TS39/21: Satirisches und Säuerliches aus Oberschwaben zu den Koalitionsverhandlungen der Landesregierung

Heute gebe ich den Satire-Part an den Blog Ravensburger Spectrum ab. Dort ist – ordnungsgemäß als Satire gekennzeichnet, was man für den Raum Ravensburg besser ausdrücklich anmerken sollte, sonst: Staatsschutz! – unterhaltsam nachzulesen, was prominente Oberschwab*innen zu der sich bedauerlicherweise anbahnenden Neuauflage einer grün-schwarzen Koalition auf Landesebene zu senfen haben: „GRÜN/SCHWARZ in BaWü — Das sagen prominente Oberschwab/innen (Satire)“.

Nebenbei können wir gleich ein nicht unwesentliches Rezeptionsproblem regionaler Satire behandeln: Für ein Medium wie das Internet wirft diese Textsorte, die naturgemäß auf weitschweifiger Erklärungen verzichtet, immer das Problem auf, dass die lokalen/regionalen Akteure nicht über einen geografisch eng definierten Kreis hinaus bekannt sind. Schönes Beispiel dafür ist der erste und bisher einzige satirische Podcast auf diesem Blog: ein Riesenerfolg bei den Bürgern in Langenargen, weil sie alle Pointen des damaligen Bürgermeister-Wahlkampfes erfolgreich zuordnen konnten. Für ortsfremde Zuhörer allerdings sind viele Anspielungen im Podcast einfach nicht verständlich. Das grenzt den Leserkreis einer solchen Satire unschön ein.

Ein Wahnsinnstrick, den manche Blogger*innen inbesondere bei Internetpublikationen gelegentlich anwenden, ist deshalb das Hinterlegen ggf. unbekannter Namen mit entsprechenden Erklär-Links …

Deshalb zum besseren Verständnis nachstehend das kleine Who-is-who zur verlinkten Satire auf Ravensburger Spectrum.

Einige der genannten „Promis“ kamen schon auf SaSe vor. Zuletzt etwa Professor Dr. Wolfgang Ertel (hier), Mitglied der Scientists for Future (S4F) Ravensburg und Aktivist im Aktionsbündnis für einen zukunftsgerechten Regionalplan (AbzR). Er hatte bei einer Protestveranstaltung des AbzR mit seinem Aufruf zum zivilen Ungehorsam Furore gemacht.

Das weitere Personal der Spectrum-Satire:

+ Simon Blümcke: Erster Bürgermeister der Stadt Ravensburg
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Heike Engelhardt: Fraktionsvorsitzende der Ravensburger SPD
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Dirk Bastin: Ravensburger Bürgermeister und Leiter des Dezernats III, als zweiter Beigeordneter ständiger Vertreter des Oberbürgermeisters in seinem Geschäftskreis
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August Schuler: CDU-Landtagsabgeordneter
+ Maria Weithmann: Fraktionsvorsitzende der Ravensburger Grünen
+ Daniel Rapp: Oberbürgermeister von Ravensburg
+ Samuel Bosch (17): über Ravensburg hinaus bekannter Baumbesetzer
+ Wolfgang Frommlet: regional bekannter Autor, Journalist, SchwäZ-Kolumnist (!), u. a. aktiv auch bei der Ravensburger Initiative gegen den 1.000-Kühe-Stall in Ostrach; zeigte in der Vergangenheit phasenweise die Neigung zu Verschwörungstheorien und deren Repräsentant*innen wie zum Beispiel die Mehrtürerin Beate Bahner
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SPD-Kreisrat Rudolf Bindig unsatirisch, aber auch säuerlich
Passt an dieser Stelle ganz gut: Der Ravensburger SPD-Kreisrat Rudolf Bindig teilt der Welt ebenfalls seine Vergrämungsgrade zum aktuellen Stand der Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg mit. Inhaltlich möchte man ihm zustimmen, wenn man im Hinterkopf nicht das Faktum niederringen müsste, dass die SPD in Berlin Regierungspartei und Koalitionspartner ist und trotzdem in der Bundespolitik nicht viel Klimaschutz zu finden ist?

Die GRÜNEN hatten die Wahl:
Neuer Aufbruch in Richtung mehr Ökologie (bei Klima und vor allem mehr Biodiversität und Artenschutz in der Landwirtschaft), mehr Soziale [sic] Gerechtigkeit, mehr Toleranz und Weltoffenheit, bessere Bildungspolitik [sic]
Und: weniger als möglich bei der Ökologie (vor allem in der Landwirtschaft und in der Klimapolitik), im sozialen Bereich, in der Weltoffenheit und Toleranz und einer über-holten Bildungspolitik.
Sie haben sich für das Zweite entschieden. Sie werfen lieber der durch die Skandale (Maskengeschäfte, Bestechlichkeit, Aserbeidschan) angeschlagenen CDU einen Rettungsring hin, als einen neuen Aufbruch zu wagen. Die Grünen entwickeln sich immer mehr zu „grüngetünchten Schwarzen“. Jetzt wird man sich bemühen, diese Koalition noch mit etwas „ökologischer Schminke“ (auf jeden Neubau eine Solaranlage) herauszuputzen, das bleibt aber hinter dem Notwendigen und Möglichen weit zurück und ist unzureichend für die Ökologie und das Klima und damit schlecht für die Menschen in unserem Land.
Parteimäßig gesehen hat es durchaus einige Vorteile für die SPD. Jetzt ist klar; jeder der eine mehr soziale und ökologische, eine tolerante und weltoffene Politik will, muss SPD wählen. Wer Grün wählt [sic] landet im Bündnis mit der CDU.
(Pressemitteilung „Kurzkommentierung: Koalitions(vor)entscheidung der Grünen in BaWü“ des SPD-Kreisrats Rudolf Bindig 02.04.2021)

Bindigs Schlussfolgerung zu möglichen Koalitionskonstellationen auf Bundesebene allerdings ist nicht zu widersprechen …

Die Ravensburger SPD hatte sich jüngst mit diesem Statement zum Thema Regionalplan Bodensee-Oberschwaben und den dazugehörigen Recherchen glaubwürdig positioniert.

Wem Bindigs Mimimi nicht lustig genug ist, der sei auf den unbedingten Schroeder verwiesen. Der macht es sich im Frühlingssonnenschein im Garten mit „Ente süß“ und „Ente sauer“ gemütlich und droht an, „Wie-vegane Eier“ zu färben. Und verkündet nebenbei fundamentale Weisheiten: Ein Ei sei ja meist das Gelbe von sich selbst. Deshalb könne man auch Boris Palmer, „Lasch-E.T.“ und Hendrik Streeck färben und als „Schlaum-Eier verkaufn“ (hier).

Wobei ich als satirische Skeptikerin die Marktfähigkeit und den potentiellen Käuferkreis für diese doch stark beschädigte Ware stark einschränken würde?
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Der durch seine faszinierenden Neologismen – man denke nur an die „Irrologen“ und „Wirrologen“ – jede Woche neue Fenster zur Welt öffnende Schroeder, den ich heute vor allem um so stabile Freunde wie „Ente Süß“ (links?), „Ente Sauer“ (rechts?) und „Teddybärläsker“ beneide. Da können mein Aschenbecher und „Hermann“ (meine neue Knie-Orthese) einfach nicht mithalten.
Foto: Schroeder

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