Tag Archiv:1.000-Kühe-Stall Ostrach

TS52/20: Braune Infektionsketten, Staatsnager … und Ken Jebsen zuvorderst dabei

Seit drei Tagen bastele ich an einem TagesSenf zu der Causa Beate Bahner. Nachdem ich den Fall zuerst gar nicht einordnen konnte, kommen jetzt nach und nach so viele Infos zu der komplett durchgeknallten Rechtsanwältin mit dem (abgewiesenen) Eilantrag an das Bundesverfassungsgericht (BVG) rein, dass ich den Artikel quasi stündlich ändern müsste. Das ist übrigens eine Form des Wankelmuts, der auch Beate Bahner eignet, die sich nicht entscheiden kann, ob sie nun ihre Anwaltszulassung zurückgegeben hat oder nicht. Das ist so ähnlich als könne eine Frau keine verbindliche Aussage darüber treffen, ob sie ein Kind zur Welt gebracht hat oder nicht. Und Bahners Mimimi nach dem vom BVG abgewiesenen Eilantrag ist einfach nur ekelig.

Nachdem ich aber gerade erst wieder einen Disput mit einem Kollegen zum Thema Ken Jebsen hatte, mit dessen übler Gefolgschaft ich nach diesem berühmtesten SaSe-Artikel jahrelang (!) zu kämpfen hatte (hier), ziehe ich den taz-Artikel „Braune Infektionskette“ vor. Weiterlesen

TS49/20: Ravensburger Aktivisten legen brillante Broschüre zum 1.000-Kühe-Stall vor

Donnerwetter und Chapeau: Die auf diesem Blog schon einmal herb kritisierte Ravensburger Initiative gegen den 1.000-Kühe-Stall Ostrach legt jetzt eine Broschüre „Kein Megastall in Ostrach!“ vor, die mächtig beeindruckt.

Auf 50 Umweltpapier-Seiten wird das Projekt Megastall im Ortsteil Hahnennest der Gemeinde Ostrach (Landkreis Sigmaringen) vorgestellt und in seinen globalen ökonomischen, ökologischen und ethischen Bezügen ausgeleuchtet.
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Deckblatt der 50 Seiten umfassenden Info-Broschüre "Kein Megastall in Ostrach" der Ravensburger Initiative gegen den 1.000-Kühe-Stall Ostrach

Deckblatt der 50 Seiten umfassenden Info-Broschüre „Kein Megastall in Ostrach“ der Ravensburger Initiative gegen den 1.000-Kühe-Stall Ostrach

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Mit offensichtlich genialer grafischer Unterstützung ist dabei eine hochinformative Broschüre herausgekommen, die sachlich und ohne jede Polemik informiert. Als Verantwortlicher im Sinne des Presserechts firmiert der bekannte Journalist, Autor und Kolumnist der Schwäbischen Zeitung Wolfram Frommlet. Weiterlesen

TS125/19: 1.000-Kühe-Stall Ostrach: HGV unterbindet Verbraucher-Aufklärung?

Die Ravensburger Initiative gegen den geplanten 1.000-Kühe-Stall in Ostrach läßt sich auch von der bösen Knüppel-zwischen-die-Beine-Berichterstattung einer übergeschnappten Redaktionsassistentin nicht entmutigen. Nachdem ihre Protestaktion in der „Räuberbahn“ im Oktober 2019 ein bisschen in die Hose ging (die SchwäZ berichtete emotionslos), haben die Aktivisten sich jetzt eine pfiffige neue Aktion einfallen lassen.
Hier die dazu auch dieser Redaktion zugegangene Pressemitteilung im Volltext (Hervorhebung von dieser Redaktion):

Auf dem am 07.12.2019 stattfindenden Weihnachtsmarkt in Ostrach bekamen einige Besucher kleine Geschenke
Drei Nikoläuse in Begleitung ihrer Engel ‚verschenkten‘ staatlich subventioniertes Milchpulver an Weihnachtsmarktbesucher. Das Milchpulver sei zum einen bereits von allen Steuerzahlern bezahlt worden. Zum anderen wäre eine regionale Verwendung doch angebrachter als der verheerende Export nach Afrika und Asien, wodurch dortige lokale Märkte zerstört würden.
Die meisten Besucher nahmen die kleinen Cellophan-Beutelchen mit der verbundenen Botschaft interessiert entgegen. In den Gesprächen zeigten sich viele Besucher bereits gut informiert, waren aber doch über Zahlen, Zusammenhänge und Auswirkungen überrascht.

Leider wurden die Nikoläuse und ihre Engel von den Veranstaltern nach ca. 1 Stunde aufgefordert, diese „politische Aktion“ einzustellen.
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TS111/19: 1.000-Kühe-Stall: Stuttgarter Nachrichten berichten krass ernüchtert

Ohne konkreten Anlass beschäftigen sich die Stuttgarter Nachrichten an Allerheiligen – auch irgendwie passend – erneut mit Baden-Württembergs derzeit im Bau befindlichen Mega-Stall in Ostrach-Hahnennest. Der Artikel von Rüdiger Bäßler ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert.

Zum einen demontiert er gnadenlos die Mythen und Narrative, die rund um den Energiepark Hahnennest und den 1.000-Kühe- Stall unter fleißiger Mitwirkung der regionalen Presse über Jahre hinweg mühsam errichtet wurden. Den Weg weist schon die wenig zartfühlende Überschrift: „Das Geschäft mit der Gülle“ (Bezahlschranke).

Rückgebaut wird unter anderem das Narrativ der kleinen tapferen Landwirtelein, die doch lediglich versuchen zu überleben. Dieser Rückbau erfolgt nicht nur in Zuschreibungen wie „geschäftstüchtiges Bauernquartett“. Auch der kaum verhüllte Hinweis auf das nahezu konzernmäßige Marketing macht angenehmen Schaden. Weiterlesen

TS105/19: Mega-Stall Ostrach: Protest-Sonntag „Mit der Räuberbahn gegen 1.000-Kühe-Wahn“

Die Ravensburger Initiative gegen den 1.000-Kühe-Stall in Ostrach kündigt für den kommenden Sonntag, den 20. Oktober 2019,  eine Protestaktion gegen das Steinzeitprojekt im Landkreis Sigmaringen an.
Die Verantwortlichen der Initiative firmierten vormals unter dem Label AUFSTEHEN Ravensburg.
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Plakat Veranstaltungsankündigung der Initiative gegen den 1.000-Kühe-Stall in Ostrach, Ravensburg

Plakat Veranstaltungsankündigung der Initiative gegen den 1.000-Kühe-Stall in Ostrach, Ravensburg

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Treffpunkt für Aktivisten, Unterstützer und Planeten-Retter ist der Bahnhof in Aulendorf (Landkreis Ravensburg) um 13.15 Uhr. Von dort aus gehe es mit der „Räuberbahn“ durch Ostrach und den Ortsteil Hahnennest. Ihre genauen Forderungen artikulieren die Aktiven hier. Weiterlesen

TS94/19: Energiepark Hahnennest: In Ostrach werde für Fluchtursachen gemolken

In der Schwäbischen Zeitung (SZ) ist am 19. September 2019 ein bemerkenswerter Leserbrief zum Thema 1.000-Kühe-Stall in Ostrach (Landkreis Sigmaringen), Energiepark Hahnennest (EPH), erschienen. Die Umstände dieser Veröffentlichung (Kürzungen des Originals sowie die gewählte Ausgabe) sind berichtenswert. SaSe berichtet.

Bevor wir zu den unterhaltsamen Details der Leserbrief-Veröffentlichung in der SZ kommen, hier zwei weitere Kurzmeldungen: Über den vom BUND Landesverband Baden-Württemberg beim Verwaltungsgericht Sigmaringen am 19. Juni 2019 gestellte Antrag auf einstweilige Verfügung gegen den Bau des Megastalls ist (immer) noch nicht entschieden. Über die Gründe für diese Verzögerung lässt sich nur spekulieren. Aber wie im Fall Ummendorf und Biberach zu lernen war, kauert die Mensch gewordene Bockigkeit gelegentlich auch unter den wehenden Roben von Verfügungsbeklagten, die mit den vom Gericht angeforderten Unterlagen nicht beikommen. In besonderen Härtefällen muss dann sogar der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg einschreiten, um einer Gemeinde Ummendorf klarzumachen, dass dem Gericht tatsächlich die geforderten Verwaltungsakten vorzulegen sind. Schlimm mit dem Rechtsstaat!

Auch wenn ich als Satirikerin für Hoffnung nicht zuständig bin, schöpfe ich diese aus der Tatsache der zeitlichen Dauer des Verfahrens. In Ummendorf hat es dann ja auch noch geklappt.

Zweiter Hinweis: Das ohnehin schon wuchernde Firmengeflecht rund um den EPH wurde am 1. April 2019 um ein weiteres Unternehmen erweitert: Milchpark Besitzgesellschaft mbH (HRB 738198). Gegenstand der Gesellschaft ist: „Das Mieten und Kaufen von Grundstücken im „Sonderbaugebiet Milchpark Hahnennest“, das Errichten von Gebäuden und Stallungen sowie die Vermietung der Gebäude und Stallungen an die Betreibergesellschaft“ (Quelle).

Man sieht es gleich: das klassische Geschäft von sogenannten Landwirten: „das Mieten und Kaufen von Grundstücken“ …

Gegebenenfalls kommen wir ich später auf dieses Schmankerl zurück …

Jetzt soll es erst einmal um den Leserbrief an die SZ des Ravensburger Internisten Dr. Frank Matschinski gehen. Diese globale Zusammenhänge übersichtlich darstellende Lesermeinung wurde zwar am 19. September 2019 veröffentlicht; allerdings wohl nicht in der Ausgabe Ravensburg. Außerdem wurde der Leserbrief um eine aussagekräftige Passage gekürzt, welche die SZ in ihrem Berichtsverhalten betreffs des 1.000-Kühe-Stalls kritisiert. Weiterlesen

TS50/19: AUFSTEHEN Ravensburg plant kreative Aktionen gegen den 1.000-Kühe-Stall Ostrach

Der Ravensburger Zweig der bundesweiten AUFSTEHEN-Bewegung hält Wort. In dieser Veranstaltung am 20. März 2019 in Ravensburg hatten die Aktivisten der verschiedenen anwesenden Gruppierungen und die Zuhörer des Vortrags von Anna Waibel, BUND Pfullendorf, zum 1.000-Kühe-Stall in Ostrach erste Ideen für Proteste gegen den agrarindustriellen Komplex im Landkreis Sigmaringen gesammelt. Jetzt fand am 15. Mai 2019 ein weiteres Treffen zu diesem Thema im Gasthof Storchen in Ravensburg statt.

Ich war dieses Mal nicht anwesend. Aber mir liegt ein sehr detailliertes und faktenreiches Protokoll der Veranstaltung vor. Ich konnte auch mit einer Teilnehmerin sprechen, die mir begeistert von der „guten Stimmung“ und den „kreativen Ideen“ in der Veranstaltung berichtete, die souverän und kompetent von Markus Herzog moderiert worden sei. Weiterlesen

TS32/19: BUND geht juristisch gegen die Genehmigung des 1.000-Kühe-Stalls in Ostrach vor

Der BUND Pfullendorf kämpft mit Unterstützung des BUND Landesverbands Baden-Württemberg seit vielen Jahren gegen das Projekt des 1.000-Kühe-Stall im Energiepark Hahnennest. SaSe berichtet fortlaufend. Nachstehend veröffentliche ich eine aktuelle Pressemitteilung des BUND Pfullendorf im ungekürzten Wortlaut (kursiv, grün):
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Ostrach. Vier Landwirte planen in Ostrach-Hahnennest einen Stall für 1.000 Milchkühe. Das Landratsamt Sigmaringen hat Ende Februar das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren dazu abgeschlossen und den Bau genehmigt. Dagegen legt nun der BUND- Landesverband Baden-Württemberg fristgerecht Widerspruch ein.
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TS26/19: 1.000-Kühe-Stall bei AUFSTEHEN Ravensburg: BUND-Vortrag stößt auf aktives Interesse

Der Hashtag für die (linke) Sammlungsbewegung AUFSTEHEN fiel als Erstes dem mangelnden Grad an Professionalität und Organisation der von Sahra Wagenknecht ins Leben gerufenen Bewegung zum Opfer. Nach gut einem halben Jahr zeigen die vielen Ortsgruppen der bundesweiten Nicht-Partei stark divergierende Vitalitätsparameter. In Tuttlingen sind inzwischen die meisten Mitstreiter vom toten Pferd abgestiegen. In Ravensburg dagegen präsentiert sich AUFSTEHEN nicht zuletzt dank Volker Jansen und seinem Team gut organisiert und vernetzt und mit regelmäßigen Veranstaltungen.

Zum achten Treffen am 20. März 2019 im Gasthof Storchen war Anna Waibel vom BUND Pfullendorf geladen, um die Ravensburger Aufgestandenen mit einem fachkundigen und faktengespickten Vortrag über den aktuellen Stand zum 1.000-Kühe-Stall in Ostrach zu informieren. Ihre prägnante und gut verständliche Darstellung des nun schon mehr als vier Jahre währenden Widerstands gegen das agrarindustrielle Großprojekt Energiepark Hahnennest (EPH) stieß bei den über 30 Zuhörern auf aktionsbereites Interesse. Immer wieder koppelte sie auch rück auf grundsätzlich wirkstarke Änderungen im Konsumverhalten: „Agrarindustrie zerstört das Empfinden für das Leben. Boykottieren Sie die Produkte der Agrarindustrie!“

Unter den Zuhörern befanden sich auch Vertreter weiterer Organisationen wie Jürgen Wagener von Parents for Future sowie Verbindungspersonen zu Fridays for Future. Abgesehen von der erfreulich hohen Zuhörerzahl war es insbesondere das niedrige Durchschnittsalter des Publikums, das überraschte: viele junge Leute mit metaphorisch aufgekrempelten Ärmeln. Weiterlesen

TS20/19: Die Chose mit den einstweiligen Verfügungen: Wochenzeitung kontext und AfD

Wenn es etwas gibt, was mich noch rascher auf die Palme bringt als Bürgermeister und Gemeinderäte in Feudalherrenpose, dann sind das anwaltliche Abmahnungen (mit äußerungsrechtlichem Bezug) und die Androhung von einstweiligen Verfügungen. Die extrem kurze Reaktionszeit erklärt sich aus meiner diesbezüglich ruhmreichen publizistischen Vergangenheit, mit derer 208. Wiederholung ich die SaSe-Stammleser nicht langweilen möchte.

Auch deshalb mein ganz persönlicher Bezug zu der Leuchtturm-Entscheidung des Landgerichts Ravensburg im Verfahren Stadt Ochsenhausen gegen den Bürgermeister-Kritiker Franz Wohnhaas (hier und hier).

Im Übrigen bin ich bei meiner redaktionellen Arbeit zum Thema Bürgerrechtler in Baden-Württemberg ständig mit den nahezu panischen Ängsten der Kritiker vor den genannten anwaltlichen Abmahnungen und angedrohten einstweiligen Verfügungen konfrontiert. Jüngstes Beispiel: Der Energiepark Hahnennest (EPH) und die Metzler-Brodmann Saaten GmbH mahnen zwei Kleinbauern anwaltlich und mit Abmahnkosten in Höhe von – je Adressat – über 1.000 Euro wegen vier Wörtern ab; zwei von denen lauten: „die Pflanze …“, das dritte Wort ist eine Negation.

Immerhin passt diese von mir als Einschüchterungsversuch gewertete Attacke in ein Szenario, bei der so banale Veranstaltungen wie ein Informationsabend über die Agrarpflanze Silphie mit Polizei und einem Sicherheitsdienst abgesichert werden muss (Bericht hier).

Heute erhalte ich den Leser-Hinweis auf eine weitere Leuchtturm-Entscheidung in der Sparte einstweilige Verfügungen – auf einem höheren Level: Die Wochenzeitung kontext hat vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe zum Thema AfD eine Entscheidung erstritten, die sie selbst als Stärkung der „Wächterfunktion der Presse“ bewertet. Dabei ging es um einen ganzen Stapel von öffentlichen Verlautbarungen von Marcel Grauf, einem rechtsextremen AfD-Mitarbeiter im Landtag Baden-Württemberg. Einzelheiten und Verfahrenschronologie dazu hier. Weiterlesen

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