TS73/20: Erfolg der Hexenjagd in Wain: Die drei Gemeinderätinnen legen ihr Mandat nieder

Sie haben es geschafft, die Patriarchen, Chauvis und Stephan-Mantz-Wasserträger in der Gemeinde Wain (Landkreis Biberach)! Für viele im Jahr 2020 undenkbar, haben so archaische Methoden wie Tribunal-Gemeinderatssitzungen, die Exekution von Strohpuppen (hier), beleidigende Schilder im ganzen Ort, permanentes Mobbing und viele andere Aktionen, von denen die Öffentlichkeit gar nichts weiß, zum zuvor auch definierten Erfolg geführt. Die Akteure, gegen einige derer derzeit auch die Polizei ermittelt, haben das zuvor klar definierte Ziel erreicht. Im aktuellen Amtsblatt der Gemeinde Wain wird für die Gemeinderatssitzung am Donnerstag, den 28. Mai 2020, Folgendes angekündigt:

TOP 3: Ausscheiden des Gemeinderatsmitgliedes Julia Freifrau von Herman
TOP 4: Ausscheiden des Gemeinderatsmitgliedes Faiza Gummersbach
TOP 5: Ausscheiden des Gemeinderatsmitgliedes Lotte Obrist

Übrigens: Nach wie vor gelingt es kritischen Journalisten nicht, zu diesem Thema mit Bürgermeister Stephan Mantz veröffentlichungsfähig ins Gespräch zu kommen. Und auch die drei gejagten Frauen sind dermaßen von den Nerven, dass sie zu keinem Pressekontakt (mehr) bereit sind.

Überhaupt spricht niemand in Wain mit einer Presse / Publizistik außerhalb des erwartbaren Berichtsrahmens von Schwäbische Zeitung und Südwestpresse. In diesem TagesSenf hatte ich schon einmal auf die Mitverantwortung für die dramatische Eskalation in Wain hingewiesen, die meiner Meinung nach die beiden Blätter tragen.

Die traurigste Figur im ganzen Spiel allerdings ist zweifelsohne der Wainer Bürgermeister Stephan Mantz, der weder das Format noch den Anstand hat, sich schützend vor die gewählten Gemeinderäte zu stellen. Auf der anderen Seite ist das kein Wunder für einen Mann, der diesen Umgang pflegt.
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Hexenjäger erledigen die Stimmenkönigin
Die schlimmste Niederlage allerdings erleidet die Demokratie. Denn die mutmaßlichen, zumindest teilweise kriminellen Akteure in Wain haben jetzt exakt diejenigen Gemeinderäte zur Strecke gebracht, welche bei der Kommunalwahl 2019 die meisten Stimmen auf sich vereinen konnten.

Wahlberechtigt waren in Wain 1.318 Bürger (Quelle). Die Wahlbeteiligung lag bei 70,6 Prozent (ibid.). Insgesamt wurden 8.941 gültige Stimmen abgegeben (ibid.).

Julia Freifrau von Herman etwa war bei der Wahl Stimmenkönigin mit 987 der abgegebenen Voten. So viele Stimmen konnte kein anderer Gemeinderat in Wain auf sich ziehen. Auch die im Ort bekannte und verdiente Lotte Obrist fuhr im Vergleich zu so manchem jetzt triumphierenden männlichen Gemeinderat das beachtliche Ergebnis von 644 Stimmen ein. Auf Faiza Gummersbach entfielen 316 Stimmen.
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Pippi Langstrumpf kotzt im Kreis
Auch wenn einige Wainer in den letzten Wochen noch etwas hilflose Versuche unternommen hatten, die verfahrene Situation zu klären (z. B. durch geschlossene offene Briefe), ist ansonsten nicht erkennbar, dass diese schier unfassbaren und vor allem höchst undemokratischen Vorgänge in der Landkreis-Biberach-Gemeinde irgendeine Autorität auf den Plan gerufen hätte, die sich hier öffentlich, transparent und vernehmlich für Demokratie und Recht eingesetzt und schützend vor diejenigen gestellte hätte, die diesen Schutz und einen Hauch von Solidarität in der aktuellen Situation am meisten verdient hätten: die drei genannten Frauen.

Besonders unter diesem Aspekt gilt den drei jetzt abdankenden Gemeinderätinnen mein vollstes Verständnis. Sie allein werden Demokratie in Wain nicht herstellen können. Wenn nicht eine breite und vernehmliche Bevölkerungsgruppe in Wain jetzt endlich aufsteht und diesem archaischen, frauenfeindlichen und undemokratischen Treiben ein Ende setzt, ergeben ihre tapferen Bemühungen keinen Sinn mehr. Da hilft dann nur noch das resignative „Lasst fahren dahin!“

Und das ausgerechnet in einem Ort, der vorgibt, das selbstbewusste Erbe einer Pippi Langstrumpf zu verwalten!

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