TS9/16: Moralberserker + Netzff-Quallen + Noch einer + Guthaben-Juror

+++ Kabarettist ohne Kabarett: Christoph Sieber
Er ist eigentlich ganz leicht, der Sprung von der Kabarettbühne auf die Kirchenkanzel. Erleben Sie den moralberserkernden Christoph Sieber in seiner (nicht neuen) Rolle als Kabarettist ohne Kabarett, Satiriker ohne Satire, Klempner ohne Werkzeugkasten! Warnhinweis: Das rotfleckige Antlitz des nicht kamerafähig gemachten Darstellers, das immer wieder unangenehm bedrohlich dem Betrachter auf die Pelle rückt, ist eine ästhetische Belastung. Wenn ein derart rot glühender Zinken sonst gern als Indikator für Alkoholabusus genommen wird, zeigt er hier hoffentlich nur den emotionalen Füllstand des predigenden Wüterichs an.


+++ „Sonnenstaatland“: Merkel legt endlich Obergrenze fest …
… und zwar für Brandanschläge auf Flüchtlingsheime. Schreibt Sonnenstaatland!


+++ „Netzffrauen“ (die mit den 2 f): Frauenparkplätze-Quallen
Bei diesem herrlichen Netzffrauen-Thread begeistert auch die geile Grafik! In das Perlen-Kästchen kommt: „Angesichts solcher Quallen [i. e. Netzfrauen-Recherche zum Thema sexuelle Gewalt anhand der Anzahl von Frauenparkplätzen] wirken die Vorfälle in Köln und anderen Städten natürlich sehr relativ.“


+++ Noch ein Satire-Blog: „Gesellschafts-Echo“
Im Bereich Satire-Blogs ist es dann Klappe, die ???: Gesellschafts-Echo. Die Rubriken des Ende 2015 online gegangenen Blogs sind die einschlägigen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Trallala. Die Zielsetzung:

Ziel und Zugleich [sic!] Motivation der Schreiberlinge ist die Unterhaltung ihrer Leserschaft und Öffnung der gesellschaftlichen Scheuklappen eines Jeden. Horizonterweiterung wird hier Groß geschrieben [sic!], Fremdwörter hingegen in der Regel falsch.
Die Redakteure des Gesellschafts-Echos legen Wert darauf, nicht bloß als weiteres Anhängsel der bereits etablierten Satire-Wirtschaft in Deutschland wahrgenommen zu werden, vielmehr wollen sie das fünfte Rad am Wagen des Humorkarrens sein, der über die kaputten Straßen der Entertainment-Republik poltert.
In Abgrenzung zur Satire-Konkurrenz, deren Belegschaft durchschnittlich eine Akademikerquote von weit über 100% [sic!] erreicht und deren Redakteure in der Lage sind, komplexe und zugleich wahre Sachverhalte anspruchsvoll mit Witz zu hinterlegen, hat das Gesellschafts-Echo hier keinerlei Ansprüche an sich selbst. Die Leser sollen die Artikel, Kolumnen, Reportagen und Umfragen als schlichte Unterhaltung anerkennen und vor allem: Verstehen [sic!].
(Gesellschafts-Echo: „In eigener Sache: Das Gesellschafts-Echo stellt sich vor„; Hervorhebg. SaSe).

Die Ansprüche sind also satirisch gering. Zu der Frage, ob das auch für die satirischen Ansprüche gelt, bleibt die Entscheidung den Fans des Genres überlassen.  Im Impressum recht originell wird auf einen Antrag auf einstweilige Verfügung (allerdings nach dem Gewaltschutzgesetz) verlinkt. Als Herausgeber firmiert Florian Ehrenberg, Thomas Olbrisch ist Chefredakteur. Für die Frauenquote der Zunft ist der Blog also kein Gewinn.


+++ Georg Schramm als Gastjuror bei „Unwort des Jahres 2015“
Gegenüber der Frankfurter Rundschau erklärt Georg Schramm seine Erfahrungen als Gast der Unwort-Jury bei der Auswahl des Unwortes 2015 „Gutmensch“.
Denkfunk stellt diese Auswahl zur Diskussion, obwohl Jörg Wellbrock alias Tom Wolf in einem vorangegangenen Faden den Denkfunk-Fans gerade erst unmissverständlich bedeutet hatte, dass ihm Lesermeinungen an der Gesäßfläche vorbeigehen.

Senf zur Unwort-Wahl: … überlasse ich dem Postillon mit Erna Mollenhauer (56) zum fünften Mal zur Weltklofrau des Jahres gewählt

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