TS103/20: Anonyme Briefe in Achberg: Kann SaSe behilflich sein?

Die kleine Gemeinde Achberg (Landkreis Ravensburg; 1.700 Einwohner) schießt im Ranking dieses Blogs von null spontan auf das Level von Spaichingen und Wain.

Was geht ab? Einen ersten groben Überblick über die Situation in der auch durch ihr Schloss bekannten Gemeinde liefert der SchwäZ-/Lindauer Zeitung-Artikel „Anonymer Briefeschreiber bringt Achberg in Aufruhr“ vom 29. Juli 2020. Schon das zweite Wort des Beitrags von Redaktionsleiter Dirk Augustin zeigt an, wohin die Reise geht: Es wird eine herrliche Empörungswallfahrt!

Über den Begriff „Aufruhr“ könnte man auch noch semantisch spekulieren … wenn man etwa an aktuelle und wirkliche „Aufruhr“-Fälle wie in Portland denkt …
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Gruselgruß der SchwäZ: „Aufruhr“ und Empörung in Achberg! Huuhuuu. Anonyme Briefeschreiber … ganz gefährlich! Lasst uns uns alle umarmen und mit dem warmen Mantel der gemeinschaftlichen Empörung über gegebenenfalls berechtigte Kritik mit strafrechtlichem Potential an einem offensichtlich sehr „impulsiven“ Bürgermeister hinwegsehen?
Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

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Höchst aufschäumende Empörung
Die emotionale (!) Bewertung des vorliegenden Sachverhalts – also die Empörung – steht in der SchwäZ-Berichterstattung noch vor der Aufklärung darüber, was in Achberg denn Empörung auslöst. Und bevor der Leser überhaupt mehr über diesen Auslöser erfährt, wird er schon einmal mit der pseudo-demokratischen Legitimierung dieser Empörung geimpft, denn die ist „einhellig“.

So lenkt man die Leser: Denn was immer die jetzt noch über den Auslöser der Empörungshochstände erfahren werden, da diese „Empörung“ angeblich so „einhellig“ ist, bleibt ihnen emotional gar nichts anderes übrig, als ihr zu folgen. Wer möchte sich – empörungsfrei – schon gern außerhalb dieser Empörungsgemeinschaft stellen?

Ergebnis: noch mehr Empörung! Und: nachgeordnetes Interesse sowie durch die manipulative SchwäZ-Lexik aufgepumpte Distanz zu den Inhalten, welche diese auf Exponentialität angelegte Empörung auslösen.

Bis hierhin wissen wir immer noch nichts Inhaltliches. Doch das nächste Indiz folgt. Und es wiegt: Tonnen!

Einhellige Empörung ist die Antwort von Achbergern, die einen anonymen Brief erhalten haben. Vereinsvorsitzende und Geschäftsleute wollen mit solcher Form der Auseinandersetzung nichts zu tun haben.
Zum dritten Mal ist ein unbekannter Achberger aus [sic] anonyme Weise an die Öffentlichkeit getreten. Diesmal ist sein sechsseitiges Schreiben nicht nur an das Rathaus und an die Redaktion der Lindauer Zeitung gegangen. Auch die Vorsitzenden und Sprecher aller Vereine und Gruppen sowie große Arbeitgeber haben das Schreiben erhalten. Bei einer Umfrage der LZ zeigten sich alle Empfänger empört. Sie wollen damit nichts zu tun haben.
(Lindauer Zeitung i. e. SchwäZ 29.07.2020: „Anonymer Briefeschreiber bringt Achberg in Aufruhr“; Hervorhebung. K. B.)

Heilige Scheiße: anonym! Wahnsinn, oder? Bis hierhin ist der Sachverhalt damit schon klar? Alle sind empört und alle sind sich in dieser kuschelig verbindenden Gefühlslage einig: Es geht um anonyme Schreiben. Hochverwerflich. Erledigt. Ablage. Schluss.

Oder nicht?
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Vielsagende SchwäZ-Zwischenüberschrift
Das Beste an Augustins Artikel ist die nächste Zwischenüberschrift. Die widerspricht zwar dem journalistischen Auftrag, aber um solche hanebüchenen Widersprüche sorgt man sich bei SchwäZ ja ohnehin nicht. Sie lautet (mit vielleicht für den Leser gar nicht erkennbarer Selbstreferenz): „Über den Inhalt wird nicht berichtet“. Soll wohl bedeuten: Die Schwäbische Zeitung wird die Leser nicht über den Inhalt der Briefe informieren, welche die Redaktion aber zu einem langen Artikel veranlasst haben.

Aaah! In solchen Fällen lohnt sich ein Zeitungsbericht natürlich ganz besonders. Wir halten fest: Die SchwäZ entsteißt sich eines ganzen Artikels zu politisch relevanten Vorgängen in der Hobbit-Gemeinde Achberg mit ausdrücklichem Hinweis darauf, keine inhaltlichen Angaben zu den Vorgängen (i. e. zu der Kritik an Bürgermeister Dr. Johannes Aschauer) zu machen.

Ganz famos!

Was wissen wir bis jetzt – außer der Kunde über die blökerverbindende einhellige Empörung? Es gibt Briefe. Die sind anonym. (Die Assoziation zu anonyme „Drohbriefe“ drängt sich auf.) Es gibt einen Presseverteiler, der selbst die Zeitung umfasst, die aber ja keine inhaltlichen Angaben machen möchte. Der anonyme Bösling / die anonymen Böslinge (man weiß es nicht) versucht/en sogar, weitere Bevölkerungskreise von Achberg zu informieren. Diverse Vereinsvorstände und Unternehmer hätten diese Briefe ebenfalls erhalten.

Aber! Die Empörung halt …

Und jetzt kommt das ewige Hammer-Argument: All das – wie gesagt: bisher gibt es überhaupt keine Infos zu den Inhalten der Briefe – tut das, was Kritik an Bürgermeistern und Verwaltung angeblich immer tut. Es wirkt die Todsünde schlechthin: „Denn das anonyme Vorgehen bringe erheblichen Aufruhr nach Achberg, und das schade der Gemeinde“ (ibid.).

Ja, dann ist ja alles klar?
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SchwäZ widerspricht sich selbst!
Außer der schön wärmenden und Gemeinschaft herstellenden Empörung gibt es in dem SchwäZ-Artikel auch noch: Mutmaßungen. Entgegen der gemachten Behauptung des/der Brief-Autor/en, bei ihnen handele es sich um eine Gruppe von Bürgern,  vermuten die durch Einhelligkeit legitimierten Empörten, dass es sich in Wahrheit bei „Kritische Bürger Achberg“ (KBA) nur um eine einzige Person handelt.

Lassen Sie mich raten: Es ist ein Querulant? Der eine? Der bekannte? Der, der es immer ist? Der Schädling?

Das allerdings ist ein (und es ist nicht das erste)  Alarmzeichen in der Causa Achberg. Kriminologen sprechen dann gern vom Indiz. Denn mit dieser Kolportage im oben zitierten SchwäZ-Artikel widerspricht die Zeitung ihrer eigenen Berichterstattung. Im Artikel „Achbergs Bürgermeister erklärt die Hintergründe seines Rücktritts“ einige Wochen zuvor ist von einer anonymen Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeister Dr. Johannes Aschauer beim Landratsamt Ravensburg die Schreibe. Allerdings heißt es dort, diese anonyme Beschwerde sei „von acht Achbergern“ eingereicht worden.

SaSe-Leser wissen: Ich bin schwach in Mathe. Aber „acht“ ist doch mehr als eins/eine/einer?

Und bitte verlieren Sie den Faktenstrang nicht aus den Augen: Der derzeit noch amtierende Bürgermeister Dr. Johannes Aschauer lässt sich zum 1. November 2020 in den Ruhestand versetzen. Und zwar: „aus gesundheitlichen Gründen“, wie er in obigem Artikel behauptet. Das allerdings darf man ebenfalls füglich in Zweifel ziehen, wenn Aschauer gleichzeitig und selbst den Kontext zu den anonymen Briefen herstellt.

Oder gilt das mit dem Ruhestand vielleicht auch schon wieder nicht mehr? Viele Widersprüche, keine Transparenz.

Um das Amt bewirbt sich der derzeit noch der im Landratsamt Lindau arbeitende Verwaltungsjurist (!) Tobias Walch (guckst du hier).

Zwischenergebnis: jede Menge Empörung, kaum Inhalte, ein Bürgermeister, der angeblich aus gesundheitlichen Gründen den Bettel hinwirft, dabei aber viel von den anonymen Briefen und Beschwerden spricht. Eine Zeitung, die erst von (mindestens) acht auf Krawall gebürsteten Achbergern schreibt, kurz danach aber die Mutmaßung kolportiert, es handele sich bei KBA um eine Einzelperson.

Und man muss nicht Karin Burger heißen, um sich an all diesen Widersprüchen zu stören?
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Ungut, aber erklärlich: Ignorierte Gesprächsangebote
Ob nun im Singular oder im Plural, KBA habe auf diverse Gesprächsangebote nicht reagiert. Das hat den Kandidaten für den Achberger Bürgermeister-Stuhl Tobias Walch dann dazu inspiriert, auf seinem Facebook-Account den Empörungserreger um Löschung aus dessen Presseverteiler zu bitten.
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Ausschnitt aus Bildzitat Screenshot Facebook Tobias Walch am 26.07.2020: Sieht auf den ersten Blick tatsächlich nicht gut aus. Der Bürgermeister-Kandidat Tobias Walch macht den „Kritische Bürger Achberg“ ein Gesprächsangebot, auf das sie nicht reagieren. Aus Gründen?

Tobias Walchs Posting bringt den an Sachinformation Interessierten wenigstens etwas weiter als der SchwäZ-Artikel:

In Achberg gibt es aktuell leider viel Aufregung um anonyme Briefe einer Gruppe „kritischer Bürger Achberg“.
Ich habe diese Gruppe schon bei ihrem ersten anonymen Brief vor fünf Wochen hier über Facebook eingeladen, sich mit mir offen über unsere Vorstellungen zur Zukunft Achbergs und zum Zusammenleben in unserer Dorfgemeinschaft auszutauschen – leider ohne jegliche Reaktion.
Darum fordere ich sie jetzt auf, auch mich aus Ihrem [sic] Verteiler zu streichen. Ein anonymer Monolog bringt uns in Achberg keinen Schritt voran. Ich bleibe aber bereit zum Gespräch.
Also: Wenn die anonymen „kritischen Bürger“ tatsächlich ein Interesse an einer konstruktiven Diskussion über die Zukunft Achbergs haben, dann kommen sie auf mich zu – wenn nötig auch vertraulich. Für ein Gespräch muss man aber die Anonymität hinter sich lassen, denn ein Dialog ist etwas anderes als ein Monolog. Anonyme Briefe werde ich ab aber [sic] sofort ignorieren.
Teilt diesen Beitrag gerne in Achberg – vielleicht erreicht er ja auf diesem Weg diese Gruppe.
(Facebook Tobias Walch, Posting vom 29.07.2020)

Okay. Walch ist kein Vorwurf zu machen, sieht man mal davon ab, dass er bisher als Verwaltungsjurist im Landratsamt arbeitet. Er hat nach eigenem Bekunden versucht, mit der Gruppe „Kritische Bürger Achberg“ ins Gespräch zu kommen. Es spricht gegen die KBA, dass sie /er / sie in so gar keine Weise darauf reagiert hat?

Spricht es gegen die KBA?

Oder gehört Tobias Walch zu der Personengruppe, vor der die KBA ausdrücklich warnen, wenn sie schreiben, Aschauers Nachfolger dürfe auf gar keinen Fall jemand sein, „der sein Amt im Stil des amtierenden Bürgermeisters“ führt, „weil so kein buntes, menschliches und vielfältiges Achberg möglich ist“ (zitiert nach Amtsblatt Achberg Nr. 30 v. 23.06.2020: „Anonyme Post ins Rathaus“).

Mein Verdacht: Tobias Walch wird von den KBA einer Art von Establishment zugeschlagen, das es um jeden Preis zu verhindern gelte? Das könnte auf jeden Fall sowohl die bisher durchgehaltene Anonymität wie auch die Gesprächsverweigerung bündig erklären?

Außerdem habe ich noch eine Pointe: Inzwischen hat sich die Sachlage von wegen „Aschauer geht in den Ruhestand“ auch schon wieder geändert. Er geht nämlich jetzt doch nicht vorzeitig in den Ruhestand. Aus versorgungstechnischen Gründen! Das allerdings weiß man schon seit der Gemeinderatssitzung vom 25.06.2020 (Protokoll veröffentlicht im Amtsblatt v. 02.07.2020). Daher bleibt es beim ursprünglichen Termin für die Bürgermeisterwahl am 14. März 2021.

Da fragt man sich schon, wie der „Kandidat“ Tobias Walcher noch am 29. Juli 2020 dazu kommt, auf seinem Facebook-Account von Gesprächsangeboten etc. zu schwafeln und sich in die Attitüde zu werfen, er jongliere hier mit irgendwelchen Mediationspotentialen.

Der Achberg-Fisch stinkt vom Kopf her?
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Vorwürfe der Dienstaufsichtsbeschwerde wohl gravierend
Wir tasten uns weiter durch des bisherige Informationsdunkel. Und wir verweilen noch einen Moment dort, wo sich dringende Hinweise auf die inhaltliche Kritik der KBA und / oder der acht Beschwerde führenden Bürger ergeben.

Witzigerweise ist es Aschauer selbst, der uns dazu anfüttert:

Aus Dienstaufsichtsbeschwerde hätte eine Strafanzeige werden können
Grundsätzlich, so erklärte Aschauer weiter, hätte es wegen der Schwere der Vorwürfe nicht bei einer Dienstaufsichtsbeschwerde bleiben dürfen. Vielmehr hätte daraus eine Strafanzeige werden müssen. Allein die Tatsache, dass die Ankläger ihre Namen nicht nennen wollten, habe dies verhindert. „Die Anonymität wird damit begründet, dass meine Reaktionen bekanntermaßen impulsiv und unangemessen seien und zu Ausgrenzung und Repressalien gegenüber meinen Kritikern führen würden“, sagte Aschauer weiter.
(Schwäbische Zeitung 16.05.2020: „Achbergs Bürgermeister erklärt die Hintergründe seines Rücktritts“; Hervorhebg. K. B.)

So viel Ehrlichkeit macht den Mann schon fast wieder sympathisch? Mit einem Bein schon im bequem gepolsterten Ruhestand eines Ex-Bürgermeisters (oder auch nicht) kann er sich diese Offenheit vielleicht auch leisten. Allerdings enthüllt sie wichtige Hinweise darauf, warum den KBA vielleicht so sehr an der Anonymität gelegen ist … solange dieser „Kohlerika“ (meine bösartige Übersetzung von „impulsiv“ und mit „unangemessenen“ Reaktionen) noch im Amt ist.

Und sorry, aber eine Dienstaufsichtsbeschwerde, die derart gravierende Vorwürfe formuliert, dass der Angezeigte selbst strafrechtliche Konsequenzen befürchtet, die kann ich bei aller verwerflichen Anonymität nicht einfach beiseiteschieben. Das Einzige, was die strafrechtlichen Konsequenzen verhindert habe, so Aschauer selbst, war die Anonymität.

Findet er das etwa beruhigend für die Bevölkerung, den Bürger, die Leser?
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Umso länger man sich mit den Achberger Vorgängen beschäftigt, desto mehr Sympathie und Verständnis entwickelt man für diejenigen Bürger (KBA), die anonym bleiben wollen bzw. nach eigenen Angaben müssen, um Reaktionen und Repressionen eines noch amtierenden Bürgermeisters zu vermeiden, der einer ihm zugeschriebenen Impulsivität und „unangemessenen Reaktionen“ gar nicht widerspricht?
Foto: CFalk / pixelio.de

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Anonymität … aus Gründen?
Immerhin sehen SaSe-Leser aber bis hierhin schon einmal, was uns der einleitende SchwäZ-Artikel an Informationen und zu dem Vermögen, die Vorgänge in Achberg einigermaßen fair beurteilen zu können, gebracht hat: nichts! Gar nichts.

Wer sich für den Vorgang interessiert, dem hilft die Verlautbarung von Bürgermeister Aschauer im Amtsblatt Nr. 30 vom 23. Juli 2020 weiter:

Anonyme Post ins Rathaus
Nach einem ersten anonymen Brief vom 15.06.2020 erreichte am 22.07.2020 ein zweiter anonymer Brief die Gemeindeverwaltung. Urheberschaft ist in beiden Fällen eine Bewegung, die sich „Kritische Bürger Achbergs“ nennt. Der zweite Brief wendet sich über einen 23 Adressen umfassenden Verteiler an die Achberger Bürgerschaft.

Eine der Kernaussagen ist, dass die bisherige Arbeit des amtierenden Bürgermeisters nicht verdienstvoll ist. Offensichtliches Ziel dieser Aussage ist der Bürgerschaft klar zu machen, dass der im nächsten Jahr zu wählenden [sic] neue Bürgermeister keinesfalls sein Amt im Stil des amtierenden Bürgermeisters führen soll, weil so kein buntes, menschliches und vielfältiges Achberg möglich ist.
Die Bewegung der Kritischen Bürger Achbergs begründet die Anonymität damit, dass der amtierende Bürgermeister nicht kritikfähig ist und sie deswegen bei offener ausgesprochener Kritik mit Repressalien und Ausgrenzung überziehen wird.
Eine anonym agierende Gruppe erwartet also anhand der schriftlich formulierten Vorwürfe von der Bürgerschaft ein Urteil über die langjährige Arbeit eines Bürgermeisters.

Das ist in einer Demokratie sehr bedauerlich.
Es ist zu hoffen, dass die Anonymität bald aus freiem Willen beendet wird und ein unseren ethischen und demokratischen Regeln folgender Dialog stattfinden kann.
Hannes Aschauer, Bürgermeister
(Amtsblatt Aschberg Nr. 30 vom 23.06.2020; Hervorhebg. K. B.)

Meine Sympathien für der/die/das KBA wachsen. Denn aus dem Redaktionsalltag von SaSe weiß ich ganz genau, was mit der Sorge vor Repressalien und Ausgrenzung gemeint ist. Es ist genau das, was mir so viele Informanten anschaulich berichten. Es ist genau das, was in Wain zur vollkommenen Eskalation und zu den Ermittlungen des Staatsanwalts geführt hat. Es ist genau das, was in Spaichingen zum Würgevorfall und den dort jetzt gleichfalls stattfindenden Aktionen der Ermittlungsbehörden geführt hat.

Sehr schön auch Aschauers Manipulationsversuch im zweitletzten Satz seines Empörungsgeschwafels: Denn natürlich erwartet die anonym agierende Gruppe sicherlich nicht, dass sich die Bürgerschaft anhand der schriftlich formulierten Vorwürfe ein Urteil bildet. Das werden die Bürger aus ihrer je eigenen Empirie als solche sicherlich selbst können.

Und wie es Aschauer mit den von ihm so hehr besungenen „demokratischen Regeln“ hält, habe ich dann einfach mal selbst ausprobiert:
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Presseauskunft in „zwei bis drei Wochen“
Denn natürlich habe ich versucht, nähere Infos zu diesen hochinteressanten und für mich symptomatischen Vorgängen in Achberg zu bekommen. Telefonate mit zwei Gemeinderätinnen blieben vorerst ergebnislos. Ich habe auch keinen Druck gemacht.

Besonders beeindruckt hat mich ein Telefonat mit einer Mitarbeiterin von Internationales Kulturzentrum Achberg e. V., die – das ist dann wohl mein Missverständnis – schon von ihrer Vereinsagenda her Interesse an den Vorgängen haben müssten? Nein, haben sie nicht. Die Mitarbeiterin dort war noch nicht einmal bereit, meinen Namen und meine Telefonnummer zu notieren für den Fall, dass sich vereinsintern jemand fände, der mit mir zu sprechen bereit wäre.

Das ist auch eine Form von Kultur …

Am besten jedoch war das Telefonat mit dem Rathaus, wo ich versucht hatte, Herrn Bürgermeister Dr. Johannes Aschauer zu sprechen. Dessen Mitarbeiterin gab mir Bescheid: Cheffe nicht da. Und den Hinweis, der von mir erbetene Rückruf könne „etwas länger dauern“. Der Göttin sei Dank hatte ich gerade einen wachen Moment und deshalb gefragt, was ich mir denn unter „länger“ vorzustellen habe. Ihre Antwort: „Zwei bis drei Wochen!“

Danke, das genügt. So viel zu den „demokratischen Regeln“, zu denen etwa auch die Pressefreiheit gehört, die allerdings erheblich geknebelt wird, wenn der Bürgermeister „zwei bis drei Wochen“ braucht, um der Rückrufbitte einer Journalistin zu genügen. Natürlich ist es möglich, dass Aschauer derzeit im Urlaub oder gar krank ist, was dann die „zwei bis drei Wochen“ erklären würde. Aber vertrauen Sie mir: Ich habe schon ein paar Mal mit Rathäusern telefoniert. In solchen Fällen verweisen die Mitarbeiter immer sofort darauf, das der gewünschte Ansprechpartner im Urlaub oder Krankenstand ist. Davon war im Rathaus Achberg nicht die Rede.

Und ich vermute mal ganz stark: Nach diesem Artikel hat sich Aschauers Rückrufbereitschaft dann komplett erledigt?
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Bitte an KBA: Nehmen Sie mich in Ihren Presseverteiler auf!
Bleibt mir nur das Übliche: Ich bitte die KBA, mich in ihren Presseverteiler aufzunehmen. Und SaSe wird dann auch ganz bestimmt INHALTLICH berichten

Zum Üblichen: Ich gewähre hundertprozentigen Informantenschutz und absolute Diskretion, wo sie erbeten wird. Ich kann über entsprechende Kritik an Bürgermeister und Verwaltung problemlos auch dann berichten, wenn ich die Namen der Kritiker nicht preisgebe.

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