Tag Archiv:Stephan Denzer

TS76/15: „Kompassnadel“ + Zineb El Rhazoui + Benennungsmacht + „Heil“

+++ "Schwules Netzwerk NRW" ehrt Stephan Denzer für die "heute-show"
Die "Kompassnadel" ist eine Auszeichnung des Schwules-Netzwerk NRW  für besonderes Engagement im Ringen um eine offene Gesellschaft. Im Rahmen des Kölner Christopher Street Day wurde Stephan Denzer, Teamleiter Kabarett und Comedy beim ZDF, für die heute-show geehrt: "‘Die Heute-Show wird ausgezeichnet für das stetige Entlarven homo- und transphober Hetzer und Verleumder, eine Haltung, die so subversiv wie publikumswirksam ist‘, sagte der Netzwerk-Vorsitzende Steffen Schwab“ (Quelle; gesamte Laudatio). Da die heute-show schon mehrfach ausgezeichnet wurde, hob Denzer selbst diese Auszeichnung als eine Anerkennung der politischen und gesellschaftlichen Bedeutung der Sendung hervor. 

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TS38/15: Rassismus-Kritik + Stephan Denzer + Tag des Kapitals + Bücher! + Große Geste der ARD

+++ Adam Sandler "The Ridiculous Six“: Satire in der Rassismus-Kritik
Binse: Nicht überall, wo Satire draufsteht, ist auch Satire drin. Diese "Weisheit" wird gestärkt durch die jüngsten Schlagzeilen um Adam Sandlers Western-Satire The Ridiculous Six. Nachdem ein Dutzend Ureinwohner aus Protest das Filmset verlassen hatten, berichtet Spiegel online, stehe nun der Film selbst wegen Rassismus in der Kritik. Auf Twitter läuft die Diskussion dazu unter #NotYourHollywoodIndian.

+++ Interview mit Stephan Denzer rund um "Die Anstalt"
Der ZDF-Teamleiter Kabarett und Comedy, Stephan Denzer, hat Quotenmeter ein ausführliches Interview über Konzept, Erfolge und Erwartungen an die insbesondere beim jüngeren Publikum erfolgreiche Sendung Die Anstalt gegeben.  Rein nach Einschaltquoten erreiche das Kabarett-Paradepferd des ZDF nicht die Zahlen wie beim Duo Priol-Pelzig. Das erklärt Denzer mit dem hohen Anspruch, den Claus von Wagner und Max Uthoff mit ihren „sehr guten und genauen Analysen“ stellen. Auch der dramaturgische Einsatz der sogenannten emotionalen Momente (Auftritt Flüchtlingschor; Auftritt des Überlebenden eines NS-Massakers in Distomo etc.) kommt zur Sprache. Quotenmeter fragt des Weiteren nach der ZDF-Zukunft von Urban Priol und Frank-Markus Barwasser mit seiner Kultsendung Pelzig hält sich.
Programmhinweis: Nächste Anstalt-Sendung heute, Dienstag, 22.50 Uhr, ZDF.

+++ "Tag des Kapitals": Jugend nutzt Satire
Zum zweiten Mal riefen die Jugendorganisationen der SPD, des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der evangelischen Kirche zu einer satirischen Demo Tag des Kapitals in Nürnberg auf. Ihre erklärte Absicht: zu irritieren, zu pointieren, zu amüsieren und so auf die Arbeitssituation der Jugend aufmerksam zu machen. Wie schon bei der ersten Satire-Demo stellten sich nach Medienberichterstattung auch dieses Jahr die nämlichen Effekte ein: Viele Passanten erkannten die Satire nicht. Aufgrund dieses Erfolgs erwägen die Verantwortlichen, aus der Satire-Demo eine dauerhafte Einrichtung zu machen.
Berichterstattung DIE WELT; Nordbayern.de; Infranken.de

+++ Bücher lesen: Satirische Selbstkritik statt kulturpessimistischem Lamento
Der Gründer von PressBooks, Hugh McGuire, schafft es, in seinen Reflexionen Why can’t we read anymore? das bekannte kulturpessimistische Lamento über die abnehmende Konzentrationsfähigkeit der von medialen Impulsen überfluteten Leser so unterhaltsam, selbstkritisch und lustig zu gestalten, dass der Text jetzt auch in Deutschland die Runde macht. Allein seine kleinschrittige Beschreibung der Endlosigkeit eines Buchkapitels – köstlich! Oder die Herkules-Aufgabe, ein Buch lesen zu wollen, wenn man jeden Tag nur vier Sätze schafft. Ergänzt wird der zwar lange, aber zahlreiche Perspektiven einnehmende Text durch eine Reihe interessanter Links auf neurowissenschaftliche  Erkenntnisse  (z. B. Befriedigung der Dopamin-Sucht durch E-Mails).

+++ ARD reagiert: Holocaust-Zeitzeugen statt "Börse im Ersten"
[Satire Hausmarke] Damit hätte sicherlich niemand gerechnet: Die ARD nimmt sich den bewegenden Appell der Auschwitz-Überlebenden Eva Moses Kor zu Herzen, wie sie ihn am Sonntagabend bei Günther Jauch in der Sendung zum Auschwitz-Prozess von Lüneburg vorgetragen hatte: den wenigen letzten Zeitzeugen zuzuhören und ihre Botschaft zu verbreiten. In einer aus naheliegenden Gründen exklusiv nur dieser Redaktion vorliegenden Presseerklärung kündigt die ARD daraufhin an, die bisherige tägliche Andachtssendung Börse im Ersten schon zum 1. Mai 2015 hin durch jeden Abend ausgestrahlte kurze Zeitzeugenberichte von Überlebenden des Holocaustes zu ersetzen! Die ARD will damit wieder breite Bevölkerungsschichten informieren statt einer exklusiven Minderheit von Aktienbesitzern einen redundanten und mit Geldern der Allgemeinheit finanzierten Service zu bieten. Sie trage damit auch aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen wie PEGIDA & Co. und dem erstarkenden Rassismus in Deutschland gemäß ihrem öffentlich-rechtlichen Auftrag Rechnung.

 

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