TS128/20: Salemer Nachrichten veröffentlichen ungeschnittene Rohversionen von Interviews mit Gemeinderätinnen … und Wurstbude-Kunden

Salem: Bevor wir zu der wahrlich spektakulären Szene bei der Südkurier-Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten gestern Abend kommen, muss ich eine andere Berichterstattung vorziehen.

Erst nachdem ich gestern TS127/20 freigeschaltet hatte, bin ich dazu gekommen, mir die Podcasts zu den Interviews der Salemer Nachrichten anzuhören, die auf der Webseite eingestellt sind. Dort allerdings ist heute nicht mehr der Podcast zum Interview mit der Gemeinderätin Henriette Fiedler (Freie Wähler) zu hören, den sich Salem und die Welt gestern noch antun konnte. Es war eine ungeschnittene Rohversion des Gesprächs mit Fiedler, die über 30 Minuten lang war. Die jetzt veröffentlichte geschnittene Interviewversion ist gerade mal noch halb so lang.
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Salemer Nachrichten: Mutmaßlich Ziemlich sicher strafbare Inhalte
Schnell war erkennbar, dass die gestrige Version mutmaßlich strafbare Inhalte aufweist. Deshalb habe ich das Original von mehreren Zeugen anhören lassen. Außerdem konnten wir diverse Rohversionen der Interviews sichern.

Zum einen bediente sich der Interviewer und „Chefredakteur“ Stefan Steinhauer zumindest in dem Interview mit Fiedler einer unfassbaren Fäkalsprache. Permanent ist von „Drecksau“, „dumme Sau“, von „Arschlöchern“ etc. die Rede. Interessanterweise hat sich die Gemeinderätin Fiedler an keiner einzigen Stelle dieser Rohversion von einem solchen gewalttätigen Sprachgebrauch distanziert oder sich dagegen verwahrt.

Stattdessen informierte sie Stefan Steinhauer über eine Presseanfrage von mir an Bürgermeister Manfred Härle (vom 07.09.2020) mit den Worten: „Die Burger hat ….“ Daraufhin fragt Steinhauer Fiedler, ob er diese Presseanfrage haben könne. Fiedler sagt ihm das zu! Sie werde meine Presseanfrage ausdrucken und ihm geben. Daraufhin er: Sie solle nicht so ein Theater machen und ihm die Mail doch einfach weiterleiten.

Auf heutige telefonische Nachfrage bei der Freie-Wähler-Gemeinderätin, wie sie dazu komme, Unterlagen, von denen sie nur aufgrund ihres privilegierten Status als Gemeinderätin Kenntnis hat und die meinen Rechten unterliegen, an unbefugte Dritte herauszugeben, versicherte mir Henriette Fiedler, sie hätte das nicht getan. Und sie werde die Presseanfrage auch nicht an Stefan Steinhauer weitergeben.

Soll mich das trösten?

Die gestern noch weltweit im Internet verfügbare Originalversion des Gesprächs mit Fiedler enthielt darüber hinaus jede Menge sensible Details zur Lebens- und Arbeitssituation ihrer erwachsenen Kinder. Wer bitte möchte so etwas im Internet stehen haben?

Interessant an der Rohversion war auch, dass die Gesprächsaufzeichnung nach dem offiziellen Ende des Interviews weiterlief.
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Rohversion vom Interview mit Ulrike Lenski gesichert
Ebenso verhält es sich mit dem Podcast zum Interview von Stefan Steinhauer mit der Gemeinderätin Ulrike Lenski (Grüne). Heute ist auf der Webseite www.salemer-nachrichten.de, die ich aus juristischen Gründen nicht mehr verlinken kann, nur noch eine Interviewversion in einer Länge von 19 Minuten, 51 Sekunden verfügbar. Gestern war es das Dreifache! Mir liegt ein Audiofile von einer Gesamtlänge von 43 Minuten und 27 Sekunden vor.
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WARNUNG: Unerlaubte Aufzeichnung von Kundengesprächen bei Steinhauers Wurstbude!
Nachdem ich mir das gesamte Audiofile angehört habe, das bis heute Morgen (?) als Interview mit Ulrike Lenski im Internet auf der Homepage www.salemer-nachrichten.de weltweit verfügbar war, kann ich Kunden des Imbissstandes von Stefan Steinhauer in Salem nur warnen! Offensichtlich – und beweisbar – schneidet Stefan Steinhauer Kundengespräche mit. Denn das „Interview“ mit Ulrike Lenski nimmt nur einen ganz kleinen Teil des genannten Audiofiles ein.

Pikanterie am Rande: Offensichtlich führt dieser „Journalist“ parallel zur seinen Interviews mit Gemeinderätinnen auch noch die Wurstverkäufer-Tätigkeit aus. Während des Gesprächs mit Ulrike Lenski werden – hörbar – Kunden bedient. Der gesamte Rest des Audiofiles „Interview Ulrike Lenski“ enthält Kundengespräche am Imbissstand von Stefan Steinhauer.

Und die „interviewten“ Gemeinderätinnen müssen sich schon fragen lassen, ob ihnen solche „journalistischen“ Arbeitsmethoden nicht fragwürdig vorkommen!

Beide Frauen erklären mir gegenüber weder davon gewusst noch ihr Einverständnis dazu erteilt zu haben, dass die Interviews als Podcasts ins Internet gestellt werden.

Abgesehen davon, dass das illegale Aufzeichnen von Gesprächen meines Wissens eine Straftat ist, scheint Stefan Steinhauer völlig verantwortungslos mit diesen sensiblen Dokumenten umzugehen. Sie standen geschätzt 24 Stunden für jedermann frei verfügbar im Netz!
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Aktualisierung vom 26.09.2020:
Kurz nach Erscheinen dieses Artikels waren sämtliche Podcasts auf www.salemer-nachrichten.de verschwunden – inklusive der Rubrik als solcher.

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