Tag Archiv:Stefan Sichermann

TS138/15: „Satoon“ + Faschismus funzt + „El Club“ + ARD-Satire + Syrer-Fake

+++ „Satoon“ – Konkurrenz für „Titanic“?
Die Mischung soll „ungewöhnlich“ sein, die von Cartoon, Comics und Satire. Damit tritt ein neues Satiremagazin an den Start: Satoon. In der Holzklasse! Erstauflage: 50.000 Exemplare. Geburtsdatum: 7. November 2015. 3,50 Euro kostet der Spaß, der dann aber auch ca. 92 Seiten bietet. Satoon-„Kopf“: Thomas Völcker, der nach Medienmilch-Berichterstattung auf sage und schreibe 18 Zeichner und Autoren zurückgreifen könne. Das erste Cover ist schon verfügbar und turnt ab durch Amazon-, Netflix- und Co-Werbung eben dort!
Die verlagseigene Pressemitteilung tönt leicht megalomanisch: Die Zeitschriftenregale seien „enthumorisiert“. Müssen sich das Titanic und Eulenspiegel wirklich ins Stammbuch schreiben lassen? Das neue Satiremagazin (dagegen?) stelle komische Unterhaltung und sachliche Information nebeneinander. Potzblitz und Regenwurm! Dabei komme den Cartoons tragende Bedeutung zu. Das klingt aber spannend, klingtesnicht?
Der Sammelankündigung in WUV zu den insgesamt drei Printneustarts diese Woche ist dann noch die Herausgeber-Verlautbarung zu entnehmen, dass dieses Land Humor bitter nötig habe. Hammer! Auch die Finanznachrichten nehmen sich der Neuerscheinung an.
Ob dieser Internetauftritt zu dem bisher leider nach Wiederbelebung eingeschlafener Satirefüße klingenden „Innovation“ gehört, lässt sich deshalb nicht sicher sagen, weil zumindest ich dort kein Impressum finde. Weiterlesen

TS108/15: Satire: Fast alle können es besser als „Denkfunk“

Durch die „Aufregung“ der vergangenen Tage bin ich im Verzug mit den TagesSenf-Meldungen. Die erste derer in dieser Sammlung etwa wurde schon am 26. August geschrieben – also, und das ist mir wichtig zu betonen, VOR dem Prangertext gegen SatireSenf.de auf den NachDenkSeiten. Das Outing dort hat übrigens – und das wird den Lesern der NDS meiner Meinung nach unterschlagen – ausschließlich etwas mit der SaSe-Kritik an dem angeblichen Gegenöffentlichkeitsprojekt Denkfunk zu tun. Artikel dazu folgen. Diese völlig unverhältnismäßige Maßnahme der personell mit Denkfunk verflochtenen NDS jedoch wertet die SaSe-Kritik an Denkfunk auf und bestätigt ihre grundsätzliche Berechtigung. Auch wenn deren Agenda immer noch nicht klar ist!
Das folgende Lob für ein Denkfunk-Video ist also nicht Produkt der erzieherischen Maßnahmen von Albrecht Müller und Professor Mausfeld, sondern unabhängige eigene Einschätzung und ehrliches Lob.  Weiterlesen

TS84/15: Lachverkäufe + Satire-Versuch + Postillon-Genuss

+++ Marketinggeifer: „Satire ist eine Klickmaschine“
Das sagen „Marketer“, schreibt Horizont.net unter dem Titel Warum Satire-Artikel so oft geteilt werden und was Marketer daraus lernen können. Beispiel ist – natürlich – der Postillon als „deutsches Flagschiff des bissigen Gesellschaftskommentars“. Das reale Wirkpotenzial der Satire wird am Beispiel eines aktuellen satirischen Postillon-Ratgebertextes skizziert. Stefan Sichermann hatte Hundehaltern empfohlen, bei Sommerhitze im Auto zurückgelassenen Hunden Backpapier zu unterlegen, um Verschmutzungen der Sitze beim Hitzetod zu vermeiden. 
Das hohe Potenzial der Satire zum viralen Hit möchte auch die Werbebranche nutzen mit dem anvisierten Dreischritt: Gelesen – gelacht – gekauft! Der Autovermieter Sixt und die Werbeagentur Jung von Matt zeigten immer wieder, wie gut Satire im Marketing funktioniere. 

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TS66/15: Bedrohte deutsche Werte + Gall subkutan + „The Brink“ + Rabauken-Affäre

+++ "Postillon": Gabriel droht Katzenbaby zu ertränken
Komponenten aus dem Erfolgsrezept des Satireblogs Postillon: den Nerv abseits des kabarettistischen Mainstream treffen! Dazu montiert Stefan Sichermann ein Katzenbaby (ultimativer Repräsentant deutscher Werte!) ins Sigmar-Gabriel-Bild und in das Thema Vorratsdatenspeicherung. Die kleine haarige Geisel erhält – zusätzlich emotionalisierend – den Namen „Simba“ und soll bewirken, dass die SPD-Genossen die letzten Werte der Sozialdemokraten verraten und der Vorratsdatenspeicherung zustimmen. „Simba“ wird der Begründung sicherlich zustimmen: „Die Vorratsdatenspeicherung kann Leben retten“.

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TS58: HSV-Dieb + Sturm im Fischer-Glas + Martina Hill + G7-Gipfel + Hartzer

+++ HSV klaut Postillon-Idee und erntet Shitstorm
Stefan Sichermann hat es auch nicht leicht. Seine satirischen Ideen auf Postillon sind so genial, dass jeder Hans und Franz meint, sich daran bedienen zu können. Nur ist es in diesem Fall nicht Hans oder Franz, sondern der Fußballverein HSV. Der übernahm Sichermanns grafische Glücksschwein-Idee für ein HSV-T-Shirt (siehe auch TS56/15), ohne den Rechteinhaber zu nennen. Diese Schäbigkeit wurde von den Fans mit einem Shitstorm quittiert, wie im Ausland vermeldet wird. 

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TS56/15: John Olivers Schuss + „Postillon“ bockt + TITANIC beklaut + Sonneborn goes Expo

+++ John Oliver macht Sepp Blatter und Sponsoren rund
Profis bei der Arbeit: Der amerikanische Late-Nighter John Oliver hat sich in seiner aktuellen Show Last Week Tonight ausführlich mit der Fifa, Sepp Blatter und dem Korruptionsdschungel beschäftigt. Der 13-minütige Beitrag kulminiert in einem Appell an die Sponsoren adidas, McDonalds und Budweiser dafür zu sorgen, dass dieser „Schweizer Teufel“ abgeräumt werde.(Diese Forderung ist nun inzwischen ja erfüllt.) Oliver hebt auch auf die Eigenartigkeit ab, dass ausgerechnet Amerika für Ordnung bei der Fifa sorgt, ein Land, das sich am allerwenigsten für Fußball interessiert. Ja. Ja! (Berichterstattung bei MeediaWeiterlesen

TS40/15: Kapitale Waffenfunde + Neues von den Reichsdeppen + Böhmermann zu Bremen

+++ Bei bundesweiter Razzia umfangreiche Waffenlager gefunden
Das Online-Satiremagazin Bundessatire greift die jüngste Siegesmeldung der deutschen Terrorbekämpfung beziehungsreich auf und stellt die Fakten wieder in den Gesamtzusammenhang!
SaSe-Senf: Die Parallelität des Verlaufs der Diskussion um Vorratsdatenspeicherung und andere Grundrechteabschmelzungen auf der einen Seite  zu den „Erfolgen“ der Ermittlungsbehörden auf der anderen ist immer wieder "faszinierend"! Wie sagt der Amerikaner: just in time?


+++ Reichsbürgerbewegung beim "Die-Welt"-Praktikant angekommen
Puuh, vermintes Gelände: Darf man Springer-Presse im Bereich Kabarett überhaupt noch zitieren, ohne sich verdächtig zu machen? Es ist ja nicht so direkt DIE WELT, sondern (und wer kann das auf Facebook schon überprüfen?) der angebliche DIE-WELT-Praktikant-Account  ebendort, der sich dem schlagfertigen Umgang mit Trollen widmet. Zum Thema Geschichts-, Medien- und sonstige Lügen schlägt am 30. April 2015 ordnungsgemäß der im Reichsbürgersprech argumentierende Poster „Sascha“ auf. Allerdings schwächelt der „Praktikant“ bei diesem Thema dann doch etwas mit seiner Schlagfertigkeit. Ihm springen andere User  zur Seite und erinnern an die Bielefeld-Verschwörung.
Zum Phänomen selbst bietet dieser Blog fortlaufende und sehr unterhaltsame Orientierung: Reichsdeppenrundschau!


+++ Zu oft Helmut Schmidt interviewt: Verdacht auf Lungenkrebs bei Sandra Maischberger
Wie kommt man denn auf so eine geniale Idee? Postillon-Chef Stefan Sichermann stellt die Fernsehmoderatorin Sandra Maischberger h-i-e-r unter Lungenkrebsverdacht aufgrund ihrer vielen Interviews mit Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Das Erfolgsrezept des Satire-Blogs Postillon liegt vermutlich genau darin: Pointen abseits der ausgetrampelten Pfade und jenseits von Assoziationsmechanismen, die in manchen Fällen schon fast ritualisiert wirken.


+++ Jan Böhmermann legt 7-Punkte-Programm für das Bremer Viertel vor
Als gebürtiger Bremer und „Arbeitsmigrant“ folgt Jan  Böhmermann einer Nominierung von Jojo Strathe zur Hashtag-Aktion #bremenlebt.  Die Initiative ist eine Reaktion auf die politischen Diskussionen und Pläne rund um das Bremer Kneipen- und Künstlerviertel, deren Kultur die Initiatoren bedroht sehen. Böhmermann reicht ordnungsgemäß und per Video seine satirischen Vorschläge zu De-Gentrifizierung  ein. Die Lokalberichterstattung verortet Böhmermanns Beitrag in der Bremer Künstlerszene hier und hier.


Damit treibt Böhmermann die lokale Diskussion vorwärts. Moritz Döbler bezieht sich in einem Weser-Kurier-Kommentar zu der Aktion ausdrücklich auf Böhmermann.

TS35/15: Charlie Hebdo + Georg Schramm + Liberland + G36 + Denkfunk.de

+++ Die russische Antwort auf <Charlie Hebdo>
Es sei die anti-westliche Antwort auf Charlie Hebdo, berichtet DIE WELT: die neue russische Satire-Zeitschrift Scharsch i Pero. (Man beachte die phonetische Anspielung und Silbenzahlidentität!) Darin würden sich Putin-Anhänger über die Ukraine-Krise lustig machen. Der Sprecher der neuen Wochenzeitung, Walerie Saborowski, wird als „Sprecher der Anti-Maidan-Bewegung“ bezeichnet. Die erste Ausgabe sei in Moskau an Passanten verteilt worden.
Die Meldung geht durch alle Medien:
+ focus
+ Huffington Post
+ Zeit online
+ Österreich – Kronen Zeitung
+ Schweiz – Tagesanzeiger:

Mainstream-Medien-kritische Leser, die gern im Internet das Unisono-Label "Putin-Anhänger" und "Sprecher der Anti-Maidan-Bewegung" für Walerie Saborowski, der deutschen Lesern eher unbekannt sein dürfte, über die gängige Suchmaschine überprüfen möchten, landen keine Treffer; auch auf Nachdenkseiten nicht.


+++ Thomas de Maizière Georg Schramm hatte es doch schon gesagt !
Woran erkennt man die Besten der Besten? Vielleicht daran: Sie haben schon vor der Zeit das Richtige und Wichtige gesagt. Georg Schramm zum Beispiel über Thomas de Maizière, der sich derzeit mit rampe-würdigen Absonderungen zum Mittelmeer-Massenmord der EU erneut mit Ruhm bekleckert. Solches sprach Schramm – 2013 bei der Gala Prix Pantheon:


Georg Schramm über Thomas de Maizière von CasandraBetz


+++ Hohe Resonanz auf satirische Staatsgründung
Das Europa-Online-Magazin berichtet auf der Grundlage einer dpa-Meldung über einen tschechischen Politiker, der – als Satire gemeint – einen eigenen Staat namens "Liberland" ausgerufen habe. Fiktion hin, Satire her: Der Mann erhielt 250.000 Anfragen zum Erwerb einer Staatsbürgerschaft!


+++ Schon wieder Postillon-Volltreffer: Versuchter Suizid mit dem G36
Der Output des Satire-Blogs Postillon war gerade erst Thema in TagesSenf TS34/15. Aber der kürzlich stattgefundene Vaterschaftsurlaub von Postillon-Chef Stefan Sichermann scheint diesem ganz hervorragend bekommen zu sein. Denn nach der Rückkehr aus demselben rammt der Betreiber des wichtigsten deutschen Satireblogs eine Leuchtfackel nach der anderen ins politische Gewühle: Aus Scham: G36-Konstrukteur versucht seit Tagen, sich mit G36 zu erschießen.

Die NRWZ (tja, muss man wissen, bedeutet: Neue Rottweiler Zeitung) hatte die Postillon-Satire aufgegriffen und thematisiert. Was daraufhin bei Facebook passierte, berichtet sie hier. Abgesehen von der intellektuellen Fassungslosigkeit angesichts der Leser-Reaktionen häufen diese noch Extra-Lorbeer auf das Haupt von Sichermann auf: Seine Satire ist ein ganz offensichtlicher Volltreffer!
Geografisches Hintergrundwissen zum besseren Verständnis speziell dieser Lokal-Reaktionen: Der Waffenproduzent des G36, Heckler & Koch, hat seinen Unternehmenssitz in Oberndorf am Neckar. Oberndorf am Neckar liegt im Landkreis Rottweil.
SaSe-Leser können sich hier davon überzeugen, dass nichts so zuverlässig tötet schießt wie das G36!


+++ <Denkfunk.de>: Erste Rechercheergebnisse
[satirisch notiert] Wie in TS33/15 schon angedeutet, recherchiert SaSe derzeit zu dem Elite-Club Videoportal Denkfunk.de, ein Zusammenschluss des Who-is-who der systemkritischen Kabarettszene. Erste erschütternde Rechercheergebnisse zur Denke und Vorgehensweise zumindest der Geschäftsführung der im pur kapitalistischen Gewande daherkommenden PatchworX Media GmbH sind schon dokumentiert. Daselbst wird offensichtlich eine Vorgehensweise präferiert, die sich exklusiv (siehe oben) auf Vor-Urteile stützt, ohne dabei auch nur die Quellen zu überprüfen. Also Systemkritik, die überzeugt! Die Verantwortlichen zeigen unter Druck (und sei es nur dem kritischer Fragen) dieselben Reaktionen wie alle Mächtigen: Aggression (genrekonform als Ironie), Abschottung, Antworten werden verweigert und die Sache (das Thema) wird auf eine Person heruntergebrochen. Geschworen: Recherchen zu den Geschäftspraktiken der Deutschen Bank könnten schwieriger nicht sein …

TS11/15: Postillon pointiert treffend den Absturz des Journalismus in Seyne-les-Alpes

Der Satireblog Postillon arbeitet das bundesweite Entsetzen über das Versagen des Journalismus im Kontext mit der Germanwings-Flugzeug-Katastrophe in die Satire „Sensationsreporter bedauert, nicht live in der abgestürzten Maschine gewesen zu sein“ ein. Dabei bezieht sich Stefan Sichermann sowohl auf den medienkritischen Artikel „Absturz des Journalismus“ (Pflichtlektüre zum Thema!) auf Bildblog.de von Stefan Niggemeier & Co. wie auch auf den inzwischen netzweit bekannten anrührenden Appell auf Facebook Betroffener in Haltern am See.
Nicht Referenztext von Sichermann, aber nach SaSe-Meinung eine der besten Reflektionen zum Thema kommt von Christopher Lesko bei Meedia: "Trauern in Live-Tickern? Medien und der Flugzeugabsturz".

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