Tag Archiv:Till Reiners

TS82/16: Kabarett ohne, BGH-Richter mit Zeigefinger

+++ Autovermieter Sixt geht juristisch gegen „Titanic“ vor
Die Satirezeitschrift Titanic hat in ihrer aktuellen Ausgabe eine gefakte Anzeige des Autovermieters Sixt abgedruckt, die den zerschossenen LKW des Nizza-Attentäters zeigt. Das hat der Autovermieter abgemahnt. Die Titanic habe die Unterlassungserklärung unterzeichnet. Mehr dazu bei Meedia.


+++ Till Reiners: „Kabarett ohne Zeigefinger“
SaSe ist ein bekennender Fan von Till Reiners. Deshalb tut es mir auch besonders gut, wenn Regionalzeitungen bei ihren Theaterkritiken den Finger in die bundesweite Wunde legen, wie es die Augsburger Allgemeine in dieser Theaterkritik über den Unbestechlichen tut: Kabarett ohne Zeigefinger.
Wer für Satire und Kabarett mit der permanent geschwungenen Moralkeule schwärmt, ist bei Denkfunk exakt an der richtigen Adresse. Weiterlesen

TS22/16: Satirische Panzer, parodierende US-Stars, satireunfähige Katholiken

+++ „Ein Panzer ist keine Satire“ – Leyendecker würdigt Idioten
War klar: Nun stürzen sich alle Medien und Zensoren auf die „Ilmtaler Asylabwehr“, den Panzer mit dieser Aufschrift bei einem Karnevalsumzug in Reichertshofen im Landkreis Pfaffenhofen. Damit besorgen sie das Geschäft der „Ilmtaler Asylabwehr“. Enttäuschend dazu Hans Leyendecker bei Deutschlandradio Kultur, der erst erklärt, dass es sich bei den Verantwortlichen für diese „Geschmacklosigkeit“ „nur um Idioten“ handele – die er dann aber mit seinem öffentlichen Statement, welches der Idiotie Gewicht verleiht, genau über diesen Rang hinaushebt.
Auch andere Medien lassen sich vor den Karren derjenigen spannen, die das Verdikt gegen diese Narrenfreiheit erfolgreich instrumentalisieren. Skandalisierend: Karneval-Schock! Benjamin Stahl von der Main-Post lässt sich (wegen Idioten!) zu einem Leitartikel mit der gewichtigen Überschrift Die Grenzen der Narrenfreiheit verleyten. Weiterlesen

TS14/16: Satire-Kalifat + „2gewinnt“ + Uni-Vers + Knast + Qualfrage + Klischees

+++ „Datteltäter“ reagieren auf Hasskommentare
Es gibt ein neues Label: „Satire-Kalifat“. Gefunden bei bento. Dort wird über die Reaktion der muslimischen Satiriker bei Datteltäter auf die Hasskommentare berichtet, welche sich auf der Facebook-Seite der Truppe ansammeln. Counter-Speech mit Engagement und Pfiff.

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Senf: So wichtig und so ernst das Thema ist, so muss doch an dieser Stelle und als Kommentar zum Video (und auch aus Fairness gegenüber D(d)enkfunk) konstatiert werden, dass diese Künstler ebenfalls die Satireschiene verlassen und wenn nicht in die Moralpredigt verfallen, dann doch dem Appell und der unverfremdeten (und mithin satirefreien) Schilderung von Zuständen. Mit diesen Darstellungsformen der moralischen Empörung allerdings wird das Land derzeit nachgerade geflutet. Hoffentlich kommen diese hoffnungsvollen Künstler wieder von der fatalen Prediger-Appell-Schiene runter! Weiterlesen

SaSe52: Rezension Rand & Prischke „Die kleine Kapitalistensau“: Lesegenuss mit Goldrand

Angesichts der Tatsache, dass es unsere Kabarettisten derzeit mit der Kapitalismuskritik nicht so recht packen, kommt dieses Buch gerade recht: Die kleine Kapitalistensau von Meredith Rand und Dagobert Prischke, erschienen bei Klett-Cotta Stuttgart. Beide Autoren arbeiten als freie Journalisten und leben in Berlin.
„Mehr Win-Win geht nicht!“: Diesem Etikett des Verlags als Kaufargument kann man nur zustimmen. Denn für € 14,95 erhält man dieses:


$$$ Lexikon und Wertekanon des Kapitalismus
An dem Buch passt alles. Schon die Aufmachung verspricht Luxus und Abwechslung: viel Golddruck, teilweise Spaltendruck, verschwenderische Seitenaufteilung und –gestaltung, dann wieder Großdruck und viele Fotos in High-End-Quality von jungen glücklichen reichen Menschen – manchmal in erbärmlich schlecht sitzenden Anzügen und Kostümen (z. B. S. 112). Auch die Sprache stimmt: „Multifunktionsbuch“, „komprimierte Powererkenntnis“, für „Movers und Shakers“, „Global Player“, „High Performer“ mit „Killerinstinkt“, die „Teil einer globalen Leistungselite“ und „Quick Wins“ nicht abgeneigt sind, „schlüsselfertige 360-Grad-Lösungen“, „Big Data“ und „Fuzzy Logic“ präferieren. Das Buch holt den Kapitalisten auch sprachlich dort ab, wo seine Anglizismen ihn in die privilegierte Ecke gesetzt haben. Oder schult jene, die wenigstens so tun möchten, als gehörten sie dazu. Weiterlesen

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