TS88/15: Zu krass + Zu uninspiriert + Zu langweilig + Zu wahr + Zu hoch

+++ "HuffPo" findet "heute-show"-Häme über Seehofer „krass“
Angesichts der aktuellen politischen Bankrotterklärungen (Bundesverfassungsgericht kippt Betreuungsgesetz!) kann Satire und Kabarett gar nicht krass genug sein. Just my five cents. Doch die HuffPo hat Bauchweh mit dem CSU-Gag der heute-show-(Redaktion): „Die Maut wackelt. Das Betreuungsgeld kippt. Vielleicht sollte sich die CSU wieder auf ihre Kernkompetenzen besinnen: Ausländerhetze, besoffen Autorfahren, Fremdgehen“ (Quelle). Die HuffPo zitiert Gegenstimmen dazu, die der heute-show als Kernkompetenz die „Sommerpause“ zuweisen oder Parallelen wie diese konstruieren: „Kernkompetenzen der heute-show: Hetze gegen kleine Parteien, billige Witze und Rundfunkgebühren kassieren". 


+++ Carolin Kebekus im Interview mit dem "Südkurier"
Die Tageszeitung Südkurier (regional als „Südgeschmier“ bekannt) hat Carolin Kebekus befragt: zu ihrer Synchronsprecherolle in The Minions, zu Provokation und Grenzen, zu ihrer Kindheit und zur Genderfrage. Kein journalistisches Highlight, aber auch ein redlicher Stopfversuch am Sommerloch.


+++ Lars-Reichow-Show sei Flop gewesen
Meedia labelt den ZDF-Versuch Lars-Reichow-Show (Mediathek) als „missglücktes Sommernachts-Experiment“. Der Markus-Lanz-Sommerpause-Ersatz sollte ein unterhaltsamer Talk mit satirischem Anstrich werden. Was daran dann in die Hose ging, darüber informiert auch Quotenmeter. Nur 960.000 Menschen mit einem Marktanteil von 6,8 % (hier) schauten sich die Show an.


+++ Satire wird zur Wirklichkeit: Seherischer "Onion"-Witz
Eigentlich sollte es Satire sein: Die US-Satire-Webseite The Onion hatte fabuliert, dass die USA Israel als Trost für den Iran-Atomwaffen-Deal nun üppig Waffen zukommen lassen würden. Hier die Ursprungssatire vom 14. Juli 2015. Dann: „Einen Tag nach der Veröffentlichung der Satire-Meldung bei “The Onion” meldete die israelische Zeitung Haaretz in vollem Ernst, dass US-Präsident Obama mit Netanjahu über eine Aufstockung des israelischen Militärs gesprochen habe. Die Haaretz-Schlagzeile weist eine große Ähnlichkeit mit der satirischen Schlagzeile von “The Onion” auf“ (Quelle). Den Gleichklang zwischen der satirischen und der faktischen Headline bemerkte dann auch die Redaktion von Haaretz und überließ den Satirikern großzügig den Entdeckerlorbeer.


+++ Österreichischer Boulevard fällt auf "HuffPo"-Satire rein
Es kommt mit schöner Regelmäßigkeit vor. Zu verstehen ist es in diesem Fall besonders nicht: Im gestrigen TagesSenf hatte SaSe auf die HuffPo-Satire zu Helene Fischer verwiesen, der angeblich vom US-Milliardär Warren Buffett 100.000 Millionen Dollar angeboten worden sein sollen, wenn sie mit dem Singen aufhört (TS87/15). Obwohl über dem Text nun wirklich und wörtlich balkenbreit der Hinweis „Satire“ steht, ist das Boulevard-Blatt Österreich auf die Meldung hereingefallen und kolportierte den Vorgang seinen Lesern als Fakt. Aufgedeckt hat diese journalistische Fehleistung der BILDblog (Facebook), was wiederum zu dieser Meedia-Meldung führte.

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