TS48/15: Satire im Islam + Bremens neuer BüM + Jakob Augstein + Bodo Wartkes Absurdität

+++ Satire im Islam
Die Zeit berichtet über zwei türkische Journalisten, die Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hatten und denen dafür jetzt eine Gefängnisstrafe droht. Die Journalistin Ṣücran Soner der regierungskritischen Tageszeitung Cumhuriyet beschreibt eindrücklich das Bedrohungsszenario, das auf diese Veröffentlichung, die auch als weitergehendes Solidaritätsbekenntnis für die Kollegen von Charlie Hebdo gedacht war, folgte. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Autoren Ceyda Karan und Hikmet Cetinka, die klitzekleine Mohammed-Karikaturen in ihrem Text versteckt hatten, vor, den öffentlichen Frieden gestört und die religiösen Werte der Menschen in der Türkei verletzt zu haben.  Mit ihrem Satire-Verständnis als funktionaler Bestandteil von Demokratie steht Soner allerdings ziemlich allein unter den türkischen Journalisten, deren Statements zum Vorgang der Artikel gesammelt hat. 


+++ Antrittsrede von Bremens Bürgermeister Dr. Jan Böhmermann
Tja, einer muss es jetzt und nach dem Rücktritt von  Börnsen-Böhrnsen-Bömsen-Böhmsen ja machen:


 

+++ Nicht satirisch, aber voraussetzend: Jakob Augstein über Propaganda
Da Medienkritik zunehmend Thema von Satire und Kabarett wird,  gehört nachstehendes Interview von ZDF aspekte mit Jakob Augstein, Herausgeber der Wochenzeitung Freitag und Spiegel-Kolumnist, durchaus zum Thema dieses Blogs. (Beim „Auffallen“ haben die Nachdenkseiten etwas geholfen).


https://youtu.be/h7P044tmyMc

 

+++ "Denkfunk"-Video mit  Bodo Wartke: Klimpernd-pathetisch in die Absurdität
Wie viel Unglaubwürdigkeit geht? Bei Denkfunk eine Menge – bis tief hinein in die Realsatire! Da setzt sich der Klavierkabarettist Bodo Wartke (Homepage, Online-Shop, YouTube), Prix-Pantheon-2015-Jurymitglied und seit dem 12. Mai 2015 Denkfunk-Autor, ans Klavier und moikt seine Pastorale einer besseren Welt ins Mikrofon: Das falsche Pferd. Bestandteil seiner Utopie im wörtlichen Zitat: „Es gäbe keine nervtötende Werbung mehr …“ und „Die Werber würden nicht mehr ihr Talent verschwenden …“.  
Das Bodo-Wartke-Denkfunk-Video endet (wie alle Denkfunk-Videos) dann ordnungsgemäß … mit nervtötender Werbung, in der allerdings – zugegeben – von „Talent“ der Werber nicht mehr die Rede sein kann, deren plump-belästigende Du-Ansprache sich auf dem Niveau von Waschmittel-PR bewegt:


Bildzitat Screenshot Abspann Denkfunk-Video Bodo Wartke Das falsche Pferd

SaSe kommt zunehmend zu der Auffassung, dass Denkfunk ein Geheimprojekt ist, um Systemkritik und Gegenöffentlichkeitsprojekte komplett unglaubwürdig zu machen und für alle Zeiten zu diskreditieren! Und die Kabarettisten gleich mit. Die können das doch unmöglich ernstmeinen?

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