SatBur24: Psychotherapeutische Ambitionen jenseits der Stellenbeschreibung: Bürgermeister Achim Kraffts „Arbeitskreis Versöhnung“

Der satirische Podcast!

 

 

Text & Dramaturgie: Karin Burger
Sprecher & Technik: (denkt noch über sein Pseudonym nach)

Für Leser, die über keine Lautsprecher an ihrem PC verfügen, ist untenstehend der reine Text veröffentlicht.

Quellenangaben:
+ Unser besonderer Dank gilt hoerspielbox.deHagelüken konzept /produktion für die kostenfreie Überlassung der Hintergrundgeräusche!
+ Audio-Zitat Achim Krafft
+ Audio-Zitat Achim Krafft
Wichtiger Hinweis: Bei den Krafft-Zitaten handelt es sich AUSNAHMSLOS um Originalzitate, an denen keine einzige Silbe verändert wurde!
+ Loriot YouTube „Auf der Rennbahn

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Sein Langenargen. Da liegt es. An platschenden Wassern.
Mit Sonnenuntergängen.
Jeden quälenden einzelnen Abend! In lückenloser Fotodokumentation auf Facebook!

Der Ort sei friedlich. So sprechen die Verwalter des achtjährigen Zwangsfriedens unter der Herrschaft der Besserverdienenden, Sorglosen und Tropenholzbänke-Fans: der CDU Langenargen, des Bürgermeisters Achim Krafft und der Schwäbischen Zeitung unter Ägide von Basta-Redakteurin Tanja Poimer.

Doch was ist das? Dunkle Wolken über Langenargen? Out of the Blue? Was dräut, was droht den so gut funktionierenden Netzwerken? Netzwerke und Filz, die etwa im Nachbarort Eriskirch dafür gesorgt haben, dass der CDU-Fraktionsvorsitzende unter dubiosen Umständen ohne Ausschreibung zu extrem vergünstigten Grundstückkäufen gelangen konnte? Verträge dazu sucht man vergebens …

Oh, bitte nicht das: Es ist …. eine … fasse ich mich? … Es ist eine …. WAHL?

Die schlimmste derer: eine … Bürgermeisterwahl!

So eine Bürgermeisterwahl ist solange kein Problem, solange es keinen Gegenkandidaten gibt. Darauf hatten die Herrscher im sedierenden Licht des ewigen Murmeltier-Abendrots so fest vertraut. Dann plötzlich das: ein Recke aus dem Norden ante portas! Mit Bart und Qualifikationen. Ein Zauberer, der kann, was Krafft so bitter entbehrt: k o m m u n i z i e r e n!

Hui, wie gemein!

Nun gerät alles ins Wanken: Die ganze von CDU, Krafft und Poimer via regelmäßiger Ansage über die Jahre hinweg hinzementierte Harmonie zeigt Risse. Tiefe … Risse! Abgründe gar.

Es kommt zum Äußersten: Die anderen 50 Prozent jenseits der CDU-Netzwerke greifen zum Wort und am 8. November sogar zum Kreuz! Statt in guter christlicher Tradition jemanden an solches zu nageln, kreuzen sie auf dem Wahlzettel den nordischen Recken an. Poimer ordert noch vergebens: „Es reicht! Es reicht! Nun reicht es aber!“ Allein: Es reicht noch lange nicht!

Schon ist die ganze „Bürgermeisterfamilie“ des Trostes, der Zuwendung, des Zuspruchs, der Unterstützung und Betreuung dringend bedürftig. Ein gellender Hilferuf auf Facebook!

Doch nicht allein dort. Auch aus den Briefkästen quillt Kraffts intellektuelle Not … auf Papier mit eigentümlichen Bekenntnissen zu seinem Demokratieverständnis:

Zitat: „Mit großem persönlichen Einsatz warben bzw. werben gleich mehrere Bewerber um Ihre Unterstützung bei den Bürgermeisterwahlen. Dies ist grundsätzlich sehr erfreulich.“ Zitatende.

Aha: So eine Wahl ist nur „grundsätzlich sehr erfreulich“, aber nicht im Allgemeinen? Im Besonderen? Im besonders straff geführten Langenargen?

Die Botschaft ist deutlich: Man hätte auf diese Wahl eigentlich auch sehr gut verzichten können. Aber nein …

Können wir etwas Erbauung haben?

Nun krallt Krafft zum Äußersten: Er droht.

Zitat: „Nach den Wahlen werde ich einen >Arbeitskreis Versöhnung< initiieren.“ Zitatende.

Aaaaa-Arbeitskreis Versöhnung.
Arbeitskreis Versöhnung.

Diese tollkühn artikulierten Ambitionen zur psychotherapeutischen Begleitung der Langenargener Bürger weit jenseits der Stellenbeschreibung eines Bürgermeisters entspringen offensichtlich der volkstümlichen Empfehlung: „Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis!“

Wie immer bei Krafft fehlen alle weiterführenden Informationen zu dieser geplanten Installation par ordre du mufti … und vor allem ohne vorausgegangene Bedarfsermittlung.
+ Wer soll diesen Mist bezahlen? Werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen?
+ Wenn man gewisse Langenargener Bürger und Blogger mit Krafft, Karl-Heinz Scheriau und Ralph Seubert zusammen in einen Raum sperrt, müssen dann Rotes Kreuz und Feuerwehr hinzugerufen werden?
+ Was genau ist der geplante psychotherapeutische Ansatz: Eher tiefenpsychologisch oder verhaltenstherapeutisch? Denkbar wären bei letztgenannter Methode gemeinsame Übungen zum korrekten Ausfüllen von … Stimmzetteln? Und natürlich: Schweige-Meditationen.
Viele.
Lange.
Massenhafte.

Natürlich gibt es zum Verzeihen jede Menge Anlass! Wie etwa soll man seinem Bürgermeister den brüllenden Bullshit jemals verzeihen, den er im Wahlkampf in seinen diversen Videos verklappt hat:

Spannende Wochen liegen hinter uns und werden uns auch die nächsten Wochen hier in Langenargen noch begleiten.

Das muss man erst einmal hinkriegen: Wochen, die zwar hinter uns liegen, aber dennoch keck anheben, uns auch in den nächsten Wochen wieder zu begleiten! Die Biester müssen uns unterwegs irgendwo unbemerkt überholt haben?

Wahrscheinlich war es auch dieser kühne Eingriff Kraffts in das Raum-Zeit-Gefüge, das den ja doch nur neidischen Albert Einstein auf jenem berühmten Foto veranlasste, den Langenargener Bürgern die Zunge herauszustrecken.

Bitte noch mal:

Spannende Wochen liegen hinter uns und werden uns auch die nächsten Wochen hier in Langenargen noch begleiten.

Gib’s mir noch mal!

Spannende Wochen liegen hinter uns und werden uns auch die nächsten Wochen hier in Langenargen noch begleiten.

Da hat Achim Krafft natürlich schon Recht. Mit seinem Arbeitskreis. Tatsächlich stellt sich für Langenargen und die Welt die Frage, wie kann Versöhnung überhaupt noch möglich werden nach so einem Dummfug?

Doch wenden wir den Blick ab von diesem Grauen. Wenden wir den Blick hin zu Kraffts – ja, nennen wir es ruhig beim Namen: zu Kraffts „Leistungsbilanz“. Werden Sie Zeuge des unfassbar spannenden Geschehens rund um den Kulturtreffpunkt Münzhof:

Aber wir werden uns auch daran erinnern, dass es möglich war, einen neuen Bühnenvorhang dort zu etablieren.

Potz, Blitz und Regenwurm!
Rost, Ruß und Rindenmulch!

Natürlich werden wir uns erinnern! Wer wollte so etwas je vergessen: ein etablierter Bühnenvorhang … als Leistungsnachweis und Wahlempfehlung für das Bürgermeisteramt!

Viel ist der Menschheit schon gelungen: Der Flug zum  Mond. Der größte Mikrochip der Welt wurde einst in der DDR gebaut. Wähler Krafft’scher Traumkonstellation wählten sogar einen Orangen-Gorilla zum amerikanischen Präsidenten. Aber all das wird ähnlich verschattet wie die Terrasse des Langenargener Hotel Seevital durch diese Großtat:

Aber wir werden uns auch daran erinnern, dass es möglich war, einen neuen Bühnenvorhang dort zu etablieren.

Ein Bühnenvorhang.
Etabliert.
Und das: gedurft!

Kyrie eleison.

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