TS34/16: „Fifty Shades of Traudl“ und andere Schattierungen von Perversion

+++ Wirbelsorgende Putin-Persiflage
Am meisten freut mich, dass dieser sensationelle Erfolg einem (bisher) eher unbekannten Künstler zufällt: dem slowenischen Komiker Klemen Slakonja. Der hat eine Video-Persiflage über Putin produziert, welche die HuffPo mit der Headline Diese Putin-Satire sorgt gerade für richtig Wirbel bewirbt. In Slowenien habe der Clip schon mehr Zugriffe produziert, als das Land Einwohner hat. Eine Textzeile des Songs bietet an: „You want my gas? Well you can kiss my ass!“ Auf YouTube steht der Zugriffszähler auf über drei Millionen. Der stern weiß auch etwas und veröffentlicht den gesamten Songtext.

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+++ Die Strafe für Sachsen: Satire aushalten

Iss so: Die auffallende Ballung rassistischer Übergriffe in Sachsen hat nicht nur zu einer bundesweiten Diskussion, sondern auch zu den entsprechenden Satire-Produktionen geführt. Die Dresdner Neuesten Nachrichten greifen diese auf und bitten sächsische Künstler wie den Autor André Hermann und den Poetry-Slammer Julius Fischer zum Statement.


+++ Wieder ein „Postillon“-Burner: NfDAP
Nachdem Der Postillon jetzt vorgedacht hat, fragt man sich, warum noch keiner vorher darauf gekommen ist: “NPD und AfD schließen sich zur NfDAP zusammen“.

Andererseits: AfD will NPD anzeigen!


+++ Die gefährliche Übersättigung an politischer Korrektheit
Man könnte meinen, Satiriker und Kabarettisten seien direkt angesprochen? Die Kolumnistin Tamara Wernli outet sich in einem Beitrag in der HuffPo befreiend politisch unkorrekt. Sie geht bekennend zum Äußersten: „Manchmal nenne ich Schwule schwul statt homosexuell“. Ihre Geständnisse sind mutig, wohltuend und dürften den Nerv auch vieler Lenkfunk-Konsumenten treffen.


+++ „Die Wiwaldi-Show“: „Fifty Shades of Traudl“
Ich glaube, der ARD ist da gestern Abend ein Fehler unterlaufen? Normalerweise werden die besseren Sendungen doch früher ausgestrahlt als die komatöseren? Warum müssen sich die Zuschauer dann erst durch die Altmänner-Satire-Sendung Nuhr im Ersten quälen – auch wenn die gestern mit Hazel Brugger und Alain Frei sympathisches Schweizer Jungblut zu bieten hatte – bevor sie endlich herzlich und gesichtsverzerrend lachen dürfen? In der Wiwaldi-Show! Es war zwar „nur“ ein „Best of“, dafür aber moderiert von Horst Pferdinand und dem Jammerlappen. Und das dort abzugreifende Lachen trägt den vom Moralkeulen-Gewitter der politisch Korrekten gebeutelten Perspektivensucher weiter als das Lügenpresse-Lamento von Dieter Nuhr. Zum Beispiel bei „Fifty Shades of Traudl“ (hier ab 1.13). Wer sich etwas für das kommende Wochenende und die dort zu erwartenden politischen Katastrophenmeldungen zur Landtagswahl wappnen möchte, kann sich über dieses Best-of noch einmal mit Humor immunisieren!


+++ Offtopic: „AfD – Deutsch, Deutsch – AfD“
VICE hat in Zusammenarbeit mit der Amadeu Antonio Stiftung ein Lexikon der rechtspopulistischen Rhetorik erstellt, das die beliebtesten Dikta der „alten Naiven“ (copyleft: Kebekus) übersetzt und Vorschläge zur Gegenrede macht.

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