Tag Archiv:Christine Prayon alias Birte Schneider

TS71/16: Kabarettisten mit, im „Denkfunk“-Fall eher ohne Benehmen

+++ Philip Simon: „Alexander Gauland hat recht“
Der Kabarettist Philip Simon wirft in einem Blogbeitrag in der Huffington Post das Horrorbild eines schwarzen Bergdoktors an die Höhlenwand!


+++ Die ein Jan Böhmermann verhöhnt: Ex-Miss-Türkei wegen Satire verurteilt
Wie wir alle zur Kenntnis nehmen durften, wähnt sich Jan Böhmermann ja auf einer Leidenshöhe mit einem chinesischen Künstler  wie Ai Weiwei. Diejenigen jedoch, die tatsächlich bitter für eine Erdogan-Satire bezahlen müssen, erhalten nicht einmal einen Bruchteil der Aufmerksamkeit. Zum Beispiel die Ex-Miss-Türkei Merve Büyüksarac, die von einem Gericht in Istanbul wegen einer Erdogan-Satire auf Instagram zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden ist. Welt.


+++ Die Armenien-Resolution in der satirischen Nachbearbeitung
Der Postillon hat die Armenien-Resolution des Bundestages auch sehr schön verarbeitet: Kompromiss mit der Türkei: Merkel spricht von „fahrlässiger Völkertötung“ an den Armeniern. Weiterlesen

TS58/16: Satirekünstler ohne Impulskontrolle und hassende Aufklärer

+++ „Collective Peng“ entschuldigt sich im Namen des BAMS
Sorry, diese Meldung ist mir durchgerutscht: Das „Künstlerkollektiv“ Peng, das zuletzt mit dem Tortenwurf auf AfD-Frontfrau Beatrix von Storch für Aufmerksam gesorgt hatte, hat wieder zugeschlagen und auf YouTube einen Clip hochgeladen, der die Agenda 2010 satirisch resümiert:

In dem Video, das durch die Verwendung des BMAS-Logos den Eindruck erweckt, von der Bundesregierung selbst produziert worden zu sein, entschuldigt sich ein vermeintlicher BMAS-Sprecher bei den „Verlierern und Verliererinnen der Agenda 2010.“ Auf deren Kosten sei der Erfolg des „Exportweltmeisters Deutschland“, der „größten Wirtschaftsmacht Europas“ begründet. Dafür wolle man sich nun entschuldigen. Als Dankeschön, so verspricht der angebliche BMAS-Angestellte, würden „Betroffene der Agenda 2010“ eine Karte des amtierenden Bundespräsidenten, Joachim Gauck, erhalten.
(Vorwärts 27.04.16: „Agenda 2010: Ministerium lässt ‚Collectiv Peng‘-Satire abblitzen„)

Das Corpus delicti:

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Zu der Aktion gibt es eine eigene Webseite: Deutschland-sagt-sorry. Weiterlesen

TS37/16: Das Ringen der Satire mit dem AfD-Phänomen

+++ Hazel Brugger für die „heute-show“ verpflichtet
Die Schweizer Medien freuen sich ganz besonders über diesen bedeutsamen Karriereschritt ihrer bemerkenswerten Nachwuchskabarettistin Hazel Brugger (hier und hier). Die hatte ihre ersten großen Fernsehauftritte in Deutschland unter den vom Altmänner-Muff verkleisterten Fittichen von Dieter Nuhr (Nuhr ab 18 und Nuhr im Ersten). Jetzt wurde die staubtrockene Schweizer Zynikerin  für die heute-show verpflichtet. Sie wird für die (vielfach kritisierten) Außeninterviews der populären ZDF-Satiresendung eingesetzt. Hazel Bruggers erster Auftritt in der Sendung vom 18. März 2016 (ab Videolaufmeter 13:36) erfolgte auf einer AfD-Wahlparty in Sachsen.

By the way: Christine Prayon alias Birte Schneider setzt in einem Einspieler der Sendung vom 18.03.16 an der Seite von Oliver Welke die Inhalte des gerade erst geleakten Programm-Entwurfs (!) der AfD sehr eindrücklich in Szene – im schwäbischen Mundart-Original! Prayons schauspielerisches Können macht die Mittelstand-Begeisterung über den Retro-Kurs der Rechtspopulisten authentisch – im Gänsehaut-Format! Weiterlesen

TS17/16: Die grell-bunten Früchte satirischer Arbeit

+++ Haftandrohung für ägyptische Satireaktion
Der ägyptische Satiriker Shady Hussein Abu Zaid und der Schauspieler Ahmed Malek sind aufgrund einer Satireaktion zum Jahrestag der Revolution in ernsten Schwierigkeiten. Die beiden Künstler bliesen Kondome zu Ballons auf, beschrifteten sie mit Edding, verschenkten sie anschließend auf dem Tahrir-Platz an Polizisten und filmten das Ganze. Zum Hintergrund muss man wissen, dass der 25. Januar in Ägypten nicht nur Jahrestag der Revolution ist, sondern seit 2009 auf Anordnung Mubaraks auch „Tag der Polizei“. Die Polizisten fingen die aufgeblasenen Kondome fröhlich auf, die sie für Luftballons hielten. Wie die FAZ berichtet, sei eine Haftstrafe für die beiden Künstler nicht unwahrscheinlich.


+++ BR-Sendung „quer“ bietet Pegida-Klingelton zum Download an
Christoph Süß
und seine satirisch geankerte BR-Sendung quer verdient eigentlich auch mehr (SaSe-) Aufmerksamkeit. Mit dem jüngsten Coup platzieren sich der satirische Altmeister und sein Team in den Medien: Auf der Webseite der Sendung steht „für den ambitionierten Pegida-Mob und die Ironie-Fans unter den Journalisten“ der perfekte Klingelton zum Download bereit.
En passant eingesammelte sprachliche Perle dort: „Dahoimity“! Weiterlesen

TS14/16: Satire-Kalifat + „2gewinnt“ + Uni-Vers + Knast + Qualfrage + Klischees

+++ „Datteltäter“ reagieren auf Hasskommentare
Es gibt ein neues Label: „Satire-Kalifat“. Gefunden bei bento. Dort wird über die Reaktion der muslimischen Satiriker bei Datteltäter auf die Hasskommentare berichtet, welche sich auf der Facebook-Seite der Truppe ansammeln. Counter-Speech mit Engagement und Pfiff.

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Senf: So wichtig und so ernst das Thema ist, so muss doch an dieser Stelle und als Kommentar zum Video (und auch aus Fairness gegenüber D(d)enkfunk) konstatiert werden, dass diese Künstler ebenfalls die Satireschiene verlassen und wenn nicht in die Moralpredigt verfallen, dann doch dem Appell und der unverfremdeten (und mithin satirefreien) Schilderung von Zuständen. Mit diesen Darstellungsformen der moralischen Empörung allerdings wird das Land derzeit nachgerade geflutet. Hoffentlich kommen diese hoffnungsvollen Künstler wieder von der fatalen Prediger-Appell-Schiene runter! Weiterlesen

TS4/16: Genitivmord + Kritik minus + Deppensynopse + Cover-Blut + Filmgottlästerung

+++ Schweigen im Sattel – der geile „Netzfrauen“-Trick
Wenn jemandem der Gaul durchgeht, dann sind die ersten Kilometer in der Regel nicht so interessant. Zum einen besteht immer noch die Möglichkeit, dass der Reiter genügend Erfahrung und Kenntnis besitzt, das Tier zu bremsen. Zum anderen kann auch der Gaul selbst zur Vernunft kommen. Wenn jedoch Reiterinnen willentlich mit einer Reiszwecke zwischen Sattel und Mitgeschöpf unterwegs sind, das Pferd schon längst von allen guten Geistern verlassen durchs tiefe Unterholz prescht, dann lohnt sich wieder der Blick. So etwa behaupten die durch das sogenannte Tchibo-Gate endgültig der Lächerlichkeit anheimgefallenen Netzfrauen aktuell:

Wir „kritikunfähigen“ Netzfrauen hätten nie gedacht, dass wir uns mal wegen eines #‎Shitstorms bedanken müssen. Aufgrund des Shitstorms wegen dem Kunstfell wurden die Schweizer Medien aufmerksam und haben sich diesem Thema [sic!] angenommen. Es schaffte es sogar auf die Titelseite. Somit sind nun auch die Schweizer gewarnt und die Tierschützer haben uns gedankt. Manchmal hat auch ein Shitstorm etwas Gutes. Danke an alle Kritiker im Namen der Tiere.
(Facebook Netzfrauen Faden vom 02.01.2016; Hervorheb. SaSe)

SaSe konnte übrigens kein einziges Tier ausfindig machen, dass diese schwülstige Namensusurpation bestätigen wollte …
Holla, die Netzfee: Die Schweizer Medien seien aufmerksam geworden und hätten in Tätergemeinschaft mit den Netzfrauen dem standardsprachlichen Genitiv bei „sich annehmen“ den Tod besorgt. Inhaltlich fällt natürlich sofort und dringend auf: kein Artikel, kein Text verlinkt! Würde nicht sogar ein Netzmann im Freudentaumel über derlei berauschende Siege triumphierend den entsprechenden Link einstellen? Ja, würde er! Aber das ist eben der obergeile Netzfrauen-Trick: die Quellen erst gar nicht benennen! Weiterlesen

TS170/15: Christine Prayon + „Tatort“ + Knast + „Familie Braun“ + Aufklärer

+++ Christine Prayon „heute-show“: „Birte Schneiders Jahresrückblick“
Wieder ein Eintrag im Oeuvre meiner Lieblingskabarettistin Christine Prayon, die sich mit ihrem satirischen Jahresrückblick in der heute-show vom populistisch herumkaspernden Rest (nicht nur) durch angenehme Prägnanz absetzt.


+++ „Tatort“ und Selbstironie
Auch der jüngste Tukur-Tatort macht Furore. Meedia liefert eine detaillierte Besprechung des Krimi-Experiments und lobt die Selbstironie. (Selbstironie erfordert die entsprechenden charakterlichen Voraussetzungen; deshalb kommt sie bei D(d)enkfunk und den Netzfrauen nicht vor!) Ansonsten sei das Weihnachtsprogramm des Öffentlich-Rechtlichen eher ein Alptraum gewesen.
Den satirischen Gehalt des Tukur-Tatorts untersucht auch die Hessische / Niedersächsische Allgemeine. Weiterlesen

SaSe54: „heute-show“ 16.10.15: Christine Prayon zu „Konzentrationszonen“

Die heute-show am 16. Oktober 2015 (Mediathek): Im Einspieler „Grenzerfahrungen mit Birte“ zeigt Christine Prayon alias Birte Schneider zum Thema Transitzonen für Flüchtlinge kabarettistische Kante mit einer Präzision und Courage, die Ihresgleichen suchen. Als Außenreporterin vor einem (1) Dixieklo („Jetzt können die ersten 50.000 Flüchtlinge kommen“) berichtet sie Oliver Welke von der Einrichtung der ersten Transitzone in Bayern. Das gehe in Bayern ratzfatz! Nicht zuletzt deshalb, weil sich Horst Seehofer nichts von der Realität vorschreiben lasse.

Auf den Einwand von Oliver Welke, es sei doch ein absurder Aufwand, irgendwo in der Pampa riesige Gefängnisse zu bauen, entgegnet Prayon:

Gefängnisse? Quatsch, Welke. Das sind einfach Lager, in denen Flüchtlingen vorrübergehend konzentriert werden. Also im Grunde: KonzentrationsZonen.
(heute-show 16.10.2015; Christine Prayon alias Birte Schneider in „Grenzerfahrungen mit Birte“; Hervorhebg. SaSe)

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