Kategorie Archiv:TagesSenf

TS49/20: Ravensburger Aktivisten legen brillante Broschüre zum 1.000-Kühe-Stall vor

Donnerwetter und Chapeau: Die auf diesem Blog schon einmal herb kritisierte Ravensburger Initiative gegen den 1.000-Kühe-Stall Ostrach legt jetzt eine Broschüre „Kein Megastall in Ostrach!“ vor, die mächtig beeindruckt.

Auf 50 Umweltpapier-Seiten wird das Projekt Megastall im Ortsteil Hahnennest der Gemeinde Ostrach (Landkreis Sigmaringen) vorgestellt und in seinen globalen ökonomischen, ökologischen und ethischen Bezügen ausgeleuchtet.
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Deckblatt der 50 Seiten umfassenden Info-Broschüre "Kein Megastall in Ostrach" der Ravensburger Initiative gegen den 1.000-Kühe-Stall Ostrach

Deckblatt der 50 Seiten umfassenden Info-Broschüre „Kein Megastall in Ostrach“ der Ravensburger Initiative gegen den 1.000-Kühe-Stall Ostrach

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Mit offensichtlich genialer grafischer Unterstützung ist dabei eine hochinformative Broschüre herausgekommen, die sachlich und ohne jede Polemik informiert. Als Verantwortlicher im Sinne des Presserechts firmiert der bekannte Journalist, Autor und Kolumnist der Schwäbischen Zeitung Wolfram Frommlet. Weiterlesen

TS48/20: Wahlfälschung in Lindau? Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Stadtrat

Verschiedene Medien berichten gleichlautend. Ich beziehe mich auf eine Meldung der Schwäbischen Zeitung vom 30. März 2020: „Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lindauer Stadtrat wegen Wahlfälschung“.

Um welchen Stadtrat es sich handelt, sei nicht zu recherchieren, geben die Kollegen an. Der bisher im Raum stehende Vorwurf laute auf Wahlfälschung und falsche Versicherung an Eides Statt im Zusammenhang mit der Stichwahl am vergangenen Sonntag. Dabei soll der mutmaßliche Täter, ein Lindauer Stadtrat, sich die Briefwahlunterlagen eines anderen Wahlberechtigten für die Stichwahl zur Wahl des Oberbürgermeisters in Lindau beschafft und diese unter Angabe falscher Tatsachen ausgefüllt und abgegeben haben.

Der Vorwurf scheint immerhin so substantiell zu sein, dass auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten ein Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss erlassen und vollzogen wurde. Noch vor Beginn der Stimmenauszählung konnten so die unbefugten Wahlunterlagen sichergestellt werden.

Aufmerksam gemacht worden seien die Ermittlungsbehörden durch eine Anzeige bei der Polizei. Wer die Anzeige erstattet habe, sei bisher nicht zu recherchieren. Die Oberbürgermeisterwahl in Lindau sei durch diesen Vorgang nicht beeinträchtigt worden, wird der Pressesprecher der Stadt zitiert. Gewonnen hat Dr. Claudia Alfons (FDP) mit 52,7 Prozent gegen Mathias Hotz (CSU) mit 47,3 Prozent (Quelle).

TS46/20: Schroeder vermeldet: „Der Spass istn voll. Ernst her!“

Mit seinem erhellend marionettenhaften* puppenhaften Blick enthüllt mein Haus-Satiriker Schroeder, dass sich der ohnehin schon pervertierte Teil unserer Gesellschaft seit Jahren auf das- Achtung: Dysphemismus – „sauschel Dischtanzing“ vorbereitet hat. Beweis:

Ich glaube, dassn viele jahrelang auf die #Kontaksperre hintrainiertn habn. Wie auf Olympiadn. MenschnInnen mit Wie-Echtnamen trankn Bier ohne Alkohol und Kaffee ohne Koffein, rauchtn Zigaretten ohne Nikotin, wählten Politik ohne Inhalt und aßen dazu ein Wiener Schnitzel ohne Fleisch. Am Abend verdauten sie dann noch ein Brot ohne Gluten mit Käse ohne Milch vor einem Kaminfeuer ohne Holz. Am Wochenende feierten sie Partys ohne Gäste, lachtn den ganzn Abend über Nichts, hattn anschließend Sex ohne Körper und träumten dann täglich, sie seien wach.
Für mich und Fidel dagegn, istn diese Situation völlig neu.
(Schroeder 27.03.2020; Hervorhebg. der linguistisch bezaubernden Wortschöpfungen K. B.)

„MenschnInnen mit Wie-Echtnamen“!  Göttlich! Weiterlesen

TS45/20: Der hochriskante Skiausflug des Überlinger Baubürgermeisters Matthias Längin

Zunächst einmal ein sehr erfreuliches Zwischenfazit der Corona-Krise zum jetzigen Stand: In dieser schweren Zeit scheinen sich die beiden Tageszeitungen Südkurier und Schwäbische Zeitung aus mir bisher unerklärlichen Gründen urplötzlich zu ansatzweise kritischer Berichterstattung aufzuraffen. In Reaktion auf meinen gestrigen TagesSenf TS44/20 zum Kressbronner Bürgermeister Daniel Enzensperger und seine für heute (!!!) geplante Gemeinderatssitzung, der er selbst und expressis verbis nur noch eine „theoretische Öffentlichkeit“ zuschreibt, mailt mir ein SaSe-Stammleser: „wenn es Poimer kapiert UND schreiben darf, dann ist der Rubikon bereits meilenweit überschritten“. Gemeint ist die stellvertretende Redaktionsleiterin der Schwäbischen Zeitung Tettnang Tanja Poimer, die mutig und richtig in diesem Kommentar die völlig unverständliche Entscheidung des Kressbronner Rathauschefs kritisiert hatte.

So etwas kennen SchwäZ-Leser bisher nicht: Kritik an Rathäusern und Bürgermeistern.

By the way: Die Kollegin Elke Krieg hat eine Eil-Presseanfrage (etikettiert als „offener Brief“) an Enzensperger gerichtet. Sie will von ihm wissen, ob er für diese Gemeinderatssitzung eine Ansteckungsgefahr definitiv ausschließen kann.
Er wird wohl nicht antworten? In seiner Reaktion auf einen anderen offenen Brief der vergangenen Tage hatte er sich die „Einmischung“ von Bloggern in seine Amtsgeschäfte verbeten (hier).

Ein weiterer Aspekt dieses haarsträubenden Vorgangs in Kressbronn, der bisher weder von Krieg noch von mir artikuliert, dafür aber in Leserzuschriften an die Redaktion Agora-La angesprochen wird: die Diskriminierung von Risikogruppen, die Enzensperger mit seiner avisierten „Corona-Party“ ausschließt.  Weiterlesen

TS44/20: Demokratie-Alarm in Kressbronn: Napoleons Pseudo-Öffentlichkeit

Krise? Ja, größer war sie nie. Was passiert mit Demokratien in der Krise? Die Bedrohung ist aus der Geschichte bekannt: Abbau. Deshalb werden die warnenden Stimmen momentan auch immer lauter zu all den wenn auch notwendigen „Notverordnungen“ und Entscheidungen der „großen“ Politik. Die ist nicht mein Thema.

Völlig unverständlich ist, was sich auf kommunaler Ebene abspielt. Es ist soo unverständlich, dass sich die SchwäZ sogar schon zu kritischen Kommentaren aufrafft. (Also quasi kurz vor Um.) Wenn schon die SchwäZ-Redakteurin Tanja Poimer zu kritischen Worten findet, dann stehen die Lemminge aber versammelt vor dem finalen Abgrund. Das ist in Kressbronn jetzt der Fall. Schon wieder. Verdammt.

Der Napoleon vom Bodensee i. e. Kressbronns Bürgermeister Daniels Enzensperger musste schon vergangener Woche unbedingt Handlungsfähigkeit beweisen und berief eine nicht wirklich dringende Tourismusbeirat-Sitzung ein. Deren Krönung: Die eingeladene Referentin Ute Stegmann, Geschäftsführerin der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH, nahm aus Gründen der schieren Vernunft und zum eigenen Gesundheitsschutz an dieser Corona-Party nicht teil. Womit der tiefere Sinn der Sitzung hinfällig war.

Jetzt – der Kressbronner Hobbit ist immer noch im „Handlungsfähigkeit-beweisen-Modus“ – hält Enzensperger an einer Gemeinderatssitzung für den 25. März 2020 fest. Sie erinnern sich: Wir alle stehen derzeit mehr oder weniger unter Ausgehverbot. Auf der Tagesordnung dieser Sitzung mit sage und schreibe 15 TOPs (inklusive Bürgerfragestunde!!!) stehen vor allem Bausachen – also in Corona-Zeiten extrem dringende Themen. Die Bürgermeister von Eriskirch und Langenargen, die mit Kressbronn eine Verwaltungsgemeinschaft bilden, haben übrigens ihre Gemeinderatssitzungen abgesagt. Aber die sind beide auch etwas größer. Weiterlesen

TS43/20: Gefährliches Wording von der sozialen Distanz und andere Irrungen

In meinem unausgesetzten Bemühen, mir ein Mindestreservoir an Empathie für Bürgermeister zu erhalten, habe ich mich heute intensiv mit Blobs beschäftigt (faszinierende Fernsehreportage). Das sind absolut faszinierende und gar nicht dumme Schleimpilze, die Dinge vermögen, zu denen offensichtlich noch nicht einmal einige BüMs in der Region fähig sind. Kein Blob würde in Pandemie-Zeiten seine Mit-Blobs zu einer komplett überflüssigen Beiratssitzung einberufen und sie damit in ihrer Existenz gefährden. Im Gegensatz zu dem Kressbronner Bürgermeister Daniel Enzensperger hat nämlich der Blob durchaus ein Interesse am Überleben seiner Art. Die Wissenschaft spricht diesbezüglich von dem nur scheinbar widersprüchlichen Phänomen der „hirnlosen Intelligenz“. Das macht echt Hoffnung für die Kommunalpolitik in den mich umgebenden Landkreisen.

Ich hoffe sehr, dass ich mit mehr Wissen über kognitive Prozesse bei niederen Existenzformen auch in Zukunft noch in der Lage sein werde, die mysteriösen Entscheidungen der Rathäuser und Landratsämter in der Umgebung den SaSe-Lesern zu erklären? Zum Beispiel die Tatsache, warum ich am 21. März 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland und einen Tag nach den Ausgehbeschränkungen für Baden-Württemberg per Post noch eine Einladung des Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck inklusive Jahresprogramm 2020 erhalte. Das wäre dem Blob nicht passiert? Digital immerhin ist meinem früheren Auftraggeber (ich war auch mal museumspädagogische Kraft in Neuhausen) aber schon klar, dass es vorläufig und nach bisheriger Ankündigung bis zum 14. Juni 2020 nichts wird mit den Museumsbesuchen. Aber die Post ist dann mal ordnungsgemäß raus! Weiterlesen

TS42/20: Langenargens Prioritäten in der Corona-Krise: Der Vorverkauf hat begonnen

+  20.03.2020: Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verschärfen Alltagseinschränkungen (Quelle)
+  20.03.2020: Söder: Weitreichende Ausgangsbegrenzungen für ganz Bayern (ibid.)
+  20.03.2020 Infiziertenzahlen: Deutschland 15.320,  Todesfälle: 44, Genesene: 113 (Quelle)
+  20.03.2020 Langenargen Amtsblatt Montfort-Bote: Der Vorverkauf für die Langenargener Festspiele hat begonnen
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TS42Corona-KriseInLangenargenDer VorverkaufHatBegonnen

 

Das sind ganz offensichtlich die Prioritäten in Langenargen am Bodensee. Weiteres zur Informationspolitik der Gemeinde Langenargen in diesen schweren Zeiten lesen Sie bitte hier!

TS41/20: Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH: Neues Dokument grandioser Fehleinschätzung

Der von mir in TS39/20 als „Bruder Jakob“ adressierte Aufsichtsrat der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH (LGS) hatte in einer subalternen Personifizierung ja unmittelbar und persönlich auf die auch vom Südkurier scharf artikulierte Kritik hinsichtlich eines fehlenden Plan B für die Großveranstaltung reagiert (siehe Stellungnahme des LGS-Aufsichtsrats Dirk Diestel in TS39/20).

Jetzt liegt eine aktuelle Pressemitteilung vor, welche die sture Realitätsverweigerung der LGS-Verantwortlichen weiter zementiert:

Erklärung des Aufsichtsratsvorsitzenden und der Geschäftsführung der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH zur aktuellen Entwicklung hinsichtlich der Corona Pandemie.
Nach der Verordnung der Landesregierung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus vom 17. März gelten die Einschränkungen im öffentlichen Leben bis 19. April. Dieses Datum ist für die Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH nach wie vor relevant für eine neuerliche Bewertung der Lage und der Frage, ob die Landesgartenschau Überlingen 2020 am 23. April eröffnen kann.

(Pressemitteilung der LGS GmbH vom 18.03.2020)

Gegen eine Neubewertung der Lage ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden. Aber dass für die hier verantwortlichen Herren zu diesem Zeitpunkt der globalen Katastrophe die Frage nach einer Eröffnung der Landesgartenschau am 23. April 2020 noch nicht beantwortet ist, macht fassungslos.  Hören und sehen die keine Nachrichten? Haben die LGS-Chefs Professor Dr. Lothar Wieler vom Robert-Koch-Institut schon einmal zugehört, der von einer Pandemie-Dauer von etwa zwei Jahren in möglicherweise drei verschiedenen Wellen ausgeht? Zum jetzigen Zeitpunkt – der Freistaat Bayern hat gerade Ausgangs“beschränkungen“ für alle Bürger festgelegt – ist mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass von einer Eröffnung der Landesgartenschau am 23. April 2020 nicht mehr die Rede sein kann. Und von allem anderen auch nicht.  Weiterlesen

TS40/20: Hammer-News aus Kressbronn: Corona-Virus kann zwischen Organen unterscheiden!

Das von mir sonst nicht (mehr) so sehr geschätzte Forum Langenargen kommt heute mit einer spektakulären Info zur Gemeinde Kressbronn heraus. In diesem Beitrag, der aufgrund mangelnder Navigierbarkeit des Forum Langenargen in wenigen Tagen in der Rubrik „Bürgermeinungen 2020“ unauffindbar sein wird, verweist der Herausgeber Dr. Hartmut Walter in einem offenen Brief an den Kressbronner Bürgermeister Daniel Enzensperger auf die seit zwei Tagen geltende Eilverordnung der Landesregierung zur Corona-Krise. Dort werden unter Paragraf 3, Absatz 3 Veranstaltungen jeglicher Art unter Androhung von Strafe verboten.

Trotzdem soll – so die Informationen des Forum Langenargen – heute Abend ein Treffen des Tourismusbeirats im Sitzungssaal des Kressbronner Rathauses stattfinden. Themen seien die vermaledeite Echt Bodensee Card sowie der Tourismus-Geschäftsbericht.

(Es geht also wieder einmal nur und ausschließlich um Knete! Nicht etwa um den dringenden Schutz der Bevölkerung!) Weiterlesen

TS39/20: Landesgartenschau Überlingen 2020 & Corona: Management bockt in der Fieber-Haft

[Aktualisierung vom 19.03.2020:
Blitzartig hat „Bruder Jakob“, namentlich der BÜB+-Gemeinderat Dirk Diestel, auf diesen TagesSenf reagiert. Er hat mir untenstehende Stellungnahme zukommen lassen, die ich zu beachten bitte. Ähnliches und Gleichlautendes ist auch auf dem brillanten BÜB+-Blog zu finden: hier und hier.]


Sage mir, welche Metaphern du benutzt, und ich sage dir, wie viele Tassen du noch im Schrank hast:

Beispiel Landesgartenschau Überlingen, Oberbürgermeister Jan Zeitler (SPD) und die Geschäftsführung der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH. Die dabei versammelten Blitzbirnen haben nun die „herzliche Einladung zur feierlichen Eröffnung“ der Landesgartenschau Überlingen 2020 verschickt.

Dabei kommt folgende sehr feinfühlige und der krankhaften Zeit angemessene Metapher zum Einsatz:
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TS39LandesgartenschauÜberlingenFieberHaftSSEinladung

Der rote Kringel um das Fieber-Attest stammt von mir!

Von der Metapher zur Tasseninventur: Oberbürgermeister Jan Zeitler und die Geschäftsführung der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH, Roland Leitner und Edith Heppeler, können den Schrank verkaufen. Er wird fürderhin nicht mehr benötigt! Zumindest nicht für Tassen. Weiterlesen

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