Tag Archiv:Kontext Wochenzeitung

TS55/21: Am besten auswendig lernen: „Die Anstalt“ am 4. Mai 2021 zerlegt die €DU/€SU final

Phantasmagorisch, sensationell, entlastend-furios – kaum finde ich halbwegs angemessene Attribute für die neueste Höchstleistung des deutschen Investigativ-Kabaretts im ZDF: Die Anstalt vom 4. Mai 2021 (Mediathek).

Thema:  die (endlosen) Affären der Union. Als Challenge gegen das ZDF gestaltet: Claus von Wagner und Max Uthoff sollen versuchen, alle Affären von €DU/€SU innerhalb der Sendezeit (von 48 Minuten) auf eine Tafel zu bekommen. Eines ist gleich klar: Dazu muss erst einmal eine neue Tafel her …

Gäste der Sendung: Judith Richter und Matthias Egersdörfer als Achim/Armin Laschet.
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Ausscchnitt aus Bildzitat Screenshot Die Anstalt 04.05.2021: Claus von Wanger und „Günther Oettinger“ arbeiten gerade die Aserbaidschan-Connection aus, deren Personal hauptsächlich von der €DU Baden-Württemberg gestellt wird.

 

Die Anstalt schwächelt auch quantitativ bei der Frauenquote
Wobei die Besetzung Richter zumindest mich etwas irritiert. Die gefällige Judith ist eher als Schauspielerin bekannt und gehört nicht zum bekannten kabarettistischen Personal in Deutschland.

Hier schwächelt Die Anstalt neuerlich nicht nur quantitativ bei der Frauenquote. Als hätten wir nicht genügend beinharte, profilstarke und vor allem Satire-kompetente Kabarettistinnen. Ach so, das ist genau der Grund? Eine starke Satirikerin (Christine Prayon, Anny Hartmann, Lisa Politt et al.) auf der Nebenbühne nähme den beiden Herren Licht und Gewicht?
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TS13/21: Amazon-Mitarbeiter Meßkirch: Wo sie herkommen und wie sie parken

In Frankreich protestierten in mehreren Städten hunderte Menschen gegen Amazon und die Logistikzentren des umstrittenen Konzerns. Allein in Fournès im Süden Frankreichs seien es 800 gewesen, berichtet der SWR. Das ist in Deutschland, wie in diesem KONTEXT-Artikel von mir thematisiert, ganz anders: Da ziehen selbst grüne Gemeinderäte in nichtöffentlichen Sitzungen am selben Strang wie die verbeamteten Apologeten ewigen Wachstums und entscheiden die Ansiedlung von Amazon-Logistikzentren an der Öffentlichkeit vorbei. So geschehen in Meßkirch und in Trossingen.

Derweil verschaffen Amazon und seine ausbeuterischen Geschäftspraktiken dem Öffentlich-Rechtlichen jede Menge Berichtsstoff. Der MDR dokumentiert in diesem Beitrag die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten des Versandriesens in Erfurt-Stotternheim. Die Fahrer sind größtenteils Subunternehmer osteuropäischer Herkunft, die unter üblen Bedingungen arbeiten müssten. Die Fahrzeuge (Sprinter) seien oft in einem nicht so guten Zustand: „abgeranzt“. Es gäbe Beschwerden über zahlreiche arbeitsrechtliche und sonstige Verstöße.
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An einem Samstagabend im Januar 2021 in Tuttlingen, Bahnhof- und Moltkestraße. Wer einen Blick in diese Springer wirft, erkennt schnell den Auftrag- oder Arbeitgeber: Amazon. Das nächste Amazon-Verteilzentrum befindet sich im knapp 30 Kilometer entfernten Meßkirch. Parken in Fahrtrichtung? Muss ja nicht sein. Geht doch auch so?
Foto: Thomas W. Ascher

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Unchristliche Arbeitsbedingungen auch in Meßkirch?
Vieles von dem MDR-Bericht können die Menschen in Meßkirch inzwischen aus eigener leidvoller Erfahrung bestätigen. So etwa die nahezu endlosen Kleintransporter-Schlangen (im MDR-Bericht ist von Hunderten Fahrzeugen die Rede), die zu bestimmten Zeiten auf das weiträumige Amazon-Gelände in dem Gewerbegebiet mit der größenwahnsinnigen Bezeichnung „Industriepark nördlicher Bodensee“ fahren. Und es nach kurzer Zeit in ebenso langen Kolonnen wieder verlassen, um auf den Straßen Jeff Bezos Reichstum zu mehren, für deren Bau und Unterhalt der Konzern keine Steuern entrichtet.
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TS05/21: KONTEXT-Artikel über Amazon Trossingen und Amazon Meßkirch und ein gepfefferter Brief aus Tuttlingen

Auch wenn es publizistisch fast unmöglich ist, gegen den neuesten Genie-Wumms des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder anzustinken, Gefährder seien dann keine mehr, wenn sie schusssichere Westen tragen, versuche ich es doch einmal: Bei KONTEXT ist ein spannender Artikel zum Thema Amazon erschienen mit dem stellungsassioziativen Titel: Hintenrum. Die toxische Versandtorte wurde auf diesem Blog schon hier und hier angeschnitten.

Trotzdem bleiben wir bei den „Genies“: Die haben ja bekanntlich ihr muffeliges Aufenthaltseckchen in Meßkirch, weshalb sich diese komatöse Kleinststadt Fremdscham induzierend als „Geniewinkel“ zu bezeichnen anmaßt.

Alles, was man über Amazon in Deutschland wissen möchte, ist dort seit kurzem begehbar. In einem Amazon-Verteilzentrum auf unfassbaren 8,3 Hektar Fläche, die nahezu lückenlos zubetoniert wurden. Auch die Adresse darf man sich auf der Zunge zergehen lassen: (interkommunales) Gewerbegebiet „Industriepark Nördlicher Bodensee“. Was für eine Hybris! Meßkirch hat mit Bodensee ungefähr so viel zu tun wie Corona-Management mit Diktatur.
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Wo der Größenwahn eben so hinfällt …“nördlicher Bodensee“! Geht es eigentlich noch? Aber daran sieht man eben auch, dass sich die Meßkircher gern Schuhe anziehen, die ihnen einige Nummern zu groß sind.
Foto: Thomas W. Ascher

Zurück zu den anderen „Genies“: Die mir flüchtig bekannte KONTEXT-Autorin hat herausgefunden, dass der Gemeinderats- bzw. Zwecksverbandsbeschluss in Meßkirch, den Dreckskonzern eben dort anzusiedeln, auf ebenso klammheimliche Art – sie nennt es elitär und weite Lesergruppen verprellend „klandestin“ –  zustande kam wie in Trossingen: komplett an der Öffentlichkeit vorbei. Und der baumlange und wohl nicht nur deshalb so unerträglich abgehobene Meßkircher Bürgermeister Arne Zwick trötet dazu in Basta-Manier heraus: „Gewerbeansiedlungen sind kein öffentliches Thema.“ Weißte Bescheid!
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TS174/20: Die Schwäbische Zeitung kann „Journalismus“ noch nicht einmal richtig schreiben!

[Aktualisierung vom 21.12.2020]

Tag für Tag, Woche für Woche dokumentiert dieser Blog die teilweise schockierenden Fehlleistungen der SchwäZ – vor allem im Bereich der journalistischen Sorgfaltspflichten. Da werden – Beispiel Kolbingen – in besonders sensiblen Bereichen wildeste Mutmaßungen angestellt, welche die verantwortlichen Redakteure kurz darauf wieder zurücknehmen müssen (hier).

In der Redaktion Friedrichshafen schreibt die stellvertretende SchwäZ-Regionalleiterin Tanja Poimer, eine bekennende und in erlebbarer Freundschaft zum abgewählten Langenargener Bürgermeister Achim Krafft stehende „JournalistinJornalistin“  (SchwäZ-Schreibweise), den gerade erst gewählten Bürgermeister Ole Münder nieder und diskreditiert ihn schon vor seinem Amtsantritt, ohne überhaupt mit ihm gesprochen zu haben (hier).

Der Beispiele sind Legion. Ich kann und will hier nicht die Tagessenfe der vergangenen Jahre nacherzählen.

Allerdings muss man sich über all das nicht wundern bei einem Verlag, der den zentralen Begriff „Journalismus“ noch nicht einmal beim Marketing korrekt zu schreiben vermag. Normalerweise erhalten Werbetexte ganz besondere Aufmerksamkeit. Nicht so bei Schwäbisch Media, ein Verlag, der sich nicht entblödet, mit so etwas für seinen „Jornalismus“ zu werben:
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Bearbeiteter (rote Markierung) Ausschnitt aus Bildzitat Screenshot Schwaebische.de

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TS05/20: Heute: Medienmagazin ZAPP bei KONTEXT wegen Höcker

HöckeR, nicht Höcke!“ Mein soziales Umfeld verwechselt das gern. Dabei ist es doch ganz leicht zu merken: Bernd Höcke plus „r“ wie in „reichlich rinks“ = der Medienanwalt für derlei Mandanten.
Der AfD-Rechtsaußen Höcke heißt übrigens wirklich Bernd mit Vornamen, wie die heute-show immer wieder belegt.

Wer als Journalist*in etwas auf sich und sein demokratisches Berufsethos hält, sollte schon mindestens eine Abmahnung der Anwaltskanzlei Höcker vorweisen können. Für die ist der Medienanwalt berühmt-berüchtigt. Ich kann (wenn auch zurückreichend ins Jahr der Herrin 2013).

Die Kölner Kanzlei tritt nicht erst in letzter Zeit massiert als Anwalt für Klienten aus dem rechtsrechten Spektrum auf. Oder auch mal für den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Im Mai 2019 hielt Dr. Ralf Höcker auf einer von der AfD-Fraktion im deutschen Bundestag veranstalteten Konferenz einen Vortrag für – Achtung: beinharter Zynismus – „journalistische Ethik und gegen Fake-News“ (Quelle).

Die Kanzlei HöckeR hat derzeit – und schon eine ganze Weile – auch die Redaktion der Wochenzeitung Kontext dazwischen. Namens und im Auftrag von Marcel Grauf, dem Mitarbeiter zweier AfD-Abgeordneter im baden-württembergischen Landtag.

Angefangen hatte es mit diesem Kontext-Artikel von Anna Hunger über „die absolut menschenverachtenden Äußerungen“, die dem Neonazi zugeschrieben werden. Zwei Wochen später folgte der Kontext-Artikel „Gefährder im Landtag“. Weiterlesen

sTS03/20: Selbstverständlich: Kollegiale Hilfe für das Forum Langenargen

Wer sich früher in die schweißtriefende Erlebniswelt hirnamputierter U m s t ä n d l i c h k e i t  einmassieren wollte, musste erst mühsam Kirchen um Dörfer tragen.

Das ist heute einfacher: Gehst Du Forum Langeargen, Rubrik „Ärgerlich“ (stimmt!). Achtung: Die Rubrik an sich und 99 Prozent der anderen sind unwichtig, wie die Herausgeber selbst markieren.

Aktuell wird dort ein tief interessanter KONTEXT-Artikel über den bundesdeutschen Problem-Minister Andreas Scheuer thematisiert, ausgeschlachtet und mithin in Klicks für die Trillionen-Leser des Forums umgemünzt. Aber gemäß dem Standard dieses Steinzeit-Blogs: natürlich ohne Link!

Hier ist kollegiale Hilfe für SaSe selbstverständlich: KONTEXT Wochenzeitung Nr. 457 vom 01.01.2020 Oliver Stenzel: „Minister für Wahnsinn“. Weiterlesen

TS116/19: SchwäZ-Redakteure wissen nicht einmal, was Fake News sind!

Ein „Offenbarungseid“ ist an sich schon eine üble Sache. Wenn ein solcher dann aber in Serie geht wie bei der aktuellen Anführungszeichen-Qualitätsjournalismus-Kampagne des Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger, kann man das Gruseln lernen. SaSe hatte über das Gleichschaltungsbekenntnis der vierten Gewalt im Ländle hier berichtet und auch die wichtigen Beiträge der KONTEXT Wochenzeitung verlinkt: „Wenn Vielfalt Wurst ist“ und „Die Stunde der Pharisäer“ (mit einem Beitrag von Karin Burger).

Ein besonderes Leckerstückchen des Werte-Grillfestes der unter Verlegerknechtschaft ächzenden Zunft hat die Kollegin Elke Krieg vom Blog AGORA-La ausgebuddelt. Die SchwäZ-Redakteurin Claudia Kling  bekennt mit Frontal-Porträt: „Fake News? Hätte ich Märchen schreiben wollen, wäre ich Kinderbuchautorin geworden.“ Weiterlesen

TS112/19: KONTEXT Wochenzeitung über das sicher rechte, rechts sichere Langenargen

Ehre, wem Ehre gebührt. Und bundesweite Aufmerksamkeit für eine Gemeinde, deren Führung und Verwaltung so schillernd ist – im Sinne des am Bodenseeufer vor sich hin verwesenden Fisches -, dass mir dafür keine nicht justitiablen Zuschreibungen einfallen.

Die Wochenzeitung KONTEXT berichtet in ihrer heutigen Ausgabe über die nach rechts ausfransenden Sicherheitsdienste in der Bodensee- und Tourismus-Gemeinde Langenargen. Schon allein der anwaltlich bestätigte Plural solcher Dienstleister für eine knapp 8.000 Einwohner zählende Kommune ist rekordverdächtig. Oder nur verdächtig?

Wieso b u n d e s w e i t e Aufmerksamkeit?
Nun ja: KONTEXT ist nicht nur online verfügbar. Die deutsche Wochenzeitung erscheint darüber hinaus in einer Printversion als unabhängige Beilage der Wochenendausgabe der Tageszeitung taz. Die verkaufte Auflage der taz-Printversion am Wochenende liege bei über 60.000 Exemplaren bundesweit (Quelle).

Ach, ist der Rasen schön grünWeiterlesen

TS62/19: Journalistische Erdplattenverschiebung: Ruby Tuesday konnektiert

Noch ist die Sau nicht gefunden, welche die wiederkehrenden Sticheleien gegen Schwäbische Zeitung und Südkurier auf SaSe juckt.
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Der populistischen Rechten erscheint die deutsche Zeitungslandschaft gleichförmig. Der faktenorientierte Blick jedoch macht Individualität und Bastionen aus. V. l. n. r.: Kontext Wochenzeitung, Badische Zeitung, Schwäbische Zeitung, Südkurier. Kontext ist - an der Blickrichtung erkennbar - offenbar an Hintergründen interessiert. Foto: Markus Walti / pixelio.de

Der populistischen Rechten erscheint die deutsche Zeitungslandschaft gleichförmig. Der faktenorientierte Blick jedoch macht Individualität und Bastionen aus. V. l. n. r.: Kontext Wochenzeitung, Badische Zeitung, Schwäbische Zeitung, Südkurier. Kontext ist – an der Blickrichtung erkennbar – offenbar an Hintergründen interessiert?
Foto: Markus Walti / pixelio.de

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Aber die Berichtslandkreise dieses Blogs verfügen in langer Menschheitsgeschichte ohnehin über keinen Eintrag zu wesentlichen zivilisatorischen oder kulturellen Fortschritten. Tatsächlich ist die Situation hier so verzweifelt, dass die Gemeinde Ostrach (Landkreis Sigmaringen) 2018 einen Kleinkriminellen des vergangenen Jahrhunderts unter Hinzunahme von reichlich „Fördergeldern“ (i. e. Steuergelder) aus dem LEADER-Förderprogramm zum Kulturträger hochjubeln musste.

Böse Zungen – eine Hauptinformationsquelle dieser Redaktion – behaupten sowieso, frühe Völkerwanderungen  hätten in diesen Regionen ihren Ballast abgeworfen, wovon die genannten heute noch zehren beziehungsweise damit beschäftigt seien, dieses böse Erbe abzuarbeiten. Mit mehr oder leider weniger Erfolg.
Ich bin übrigens Friesin. Weiterlesen

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