TS145/20: #LaWahl: Faire Presseinfos nur von zwei der drei Bürgermeisterkandidaten

Unter tätiger Mitwirkung von „irgendwelchen Online-Blogs“ ist der Pool an Bewerbern für das Bürgermeisteramt in Langenargen inzwischen ja deutlich abgeschmolzen (guckst du hier). Übrig bleiben drei: Amtsinhaber Achim Krafft (CDU), Ole Münder und Michael Maragudakis.

Nähme der Bürger Verfassungstreue als Maßstab für seine Wahlentscheidung in etwas mehr als zwei Wochen, ergäben sich zum Kandidaten Achim Krafft und seine Partei ernste Fragen. Die stellt heute die Kollegin Elke Krieg auf ihrem Langenargener Blog Agora-La.

Tatsächlich ist es so, dass der Kandidat Krafft nachweislich nur ausgesuchte Presse – nämlich seine Hauspostille SchwäZ – mit Informationen zu seinem Wahlkampf versorgt. Eine Presseanfrage von Krieg an Krafft zu seinem Wahlkampf sei unbeantwortet geblieben. Auch diese Redaktion erhält von Krafft keine initiativen Presseinfos, obwohl SaSe seit geraumer Zeit über Langenargen berichtet.

Heißt: Der kleine Achim möchte im Bälle-Bad abgeholt werden?
Ja, genau so! Aber Kraffts infantiles Verweigerungspotential
hat doch durchaus Unterhaltungswert?

Die einzige Tageszeitung in Langenargen, die Schwäbische Zeitung, hat Krafft schon mal vorab und krafft souveräner Willkür zum Favoriten ausgerufen.

Die Nähe zwischen der SchwäZ und dem Rathaus ist berühmt-berüchtigt. Einzelne (freie) SchwäZ-Mitarbeiter sind gleichzeitig Auftragnehmer der Gemeinde. Die SchwäZ betreibt auch die Redaktion des Amtsblatts Montfort-Bote. Anonyme Zuschriften an diese Redaktion behaupten Duz-Freundschaften zwischen dem Bürgermeister und einzelnen SchwäZ-Redakteuren. SchwäZ-Redaktionsleiter Martin Hennings (dieser hier) verteidigt eine solche fatale Nähe zwischen Presse und Politik wenig überzeugend auf dem neu geschaffenen Transparenz-Blog der Zeitung.

Hattest Du zu Hennings Dummfug auf dem Transparenzblog
nicht schon einen Senf-Artikel angefangen?
Ja. Aber der wurde durch den offenen Brief überholt!

Die Verweigerungshaltung der CDU Langenargen und ihres Oberindianers Achim Krafft gegenüber unabhängiger Presse hat Gründe. Die liegen vorzüglich in deren Unabhängigkeit … Dem Ondit und einigen sehr aufschlussreichen, wenn auch nicht autorisierten Zitaten aus Langenargener CDU-Kreisen zufolge, werden „irgendwelche Online-Blogs“ von den tiefschwarzen Christen nicht als „Presse“ anerkannt. Etwa so: „Ein privater Blog ist keine Zeitung.“

Knapp daneben ist auch vorbei: Ad1) ist ein Presse-Blog nicht „privat“. Ad2) ist ein unabhängiger kommunalpolitischer Presseblog immer noch besser als gar keine kritische Tageszeitung.

Aber natürlich nicht für die CDU Langenargen …

Das absichtliche Ignorieren unabhängiger Presse allerdings wäre ein Angriff auf die Pressefreiheit und damit auf die Verfassung. Wer in diesem Land als „Presse“ gilt, entscheidet, so bitter das für die alten weißen Männer in Langenargen sein mag, nämlich nicht eine CDU-Ortsgruppe und/oder deren Fraktion. Dafür hat der Gesetzgeber umfangreiche Regelungen geschaffen. Und die besagen eindeutig und durch höchstrichterliche Urteile bestätigt: Wer einen Presseausweis besitzt, ist Presse und kann sein Auskunftsrecht gemäß Landespressegesetz Baden-Württemberg gegenüber Behörden geltend machen.
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Symbolbild der spontanten Reaktion der CDU Langenargen und von Amtsinhaber Achim Krafft auf unabhängige und nicht private (!) Online-Blogs.
Bild von John Hain auf Pixabay

 

Glücklicherweise haben die Wähler in etwas mehr als zwei Wochen die Möglichkeit, selbst festzulegen, ob sie solche Gepflogenheiten bei der Öffentlichkeitsarbeit in Langenargen künftig weiter dulden wollen oder nicht.
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Eine Krafft-Homepage, die Google erst spät findet
Dem Kandidaten Achim Krafft geht offensichtlich aber inzwischen doch das Klämmerle. Wie von diesem Blog immer wieder von den seriösen und ernsthaften Bewerbern gefordert, hat er sich nun doch noch und kurz vor Toreschluss dazu entschlossen, eine Wahlkampf-Homepage online zu schalten. Die ist – bis auf die Texte – hochprofessionell gemacht. Bestechend ist die hohe Qualität der Bilder, für die ich aber auf der gesamten Webseite keinen Urhebernachweis finden kann. (Könnte ein solcher „ungünstig“ sein, weil dessen Name möglicherweise identisch ist mit einem SchwäZ-Mitarbeiter?)

Wie unglücklich es ist, eine solche Internetseite erst auf den letzten Drücker zur Verfügung zu stellen, zeigen die Google-Ergebnisse auf den Suchauftrag „Achim Krafft“. Seine Webseite erscheint erst auf Seite 2 der Trefferliste an achter Stelle – und natürlich erst NACH meinem (auch für die Wahl wichtigen) Kontext-Artikel über den Langenargener Sicherheitsdienst CMS.
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Ausschnitt aus Bildzitat Screenshot Google-Suche am 22.10.2020 auf „Achim Krafft“: Die Suchmaschine zeigt die wichtige Webseite erst an achter Stelle auf der zweiten Seite der Trefferliste an. Heißt: Ein Bürgermeister-Anwärter, der nicht weiß, wie das Internet funktioniert!

 

Kann es sein, dass Du jetzt „vergessen“ hast, Kraffts Seite zu verlinken?
Blär doch! Ich gönne mir heute auch mal die Blutwurst!

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Münder und Maragudakis fair, souverän und verfassungstreu
Ganz anders läuft die Chose mit den beiden Kandidaten Ole Münder und Michael Maragudakis. Und dass trotz der Tatsache, dass zumindest dieser Blog beide bisher auch nicht im Schonwaschgang behandelt hat. (Stichworte: „Ole Kruse“ und „Augenkrebs“ auf Maragudakis Unternehmenswebsite.) Ein angehender Bürgermeister sollte über solchen Spitze-Feder-Pieksen stehen können?

Münder und Maragudakis halten sich schlicht und einfach an die Regeln: Presseinformationen werden zeitgleich sowohl an die SchwäZ wie an diejenigen Blogger verschickt, die um Aufnahme in den Presseverteiler gebeten hatten.

Ole Münders weitere Termine sind (nachstehend kursiv in Blau):

Bürgermeister-Kandidat Ole Münder bietet auch in den nächsten Tagen zahlreiche Möglichkeiten an, ihn persönlich kennen zu lernen und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Neben informellen Treffen möchte er sich auch den Einwohnerinnen und Einwohnern in den Ortsteilen persönlich vorstellen. „Ich freue mich auf erneut viele anregenden Gespräche“, sagt der 49-jährige Verwaltungswirt. Um das steigende Infektionsrisiko zu respektieren, finden sämtliche Termine draußen statt.

Wie bereits angekündigt, lädt Ole Münder am Freitag, den 23. Oktober, zum ersten „Stadtspaziergang“ ein. Der beginnt um 15.30 Uhr. Treffpunkt ist vor dem Eingang zur Pfarrkirche St. Martin. Binnen zwei Stunden möchte der Bürgermeister-Kandidat hier mit den Langenargenern vor allem darüber sprechen, wo sie in der Gemeinde dringenden Handlungsbedarf sehen.

Weiter geht es am Montag, den 26. Oktober. Von 16 bis 18 Uhr heißt es vor dem EDEKA-Esslinger in der Eisenbahnstraße wieder „Auf ein Gespräch mit Ole Münder“. Am Dienstag, 27. Oktober, steht er von 11.30 Uhr bis 13 Uhr in der Bäckerei Metzler für Gespräche zur Verfügung. Tags darauf, am 28. Oktober, freut er sich von 8 bis 10 Uhr vor der Bäckerei Straub in der Dorfstraße auf den Kontakt mit den Oberdorfnerinnen und Oberdorfnern. Am Donnerstag, 29. Oktober, ist Ole Münder erneut auf dem Langenargener Wochenmarkt zu Gast.

Alle Termine finden sich auch auf der Website: www.ole-münder.de

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Völlig neu für die Langenargener dürfte sein: Beim „Stadtspaziergang“ will Münder die „Anregungen der Bürger“ aufnehmen, wo sie im Ort Handlungsbedarf sehen.

Und natürlich fügt Münder seiner Presseinformation auch ein weiteres Foto bei:
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Foto: Ole Münder

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Die Termine von Michael Maragudakis
Inzwischen ist auch Michael Maragudakis aus der Versenkung aufgetaucht. Die „Verzögerung“ begründet er damit, den Eingang der Bewerbungsbestätigung durch das Rathaus abgewartet zu haben. Ja, das ist okay.

Eine Wahlkampf-Homepage von Maragudakis gibt es bisher aber nicht. Auch Fotos stehen nicht zur Verfügung. Dafür bedient auch er die Presse mit seinen Wahlkampf-Terminen (nachstehend kursiv in Grün) wie folgt:

Die ersten Termine des BM-Kandidaten Michael Maragudakis sind:

1. Freitag, 23.10.2020, 18.00 Uhr, ‚Stehgespräche‘ beim Edeka Esslinger
2. Freitag, 23.10.2020, 18.30 Uhr, Pressegespräch
3. Freitag, 23.10.2020, 19.00-19.45 Uhr, Gespräch mit Gemeinderäten
4. Freitag, 23.10.2020, 20.00 Uhr, ‚Stehgespräche‘ auf Anfrage
5. Samstag, 24.10.2020, 8.30 Uhr, Gespräch mit Gemeinderäten
6. Samstag, 24.10.2020, 10.00 – 12.00 Uhr, Gemeindespaziergang ab Pfarrkirche St. Martin
7. Weitere Termine folgen.

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