TS21/20: Liebt Mengens BüM Stefan Bubeck das Landespressegesetz nicht wirklich?

Sie wissen nicht, was ein „BüM“ ist? Dann begrüße ich Sie recht herzlich als Neu-Leser auf diesem lustigen Meta-Blog!

SaSe-Stammleser kennen und schätzen die mit zart lautmalerischen Anklängen spielende Abkürzung „BüM“ für das trocken-trostlose Lexem aufwölkenden Verwaltungsstaubes: „Bürgermeister“. Von einem dieser Mag-ich-Leser stammt ein finaler Terminus, der eine ganze und nicht unbedingt der Demokratie zugewandte Amtsführungsphilosophie in sich zu bergen in der Lage ist: „SimsalaBüM“. Dieser Blog widmet sich voll ganz der Entzauberung dieses SimsalaBüMs in den Landkreisen des östlichen Bodensees und umzu. Hätte ich dieses Zauberwort schon früher gekannt, ich hätte es zum Blog-Namen gemacht: SimsalaBüm.de!

Manchmal allerdings geht es mit der BüM-Zauberei reichlich in die sowieso viel zu dicke Hose. Zum Beispiel bei Mengens Bürgermeister Stefan Bubeck (CDU). Der pflegt eine ganz spezielle Auffassung von Humor und weiß trotz jahrelanger Verwaltungsarbeit immer noch nicht, dass Landwirte mit Humor so viel zu tun haben wie die (von mir reichlich oft zitierte) Kuh mit dem Champagner.
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Manchmal geht es mit dem SimsalaBüM eben auch mächtig in die ohnehin viel zu dicke Hose. Diese Karikatur bezieht sich - am rot leuchtenden "M" in der Kulisse erkennbar - ganz speziell auf den Mengener BüM Stefan Bubeck, der sich einen Shitstorm à la carte an die Backe gezaubert hat. Comic: Stefan Bayer / pixelio.de

Manchmal geht es mit dem SimsalaBüM eben auch mächtig in die ohnehin viel zu dicke Hose. Diese Karikatur bezieht sich – am rot leuchtenden „M“ in der Kulisse erkennbar – ganz speziell auf den Mengener BüM Stefan Bubeck, der sich einen Shitstorm à la carte an die Backe gezaubert hat.
Comic: Stefan Bayer / pixelio.de

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Passiert: BüM Bubeck und mindestens noch der Krauchenwieser BüM Jochen Spieß (CDU) wollten mal wieder eine Reise tun. Haben sie auch getan: nach Berlin zur Grünen Woche. Wer die Reise bezahlt hat, ist nicht bekannt: SimsalaBüM. Und spielt für den weiteren Verlauf jetzt mal keine Rolle.

In Berlin war bekanntermaßen gerade Party: Die Landwirte demonstrierten hochwippend auf ihren berufstypischen Potenzprothesen gegen den gesunden Menschenverstand. Das Problem ist bekannt.

Nun hielt es BüM Bubeck wohl für eine glänzende Idee, den PS-starken Auftrieb der Landwirte in einer Art und Weise zu kommentieren, die ihn eher als Gastautor von SatireSenf.de qualifiziert: pointiert und entlarvend. Doch nicht nur das: Folgt man der SchwäZ-Berichterstattung zu dieser furiosen Heute-schieß-ich-mir-ins-Knie-Idee, zeichnete er seinen BüM-Senf auch noch in einem Video auf und schickte selbiges an den Mengener Gemeinderat Martin Neher (Freie Bürger).

Furioser Einfall: Neher ist Landwirt und weist mithin schon von Berufs wegen eine ausgeprägte Humor-Intoleranz auf. Nicht wirklich eine Überraschung,  stellte Neher dieses Video dann in der WhatsApp-Gruppe der bäuerlichen Interessengemeinschaft Land schafft Verbindung (LAV) ein. Vorteil: Bubecks despektierliche Landwirtsäußerungen erreichten mit einem Schlag hunderte User der Zielgruppe. Alle ähnlich humorgefüllt wie für diesen Berufsstand bekannt (und gefürchtet).

Ergebnis: noch mehr Party! Nur nicht mehr in Berlin.

Die nächste Demo der Landwirte, deren Spezial-SUVs mit subventioniertem Sprit betrieben werden, soll  … vor dem Mengener Rathaus stattfinden! Merke auf: Spart dem Steuerzahler unter Umständen Reisekosten, weil BüM Bubeck sitzenbleiben kann?

Ich schmeiß mich wech! Darf es wahr sein?

Doch diese Story aus dem tiefen Dschungel der zauberhaften Verwaltungswirklichkeit besitzt noch einen ganz anderen und gar nicht mehr lustigen Aspekt. Und liefert mir den nächsten Beleg dafür, was ich bei meiner täglichen Journalist*innen-Arbeit erlebe und worauf ich immer wieder verweise: Das Landespressegesetz Baden-Württemberg (und daselbst inbesondere Paragraf 4) wird von vielen BüMs (und anderen Institutionen) in den umliegenden Kreisen mit Füßen getreten. Und die Rechtsaufsicht sorgt NICHT (ungleich „nie“) für Abhilfe!

Die Simsala-BüM-Missachtung der Rechte der vierten Gewalt betrifft nicht nur irgendwelche namenlosen Bloggerinnen, sondern immer häufiger auch die beiden Tageszeitungen in der Region. Beleg aus dem aktuellen SchwäZ-Artikel zum Bubeck-Gate:

Auf eine entsprechende Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“ hat Mengens Bürgermeister nicht reagiert. Auch die Frage, ob er das Video-Thema generell nicht mehr kommentieren wolle, blieb unbeantwortet.
(Schwäbische Zeitung 03.02.2020: „Aufregung um Video: Bürgermeister soll Bauern beleidigt haben und schweigt jetzt“)

Ich hatte erst kürzlich und im Kontext des feudalistischen Spaichinger BüMs Hans Georg Schuhmacher (den will nicht einmal mehr die CDU haben) darauf hingewiesen, dass nicht nur der namenlosen Bloggerin Presseauskünfte verweigert werden, sondern im Falle kritischer Fragen sogar dem Hofberichterstattungsblättle SchwäZ. Das ist in Spaichingen der Heuberger Bote.

Der diesbezügliche Vorgang in Mengen ist jetzt innerhalb der letzten Wochen schon der zweite Fall eines Bürgermeisters, der auch der SchwäZ eine Presseauskunft verweigert.

Das, aber leider nicht das allein, spricht Bände zum Demokratie-Verständnis dieser staatlich alimentierten Zaubertruppe!
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Dank der Investigativ-Recherchen von Karin Burger wissen wir seit kurzem (guckst du hier) auch, was zum Beispiel hier von einem BüM zusammengezaubert wird: überregionale Nachfrage nach Baugrundstücken! Um diese Nachfrage überhaupt erst zu erzeugen, werden Steuergelder eingesetzt für so Firmen wie Baupilot GmbH. Und dann plotzt man im Gemeinderat oder beim Regionalverband Bodensee-Oberschwaben mit dem Gejammere auf, es gäbe so wahnsinnig viel Nachfrage nach Bauflächen, dass man leider leider leider alle Grünzüge einstampfen muss. Magic! Foto: Dirke Schelpe / pixelio.de

Dank der Investigativ-Recherchen von Karin Burger wissen wir seit kurzem (guckst du hier) auch, was zum Beispiel auf diesem Foto von einem BüM zusammengezaubert wird: überregionale Nachfrage nach Baugrundstücken! Um diese Nachfrage überhaupt erst zu erzeugen, werden Steuergelder eingesetzt für so Firmen wie Baupilot GmbH. Und dann plotzt man im Gemeinderat oder beim Regionalverband Bodensee-Oberschwaben mit dem Gejammere auf, es gäbe soo wahnsinnig viel Nachfrage nach Bauflächen, dass man leider leider leider alle Grünzüge einstampfen muss. Magic!
Foto: Dirke Schelpe / pixelio.de

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