TS71/16: Kabarettisten mit, im „Denkfunk“-Fall eher ohne Benehmen

+++ Philip Simon: „Alexander Gauland hat recht“
Der Kabarettist Philip Simon wirft in einem Blogbeitrag in der Huffington Post das Horrorbild eines schwarzen Bergdoktors an die Höhlenwand!


+++ Die ein Jan Böhmermann verhöhnt: Ex-Miss-Türkei wegen Satire verurteilt
Wie wir alle zur Kenntnis nehmen durften, wähnt sich Jan Böhmermann ja auf einer Leidenshöhe mit einem chinesischen Künstler  wie Ai Weiwei. Diejenigen jedoch, die tatsächlich bitter für eine Erdogan-Satire bezahlen müssen, erhalten nicht einmal einen Bruchteil der Aufmerksamkeit. Zum Beispiel die Ex-Miss-Türkei Merve Büyüksarac, die von einem Gericht in Istanbul wegen einer Erdogan-Satire auf Instagram zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden ist. Welt.


+++ Die Armenien-Resolution in der satirischen Nachbearbeitung
Der Postillon hat die Armenien-Resolution des Bundestages auch sehr schön verarbeitet: Kompromiss mit der Türkei: Merkel spricht von „fahrlässiger Völkertötung“ an den Armeniern.

Die beste satirische Bearbeitung jedoch erfolgte durch Christine Prayon alias Birte Schneider in der heute-show am vergangenen Freitag. Der Beitrag glänzte durch Informationsvergabe und Hinweis darauf, dass 1. die Bundesrepublik den Völkermord an den Hereros bis 2012 nicht  anerkannt hatte und 2. dafür Argumente vorgebracht hat, die jetzt wiederum von türkischen Politikern gegen die Armenien-Resolution des Bundestages recycelt werden.
Satire at its best!


+++ Serdar Somuncu und Peter Tauber bei „Markus Lanz“
Die Denkfunk-Autoren haben immer wieder Auftritte bei Markus Lanz. Letzte Woche war es Serdar Somuncu, der sich mit dem CDU-Generalsekretär Peter Tauber einen (für seine rüpelhaften Standards vergleichsweise) „freundlichen“ Schlagabtausch lieferte. Wie schon an anderer Stelle bemerkt: Somuncu ist – wenn überhaupt – dann zu ertragen, wenn er NICHT als Kabarettist auftritt! Der Focus berichtet.
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+++ Serdar Somuncu und Roger Köppel bei „hartaberfair“
Stellenweise habe ich ernsthaft damit gerechnet, dass das haarsträubende Benehmen von Serdar Somuncu in der gestrigen hartaberfair-Sendung in Handgreiflichkeiten mit dem Schweizer Rechtspopulisten, Publizisten und Politiker Roger Köppel ausartet. Am meisten leidtun konnte einem der arme Ingo Zamperonie, der sichtlich Bauklötze staunte, in welchem Affenkäfig er sich dort wiederfand.  Offensichtlich ist der Denkfunk-Kabarettist und Hassist Somuncu ein Garant für Brüll- und Schreisendungen der Krawallmoderatoren, die kein Problem damit haben, wenn sich ihre Gäste vor laufender Kamera aufführen wie die Prügelperser. Dazu passend dann der Titel der Sendung: Die Methode Trump – erobern Krawallmacher und Populisten die Macht? Antwort: Ja, wenn man hartaberfair am 6. Juni 2016 gesehen hat. Freilich waren die schrägen Thesen des dauerprovozierenden Schweizer schwer zu ertragen. Aber wer die Hitze nicht verträgt, soll aus der Küche bleiben! Ansonsten war Somuncus Botschaft: Wer brüllt bzw. anderen ständig ins Wort fällt, sie nie ausrenden lässt, epileptoforme Glatzenraufanfälle vor laufender Kamera erleidet und Plasberg um Redezeit nahezu anwinselt, der hat bestimmt Recht! *KiK*


+++ Genialer „extra3“-Tweet zu Gauland bei „Anne Will“
Meedia berichtet über die recht unterhaltsame Anne-Will-Sendung vom Sonntagabend, in der es der smarten Moderatorin wieder einmal gelungen ist zu … moderieren (was viele ihrer Kollegen/Innen nicht mehr schaffen) und Gauland der glatten Lüge zu überführen.
Meedia notiert auch die Entgeisterung auf Twitter über den offensichtlich dementen AfD-Politiker Alexander Gaulandund zitiert einige Tweets, aus denen der von extra3 heraussticht: @Beatrix_vStorch hat gerade Alexander Gauland angerufen und ihm gesagt, dass er gerade bei #AnneWill sitzt.


+++ „Deutschlandradio Kultur“ mit drögen Plattitüden über Hagen Rether
Da will uns ein Georg DenNamenbrauchenSiesichnichtzumerken das neue Hörbuch von Hagen Rether schmackhaft machen. Das erwarte uns:

Er zeigt die Widersprüche, in denen wir uns so gemütlich eingerichtet haben. Der vielfach ausgezeichnete Kabarettist Hagen Rether schreckt dabei vor keinem Thema zurück. In seinem neuen Hörbuch kann man erfahren, wie die deutsche Seele tickt.
(Deutschlandradio Kultur 06.06.16: „Hagen Rether: ‚Liebe 6‘ – Wie Deutschland im Jahr 2016 funktioniert“)

Hagen Rether gelinge es, die Widersprüche aufzuzeigen,  in denen wir uns eingerichtet haben =  auch so eine lieblose Standardfloskel! Es ist der Job von Satire, solches zu tun. Aber Kritiker Georg Gruber hat überhaupt keine Scheu vor den übelsten Plattitüden, wie man sie sonst nur von Kulturberichterstattern auf Lokalebene kennt:

Denn im Kern ist dieser vielfach preisgekrönte Kabarettist ein Moralist, einer, der an das Gute im Menschen glaubt, an die Möglichkeit, sich für das Richtige zu entscheiden. Und einer, der sich nicht scheut, Haltung zu zeigen.
(ibid.; Hervorheb. SaSe)

Mannmannmannmannmann, eine solche Ansammlung von abgefuckten Textbausteinen und total verschlissenen Plattitüden empfinde ich als einen schieren Affront gegenüber Rether. Und ich staune, dass sich Deutschlandradio Kultur keine differenzierteren Sprachschmiede leisten kann!

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