TS115/20: Anonyme Briefe Achberg: Das komplette Versagen der Lindauer Zeitung als vierte Gewalt

So, Unterhaltung und Spannung auf SaSe für die nächsten Wochen sind garantiert. Mein Kalkül ist endlich aufgegangen: Ich habe jetzt Kontakt zu der Gruppe Kritische Achberger Bürger (KAB), welche die anonymen Briefe an das Landratsamt Ravensburg, Bürgermeister Dr. Johannes Aschauer und die „Presse“ geschrieben haben.

Danke in diesem Kontext auch noch einmal an „Herbert M.“, der die Achberger in seinem Leserkommentar unter dem SchwäZ-Artikel „Achbergs Gemeinderat hat die anonymen Schikanen satt“ auf meinen Blog aufmerksam gemacht hat. Das hat funktioniert!

Wie tendenziös und skandalisierend die Berichterstattung der SchwäZ– i. e. der Lindauer Zeitung im Fall „anonyme Briefe Achberg“ ist, hatte ich ja schon an der Verwendung des Begriffs „Schikanen“ in der Überschrift des Zeitungsberichts hier aufgezeigt. Für „Schikanen“ bedarf es einer Form des Abhängigkeitsverhältnisses, das in Achberg gar nicht gegeben ist.

Zwischendurch hatte ich auch schon Mailkontakt mit Bürgermeister Dr. Johannes Aschauer selbst. Der bot mir trotz seines Krankenstandes zu dem Zeitpunkt an, für ein Gespräch mit mir nach Meßkirch zu kommen. Erst nachdem ich ihn auf mögliche dienstrechtliche Konsequenzen eines solchen Treffens während seines Krankenstandes hingewiesen hatte, nahm er davon wieder Abstand.

Weißte Bescheid …

Überdies verweigerte Dr. Aschauer mir die Herausgabe der so reichlich beschimpften und verunglimpften anonymen Briefe, die von den Verfassern ja ohnehin an Franz und Lotte sowie die „Presse“ (leider nur die SchwäZ i. e. Lindauer Zeitung) verschickt worden waren.

Solche Weigerungen sind immer zuverlässiger Hinweis darauf, dass die infrage stehenden Briefe substantielle Kritik enthalten.

Inzwischen liegen diese mir vor. Bingo: Sie enthalten absolut handfeste und ernstzunehmende Kritik!
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Bild von TheDigitalWay auf Pixabay

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Der Unterschied zwischen KAB und anderen „Kritikern“ in Achberg
Zwischendurch hatte ich Kontakt zu einem weiteren „Informanten“ in Achberg. Der legte von Anfang an großen Wert auf die Feststellung, dass er nicht zu der KAB-Gruppe gehöre.

Auch dieser Informant hatte substantielle Kritik gegen Bürgermeister und Verwaltung vorzubringen. Die bezog sich allerdings vorzüglich auf seine persönlichen Belange und eine seit Jahrzehnten zwischen Gemeinde und dem Informanten schwelende Baurechtsangelegenheit.

Der Informant schickte mir per E-Mail bergeweise hochbrisante Dokumente. Ich brauchte Stunden, um all diese Dokumente herunterzuladen, zu sichten und zu archivieren. Nachdem der Beschwerdeführer jedoch feststellen musste, dass ich nicht alle seine Aktionen in den vergangenen Jahrzehnten und in jüngerer Zeit „toll“ finde, zog er sich beleidigt zurück. Er verbot  mir ausdrücklich, die mir überlassenen Dokumente publizistisch zu verwenden.

Das ist in einem Fall (betr. einen Brief vom Bürgermeisteramt Achberg an eine Kreisbehörde) ganz besonders tragisch. Denn dieses pur denunziatorische Schreiben des Bürgermeisters belegt bündig die Kritik der KAB in ihren (anonymen) Briefen, Bürgermeister Dr. Aschauer versuche gelegentlich, einzelnen, ihm missliebigen Bürgern persönlich zu schaden. Der Beweis dafür liegt mir vor.

Dabei bedient er sich, wie das mir vorliegende Dokument beweist, auch so zweifelhafter Methoden wie reines Hörensagen (der Volksmund nennt es „Tratsch“) sowie mutmaßlich widerrechtlich angefertigter Fotos, die ohne Wissen des Fotografierten von diesem bei Tätigkeiten auf seinem eigenen Grundstück (!) angefertigt wurden. Möglicherweise ein Verstoß gegen das Recht am eigenen Bild sowie weitere Rechtsverletzungen?

Das ist ein – wenn auch zeitlich weit zurückliegender – skandalöser Vorgang, der allein schon eine Entfernung Aschauers aus seinem Amt rechtfertigen könnte.

Die Kritikunfähigkeit des Informanten und sein mimosenhaftes Getue verhindert eine entsprechende Verwendung des so aussagekräftigen Dokuments. Schade. Diesem Kritiker geht es also doch nur um persönliche Befindlichkeiten.

Zur Information des Informanten, über den ich mich maßlos geärgert habe: Sie können mir vielleicht die Verwendung des Dokumentes als solches verbieten.  Den (publizistischen) Gebrauch der Kenntnis dieses Dokuments können Sie mir aber nicht untersagen!
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Bild von Pete Linforth auf Pixabay

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Alle anonymen Achberg-Briefe werden auf
SaSe veröffentlicht
Die KAB aber sind offensichtlich eine ganz andere Kategorie von Kritikern. Und sie sind jetzt mit mir in Kontakt getreten. Ich habe einen dicken Brief ohne Absender per Post erhalten. Der Brief enthält ein ausführliches Anschreiben an mich. Darin wird unter anderem erklärt, dass und warum die Verfasser (vorläufig) auch mir gegenüber noch anonym bleiben werden. Und ich habe nach den Erfahrungen der letzten Jahre (z. B. Causa Ummendorf oder auch Wain) allergrößtes Verständnis dafür. Ich werde versuchen, den KAB zu beweisen, dass sie sich auf meine Diskretion und journalistische Sorgfalt verlassen können.

Sobald ich mich durch vorgelagerte publizistische Notwendigkeiten abgesichert habe, werde ich sowohl das Anschreiben wie die der Sendung ebenfalls beiliegenden zwei anonymen Briefe an Dr. Aschauer, Presse & Co. auf diesem Blog veröffentlichen. Die so schwülstig-gewichtig daherkommenden „vorgelagerten publizistischen Notwendigkeiten“ bestehen schlicht und einfach in einer Presseanfrage an den Märtyrer Dr. Aschauer, um ihm Gelegenheit zu geben, zu den Vorwürfen in den anonymen Briefen Stellung zu nehmen.
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Die Seriosität und das Gewicht der Anonymen
Eine Bewertung der anonymen Schreiben ist relativ leicht. Ist es dabei wirklich nur die nicht ganz gängige sprachwissenschaftliche Qualifikation der Herausgeberin dieses Blogs oder doch auch eine Menge Erfahrung mit anonymen Schreiben, Drohbriefen, Denunziation und Querulanten? Ich behaupte: Auch die Lindauer Zeitung und ihr Redaktionsleiter Dirk Augustin, der und dem die anonymen Briefe ja ebenfalls vorliegen, hätten folgende Textmerkmale der anonymen Briefe auch ohne Linguistik-Studium und allein aufgrund ihrer journalistischen Fähigkeiten und Berufserfahrung feststellen können:

1. Die Kritik ist sachlich, differenziert und selbstlos. Es handelt sich eben nicht um irgendwelche Vorwürfe gegen den Bürgermeister wegen persönlicher Bauprojekte oder sonstiger auf persönlichen Beziehungen beruhender Zwistigkeiten.

2. Die anonymen Briefe enthalten keinerlei Beleidigungen oder andere sprachliche Übergriffe gegen Bürgermeister Dr. Johannes Ascher. Ganz im Gegenteil: Bei keiner Verwendung seines Namens fehlt das respektivolle (wenngleich auch redundante) „Dr.“ davor.
Diese Kritiker haben es auch nicht nötig, einen Bürgermeister zum „Ortsvorsteher“ herabzuwürdigen.

3. Darüber hinaus verwenden die Schreiber immer wieder Begriffe und sprachliche Wendungen, die manche ihrer Vorwürfe als Meinung kategorisieren, um nicht den Eindruck von Tatsachenbehauptungen entstehen zu lassen.

4. Die anonymen Briefeschreiber begründen ausführlich und verständlich, warum sie – auch aufgrund der wohl ortsbekannten gelegentlichen „Übergriffigkeit“ des Bürgermeisters – anonym bleiben wollen/müssen. Wer die diversen und nicht selten existenzvernichtenden Hexenjagden gerade in sehr kleinen Ortschaften wie Wain oder Achberg kennt, wird diesem Motiv mit Respekt begegnen.

5. Die anonymen Briefeschreiber formulieren ihr Ziel glasklar, verständlich, glaubwürdig und nachvollziehbar: Sie engagieren sich für ein „buntes, menschliches und vielfältiges Achberg“ (Zitat aus dem anonymen Brief „im Juli 2020“), wo Demokratie gelebt wird, die es den Bürgern selbstverständlich auch erlaubt, Kritik an der Verwaltung zu üben.

6. Der letzte Punkt ist der für meinen Vorwurf an die Lindauer Zeitung schwerwiegendste: Die in den anonymen Schreiben vorgebrachte Kritik ist teilweise so gravierend, dass jeder halbwegs engagierte Journalist diesen schwerwiegenden Vorwürfen unbedingt nachgehen MUSS. Und da es sich eben nicht um irgendwelche bilateralen Baurechtsfragen handelt, sondern hier durchaus allgemeine Fragen zum Beispiel der Gesundheit und Sicherheit der Bürger zur Diskussion stehen, muss jeder Journalist, der seinen Beruf halbwegs ernstnimmt, diese Vorwürfe recherchieren, um deren Gehalt fundiert bewerten zu können. Und anschließend auf der Grundlage dieser Bewertung die Bürger/Leser informieren.
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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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Journalisten, Redaktionen und Zeitungen wie die Lindauer Zeitung versagen als vierte Gewalt komplett, wenn sie stattdessen das von Bürgermeister Aschauer angestimmte Lamento fortträllern, die möglicherweise durchaus berechtigte Kritik über das Schmähwort „anonym“ skandalisieren, obendrauf semantisch voll daneben von „Schikanen“ schreiben und insgesamt eine ganze Gruppe von Bürgern diskreditieren. KAB geben mir gegenüber an, die ursprünglich acht Personen hätten sich über die von Aschauer gezielt eskalierte Angelegenheit inzwischen zu einem „Kreis von 22 Menschen“ erweitert.

Wenn die SchwäZ i. e. die Lindauer Zeitung im Fall Achberg ihren Job gemacht hätte, wäre mir der große Auftritt dazu versagt geblieben. Da dem aber nicht so ist, lege ich jetzt dann mal los! So arbeiten die Tageszeitungen in der Region an ihrer eigenen Demontage …
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Noch eine Bitte an die KAB:
Es wäre sehr freundlich, wenn Sie mir der Vollständigkeit halber auch noch Ihre anonyme „Dienstaufsichtsbeschwerde“ an das Landratsamt Ravensburg zukommen lassen möchten. Ich habe kein Problem damit, wenn Sie das wieder anonym per Post tun.

Ansonsten wiederhole ich hier erneut meine Zusage, Ihnen absoluten Informantenschutz und hundertprozentige Diskretion zu gewähren. Sie können von diesem Angebot zu jedem beliebigen Zeitpunkt Gebrauch machen.

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Bild von Merio auf Pixabay

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