinikchef die Angelegenheit mit Humor nehme: Die Reaktionen auf diese Annonce seien zwar unterschiedlich, aber die Alexianer Kliniken Landkreis Diepholz betrachteten diese ungewöhnliche Anzeige mit einem Augenzwinkern! Chapeau!


+++ Ungarn: Mit Humor für Menschlichkeit in der Asyldebatte
Der ARD-Weltspiegel am vergangenen Sonntag berichtete über eine beeindruckende Satire-Aktion von Künstlern in Ungarn (Mediathek). Denn auch dort gibt es eine Satire-Partei: die Partei des zweischwänzigen Hundes. Mit satirischen Plakaten (z. B. „Ich habe die ungarische Einwanderungskampagne überlebt“ oder „Achtung: Einwanderer essen Arbeit auf“) kritisieren die beiden verantwortlichen Künstler/Satiriker die Flüchtlingspolitik von Ministerpräsident Victor Orban. Ihre Mittel „Geschliffene Witze und rhetorische Spitzen“, „intelligente und humorvolle Plakate“ (inzwischen schon 900 im ganzen Land). Auch Euronews berichtet über die pfiffige politische Satireaktion.


+++ „heute-show“ definiert den Freistaat Bayern
Auf einem Plakat mit dem Konterfei von Horst Seehofer heißt es dazu in einer Sprechblase: „Wir sind nicht irgendein Bundesland. Wir sind der Freistaat Bayern!*“ Und beim Sternchen erklärt dann die heute-show: „Freistaat, weil frei von Anstand, Skrupel und Verstand.“


+++ Markus Kompa interviewt Martin Sonneborn auf Telepolis
Der als Medienrechtler bekannte und häufiger auf Telepolis publizierende Rechtsanwalt Markus Kompa (Kanzlei-HP) hat den Vorsitzenden der Satire-Partei DIE PARTEI, Martin Sonneborn, interviewt. Das „Sommerinterview“ ist überschrieben mit der Sonneborn-Ankündigung: Ich überlege, als Kanzlerkandidat der SPD anzutreten. In diesem Artikel über Sonneborn geht es zum ersten Mal wieder um Inhalte (vgl. dazu auch die SaSe-Kritik in TS99/15) wie etwa die Umtriebe des CDU-Hinterbänklers Elmar Brok, Sonneborns „Gespräche mit der Nordkorea-Bewegung“, die Wanderbewegungen von Ex-AfD-Chef Bernhard Lucke und die Berlin-Frage.


+++ „The Fat Jew“ – den Spiegel vor die  kaputte Netzkreativkultur
Der Socialmedia Watchblog informiert in seinem Tagesbriefing über den „Witz-Dieb, der die Netzkreativkultur vorführt“. Dahinter steckt: „’The Fat Jew‘ ist ein Comedian und Internet-Star, der sich mit geklauten Witzen und Memes im Internet ein goldenes Näschen verdient“. Dagegen laufen verschiedene Blogs und Onlinemedien Sturm“ (Quelle). Vice (Motherboard) hat das Thema aufgegriffen und verweist darauf, dass „The Fat Jew“ mit seiner Strategie der kaputten Netzkreativkultur erfolgreich den Spiegel vorhalte.

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