Tag Archiv:Bürgermeister Achim Krafft

TS119/20: Verzweifelte Bürgermeistersuche in Langenargen: Ganz heißer Ritt

Puuh! Boah. Öhm: Hammer! Die Verzweiflung in Langenargen über den amtierenden Bürgermeister Achim Krafft muss ja riesig sein, wenn die Bürger jetzt schon auf eigene Kosten Stellenanzeigen zu dessen im November 2020 neu zu besetzenden Amt schalten. Neben der offiziellen Stellenausschreibung im baden-württembergischen Staatsanzeiger gibt es aktuell dort auch noch eine privat finanzierte Anzeige; mit einer dreiwöchigen Laufzeit.

Im Staatsanzeiger macht das auch Sinn. Dort wird eine solche Anzeige am ehesten auf die Zielgruppe treffen. In einer Tageszeitung wie dem Südkurier eher nicht … ?
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Bildzitat Screenshot Online-Stellenportal „Jobs im Südwesten“ Südkurier
(Die Kontaktdaten der ausschreibenden Privatperson wurden zu deren Rechteschutz von mir unkenntlich gemacht.)

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Der für obige Anzeige angegebene „Arbeitgeber“ ist der Landarzt und „Forum“betreiber Dr. Hartmut Walter in Langenargen. Erstaunlich ist die Verwendung des Langenargen-Logos in der Stellenanzeige. Finde ich ja toll, dass der Rechteinhaber Dr. Walter das erlaubt hat?

[Tür des Redaktionsbüros wird aufgestoßen, jemand stürmt in mein Büro …]

Aber wieso nimmt mir jetzt gerade jemand die Tastatu

 

Aktualisierung vom 01.09.2020 / 23.59 Uhr:
Obwohl Dr. Walter dieser Redaktion sonst nicht die Ehre der Kommunikation erweist oder gar wichtige Artikel dieses Blogs verlinkt, erreicht mich nachstehende höchst erstaunliche E-Mail in den späten Abendstunden des Veröffentlichungstages. Sie kommt ohne die üblichen Höflichkeitsstandards aus, also ohne Anrede, Grußformel etc. Es handelt sich offensichtlich um eine Weiterleitung der Protestmail des Langenargener „Arbeitgebers“ (für den künftigen BüM daselbst) Dr. Hartmut Walter an den Südkurier.

Der Inhalt spricht für sich selbst:

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich [sic] habe am 29.08 die sich im Anhang befindliche anonyme[sic] Stellenanzeige aufgegeben. Ich war völlig überrascht [sic] als ich jetzt erfuhr, dass  ohne mein Zutun eine „Information zum Arbeitgeber“mit dem Logo der Gemeinde Langenargen, meinem Namen und meiner E -mail Adresse [sic] zusätzlich daneben beigefügt war. Soll das noch anonym sein?  Ich wurde diesbezüglich nicht aufgeklärt! Wie kam man darauf, dass ich der Arbeitgeber bin und das Logo führen darf?
Bitte entfernen sie [sic] diese  Seite umgehend, vor allem das Logo [sic]
Dr. Hartmut Walter
(E-Mail ex Dr. Hartmut Walter, Langenargen, [auch?] an den Südkurier, wohl zur Kenntnisnahme auch an diese Redaktion am 01.09.2020 / 22.05 Uhr weitergeleitet)

Sollen wir alle jetzt Trost in der Tatsache finden, dass den Mitarbeitern des Südkurier auch nicht mehr Höflichkeit zuteil wird als den anderen Adressaten dieser Mail und mir?

Zwar stoße ich im hohen Alter immer wieder auf enorme Bildungslücken bei mir selbst (wer hätte je erfiebert, dass es „Bürgermeistermacher“ gibt?), von „anonymen Stellenanzeigen“ jedoch habe ich wirklich noch nie gehört! Besteht bei der Zielgruppe von dieser Anzeigenvariante nicht ein ureigenes und sehr verständliches Interesse dafür zu erfahren, wer hinter solch einer Anzeige steht? Einer Stellenanzeige, bei der man doch vielleicht auch wissen möchte, wer der Arbeitgeber ist? Nicht? Okay, ich lerne derzeit jeden Tag dazu …

SaSe-Leser nehmen bitte das obige wirre Geschreibsel auf dem orthografischen Niveau eines Hauptschülers zur Kenntnis und schieben den Schwarzen Peter dem Südkurier zu, dem ich ansonsten alles Mögliche zutraue. Aber dass die Mitarbeiter dort den Inserenten „anonyme Stellenanzeigen“ verkaufen doch eher nicht?

Wie immer enthält aber auch das zeitgeschichtliche Dokument oben einen zutiefst wahren Kern: „Ich wurde nicht aufgeklärt.“ Stimmt! Hierzu nicht und zu vielen anderen Themen, die von Dr. Walter auf seinem „Forum“ wutentbrannt beschrieben werden, auch nicht …

TS118/20: Langenargen: Ein Frosch im Vogelhaus und Unwillkommene ohne Kochmöglichkeit

[Aktualisierung am 30.08.2020 / 20.53 Uhr: Das Foto der Elektroinstallationen stammt NICHT aus der Unterkunft in Langenargen! Das war ein Missverständnis zwischen der Kollegin und mir. Die defekten Elektroinstallationen finden sich in der Flüchtlingsunterkunft in Kressbronn!]

Stand der demokratischen Dinge: Staatsnager pflanzen im Schutz der Berliner Querdenker-Demo die Reichsflagge auf den Stufen des Reichstages auf. Und der Bürgermeister von Langenargen, Achim Krafft, freut sich auf seinem Facebook-Account über das Foto eines Frosches in einem Vogelhäuschen, derweil die von seiner Verwaltung frisch umgetopfte Flüchtlingsfamilie in der neuen Unterkunft noch nicht einmal eine Kochmöglichkeit hat.

Was von beiden obigen Szenarien sagt mehr über den Zustand von Demokratie (und Empathie) in unserem Lande aus?

Es gibt wohl wenig, was dem Langenargener Bürgermeister gleichgültiger ist als das Wohl und Wehe der in Langenargen ganz besonders Unwillkommenen? Die bisher in einem Drecksloch erster Güte (Untere Seestraße) untergebrachte Flüchtlingsfamilie wurde vergangene Woche erneut „umgesetzt“. Daran dürfte die kritische Berichterstattung des Südkurier (hier) nicht ganz unschuldig sein (Senf dazu)?
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782 Euro für 2 Zimmer mit Ungeziefer
Für das Drecksloch in der Unteren Seestraße nachzutragen ist noch die für Langenargen zu belegende, ansonsten auch nicht unbekannte Tatsache, dass sich Kommunen und private Vermieter über die Geflüchteten möglicherweise bereichern. Für die genannte und mit zahlreichen Fotos im Südkurier-Artikel und auf dem Blog Agora-La als Drecksloch belegte Unterkunft, bestehend aus zwei Zimmern ohne reguläres Bad für eine achtköpfige Familie, hatte dieselbe sage und schreibe 782 Euro Miete pro Monat an die Gemeinde zu berappen. Dieser Horrorbetrag setzt sich zusammen aus 332,00 Euro Kaltmiete und 450 Euro für „Wasser, Heizung und Abfall“. Wobei: Das mit dem Abfall darf man nicht ernstnehmen. Die Kollegin Elke Krieg hatte wiederholt darüber berichtet, dass der achtköpfigen Familie nur eine Mülltonne für einen Ein-Personen-Haushalt zur Verfügung gestellt worden war. Bis wenige Tage vor dem erneuten Umzug.

Bezahlen muss solche meiner Meinung nach nur als Wuchermieten zu bezeichnenden Beträge natürlich der Steuerzahler, denn der größere Teil der Familie bezieht Hartz IV. Weiterlesen

TS109/20: Langenargen: Integrationsbeauftragter droht traumatisierter Mutter mit Wegnahme der Kinder

Ein aktueller und ganz hervorragender Südkurier-Artikel zur Flüchtlingsunterkunft Untere Seestraße in Langenargen zeigt den Idealfall im Lokaljournalismus: Synergie-Effekte der Berichterstattung über einzelne Medienhäuser und Blogs hinweg! Nachstehend zu Be-Senfendes ist leider in dieser Herrlichkeit ein viel zu seltener Einzelfall. Als solcher ist er hinsichtlich der Mitwirkung des Südkuriers der brillanten freien Mitarbeiterin Katy Cuko zu danken!

Die Bloggerin Elke Krieg, die in Langenargen lebt, hatte den Fall einer afghanischen Flüchtlingsfamilie im Juli 2020 aufgegriffen und auf ihrem Blog Agora-La mehrfach über die katastrophale Unterbringung durch die Gemeinde berichtet (hier). SaSe wiederum hatte Kriegs Berichterstattung verlinkt und besenft (hier). Der junge Langenargener Gemeinderat Tizio Pfänder hatte dann in der letzten Gemeinderatssitzung Bürgermeister Achim Krafft unter dem Punkt „Diverses“ offen auf die Missstände, von denen er sich zuvor persönlich überzeugt hatte, angesprochen und die Unterbringung als „menschenunwürdig“ bezeichnet (SchwäZ berichtete, SaSe kuratierte).
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Bild von Markus Winkler auf Pixabay

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Ritterschlag für
Agora-La von der SchwäZ
Auch die Redakteurin Tanja Poimer von der Schwäbischen Zeitung hatte den Vorgang im Rahmen ihrer Gemeinderatsberichterstattung aufgegriffen. Dafür wurde sie von einem anderen Blog in Langenargen aufs übelste und sehr ungerecht attackiert. Offensichtlich verstehen die „Kritiker“ dort nicht, was Gemeinderatsberichterstattung ist und was sie zulässt. Die Kritik an Poimer ist also hier nicht nur ungerechtfertigt. Sie ist auch noch unterirdisch dämlich! Weiterlesen

TS106/20: Langenargen: Tizio Pfänder – ein couragierter Gemeinderat mit Haltung

Der Bürgermeister-Wahkampf in Langenargen hat nicht offiziell, aber spürbar  doch schon begonnen. Das merkt man nicht zuletzt an solchen Phänomenen. Nebeneffekt: Mehr Menschen gucken genauer hin. Dabei stellen sie das fest, was mir und meiner Blogger-Kollegin Elke Krieg immer wieder von zufälligen Zeugen, betroffenen Gemeinderäten und Beobachtern berichtet wird: Wie respektlos und teilweise bevormundend Bürgermeister Achim Krafft gelegentlich mit seinen Räten umgeht.

Deshalb bekommt ein Vorgang in der jüngsten Gemeinderatssitzung ganz besonderes Gewicht. Da nämlich hatte der grüne Gemeinderat Tizio Pfänder es gewagt, die skandalösen Missstände in der Unterbringung von Geflüchteten anzusprechen.

Wochen zuvor hatte Elke Krieg hier darüber berichtet. Auch SaSe hatte sich dem angeschlossen. Ansonsten ist in Langenargen dazu nichts weiter passiert – außer dass die Gemeinde inzwischen Schabenfallen hat aufstellen lassen. Man beachte die Reihenfolge: Das Ungeziefer wird erst bekämpft, nachdem schon wochenlang Menschen in dem versifften Drecksloch „wohnen“ müssen.
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Das muss man sich mal reintun: Obwohl Langenargens Bürgermeister Achim Krafft die Untere Seestraße schon vor fünf Jahren als nicht mehr für Menschen geeignet bewertet hatte, steckt man wieder eine ganze Familie in das auch von Ungeziefer verdreckte Loch. Nach entsprechenden Veröffentlichungen dazu schickt die Gemeinde jemanden vorbei, der die Hütte mit „Schabenklebefallen“ bestückt! Das hier ist KEIN Symbolfoto, sondern eine Aufnahme von diesen Dingern in der Unterkunft in Langenargen!
Foto: Elke Krieg

Pfänder hatte sich vor der jüngsten Gemeinderatssitzung selbst einen Eindruck von den Verhältnissen in der Unteren Seestraße verschafft. Und er sei entsetzt gewesen. Dieses Entsetzen artikulierte er dann unter dem Punkt „Verschiedenes“. Was dem folgte, fasst die SchwäZ-Redakteurin Tanja Poimer in die Überschrift: „Zoff um Zustand der Notunterkünfte“. Weiterlesen

TS102/20: Langenargen: So unterstützt SchwäZ-Schreiber Andy Heinrich den Bürgermeisterwahlkampf

Kardiale Hyperthermie ist ein physiologisches Phänomen, das es (vermutlich) gar nicht gibt. Zumindest nicht in der exklusiv ans Herz gekoppelten Wort-Kombi und im Pschyrembel. Der Begriff wurde wieder mal von SaSe erfunden. Und zwar extra für den herzerwärmenden Fall des freien Mitarbeiters der Schwäbischen Zeitung Andy Heinrich.

Der glänzte ja früher damit, auf seiner gewerblichen Fotografen-Homepage ausdrücklich damit zu werben, dass die Gemeinde Langenargen ein „zuverlässiger Partner“ seiner gewerblichen Tätigkeit sei.

Nach der kritisierenden SaSe-Berichterstattung darüber, dass hier ein Mitarbeiter der SchwäZ nebenher auch noch Aufträge der Gemeinde Langenargen übernimmt und damit keineswegs mehr „unabhängig“ berichten kann, verschwand der Eintrag (vgl. Screenshots in TS05/19). Gleichzeitig konnte Andy Henrich sich dazu aufraffen, sein Impressum aufzuhübschen i. e. den rechtlichen Anforderungen an ein solches anzupassen.
Donnerwetter.

Die Gemeinderats- und sonstige politische Berichterstattung der Schwäbischen Zeitung für Langenargen wird hauptsächlich durch die Redakteurin Tanja Poimer und eben den freien Mitarbeiter Andy Heinrich abgeknechtet. Wobei besonders Heinrich immer wieder (siehe oben) dadurch auffällt, dass er sich auf journalistischen Standards das von SaSe-Stammlesern an dieser Stelle schon erwartete Ei backt!

Gerade erst hatten wir es auf diesem Blog von den zahlreichen Restriktionen, denen etwa Gemeinderatsfraktionen und – streng lege artis auch die BüMs – in dem sensiblen Zeitraum vor einer Wahl unterworfen sind (hier).

Aber der SchwäZ-Schreiber Andy Heinrich ist – so mein Eindruck – weder den journalistischen Standards noch dem Anstand in einer Minimalversion noch diesen speziellen Restriktionen im Vorfeld von Wahlen unterworfen. Das zumindest zeigt der Facebook-Account von Langenargens Bürgermeister Achim Krafft (CDU). Weiterlesen

TS100/20: Corona: Südkurier kritisiert mangelnde Infos ex Landratsamt Bodenseekreis

Dann muss die Lage aber schon wirklich verzweifelt sein: Wenn der Südkurier sich in einem Kommentar zu deutlicher Kritik an der Informationspolitik des Landratsamts Bodenseekreis aufrafft: „Steigende Corona-Fälle: Informationen der Behörden sind Mangelware“.

Übersehen wir jetzt einmal großzügig den sprachlichen Unsinn in der Headline: Fälle können nicht steigen; höchstens die Anzahl derer. Konzentrieren wir uns auf das Positive und konservieren dieses seltene Stück kritischen Journalismus der Lokalberichterstattung.

Einen Teil des Mutes dazu bezieht Redakteurin Kerstin Mommsen sicherlich aus dem brisanten Thema, um das es geht: Corona und die aktuellen Infiziertenzahlen im Bodenseekreis. Die Journalistin beklagt, es sei schwierig, an präzise Informationen aus dem Landratsamt zu kommen. Von dort kämen nur „dürre Pressemitteilungen“ (siehe dazu Situation im Landkreis Biberach hier).

Die Presse weiß zwar von 31 Infizierten, kann aber nicht in Erfahrung bringen, wo diese Menschen leben bzw. herkommen. Aber genau das ist eine wichtige Info für die Bevölkerung. Auch die Anzahl weiterer Verdachtsfälle sei ungeklärt, ebenso wie das vom Landratsamt gefahrene Test-Regime. Weiterlesen

TS97/20: Schande über Langenargen: Menschenunwürdige Flüchtlingsunterbringung

Was wichtig ist in Langenargen, das steht in der SchwäZ. Wichtig in Langenargen sind: Tourismus-Infrastruktur für Reiche (z. B. Yachthafen, Luxustoiletten mit enormen Betriebskosten), Überfluss, Entspannung, Genuss, Völlerei und Hedonismus. Das Ganze abgesichert durch einen von der Gemeinde beauftragten Sicherheitsdienst, der stark nach rechts ausfranst (hier).

Was wichtig ist in Langenargen, das steht in der SchwäZ. Zum Beispiel über das Sternerestaurant SeeVital

Entspannung und Genuss: Das will Michael Ritter seinen Gästen bieten. Die Basis dafür bilden zwei Hotels samt Gastronomie direkt am Bodensee. Star seines Ensembles: Das Fine-Dining-Restaurant „SEO Küchenhandwerk“, das der renommierte Führer „Guide Michelin“ Anfang März mit einem seiner begehrten Sterne ausgezeichnet hat.
[…]
Wem Sinn und Portemonnaie nicht nach acht Gängen für 144 Euro (mit Weinreise 210 Euro) und der ganz gehobenen Küche stehen, der kann im anderen Teil des Lokals wieder im „Pasta Nr. 1“ Platz nehmen. Benannt nach Michael Ritters gleichnamigem Kochbuch und ihm zufolge „aufgebaut wie eine Reise durch Italien. Es gibt Snacks, Pasta, aber auch geschmortes Fleisch oder Meeresfrüchte.“
(Schwäbische Zeitung 28.05.2020: „Langenargener Sternerestaurant taucht aus der Krise auf“; Hervorhebg. K. B.)

Die Corona-Krise ist der Berichterstattungsvorwand für diesen vierten einer Serie von in auffallender zeitlicher Dichte (08.05.2019; 30.06.2019; 04.03.2020; 28.05.2020) erscheinenden SchwäZ-Artikeln. Allerdings vermag ich einige derer kaum von purer Werbung zu unterscheiden. Meine Bewertung „Vorwand“ stützt sich auch auf die frappierende Tatsache, dass offensichtlich nur das Wiederauftauchen des Dekadenztempels Hotel SeeVital aus der Krise interessant ist. Der angebliche redaktionelle Beitrag berichtet nicht darüber, wie andere Gastronomen in Langenargen die Krise überstanden haben. Weiterlesen

TS86/20: Bürgermeister-Wahlkampf Langenargen: Achim Krafft oder Leben?

Im Moment sieht es Corona-technisch gut aus in Deutschland: Die Zahl der Neuinfektionen ist niedrig. Immer wieder Aufsehen erregen allerdings die jüngsten „Superspreader“-Ereignisse wie etwa die Feste einiger Großfamilien in Göttingen oder auch diverse Gottesdienste. Das Problem an diesen Events: „Wenige Infizierte sind für [den] Großteil der Fälle verantwortlich“ (Quelle).

Die aktuell geltende Corona-Verordnung Baden-Württemberg für „Großveranstaltungen“ legte die maximale Teilnehmerzahl auf 100 Personen fest (aktueller Abruf vom 11.06.2020).

Trotzdem wollen der Langenargener Bürgermeister Achim Krafft und sein Gemeinderat am 21. Juli 2020 eine Einwohnerversammlung in der Festhalle ausrichten. Die dabei angenommene Teilnehmerzahl liegt eindeutig über dem von der Landesregierung festgelegtem Maximum:

Weil am Sonntag, 8. November, die Bürgermeisterwahl ansteht, komme ein Termin im Herbst aus Neutralitätsgründen nicht infrage, heißt es in der Sitzungsvorlage. Achim Krafft kündigte an: „Unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln bekommen wir in der Turn- und Festhalle 150 Menschen unter.“ Zum Vergleich: Die letzte Einwohnerversammlung im Oktober 2019, die wie üblich im Münzhof über die Bühne ging, besuchten etwa 80 Langenargener. Im September 2018 waren es ungefähr 160.
(Schwäbische Zeitung 07.06.2020: „Trotz Corona: Einwohnerversammlung findet statt“)

Einige Langenargener zeigen sich irritiert ob des ganz neuen Eifers ihres Bürgermeisters zu diesem Thema. Der allerdings ist eventuell aus der im November stattfindenden Bürgermeister-Wahl erklärlich. Weiterlesen

TS77/20: Nichtöffentliche öffentliche Gemeinderatssitzung in Langenargen

Allmählich ermüdet es. Es ermüdet Berichterstatter, Blogger*innen und Bürger, mit welchen Mitteln sich Kommunalverwaltungen vor ihrer verdammten Pflicht der Transparenz und Öffentlichkeit von Gemeinderatssitzungen drücken. Hier der Fall in Ochsenhausen, wo die Zuhörerzahl kraft souveräner Willkür über Gebühr begrenzt wurde. Und das bei 16 Tagesordnungspunkten mit vielen Bauanträgen! Auch wenn ein entsprechender Eilantrag beim Verwaltungsgericht Sigmaringen nicht überzeugen konnte, die Kritik an solchen Tricks und Mätzchen der Bürgermeister und Verwaltungen bleibt bestehen. Der Antrag war ohne anwaltlichen Beistand formuliert worden. Keine gute Idee.

Bitte lesen Sie des Weiteren diesen Bericht der Kollegin Elke Krieg über die gestrige Gemeinderatssitzung in Langenargen. Eigentlich wäre hier schon wieder ein neuer Eilantrag ans Verwaltungsgericht fällig, weil die von Krieg berichteten Verstöße die in der Sitzung gefassten Beschlüsse unter Umständen hinfällig machen: Wichtige Sitzungsunterlagen sind weder über das Ratsinformationssystem und schon gar nicht bei der Sitzung in Papierform für die Bürger verfügbar. Die Presse wird im Rücken der Gemeinderäte platziert. Dort können Berichterstatter weder einzelne Redner zweifelfrei identifizieren noch steht ihnen deren Mimik für die Interpretation des Gesagten zur Verfügung. Der Versammlungsleiter Bürgermeister Achim Krafft macht einen schlecht vorbereiteten und insgesamt überforderten Eindruck. Abstimmungen werden wiederholt, bis das Ergebnis passt.

Und die Hottentotten sind ganz grün vor Neid!

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