TS90/15: Riad Sattouf + Erbe + Käseblatt + Auch egal + Harm Bengen

+++ "Charlie-Hebdo"-Autor Riad Sattouf: „Jacky im Königreich der Frauen“
Ein satirischer Beitrag zur Gender-Diskussion: Der Charlie-Hebdo-Autor und –Zeichner Riad Sattouf gab seine Geschlechterfarce Jacky im Königreich der Frauen schon Anfang des Jahres als DVD heraus. Darin nimmt er traditionelle Rollenmuster auf den Arm und stellt Geschlechterklischees auf den Kopf. Mehr zum Inhalt hier, wobei dieser Redaktion nicht klar ist, warum die Saarbrücker Zeitung das Thema jetzt aufgreift. Webseite zum Film; Filmkritiken bei Filmstarts, Die Welt und Deutschlandfunk. Trailer bei YouTube:



+++ Stéphane Charbonniers wichtiges Erbe: "Brief an die Heuchler"
Am 25. Juli 2015 erscheint es. Posthum. Das Buch von dem ermordeten Chefredakteur der Satirezeitschrift Charlie Hebdo, Stéphane Charbonnier, der bei dem Terroranschlag am 7. Januar 2015 auf die Redaktion der Satirezeitschrift ums Leben kam. Er hatte das Manuskript zu dem Buch, das auf Deutsch den Titel trägt Brief an die Heuchler und wie sie den Rassisten in die Hände spielen, wenige Tage vor dem Anschlag fertiggestellt. Es gilt als Vermächtnis des Satire-Magazins. Deutschlandfunk Radio Kultur berichtet und stellt die Inhalte vor. Kritik in der FAZ; Rezensionsnotiz zur FAZ im Perlentaucher.


+++ Offtopic: Qualitätsjournalismus beim "Focus"
Einen weiteren atemberaubenden Fall von "Qualitätsjournalismus" beim Focus behandelt der BILDblog. Der staunende Leser kann sich da nur noch eine saftige Schadensersatzklage von Ikea gegen das Käseblatt wünschen.


+++ "erzählmirnix": Auch egal
Der inspirierende Blog Erzählmirnix wurde in TS85/15 kurz vorgestellt. Deren Herausgeberin Nadja Hermann hat mit dem Cartoon Auch egal wieder einmal einen Volltreffer gelandet.


+++ Karikatur „Lager Horst“ und das Urheberrecht
Vergleiche aktueller politischer Ereignisse mit dem Nationalsozialismus sind immer problematisch; Godwin’s Law lässt grüßen. Trotzdem ist allmählich zu fragen, ob solche hammerharten Karikaturen, wie sie hier auf dem Facebook-Account von Bundessatire mit der lapidaren Quellenangabe „HB“ ohne Link geteilt wird, nicht doch zunehmend an Berechtigung gewinnen? Immerhin: Horst Seehofer plant ganz konkret „Lager“ für Asylsuchende, grenznah zur besseren Abschiebung.

Keine Darstellung wegen Urheberrecht: Die Karikatur stammt von Harm Bengen (Webseite; Link auf das Original 22.07.15). Selbstverständlich unterliegen solche Produktionen dem Urheberrecht. SaSe hätte, getarnt als "Ausschnitt Bildzitat Screenshot" die zur Diskussion stehende Zeichnung gern an dieser Stelle eingefügt. Juristisch ist das nicht in Ordnung, denn die Zeichnungen unterliegen klar dem Urheberrecht von Harm Bengen, wie auf seiner Webseite auch ausdrücklich hervorgehoben wird.
Die bedenkenlose Verwendung von solchen urheberrechtlich geschützten Werken erstaunt mich immer wieder. Der Account Bundessatire betreibt das exzessiv. Deshalb hatte ich neulich eine Anfrage an den Karikaturisten Klaus Stuttmann gerichtet, wie solche Verwendungen urheberrechtlich geregelt seien. Leider habe ich keine Antwort von Klaus Stuttmann erhalten. SaSe wird die Harm-Bengen-"Lager-Horst"-Karikatur noch einmal zum Anlass nehmen, diese Grundsatzfrage einer Klärung zuzutreiben. Gerade solche Accounts wie Bundessatire betreiben ihr Geschäft durch Zusammenklauben solcher urheberrechtlich geschützter Werke, ohne dass die Rechteinhaber – wie in diesem Fall – überhaupt davon Kenntnis erlangen. Im Übrigen ist gerade der dort geregelte Umgang mit dem Urheberrecht ein weiteres starkes Argument GEGEN Facebook!

Klärung: Trotz frühen Sonntagmorgens gab Harm Bengen SaSe telefonisch Auskunft und trägt maßgeblich zur Klärung bei. Harm Bengen selbst betreibt keinen Facebook-Account. Aber auch er hat eine sogenannte Fangruppe. Möglicherweise entsteht dort die Lücke, wenn urheberrechtlich geschützte Werke von seiner Webseite auf Facebook transferiert werden. Ob das im vorliegenden Fall zutrifft, lässt sich im Moment nicht klären. Einmal dort veröffentlicht, geht der Urheber gemäß den Geschäftsbedingungen auf Facebok seiner Rechte verlustig.
Harm Bengen hatte bisher keine Kenntnis vom Facebook-Account Bundessatire und der Verwendung seines Werks dort. Die SaSe-Redaktion dankt Harm Bengen für die Erlaubnis, das strittige Werk in diesem Fall doch und selbstverständlich mit Link auf dessen Urheber nutzen zu dürfen! Herzlichen Dank!


Urheber: Harm Bengen.
Die SaSe-Redaktion dankt Harm Bengen für die telefonisch erteilte Erlaubnis,
das urheberrechtlich geschützte Werk auf SaSe abbilden zu dürfen!

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