TS83/15: Satirjournalismus + Hirsch-Injurie + Marketingsatire + #BoycottGermany

+++ 3sat-"Kulturzeit": Satire und Journalismus
Das WortLaut-Kulturbüro verschickt in seinem NewsWortLaut-Letter Sommer 2015 zum Trost für die lange Wartezeit auf die nächste Die Anstalt-Sendung (22.09.2015) noch einmal den Link auf die 3sat-Kulturzeit-Sendung über Satire und Journalismus. Stimmt, man kann es ich nicht oft genug ansehen!  



Das WortLaut-Kulturbüro managt die Kabarettisten Claus von Wagner, Franziska Wanninger, Philipp Weber und Moses Wolff und unerhält einen eigenen YouTube-Kanal.


 

+++ Die "heute-show" vor Gericht: „Hirsch“ ist eine Beleidigung
Da kommt doch keine Ricke mehr mit – bei den Urteilen deutscher Gerichte: Das Landgericht Regensburg etwa ist der Auffassung, dass die Bezeichnung „Hirsch“ für einen bayerischen Festzeltbesucher, der sich vor laufender Kamera das Bayerischen Fernsehens abfällig über Ausländer geäußert hatte, durchaus als eine Beleidigung zu werten sei. Zur Anwendung gebracht hatte dieses Label Oliver Welke in einer heute-show im September 2014, Ausschnitte derer jetzt zur gerichtlichen Beurteilung anstanden.
Es berichtet das Wochenblatt (Kelheim). So ganz klar ist der Ausgang des Verfahrens in der Darstellung vom Wochenblatt nicht. Offensichtlich kommt es zu einer Einigung, wenn es dem ZDF gelingt, dem Gekränkten zwei VIP-Tickets für den (vom Autor erst fälschlich als „Triathlon“, dann korrekt) Biathlon in Ruhpolding zu besorgen.
Vor Gericht und auf hoher See … Am besten, man schreibt es sich auf: „Hassprediger“ ist keine Beleidigung, „Hirsch“ – zumindest in Bayern – schon!
Damit sich das Rechtsverständnis der SaSe-Leser entsprechend vertieft – und nur deshalb, Frau Streisand – hier noch einmal die kapitale Verbalinjurie  (die Redaktion empfiehlt Video-Laufmeter ab ca. 2:35 h!)



+++ Gänsehaut-Kreativität: Marketer wollen Satire
Das Video macht Gänsehaut: Weil die Idee soo genial ist, weil sich die Menschen so freuen! Dabei handelt es sich „nur“ um eine Marketingaktion des Jung von Matt-Ablegers in der Schweiz, Jung von Matt/Limat, für Graubünden als Ferienregion. So etwas nennt sich dann „Out-of-Home-Marketing“. Näheres lesen Sie in diesem Meedia-Artikel. Das Prozedere: „Am Hauptbahnhof in Zürich wurde ein Videoschirm installiert, über den [ein] freundlicher Bergdorf-Bewohner Pendler zu sich einlud. Und ihnen sogar vor Ort das Zugticket ausdruckte.“



Die Aufnahme dieser Meldung in den SaSe-Tagessenf erfolgt als Inspiration und Impuls dahingehend, neue Formen der Präsentation und Kommunikation der heute wichtiger denn je satirischen Botschaften zu suchen. Einen Ansatz in diese Richtung machen etwa auch die diversen „Straßenkabarett“-Projekte wie dieses in Franken, Josef Hader in Wien und Siamak Asgari (Webseite) in Köln, der Unterstützer für sein Konzept sucht.



+++ Offtopic: #BoycottGermany – Komm, Schuss, geh nach hinten los!
Ich weiß zwar auch nicht, wie man sich als Deutscher selbst boykottieren könnte, aber egal: Die neue internationale Twitter-Welle tut irgendwie gut und trägt den schwachen Hauch von Hoffnung, dass politisch doch nicht jede Sauerei möglich sein möge? Der Branchendienst Meedia berichtet von der Web-Welle gegen Merkels Euro-Politik und dem Twitter-Trend unter #BoykottGermany!  Der schließt unmittelbar an #ThisIsACoup an.
Auch bei dieser Aktion spielt Humor eine große Rolle:


Ausschnitt aus Bildzitat Screenshot Meedia

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