Tag Archiv:Natur- und Umweltschutz Zollernalb NUZ e. V.

TS158/20: Greenpeace Schweiz über Lafarge Holcim: 122 Fälle von Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen in 34 Ländern

Im Zusammenhang mit der am vergangenen Sonntag in Dotternhausen (Zollernalbkreis) stattgehabten Bürgermeisterwahl, bei der sich die Verwaltungsfachfrau Marion Maier gegen vier (fachlich nicht qualifizierte) Mitbewerber durchsetzen konnte (hier), hatte ich neuerlich über den Verein Natur- und Umweltschutz Zollernalb NUZ e. V. geschrieben. Dieser für die Gesundheit der Menschen rund um den Plettenberg und für bürgerschaftliches Engagement so wichtige Verein fällt durch irritierende Intransparenz und eine nicht sehr professionell gemachte Internetpräsenz auf. Bei dem Versuch, den ersten Vorsitzenden Norbert Mayer telefonisch zu erreichen, wurde ich von einer Vereinsfunktionärin rüde abgewiesen.

Dabei dokumentiert ein aktuelles Video von Greenpeace Schweiz, wie wichtig das bürgerschaftliche Engagement gegen den weltweit sehr „robust“ agierenden Baustoffkonzern Lafarge Holcim ist. Im Kontext einer für den 29. November 2020 terminierten Volksabstimmung „Konzernverantwortungsinitiative“ appelliert Greenpeace Schweiz an die Eidgenossen. Die Naturschützer berichten über 122 Fälle von Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen des Weltkonzerns in 34 Ländern.
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Wer publizistisch tätig ist und über Erfahrungen mit kritischer Berichterstattung zu großen Unternehmen und Konzernen verfügt, weiß, was diese Dokumentationen zu bedeuten haben. Bevor eine Umweltschutzorganisation es überhaupt nur wagen kann, mit einem solchen Bericht an die Öffentlichkeit zu gehen, müssen gerichtsfeste Beweise vorliegen. Denn in der Regel gehen die Unternehmen und Konzerne sofort mit Top-Anwälten, Abmahnungen, mit einstweiligen Verfügungen und allen ihn zur Verfügung stehenden juristischen Mittel gegen solche Berichterstattung vor. Ob das in diesem Fall auch so ist, habe ich nicht recherchiert. Aber das Greenpeace-Schweiz-Video verdient entsprechende Aufmerksamkeit allein schon aufgrund des hohen Risikos, das es für seine Urheber bedeutet.

Hier geht’s zum schriftlichen „Holcim-Report – Eine Skandal-Recherche von Greenpeace Schweiz“. Weiterlesen

TS156/20: #WahlHolcimCity: Marion Maier ist die neue Bürgermeisterin von Dotternhausen

Während die Bürger und Kandidaten in Langenargen noch ihre Wunden lecken (unfassbar dies hier), ist die Bürgermeisterwahl in Dotternhausen glatt verlaufen. Nicht nur das. Es gibt sogar einen Wahlsiegerin. Wenig überraschend (außer für den männlichen Kommentator beim Schwarzwälder Boten) hat die einzige Bewerberin  mit profundem Verwaltungswissen, die stellvertretende Leiterin im Rechnungsprüfungsamt und Justiziariat der Kreisbehörde sowie bisherige Hauptamtsleiterin Marion Maier (47), die Wahl mit 57,12 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen gewonnen. „Wenig überraschend“ ist dieses Wahlergebnis spätestens nach den Präsentationsvideos der übrigen Bewerber (hier).

Die Wahlergebnisse insgesamt (und zwar dieses Mal in der Reihenfolge der Stimmergebnisse – siehe dazu Aktualisierung von TS155/20):

Wahlberechtigte:   1.483
Wahlbeteiligung: 70,87 %
Maier, Marion 57,12 % 598 Stimmen
Stadler, Michael 22,25 % 233 Stimmen
Mantik, Ingo 16,43 % 172 Stimmen
Melzer, Günter 0,86 %    9 Stimmen
Brekardin, Eduard 0,67 %    7 Stimmen
Freiherr Cotta von Cottendorf Georg [keine Angabe] 12 Stimmen

(Quelle)

Ausführlich berichtet der Zollernalbkurier (ZAK) hier und fängt auch die Reaktionen der Wahlverlierer ein. Weiterlesen

TS152/20: Bürgermeister Werner Dietrich: So schaut sich Authentizität an!

Nachstehendes imposantes Fundstück aus fernen Landen (Hessen!) liefert mir die Homepage des Vereins Natur- und Umweltschutz Zollernalb NUZ e. V. Dort ist ein beeindruckende Videoappell von Bürgermeister Werner Dietrich aus Großenlüder verlinkt.

Okay, kaum ein Mensch hier kennt Großenlüder: Das ist eine ziemlich kleine (8508 Einwohner – Quelle) Gemeinde im Landkreis Fulda (Hessen). Aber sie hat Gemeinsamkeiten – etwa mit Dotternhausen (Zollernalbkreis): Auch in Osthessen baut ein Zementwerk seit Jahrzehnten und in wohl immer radikalerem Ausmaß Natur ab: Kalksteinabbau. Aktuell geht es um die Vergrößerung des bestehenden Abbaugebiets (Lokalberichterstattung). Die führt – passend zur aktuellen Klimawandel- und Ressourcen-Diskussion – zu entsprechend ambitionierten kontroversen Diskussionen in Großenlüder und Umgebung.

Wenn ich hier den (zweiten) Video-Appell von Bürgermeister Werner Dietrich verlinke, geht es mir nicht um das Thema Natur- und Landschaftsvernichtung mit den entsprechenden Belastungen für Mensch und Umwelt vor Ort. Ich kann die Sachlage in Osthessen und die Argumente des Unternehmens und seiner Kritiker aus der Ferne und auf die Schnelle gar nicht beurteilen.

Mich hat die umwerfende Authentizität dieses Appells eines Bürgermeisters, den er ausdrücklich als seine private Meinung kennzeichnet, beeindruckt. Seine Sprache begeistert. Sie ist differenziert, angemessen und vor allem klischeefrei. Der Appell ist eindringlich, bleibt aber in der Sache überzeugend ehrlich. Die Argumente sind sachlich und nachvollziehbar. Dietrich betrachtet den vorliegenden Streit zwischen Gemeinde/Bürgern, Umweltschützern und dem Unternehmen Otterbein von beiden Seiten, übt aber auch klare Kritik insbesondere am Kommunikationsverhalten der Zement- und Kalkwerke.
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Die Tatsache, dass sich Dietrich nach 32 Jahren kommunalpolitischer Arbeit als Bürgermeister nicht mehr zur Wiederwahl (am 15. November 2020) stellt, mag ihren Anteil an der Offenheit haben, die mich an diesem Video zu begeistert und die sich Dietrich vor diesen Rahmenbedingungen vielleicht eher leisten kann. Trotzdem erlebe ich so eine differenzierte und vor allen Dingen über sämtliche Kommunikationsebenen (Sprache, Intonation, Mimik etc.) glaubwürdige Ansprache eines Bürgermeisters an Bürger und Wähler in unseren Landkreisen selten / kaum / nie (Zutreffendes ankreuzen!).

Positiv ausgedrückt: So wünscht man sich sie!

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